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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1972-11-01 · 11 (11.1972) · p. Seite 20

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXIV (1972)
Issue
11 (11.1972)
Date
1972-11-01
Page
Seite 20 (sequence 20)
Language
German
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NOVIEMBRE 1972 20 AUS ALLER WELT GIBRALTAR ERFOLG FÜR JOSHUA HASSAN Aus den Neuwahlen in Gibraltar ging Sir Joshua Abraham Hassan erfolgreich hervor. Er ist Chief Minister für die kommende Amtspericde. Hassan ist der Führer der Labour Party von Gibraltar und der Gesellschaft für die Förderung der bürgerlichen Rechte; seine Partei, die GLP- AACR, gewann 8 Sitze von 15, wobei Hassan selbst die höchste Stimmenzahl erreichte. Sir Joshua war schon einmal Chief Minister, als 1964 durch die neue Verfassung dem Gebiet Selbstverwaltung gewährt wurde, und er übte das Amt fünf Jahre aus. Anschliessend war er Führer der Opposition. Seine Verdienste um Gibraltar sind auch auf dem Gebiet der Stadtverwaltung bedeutend, der er mit Ausnahme der Jahre 1951-1953 von 1945 bis 1969 angehört hat. Als Jurist gehört er vielen Komitees an und wirkte auch als Coroner für Gibraltar. Daneben findet er auch Zeit für die jüdische Gemeinschaft, als Präsident der grössten Synagoge, der Nefusat Jehuda, und des lokalen KKL. VV. JUGOSLAWIEN REGE KULTURELLE UND SOZIALE ARBEIT Die Exekutive des Verbandes der jüdischen Gemeinden in Jugoslawien konnte auf der in Belgrad abgehaltenen Jahreskonferenz wieder einmal von einer fast in allen ihren Zweigen regen Tätigkeit berichten. Aus dem Bericht, den der Präsident, Dr. Lavoslav Kadelburg, unterbreitete, ging hervor, dass der Verband seine grösste Aufmerksamkeit den immer aktuellen Problemen widmete: dem Problem der Jugend, also der Zukunft der Gemeinschaft, und den verschiedenen Formen der Kulturarbeit wie auch der Sozialarbeit. Auch den Bedürfnissen der religiös eingestellen Gemeindem'tglieder wird weitmöglichst Rechnung getragen. Die Tätigkeit auf dem Gebiete der Kulturarbeit ist eine vielfache. Das Jüdische Historische Museum verzeichnet ständig bedeutsame Fortschritte und verfügt schon heute über einen sehr ansehnlichen Exponatenfonds von historischem und künstlerischem Wert. Zum Programm des FIAMBRERIA OSORNO WOLFGANG SCHIROKAUER Avda Yrarrázaval K)C0 Telefon: 497472 Impresor: Dublé Almeyda 136S Museums gehört u.a. die Ausgabe von Sammelwerken, die Themen aus dem Leben des jugoslawischen Judentums seit uralten Zeiten gewidmet sind. Von den Aktivitäten auf dem Gebiet der Kulturarbeit sind noch zu erwähnen: das zweimonatlich erscheinende “Jewrejski pregled” (mit einem Summary in Englisch “The Jewish Review”), das Jugendblatt “Kadima”, der zweijährlich erscheinende Almanach sowie der Luach. In Belgrad und Zagreb bestehen Gesangchöre, die zu den besten des Landes gehören. Das Problem der Jugend und Studenten, besonders aber der “mittleren Generation”, befindet sich ständig auf der Tagesordnung. Dieses Problem ist doch das tragwcitcstc, aber auch das komplizierteste. Es wird ihm daher seitens des Verbandes der erste Rang zugesprochen, doch man stösst dabei auf Schwierigkeiten, die schwer zu überwinden sind. Immerhin konnte man auch auf diesem Gebiet Erfolge verzeichnen, die beweisen, dass die Jugend (besonders die Studenten) wie auch die Angehörigen der “mittleren Generation” immer mehr bereit sind, im Leben der Gemeinschaft aktiv teilzunehmen. Die Sozialtätigkeit hat zwei Hauptteile: das Altersheim in Zagreb und die individuelle Fürsorge. Das Altersheim wird allgemein als musterhaft betrachtet und wurde als solches von der Höheren Schule für Sozialarbeiter in Zaggeb ins Demonstrationsprogramm aufgenommen. Das Problem der Befriedigung der