Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XIV (1952)
- Issue
- 4 (Abril, 1952)
- Date
- 1952-04-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Abril, 1952 BOLETIN INFORMATIVO 13 edition der Freiheit im Judentum SACH DAS FREIHEITSIDEAL F. D. ROOSEVELTS (ZEITNAHE PESSACHGEBANKEN) Von CURT WILK Gamliel n auf Erden wiederherzustellen gegen das 1— ein und Sederabend ¡rpflichtende on den drei ’essachopfer, zusprechen, fallenen mit It gebrochen igebliebenen st, sie bleibt lg, denn sie Hoffnungen . an ihr an. wird gegen. nehr darge. in Staat und lfgebaut sein •d, so dachte -rauch das der geopfert, verpflichtet,; Erinnerung ymbole beim rachzuhalten eder unseren Zukunft des s zu bekraef- 3chluss noch r das Lied -ein Laemm. Sederabend m Abschluss iramaeischer :t und sicher hundert ent. lert in seiner itschen Jokrlieder. Sein t, dass u^ber ler ein Hoeyoh' es recht;hen ist. hat fache mysti. en erfahren. :s allegorisch i ist Israel das der Vazwei Suss, lun-destafeln, 3 dann dem tan der nunaden Reiche e Katze ent. , dör Hund Stock den ter den Grleer den Roe- : den Musellaechter den?r Todesengel ep Nationen, Muselmanen slich kommt bt sei Er, um Gerechtigkeit und seine Kinder zu erloesen. So wird in diesem Lied eine Synthese der Geschichte der Menschheit gesehen, auf deren Hintergrund sich das Schicksal Israels wiederspiegelt. Somit schliesst der Seder mit der staendig lebendig gebliebenen Hoffnung auf die Erloesung des gesamten juedischen Volkes, die auch uns erfuellt. PESSACH IN DER KUNST “Frei in Wort und Schrift, frei in der Religionsausuebung, frei von Not und frei von Furcht”. (Praes. F. D. Roosevelt: "Die Vier Freiheiten”). Zum siebenten Male, am kommenden 12. April, in den Tagen unseres Pessachfestes, jaehrt sich der Todestag F. D. Rooseve.ts und wiederum bietet sich wie von selb.t einem jeden nachdenkenden Juden die enge Verbindung dar, die zwischen unseren Freiheitsempfindungen und demjenigen Freiheitsideal besteht, welches der grosse Staatsmann einmal der aufhorchenden Menschheit verkuenaec hatte. Damals, 1943, auf der Hoehe der kriegerischen Auseinandersetzungen, versuchte der Praesident den Begriff der Freiheit eindeutig und volkstuemlich klarzumachen, indem er sagte: “Die Vier Freiheiten, die der Mensch genie3sen muss, koennen mit den vier Elementen verglichen werden, die der Mensch braucht, naemlich Luft, Sonne, Brot und Salz. Dem Menschen eines dieser vier Elemente rauben, heisst, ihn zum Tode zu verurteilen. Diese Rechte sind die Rechte aller Menschen, jedes Glaubens und jeder Rasse, ohne Ruecksicht auf die Orte, wo sie wohnen. Diese Freiheiten sind das Erbe, das durch so lange Zeit verteidigt wurde. Wir, die “Ver- ' einten Nationen” haben die Macht, die Menschen und auch den Willen, dem Menschen dieses ehrenvolle Erbe zu sichern”. Unter dieser Fahne; im Glauben an die “Vier Freiheiten”, im Glauben an den im Ebenbilde Gottes geschaffenen “freien Menschen”, ist damals der Kampf gegen jene “Neue Ordnung”, die “Kraefte des Boesen”, gefuehrt worden, gegen Jene, die in Wirklichkeit Sklaven gewesen sind, denen Meinungs- und Religionsfreiheit nichts bedeuteten, gegen die Unterdruecker freier Voelker, deren Niederlage die Errichtung einer besseren und gerechteren Welt herbeifuehren sollte. Eine Welt zu errichten, in welcher Kinder und Kindeskinder stolz auf den Namen Mensch sind, der mit- Ehrfurcht behandelt werden soll und dessen Seele sich hoch zu erheben weiss”, hierin erblickte Roosevelt den letzten Sinn aller freiheitlichen Bestrebungen. Dieses Bekenntnis Roosevelts ist zugleich sein Bekennen der Freiheitsbegriffe, die uns Juden seit Jahrtausenden ueberliefert worden sind. Das Wort, das die Thora unseren Lehrer Moscheh zum SS« SvkivK » --.i ' . rwarjsçÿo }'-Ws*’ V y yw#*irvz*'' : * WMqjSjíWitey*,*rr*£jir.v , : “Das Pessach-Mahl”; Italienische Mischneh-Torah-Handschrift aus dem 