Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XIV (1952)
- Issue
- 2 (Febrero, 1952)
- Date
- 1952-02-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Febrero, 1952 BOLETIN INFORMATIVO -Sr LIEBE FREUNDE! V Sie koennen nicht laenger warten: Vielleicht haben Sie in den letzten Woehen der geschaeftstoten Sommertage Zeit, sich einen Gedanken durch den Kopf gehen zu lassen: was geschieht mit den durch die Campaña Unificada gesammelten Geldern? Genuegt es zu wissen, dass sie zu einem hohen Prozentsatz nach Israel gehen und dass mit dem Rest Kranken geholfen, materielle Not gelindert und vielen Institutionen ermoeglicht werden soll, juedischen Menschen ihr Leben zu erleichtern? Das ist nichts Neues, — werden Sie mit Recht sagen. Aber haben alle, die dazu imstande und guten Willens sind, aus dieser Erkenntnis ihre persoenlichen Konsequenzen gezogen? Der eine sagt: “ich habe gezeichnet und werde schon mein Wort halten. Mich betreffen die vielen Appelle und Mahnungen nicht. Ihr selbst habt ja oeffentlieh bis Mitte des Jahres Frist fuer die Zahlungen gegeben”. Der andere meint: “Ich werde schon noch zeichnen und auch noch in- % nerhalb der genannten Frist zahlen. Mahnen Sie mich nicht Immerfort!” Wenn wir mit diesen Antworten nicht zufrieden sind, so bezieht sich das nicht etwa auf diejenigen, die den versprochenen Betrag nicht sofort und auf einmal erlegen koennen oder aus geschaeftlichen und persoenlichen Gruenden die Hoehe ihrer Beteiligung an der Aktion noch nicht angeben koennen. Nein, ich wende mich an diejenigen, die von dem Recht auf Quotenzahlungen oder Zahlungsaufschub Gebrauch machen, obwohl sie “fluessig” sind. Warum? Weil die Ueberweisung der Campaña — Gelder an die entsprechenden Fonds von unvorstellbarer Dringlichkeit ist, — in erster Reihe nach Israel. Dort herrscht noch immer ein schwelender militaerischer und ein tobender Wirtschaftskrieg, dort treffen noch immer.monatlich ca. 15000 mittellose Juden ein, und dort hat die Unwetter- Katastrophe Schaeden von ca. £ 3.000.000. verursacht und 70.000 Menschen in noch bitterere Not gebracht als die, ln der sie schon vorher in ihren Zeltlagern lebten. Die Jewish Agency hat in dieser verzweifelten Lage Kabel an die ganze juedische Welt, so auch an unsere hiesigen Spitzenorganisationen entsandt und um Hilfe gebeten. „ Jeder kann helfen — ohne seine Tasche von neuem zu belasten. Er braucht nur seine Pflicht der Campana Unificada gegenueber sofort zu erfuellen. Wie soll man sonst vor seinem eigenen Gewissen bestehen? José Hirschberg 5W«r-$< OC LA COLtCTlVrDAO tSAACj.r»* LASlUkA »|« » Jeden Freitag abend um 191 Uhr. Jeden Samstag vormit-' tag um 9.15 in der Synagoge, Victoria 2859. Ausserdem an Jahrzeiten. Wir bitten um rechtzeitige Mitteilung an Herrn Weglein oder Casilla 984. Mitgliederbewegung Verkuendung des Neumondes Samstag, den 23. Februar: ADAR. 0\ Neumondslag 1. Tag Dienstag, den 26. Fe. bruar. 2. Tag Mittwoch, den 27 Februar. Austritt Herr Ludwig Kychenthal. Herr Siegfried Friedlaender. ZUM TODE LEO WINTERS Wieder einmal hat der Tod mit harter Hand einen Menschen aus unseren Reihenge, rissen, dessen Verlust eine tiefe Luecke hinterlaesst. Und gerade, weil Leo Winter ein Mensch war, der nicht gern von sich sprach, der stets im Hintergrund zu bleiben trachtete, und der nur dann aus seiner Zurueckhaltung hervortrat, wenn er fuehlte, dass man ihn brauchte, deshalb sollen diese ZeL len von ihm sprechen. Leo Winter war Handwerker, der die harte Schule des deutschen Handwerks kennen lernte, und wenn es ihm auch durch unermuedlichen Fleiss und grosse Faehigkeiten gelang, sich in Chile erneut ein Arbeitsfeld zu erobern, wobei er schliesslich ueber das rein Handwerkliche hinausgelangte und zum Fabrikanten wur. de, so blieb er doch bis zum letzten Tage seinem Ursprung als Handwerker treu und von ganzem Herzen verbunden. Aus diesem Gefuehl gelang es ihm, in Gemeinschaft mit anderen Freunden den “Juedischen