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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1952-04-01 · 4 (Abril, 1952) · p. Seite 19

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XIV (1952)
Issue
4 (Abril, 1952)
Date
1952-04-01
Page
Seite 19 (sequence 19)
Language
German
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Abril, 1952 BOLETIN INFORMATIVO 19 GORDON ist nicht nur eine bedeutende schoepferische Per. soenlichkeit. G o r d o n ist gleichzeitig ein Mensch, der uns einen bestimmten Weg weist, er ist Erzieher, denn er selbst verwirklichte die Prinzipien seiner Lehre. Gordon’s Weltanschauung ist organisch. Er betrachtet das Leben als eine Vollstaen. digkeit, die nicht zerspalten werden kann in einzelne Eie. mente, welche “a priori” den Entwicklungsweg des Lebens zu bestimmen vermoegen. Die Analysierung derverschiedenen Lebens elemente kann nur gedanklich . abstrakt durchgefuehrt werden, doch das Leben ist eine vollkom. mene Einheit. Geist und Materie sind miteinander verbunden und koennen nicht getrennt werden, beide be. einflussen den Menschen. Das Leben ist nicht statisch, sondern dynamisch und der Ver. stand allein kann es nicht er. klaeren in allen seinen viel fachen Erscheinungen. Eine mechanisch . materialistische Interpretation des Lebens be. ruehrt nur die Oberflaeche, die Erscheinungen, die Statik | des Lebens. Um sein Wesen 1 ganz zu verstehen, muessen wir auch die Intuition, aas Gefuehl und das “Erlebnis” anwenden, das uns den unmittelbaren Kontakt mit der Natur gibt. Es ist notwendig die Natur zu “erleben” mit all unserer seelischen Kraft unserer Erkenntnis und mit unserem Willen, Der Mensch, das Individuum ist der Trae. ger des Lebens und besitzt die Kraft und das Vermoegen selbiges schoepferiscn zu gestalten. Er ist weder das Produkt gewisser materielloekonomischsr Bedingungen, noch wird er ausnahmlos be. einflusst von einer abstrakten Ideenwelt. Der Mensch ist eine organische Einheit, sein Schicksalsweg ist nicht nur im voraus deterministiscn. mechanisch bestimmt, sondern es liegt auch in seinen Haenden dieses zu gestalten. Doch das Leben des Einzelnen entfaltet sich erst ganz im Rahmen eines Organismus — das Volk, die Nation. Die Bindung des Menschen zu seinem Volke ist nicht eine Frage der Erkenntnis, es ist eine organische Bindung. Auf Grund dieser orgarh. sehen Bindung zwischen Mensch und Volk, zwischen Mensch und Nation, beurteilt Gordon auch das Problem des juedischen Volkes: 2000 Jahre des Diaspora-Lebens haben unsere Nation geschwaecht. seine gesamte Entwicklung auf eine anormale Basis gestellt. Die seelische Bindung zur Natur wurde unterbrochen und auch der Einzelne besitzt nicht mehr den Kontakt mit seinem Volk. Es ist also die Aufgabe des Zionismus, durch Arbeit und Schaffen das natuerliche Leben der Nation zu erneuern. Doch die Wiedergeburt der Nation wird nur dann moeglich sein wenn sich jeder Mensch “erneuert”, indem er selbst arbeitet. Gordon sah in der Arbeit keine “Religion”, wie es manche irrtümlicherweise glauben. Fuer ihn ist die Arbeit Mittel und Weg. um den Menschen zu erheben, um ihm die natuerliche Bindung zu seinem Volke und seiner Nation zu geben. Die organisch . kosmisch* Auffassung des Lebens in al1 seinen Erscheinungen und Offenbarungen, umfasst eher, falls die Nation und das Volk. Der Mensch, welcher diese Anschauung akzeptiert, wird Zum 30, Todestag von Aron David Gordon “...Wir haben bei unserem Streben nach einer voelUgen nationalen Wiedergeburt keinen anderen Weg als unser ersehntes Leben auf seine absolute natuerliche Grundlage 7.u stellen: auf die Rueckkehr zur Natur, auf Arbeit und Schaffen... dies Ist der Weg, das Haus Israel aufzubauen...” (A. D. Gordon "Ausgewaehlte Schriften”). nicht mehr der “Galut-Typus” sein, der die Probleme des Lebens