Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXV (1973)
- Issue
- 6 (Junio, 1973)
- Date
- 1973-06-01
- Page
- Seite 28 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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28 JUNIO 1973 “DER SCHWARZE SEPTEM BER“ Das Unglueck dir Palaestinenser von unserem Korrespondenten J. E. Palmon Seit vielen Wochen sehen sich die Organisationen der radikalen Palästinenser einem konzentrischen Angriff gegenüber. Regierungen und proarabische Politiker raten ihnen dringend, Terrormethoden aufzugeberi und sich von den Aktionen des “Schwarzen September” zu distanzieren. Seit Gründung des “Schwarzen September”, der mit der Ermordung des jordanischen Ministerpraesidenten Wo.sfi el Tel in Kairo zum ersten Male in Erscheinung getreten war, hatte es bei den arabischen Palästinensern eine organisatorische Dreiteilung gegeben. Als ihre legale “Auslandsvertretung” gilt die Palästina- Befreiungsorganisation (PLO), die noch 1964 gegruendet worden war. An ihrer Spitze hatte zuerst Ahmed Schukeiri gestanden, der die PLO als Exilregierung aufziehen und eine eigene Armee schaffen wollte. Schukeiri hatte nichts von Terrormethoden gehalten und hatte sich ganz der politischdiplomatischen Arbeit gewidmet. Er hatte den Palästinensern mit radikalen Reden “Mut” eingefloesst. Als seine Organisation und seine “Befreiungsarmee” im Kriege von 1967 eine grosse Niederlage erlebt hatten, wurde er bei den Palästinensern missliebig und musste seinen Platz raeumen. Sein Nachfolger wurde fuer kurze Zeit der Anwalt Hammude, bis dahin ein unbeschriebenes Blatt, der sich jedoch auch nicht halten konnte. Inzwischen war Yassir Arafat, der eine Zeit lang nur vermummt im Busch als “Abu Ahmad” erschienen war, aus dem Untergrund des Fatah aufgestiegen. Angehörige von Fatah behaupteten, dass die Israelis die Identitaet von Arafat entdeckt hätten, als er auf einer Pressekonferenz in Beirut erschien. Jedenfalls seit dieser Pressekonferenz trat er in der Oeffentlichkeit unter dem Namen Arafat auf und versuchte, die “Palästina- Befreiungsorganisation” zu erobern, schon um sich die Geldmittel dieser Koerpersehaft für Fatah und für den terroristischen Kampf zu beschaffen. Nach Arafat erschienen auch die Führer der übrigen arabischen Untergrundgruppen (fast ein Dutzend an der Zahl) mit ihren richtigen Namen in der Oeffentlichkeit und verfochten in mehr oder weniger legalen Publikationen, die fast alle im Libanon erschienen, ihre Ideologien. Zwischen ihnen wurden in den einzelnen Blättern geistige und taktische Meinungsverschiedenheiten in aller Ausführlichkeit ausgetragen. Neben der legalen PLO war also ein System von Untergrundorganisationen entstanden, die in den arabischen Ländern ein halblegales Dasein führten. Ihre Verbindung zur Legalitaet ergab sich durch die Wahl von Yassir Arafat zum Chef der PLO, der damit den Büroapparat in Kairo und die Untergrund- Installationen in den arabischen Ländern zugleich in seiner Hand hielt. Sein sehnlichster Wunsch war es, alle Untergrundorganisationen (vor allem die von Dr. Habasch und Naif Havatme geführten Linksgruppen) zu einem Terror-Kampfverband zu vereinigen. Dieses Streben konnte nie verwirklicht werden. Inzwischen erlitten alle Untergrundgruppen schwere Rückschlaege: die meisten Flugzeugentführungen der Sonderorganisation des Dr. Habasch scheiterten und trugen den Arabern nur viel Kritik ein. In Jordanien kam es 1970 zu einer Entscheidungsschlacht zwischen dem Regime des Koenigs und den Anhängern der Untergrundgruppen, die dort zum “Staat im Staate” geworden -waren. Sie wurden niedergeschlagen und vertrieben, und das wichtigste Aufmarschgebiet der Terrorgruppen gegen den “Feind Israel” war damit verloren gegangen. Die arabischen Regierungen protestierten zwar beim Koenig Hussein, Aegypten brach sogar die diplomatischen Beziehungen ab, aber alle dieses Massnahmen halfen nichts: die Bewegung der Palästinenser war in eine schwere Krise geraten. In dieser Situation trat als neue Gruppierung der “Schwarze September” auf, der seinen Namen vom Monat September 1970 herleitet, in dem Koenig Hussein die Untegrundgruppen hiedergeschlagen hatte. Im Gegensatz zu den übrigen Untergrund-Organisationen legte der “Schwarze September “auf strengste Geheimhaltung und konspiratives Vorgehen grössten Wert. Bis heute ist von Seiten dieser Gruppe kein Sterbenswoertchen ueber ihre Organisation und ihre Fuehrung gefallen. Die bisher gefassten Mitglieder des “Schwarzen September” wissen nichts ueber die Führung, da sie nur kleinen, sehr verschachtelten Untergruppen angehörten; die kaum mehr als drei oder vier Komplizen kannten. Die Führer der PLO und auch die offiziellen Fatah Chefs bestritten, etwas mit dem “Schwarzen September” zu tun zu haben. Der tunfangreiche internationale Reiseverkehr von Leuten des “September” und die Waffen und Sprengmaterialien, die ihnen zur Verfuegung standen, deuteten jedoch