Handwerkerverein” ins Leben zu rufen und mit zu der beachtlichen Stellung zu bringen, welche diese verhaeltnismaessig junge Organisation heute im Rahmen des Gemeindelebens, aus dem sie nicht mehr wegzudenken waere, einnimmt. Mit einer seltenen Liebe nahm sich Leo Winter der Zielsetzung der heuen Vereinigung an. Ihre sozialen Institutionen, wie die Sterbekasse, wurden unter seiner hervorragenden Mitwirkung geschaffen, und erst letzthin gelang es Ihm, 41« ganz seiner Initiative entsprungene Darlehnskasse, einen lange gehegten Lieblingswunsch, in die Tat umzusetzen. In den wenigen Monaten, in denen er in dieser neuen Einrichtung wirkte, hatten wir Gelegenheit, seine tiefe Einfuehlungsgabe und seine stete Hilfsbereitschaft, diese schoenen Grundzuege seines Wesens, erneut kennenzulernen. Bis zu seinem Ableben bekleidete er innerhalb des Vorstandes der ATI die Stellung eines zweiten Vorsitzenden, in welcher Eigenschaft sein Gerechtigkeitssinn, seine Faehigkeit, Gegensaetze auszugleichen und seine reichen Erfahrungen aus aehnlichen Organisationen Westdeutschlands zu ganz besonderer Wirkung ka men. Leo Winter war Vorsitzender des Juedischen Handwerkervereins und Mitglied der Repraesentanz der juedischen Gemeinde in Duesseldorf. Wenn Leo Winter auch nicht mehr unter uns weilt, so wollen und koennen wir sein Andenken niemals vergessen. Seine Guete, seine Ge. radheit und Aufrichtigkeit, seine Bescheidenheit werden uns allen Vorbild und Ansporn bleiben. Und wenn auch sein in der ATT sprichwoertlich gewordener Ausspruch “bei uns in Duesseldorf” nunmehr in Versammlungen und Vorstandssitzungen nicht mehr laut werden wird, so hat sich doch Leo Winter in unser aller Herzen und bei all denen, die ihn kannten und schaetzen, ein bleibendes Denkmal gesetzt. Victor G. Freu» Fuer die ueberwiegende Ma. joritaet dieser Menschen ist Israel die einzige Hoffnung. Aber Israel braucht Geld, wenn es das Rettungswerk fortfuehren soll. Und dabei befinden sich tausende von Neueinwanderern in E r e z selbst in bitterster Not, ohne noch ein Dach ueber dem Kopf zu haben. Unsere Aufgabe ist es, zu helfen und zu retten. Wir muessen mitarbei ten am Aufbau Israels, am Aufbau einer neuen, men. schenwuerdigen Existenz fuer die verfolgten Juden. Und wir muessen jetzt helfen — sonst kann es zu spaet sein. Darum gebt nach Euren besten Kraeften, gebt was Ihr koennt, der ACCION UNIDA Acción Unida heisst: sofort helfen! Blindenheim Jerusalem Die Aermsten der Armen, die erblindeten Juden, die voellig mittellos in Israel leben, beduerfen dringend der Hilfe! Tragen Sie nach Kraeften dazu bei, dass das Blinden, heim in Jerusalem erhalten und —den grossen Erfordernissen entsprechend— erweitert werden kann. Werden Sie Mitglied der “Asociación de los Amigos de las Ciegos Israelitas “Tormel. Or”, mit einem Beitrag nach Ihrem Ermessen! Buero: Av. Portugal 810, Casilla 2487, Telefon 33096. Juedischer Kindergarten Dr. med. MAX MAINZER Zu seinem 80. Geburstage am 30. Januar 1952. Familienurkunden aus dem Osten In Berlin, Hamburg und Hannover befinden sich gerettete Personenstandsregister aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten, was vielfach noch unbekannt Ist und die taeglich an Hand von Nachrichten aller Art ergaenzt Werden. Diese Zentralstellen und Archive sind Vertriebenen aus dem Osten und) auch lang] aehrigen Bewohnern Westdeutschland behilflich, wenn diese amtlichen Dienstellen Nachweise ueber Famllienstandseintragungen vorlegen muessen, die vor 1945 in den ab getrennten Gebieten beurkundet worden sind. Das Hauptstandesamt in Hamburg, Abteilung X 1-B, Warburgstr. 17, Ist lm Besitz von Standesamtsregistern aus Ost. und Westpreussen, Pommern, Schlesien und Stettin. Das Berliner Hauptarchiv, Berlin-Dahlem, Arehivstr- 12-14, verwahrt Standes am tsreg'ster aus einigen ostpreusslsoohen Kreisen. In der Ostzone sollen sich ebenfalls Personenstandsunterlagen aus Pommern, Ost. und Westpreussen befinden, und zwar: Akten des Koenigsberger Standesamts beim Standesamt in Lufomln bei Greifswald; Standesamtsurkunden aus Allensteln und Schlawe beim Saechslschen Dande=arohlv in Dresden N 6, Arehivstr. 