religiösen Bedürfnisse der Gemeindemitglieder steht bereits jahrelang offen. Vor einigen Jahren starb der letzte Rabbiner, Menachem Romano s.l. aus Sarajewo, aber einen Chasan hat die hiesige Gemeinschaft schon seit langem nicht. Die kantoralen Funktionen werden in den Gemeinden von Laien verrichtet, und auch da wird die Zahl der dazu Fähigen mit der Zeit immer geringer. Nun trachtet der Verband mit Hilfe ausländ’scher Institutionen und im Einvernehmen mit den zuständigen jugoslawischen Staatsorganen einen Rabbiner zu bekommen. über die Lage der jüdischen Gemeinschaft in Jugoslawien erklärte Dr. Kadelburg, dass mit den entsprechenden gesellschaftlichen und politischen Organen eine gute Mitarbeit bestehe und dass im Laufe des Berichtsjahres keine Erscheinung von Antisemitismus zu verzeichnen war. Es geschahen wohl einige Entweihungen von Synagogen und jüdischen Friedhöfen, d’cs waren aber bloss Vandalismen, deretwegen die betroffenen jüdischen Gemeinde die zuständigen Staatsorgane energisch aufforderten, nach den Tätern zu fahnden. -Dale- GENOSSE ALSCHANSKY WILL AUS DER UdSSR AUSWANDERN Einen gewiss ungewöhnlichen Fall im Rahmen der jüdischen Emigration aus der Sowjetunion stellt derjenige von Naum Alsehansky aus Minsk dar. AlschanDky, ein Tclcphontcchnikcr, trat nach Angaben dos Jewish Obccrvcr — 1943 der Kommunistischen Partei bei, als er als Soldat der Roten Armee kämpfte, in der er bis zum Rang eines Oberstleutnants aufstieg. Er blieb Mitglied, bis er im September 1971 wegen seines Auswanderungsgesuches nach Israel aus der Partei ausgeschlossen wurde. Das Besondere am seinem Fall ist die Tatsache, dass er sich bei seinem Auswanderungswunsch keineswegs von herkömmlichen zionistischen Vorstellungen leiten lässt, sondern glaubt, gerade in Israel, im Rahmen der moskauorientierten kommunistischen Partei Rakaeh, seine Ideale verwirklichen zu können. Er steht in Korrespondenz mit dem Führer dieser Partei. Auf Angriffe des stellvertretenden Innenministers Boris Schumilim, dass er um materieller Vorteile willen nach Israel gehen wolle, antwortete er: “Nicht um reich zu werden, möchte ich nach Israel, sondern um gegen die soziale Ungerechtigkeit und für den Fortschritt und einen dauernden Frieden im Nahen Osten zu kämpfen.” SOWJETUNION MASSIVE AUSWANDE¬ RUNG AUS BUCHARA ERWARTET Israel rechnet damit, dass im gesamten 120.000 Juden aus Buchara einwandem werden. Durch eine Zusammenkunft von in letzter Zeit angekommenen bucharischen Juden konnten diesbezügliche Informationen erhältlich gemacht werden. Wie die Georgier, leben die Juden Bucharas seit Generationen im asiatischen Teil Russlands und bewahren ihre eigene Folklore und spezifisch jüdische Kultur. Die sowjetischen Autoritäten sind, gleich wie in Georgien, gegenüber den Bucharcn weniger unversöhnlich. So soll es bereits heute zahlreiche Kandidaten für die Ausreise nach Israel geben. Breschnew: “Juden als Kanonenfutter” Wie aus Kreisen, die dem Wcisscn Haus in Washington nahestehen, verlautete, soll Parteichof Breschnew seinem Gast Nixon zu verstehen gegeben haben, dass die Sowjetunion bereit wäre, mehr russische Juden auswandern zu lassen, vor allem, wenn sie nach den Vereinigten Staaten gingen. Es könne hingegen nicht erwartet werden, dass die UdSSR Israel mit “Kanonfutter” versorge. Unter den weiterhin anhaltend grossen Gruppen von Einwanderern, die in Lod ankommen, befand sich dieser Tage auch Boris Kogan, dem vor dem Besuch Nixons in Moskau gedroht worden war, dass er keine Ausreiseerlaubnis erhalte, wenn er an “antisozialistischon Aktivitäten” tcilnehmen würde. Weitere Olim, die in der gleichen Situation waren, v/erden in nächster Zeit in Israel erwartet. DIE ALTE PLATTE In zwei Instituten in Moskau gab cs Vorlesungen über die internationale