15. Jahrhundert. »abbathkymne des Israel Nadara des All Du, in alle Aeonen, sber Thronen, Deinen Thron thronen! r Macht, der die Maechte fronen. >r Dir es geworfen, getonen! des All Du, in alle Aeonen, eber Thronen. Deinen Thron thronen! ui Lob spaet und frueh meine Kehle, r, der erschuf jegliche Seele. rolk wie den Geist ohne Fehle. und die im Blauen wohnen. des All Du, in alle Aeonen, eber Thronen, Deinen Thron thronen! le Taten, Du Meister der Maechte! em Stolzen, Stab fuer Geschwaechte! r Dich zu messen gedaeehte, ihrtausende, nicht wuerd’s ihm lohnen. Meister des All Du, in alle Aeonen, Lass ueber Thronen, Deinen Thron thronen! Gott, um den Sphaeren Lichtglanz streuen, Reiss’ Dein Lamm aus dem Rachen der Leuen! Fuehri aus dem Elend heraus Deiner Treuen Volk, Dein erkornes aus Volk aller Zonen! Meister des Ali Du, in alle Aeonen,! Lass ueber Thronen, Deinen Thron thronen! Kehre zu Deinem Heiligtum wieder! Froh heben Seele und Geist ihr Gefieder, Werden Dir toenen Reigen und Lieder In Zion, ihr, aller Staedte Kronen. Meister des All Du, in alle Aeonen, Lass ueber Thronen, Deinen Thron thronen! (Deutsch von FRANZ ROSENZWEIG) F. D. ROOSEVELT mt» |iħ8Ä|f mm ÉSSii ¡¡PI® :S;-ÿÿ:ÿ NH MfâfÈÊËk mmUm mm aegyptischen Pharao sprechen laesst: “Gib’ Mein Volk frei, aufdass es Mir diene”, stellt die Freiheit unter das goettliche Gesetz, unter die Herrschaft des Rechtes, vor welcher alle Menschen gleich sind, und dieses Recht ruht auf der Achtung der Menschenwürde, die unser Judentum zuerst lehrte. Da nach juedischer Auffassung alle Menschen “Kinder Gottes” sind, in Seinem Ebenbilde geschaffen, darf kein Staat eine Verletzung der Menschenwuerde dulden! És war das unvergaeng iche Verdienst des amerikanischen Praesidenten, der Menschheit bewiesen zu haben, dass das Recht auf freie Rsligionsausuebung nichts waere ohne die Anerkennung der Freiheit von Wort und Schrift, und dass auch das Recht auf Arbeitsfreiheit undenkbar sei ohne jene beiden Voraussetzungen. Und wenn er noch zwei weitere Freiheiten hinzufuegte, n a e m 1 i c h das menschliche Recht, frei von Not und frei von Furcht zu leben, so hatte er damit die elementarsten Grundsaetze des Zusammenlebens von freien Gemeinschaften in einer freien Welt in einer Weise formuliert, die heute fuer wuerdlg befunden werden sollte, von der gesamten Menschheit als Basis friedlichen Aufbaues und gemeinsamen Wirkens zum Segen Aller akzeptiert zu werden. Doch eine solche Neugestaltung der Welt nach dem Kriege vermochte sich Roosevelt nicht vorzustellen ohne vorherige Suehne der gegen die Menschlichkeit begangenen Verbrechen, durch die zugleich der Wille der “Vereinten Nationen” betont werden sollte, “dass niemand der an den Akten brutaler Wildheit teilnehme, Ohne Strafe bleibe”. Alle Schuldigen, alle fuer die Massentoetung der Juden Verantwortlichen, und nicht nur die obersten Fuehrer, sol'en die verdiente Strafe erhalten; alle Opfer des Näzlterrors und der entmenschten Soldateska, Juden und Christen, muessen entschaedigt werden, soweit Menschenkraft hierzu noch imstande waere. Heute, sieben Jahre nach dem Ableben des Praesidenten, d u e r f t e die Menschheit sich weit entfernt befinden von der Erreichung der einst aufgestellten hohen Ziele. Fuer uns Juden zeigte sich vielleicht noch d-utlicher als fuer andere Voelker, dass die Warnungen und Ermahnungen von damals gapz mit denjenigen Vorstellungen uebereinstimmten, die wir uns, inmitten der Tragoedie, von der erneuerten We’t nach dem Krieg machen durften. Unser Gefuehl fuer Freiheit und Menschenwuerde i s t durch die feierlichen Proklamationen Roosevelts besonders beruehrt worden, und w'r, die “wir einst Sklaven in Mizrajim gewesen”, denken an unserem Freiheitsfeste mit besonderer Verehrung an den p-rossen Staatsmann, der sein Leben bes^hliessen musste ln jenen Aoriltagsn von 1945, als die Sonne der Freiheit zu leuchten begann.