14; verschiedene ostdeutsche Register beim Standesamt I, Berlin O 2, Stralau« Strasse 42*48. Es war lm Jahre 1886, dass juedische . Studenten der Universitaet Breslau, unter dem Titel “Ein Wort an unsere Glaubensgenossen”. einen Aufruf zur Gruendüng eines juedischen Studenten. Vereins (der Verbindung VIADRI- NA) ergehen Hessen. Dieser Aufruf enthielt die folgenden Worte: "Nur ein Verein juedischer Studenten, der als solcher mit offenem Visier seinen Feinden gegenueber tritt, wird Imstande sein, Masnner zu erziehen, die im spaeteren Leben ihre ganze Fersoenlichkelt, ihren ganzen Einfluss, fuer die Verteidigung des Judentums und seiner Rechte einzusetsen gesonnen sind”. Eine der markantesten Persoenllohkeiten, die den Forderungen dieses Aufrufs gerecht wur* de, Ist Dr. Max Mainzer. Berufenere Federn moegen Alle» das schildern, was er auf dem Gebiete der aerztUchen Standesorganisation, der allgemeinen Politik, Im K. C., als Beginnender der Studentenverbindung Badenia, ln der Organisation des liberalen Judentums und ln der Verwaltung der Frankfurter Israelitischen Gemeinde, im Laufe dieses arbeitsu. segensreichen Lebens, alles geleistet hat. Eine seiner Hauptarbeiten aber war die Fuehrung des Landesverbands Hessen — Hessen-Nassau des Centralvereins deutscher Staatsbuerger Juedischen Glaubens. Daher betrachtet es der Schreiber dieser Zeilen, der als einer seiner Ortsgruppenleiter, fast ein Menschenalter, unter seiner Leitung lm Kampf gegen den Antisemitismus und spaeter gegen dien Nationalsozialismus gestanden hat, als eine angenehme Pflicht des Jubilars' besonders — auch gleichzeitig lm, Namen. Aller derer, die Ihn in diesem Kampre begleiteten—, zu gedenken und ihn herzlich zu beglueckwuenschen. Ein leuchtendes Vorbild war er uns Immer. Ein aufrechter Demokrat und begeisterter Kaempfer gegen cen Rassenduenkel Ein Mensch, der vor nichts zurueckschreckte, wenn es galt fuer unsere Ideale einzutreten, und der I •eine Freunde stets anzufeuern Mit Beginn des kommenden Schuljahres wird im Barrio Providencia.Golf ein juedischer Kindergarten mit Castellano und Iwrith als Schulsprache, fuer 3-5 jaehrige Kinder eroeffnet. Zur Betreuung der Kinder werden eine gepruefte Kindergaertnerln aus Israel und eine bereits hier bewaehrte Lehrkraft zur Verfuegung stehen. Ein geeignetes Haus mit grossem Gar. ten und Heizung fuer den Winter ist gemietet. Fuer Hin— und Rueckbefoerderung der Kinder ist bestens Sorge getragen. Das monatliche Schulgeld betraegt $ 400.—. Die Gebuehr fuer die Matricula $ 100.—. Die Matricula selbst ist bereits eroeffnet und kann sowohl im Sekretariat des Vaad Hachinuch, Se. rrano 871, sowie im Sekretariat unserer Gemeinde, Av. Portugal 810, erfolgen. Wir hoffen, dass viele unserer Mitglieder daran Interesse haben werden,ihre Kim der in diesen Kindergarten zu schicken, wo sie sowohl in die Kultur unseres Volkes, wie in die unserer hiesigen Heimat eingefuehrt werden sollen. Die juedische Umgebung, in dem die Kinder beim Spiel in frueher Jugend in Freiheit und Wuerde auf. wachsen, wird ihrer kuenftigen Entwicklung das richtige Lebensfundament bedeuten. Eltern, die Ihr die Verantwortung fuer die juedische Erziehung Eurer Kinder tragt, meldet sie baldigst in dem unter dem Protektorat des Vaad Hachinuch und un. serer Gemeinde stehenden Kindergarten an! Direktorium der S. C. I. B’ne Jisroel i Naechsle Haussammlung Die naechste monatliche Haussammlung zugunsten des “Hilfswerk fuer die Ju. dennot in der Welt” findet am Sonntag, den 16. Maerz statt. und auf Neue zu begeistern verstand. Im freien Nordamerika, umhegt von Freunden und Verwandten, moegen ihm noch viele, glueckllche Jahre ln Gesundheit beschleden sein. Karl Guggenheim Santiago de Chile, 1852. 15 Januar