nur mit Klugheit und Intelligenz zu loesen ver sucht. Er wird eine unmittelbare Bindung zur Natur und zur schoepferischen-koerperli. chen Arbeit haben, in ihm wird sich die wahre Wiedergeburt seines Volkes spiegeln, das ein “arbeitendes Volk” (“Am Oved”) sein wird. Ix;:'«*: WM: i* Gordon “predigte” nicht. Er verwirklichte seine Anschauungen und gerade deshalb wurde er zum Wegweiser nicht nur seiner Zeitgenossen, sondern auch kommender Generationen. Ist Gordon nur eine zufaeilige Erscheinung bei uns, oder naette ein solcher Mensch etwa auch hervortreten koennen in Mitten jedes anderen Volkes? Wenn dies der Fall ist, veipflichtet seine Lehre nicht. Doch wenn Gordon auftre. ten musste, wenn seine Lehre ein Ergebnis des anormalen Lenens in der Galut und der spezifischen erez-israelischen Wirklichkeit ist — verpflichtet sie nicht jeden von uns? —:o:— Gordon schnep in seinem Tagebuch, man moege ihm keinen Nachruf halten im Verlaufe des ersten Jahres nach seinem Tod. Doch auch dann solle man seine Lehre nicht als dogmatisch betrachten, den er selbst lehnte jede Dogmatik ab, da sie seinem ganzen Wesen und Denken vollkommen entgegengesetzt war. Er selbst forderte “nur das zu lehren, was einen wahren, lebendigen Inhalt hat”. Er forderte von seinen Mitmenschen seine schriftlichen Aufzeichnungen nicht als etwas Geheiligtes, Unveraen. derliches zu betrachten, son dern vielmehr als einen willen, uns denken zu helfen. Seine Lehre hat einen dynamischen Charakter im Gegensatz zu jeder anderen Theorie, die auf mechanisch-statischer Grundlage basiert. 30 Jahre sind seit dem Tode Gordons verflossen und sicher gibt es viele Anhaltsnunkte in seiner Lehre, die heute schon nicht mehr aktuell sind, denn das Leben hat eben, wie er selbst sagte. kein° feste, unerschuetterli, che Gestaltung, sondern alles befindet sich in Bewegung und nimmt neue Formen an. Doch ist der Kerninhalt seiner Lehre nicht heute noch ^on ungeheurer Tragweite iuer uns alle? Wir leben in nner Zeit, in der es scheint ■lass der Wert des Menscher als Mensch fast nicht mehr existiert und nur noch das Schalten und Walten der Regierung, des Regimes der be. Timmende Faktor in unserem Leben ist. Politische und gei itige Demagogie bluehen und gedeihen una menschliche Rechte werden mit Fuessen betreten. Die Pest eines totalen, verheerenden Krieges be. droht von Neuem die Welt. Man vergoettert Macht und Gewalt und sieht im Men. -■chen nichts mehr als das Produkt gewisser oekonomi. scher Bedingungen. Gordon glaubt an den Menschen als Mensch, als Individuum, er glaubt an ihn und er fordert von ihm sich zu bessern, sich zu erneuern, denn die Ursache und Wurzel alles Schlechten in unserer Welt ist mit dem Einzelnen verbunden. Auch die soziale Verknechtung waere nicht moeglich, wenn Menschen nicht die Neigung haetten, sich dem Machtwillen anderer zu unterwerfen, sowohl in physischer als auch in geistiger Hinsicht. Es g.nuegc nicht, soziale und oekonomisene Bedingungen zu bessern. Selbst wenn man in dieser Beziehung ein Paradies zu errichten vermag, wird dies zur Hoelle werden, wenn sich der Mensch selbst nicht bessern wird. “Erneuere Dich, Menschensohn — und das Leben wird sein wie ein ueber. sprudelnder Quell...” Scheint es nient gerade neute mitunter fast traumnaft und phantastisch, die Stimme eines so reinen und lieien Glaubens an dan Men. senen zu vernehmen? Dieser Glaube war einst aas grosse Licnt, weiches die Finsternis aller Elenden unü untardrueckten erleuchtete und der sozialistischen Bewegung auch die Krait gab, sie teilweise zu zerreissen und zu vertreiben. Doch giDt es leider heute grosse Teile dieser Bewegung, die diese Lehre als “buergerüch - kapitalistischen Idealismus” verhoehnenl —:o:— Was wuerde uns “Hasaken” (“Dar Alte”) —wie man ihn einfach nannte, zu Zeiten der zweiten