Lage, in denen von der Existenz einer zionistischen Unter grunderganisation die Rede war, die sich in subversiver Aktivität betätige und Flugblätter verteile. Es wurde ausgoführt, dass die Zelt gekommen sei, diesem Zustand ein Ende zu setzen und die nötigen Massnahmen zu treffen. Die Moskauer jiddische Zeitung “Sowjetisch Heimland”, deren Chefrcdaktor Aron Vorgclis ist, liess wieder einmal einen Artikel “Der Kampf gegen den Zionismus” erscheinen. Das Buch von Jcwsejcw “Faschismus unter dem blauen Stern” ist so bösartig, dass es 35 Moskauer Juden bewogen hat, einen Brief an die Informationsabteilung des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei, mit einer Kopie an Staatsanwalt Rudenko, zu senden, worin es als antisemitisches Elaborat bezeichnet wird. Die Briefschreiber verlangen das Verbot solcher Publikationen und eine Klage gegen den Autor wegen antisemitischer Propaganda, die nach sowjetischer Gesetzgebung strafbar ist. UNGARN NEUE LEITUNGSMITGLIE¬ DER DER JÜDISCHEN LANDESZENTRALE Die ungarische Regierung hat die Wahl von Dr. Läszlö Harsänyi zum Vizcpräs'dentcn der Landesvertretung der ungarischen Juden sowie der Budapcster Israelitischen Kultusgemeinde und von Doszö Bärdi zum Generalsekretär bestätigt. Diese staatliche Ge- ..... SAN ANTONIO 367 FONO 31238 SANTIAGO nehmigung ist in Ungarn gesetzliche Vorschrift. — Auf den vakanten Posten des Oberrabbiners der Budapcster Hauptsynagoge in der Dohäny-(Tabak-) gasse wurde Obcrrabbinor D. Lásló Salgó berufen. Gleichzeitig wurde Obcrrabbinor Dr. Oedön Singer durch den Vorstand der Budapester Kultusgemeinde als Rabbiner der Synagoge in der Nagyfuvaros-Strasse eingesetzt. ITALIEN KAMPF GEGEN ANTI¬ SEMITISCHE LITERATUR Eine neue Gruppierung von römisch-katholischen Priestern und Laien sowie Protestanten meist akademischen Grades warnt in einem Aufruf das italienische Volk vor einem Wiederaufleben des Antisemitismus. Die zur Untersuchung dieser beunruhigenden Entwicklung eingesetzte Studiengruppe sprach von einer Flut von Büchern und Traktaten, die die Juden verunglimpfen. Die Quelle einiger antisemitischer Schriften sollen gemäss des Berichtes Informationsdienste arabischer Staaten sein, doch erfolgte der Druck in Italien. Andere anti jüdische Pamphlete haben ihre Urheberschaft in römischkatholischcn Randgruppen und neofaschistischen und neonazistischen Verbindungen. Ein Mitglied der neuen Vereinigung zur Bekämpfung des Antisemitismus, Monsignore Pietro Rossano, ist Untersekretär des vatikanischen Sekretariats für Nichtchristen, doch arbeite er, wie er erklärte, in rein persönlicher Eingenschaft in der Gruppe mit. Er hoffe, dass daraus ein ständiges interkonfessionelles Gremium entstünde, das den Kampf gegen den Antisemitismus in Italien zum Ziele habe. Alfonso di Nola, Professor für Theologie an der Universität Siepa, wies an der Eröffnungssitzung darauf hin, dass einige katholische Randorganisationen begonnen hätten, Pamphlete antijüdischen Inhalts zu publizieren, nachdem der seinerzeitige Papst Johannes XXin, d e Ausmerzung von solchen Stellen der Kirchenliturgie angeordnet hatte, die als antijüdisch empfunden werden könnten. Eine andere Hauptquelle antisemitischer Literatur sind rassistische Bewegungen, die mit den Neofaschisten Zusammenarbeiten. Zahlreiche Exemplare sind an Zcitungsständen im Verkauf und zirkulieren hauptsächlich unter Studenten der Rechts¬ und der theologischen Fakultät der Universität Rom, die als Hauptbastion des Neofaschismus angesehen werden müssen. Obwohl die Schriften von arabischer Seite meist als in der Neuen Linken verwurzelt betrachtet -werden, ist solches Material in italienischer Wiedergabe oft in den Händen von Rechtextremisten zu finden.

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