darauf hin, dass hinter ihnen starke Kraefte stehen mussten. Seit langem bestand die Ansicht, dass Saleh Halaf (genannt Abu Ayad), der zweite Mann bei Fatah, auch der eigentliche Fuehrer des “Schwarzen September” sei. Abu Ayad hatte sich als einziger Fatah- Mann bei einem politischen Seminar im Beirut sympathisch ueber den Schwarzen September geäussert, und aus verschiedenen Quellen stahlen sich Meldungen ueber seine Beziehungen zu dieser Geheimorganisation in die Oeffentlichkeit. Inzwischen erlebten die arabischen Verbaende einen “Betriebsunfall”. Eine von Abu Oudeh (Adu Daoud) geführte Gruppe, die sich nach Jordanien eingeschlichen und Angriffe auf das Regime des Koenig Hussein vor hatte, wurde gefasst, und Abu Daoud fiel um und “packte” nach Verhören aus. Er beschraenkte sich nicht auf die notwendigsten Angaben, sondern plauderte alles aus, was er nur wusste oder zu wissen vorgab. Ein besonders starker Charakter kann dieser Abu Daoud, der bisher Informationschef von Fatah war, nicht gerade gewesen sein, denn sonst wäre er nicht bereitwillig vor dem jordanischen Fernsehen erschienen, um alles zu verraten. Hatte jemand geglaubt, dass er dort unter Zwang gesprochen hatte, so belehrte er die Welt bald eines besseren: er gab auch dem britischen Fernsehen und der New York Times ein Interview, das voller Enthuellungen ueber den Aufbau der Fatah Organisation und über die Verbindungen zum Schwarzen September war. Die Bekenntnisse von Abu Daoud lassen sich kurz dahin zusammenfassen, dass die Fatah-Führer den “Schwarzen September” dirigieren und dass diese Geheimgruppe nichts anderes als ein Arm von Fatah ist. Das Gleiche hatte die Regierung des Sudan behauptet, als nach dem Anschlag der Leute des “Schwarzen September” bei den Angreifern belastende Dokumente gefunden worden waren. Laut den Bekenntnissen von Abu Daoud bestehen innerhalb des Fatah drei Gruppen, die sich mit den Geheimaktionen des Schwarzen September befassen. Die wichtigste ist die von Abu Ayad geführte, die für die “grossen Schlaege” im Auslande verantwortlich ist. Abu Ayad soll die Angriffe auf der Olympiade in München geplant und auch die Verbindungen mit radikalen Untergrundorganisationen anderer Voelker hergestellt haben, die zum Einsatz der drei Japaner bei dem Massaker in Lod führten. Besonders virtuos ist ein anderer Führer dieser Geheimgruppen, Abu Jusef. Dieser beschaeftigt sich nicht nur mit Terrormassnahmen, sondern er erschien auch ganz offen als “legaler” Vertreter der Palästina-Befreiungsorganisation auf der letzten Konferenz der arabischen Aussen- und Verteidigungsminister. Abu Jusef war von ihnen als “Politiker und Diplomat” anerkannt, und er buchte es als besonderen Erfolg, dass er eine Annäherung der arabischen Länder an Jordanien verhinderte. Der aegyptische Praesident Sadat war schon bereit gewesen, Koenig Hussein vor dessen Amerika Reise nach Kairo einzuladen. Abu Jusef schaltete den radikalen libyschen Praesidenten Gadafi ein und Koenig Hussein wurde darauf hin wieder ausgeladen. über solche Personen wie Abu Jusef laufen die Fäden von der “legalen” Palästina- Befreiungsfront über Fatah bis zum “Schwarzen September”, und alle Mittel der Betoerung werden benutzt, um in der Welt einen falschen Eindruck über die Bewegung der Palästinenser zu erwecken. Der Leiter des Londoner Bueros der “Palästina-Befreiungsorganisation” Hamami hatte küerzlich in einem Brief an die "Times” erklaert, dass die PLO mit dem “Schwarzen September” nichts zu tun habe und dass er ueber diese Organisation nichts wisse. Er sollte sich bei den PLO- Führem Abu Ayad und Abu Jusef näher erkundigen und dann würde er nicht mehr so einfältig tun, wenn es um die Verbinfung mit dem “Schwarzen September” geht, gegen den kein Palästinenser ernsthaft etwas sagen will, der jedoch ueber die Sache der Palästinenser nur Unglueck gebracht hat. ADAMS PAMELA GRANT PAMEL1TA Lo mejor en Cosméticos DDR-Verlag ediert Pablo Neruda Berlin (ADN) — Erstmals in deutscher Sprache erscheint in Kürze Pablo Nerudas Dichtungs-Zyklus “Aufenthalt auf Erden” als bibliophile Ausgabe im DDR-Verlag “Reclam” in Leipzig. Dieses Werk des chilenischen Nobelpreisträgers, das 1925 bis 1945 entstand, wird anlässlich seines 70. Geburtstages vollständig herausgegeben. Die Nachdichtungen besorgten Stephan Hermlin und Erich Arendt, zwei der profiliertesten Lyriker der DDR. 18 Farbholzschnitte des Holzschneiders Hap Grieshaber ergänzen den Band. Der Zyklus, in wesentlichen Teilen an Vorbildern des europäischen Symbolismus und Surrealismus orientiert, enthält als Zentralstüok die Bürgerkriegsdichtung “Spanien im Herzen”, die in westeuropäischen Neruda-Publikationen bisher fehlte. In der DDR erschienen neben zwei Auswahl-Bänden mit Gedichten Pablo Nerudas seine Poeme “Der grosse Gesang”, “Die Trauben und der Wind”, das “Extravaganzen-Brevier” sowie die dreibändige Ausgabe seiner “Elementaren Oden”. Impresor Dublé Almeyda 1368 '