Aliah— sagen, wenn er noch heute mit uns weilte und den Aufbau des jungen juedischen Staates mit seinen eigenen tiefsehenden Augen betrachten koennte? Sicher wuerde auch er mit Befried gung den Weg betrachten, den wir bis heute zurueckgelegt haben. Ein und einhalb Millionen Juden fanden ihre Heimat in Israel. Un ,er Volk hat seine so lang :rtraeumte und so heiss ersehnte Se’bstaendigkeit wieier erlangt. “Was wir heute als unser .rationales “Ich” beze.chnen — ist das Halb-Bewusstsein eines Kranken... eine Mischung zwischen einem galu ischen “Ich” und einem uebersetztem, fremden “Ich” ■ on Andern”, so schrieb Gor. don im Jahre 1905. Sicher wuerde er heute mit Genug, tuung bestaetigen, dass die ses nationale “Ich” schon feste, lebendige Formen eines Volks, einer Nation, annimmt — denn der Einzelne, trotz all seiner Groesse und wuer de, “ist nur eine Zelle, die ei nem Organismus, der Nation, angehoert” — und sich be. •nueht von dem “staedtischem Parasitismus, der uns zur zweiten Natur geworden ist”, su befreien. Aber trotzdem Israel so grosse Fortschritte gemacht hat im Laufe des letzten Vierteljahrhunderts, kann Gor. Ions Leben und Denken nicht als etwas “Vergangenes” angesehen werden. Im Gegenteil, vielleicht gerade nach ler Schaffung des Judenstaa. les hat seine Lehre noch an Bedeutung gewonnen! Denn ist denn die Schaffung eines ‘arbeitenden Volkes” (der Begriff, in dem Gordon auch lie Verwirklichung des Sozia lismus umfasst) vorstellbar ohne den Menschen unmittel. bar zurueck zur Erde, zur Natur, zu fuehren? “Wir kom. men ins Land, um zum Bolen zurueckzukehren, zu einem eigenen natuerlichen Leben, zur Schoepfung des Lebens —zur Arbeit”. Noch gibt es grosse Teile unseres Volkes und auch unserer Jugend, die sich nicht dessen bewusst sind, dass “das Leben in der Galut an und fuer sich schon schwer ist, aber noch schwerer ist, da die Galut unsere eigene Lebenskraft getoetet hat, die Kraft, aus uns selbst heraus das Leben zu schaffen, so wie wir es wollen, auf unsere ei. gene Verantwortung”. Diese “eigene Lebenskraft” oulst von Neuem im jungen Israel, doch noch ist sie J schwach und bedarf staendig ¡neuer, jungei Kraefte... Israel hat in den ersten Jahren seiner politisch-selb. staendigen Existenz hundert, ’ausende von neuen Olim aufgenommen. Die Verschmel. zung dieses riesigen Konglomerats zu schaffendem und "arbeitendem Volke” ist die historische Aufgabe unserer Generation. Sie zu erfuellen ist nur dann moeglich, wenn s'ch geruegend Menschen finden werden, die mit Leib und Se’le mit der Muttererde verbunden sind. Die Epoche der Chaluziut ist noch nicht vorbei, son. dorn ist wiederum der Brenn. odnkt des zionistischen Aufbauwerkes und gerade heute scheint es oft, als ob es nochmals notwendig waere, den Ruf von A. D. Gordon zu erneuern: “Zurueck zur Heimat, zur Arbeit, zur Natur!” D!e Bireitschaft, diesen Weg der wahrhaften, voelli. gen und ganzen Widergeburt zu betreten, ist die grosse Frage an jeden Einzelnen un. seres Volkes. Guideón Neém ANZEIGEN-ANNAHME fuer das "BOLETIN INFORMATIVO" NUEVA YORK 52 — 6.0PISO — OF.611 TELEFONO 86603 UND BEI DEN BEKANNTEN AGENTEN BUEROZEIT: 10-12 und 16-19 Uhr AUF WUNSCH WERDEN DIE INSERATE ABGEHOLT. ¿iiiimimimimiimmiiiiiiiiiiiiiiimiimmiimiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiimmimmiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiii£ 1 ANZEIGENPREISE nur fuer Mitglieder: | Vi Kaestchen 4cm hoch. $ | 1 Kaestchen 4cm hoch.. | 1 Doppelkaestchen 4cm hoch 2 spaliig. § Familien Anzeigen 2cm hoch 2 spaliig. Familien Anzeigen 3cm hoch 2 spaliig. | NICHTMITGLIEDER 25% ZUSCHLAG üiitiiiiiuiiimiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiimiMiiiiiiimimimmiiiiimiiiiimiimiimiiiiiiiiiiiiiiinT 120.— i 200.— | 340.— 295.— 1 420.— |

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