Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXIV (1972)
- Issue
- 9 (9.1972)
- Date
- 1972-09-01
- Page
- Seite 20 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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20 SEPTIEMBRE 1972 KURZ BERICHTET TEL. AVIV: THEATER MIT SIMULTANÜBERSETZUNG Hebräische Theaterstücke können in der Habimah und im Cämeri-Theater, beide in Tel Aviv, künftig auch in englischer Sprache verfolgt werden. Die Stücke werden in der Habimah jeweils am Mittwochabend und im Cameri- Theater jeweils am Dienstagabend simultan ins Englische übersetzt. Für die erforderlichen Kopfhörer, die im Foyer der Theater zu haben sind, muss Miete bezahlt werden. Der erste Waschklub in Israel — und vielleicht sogar in der ganzen Welt — wurde kürzlich in Kirjat Gat, einer Entwicklungsstadt zwischen Tel Aviv und Beerscheba gelegen, eröffnet. Der Waschklub ist natürlich ein weiterer Schritt fort von der blossen Münzwäscherei. Die Abteilung für Sozialarbeit bei der Stadtverwaltung hat diesen ersten Waschklub in einem Wohnviertel, wo besonders viele kinderreiche Familien leben, eingerichtet. Der Klub gibt der geplagten Hausfrau die Möglichkeit, ihre unzähligen Wäschestüake in einer elektrischen Waschmaschine, deren Anschaffung ihr selbst unmöglich wäre, zu waschen — und in der Wartezeit über moderne Haushaltsführung, Kleider- und Wäschereparaturen, im korrekten Bügeln und sogar Hebräischsprechen belehrt zu werden. Der erste Waschklub in Kirjat Gat war ein “reiner” Erfolg, und die Stadtverwaltung hat daher beschlossen, weitere Einrichtungen dieser Art auch in anderen Stadtbezirken zu eröffnen. i Die erste Klasse wird abgeschafft. Das hat Israels Luftfahrtgesellschaft El Al beschlossen. Während der Sommersaison, die die Zahl der Flugreisenden von und nach Israel stark ansteigen lässt, wird in allen El Al-Flugzeugen mehr Passagierraum durch Verzicht auf die erste Klasse, die ohnedies nur wenig benutzt wird, geschaffen werden. Eine Ausnahme bilden dabei nur die beiden Jumbojets, über die El Al zur Zeit verfügt (ein drittes Flugzeug dieser Art dürfte bald der Luftflotte der israelischen Fluggesellschaft angeschlossen werden). In diesen Flugzeugen werden auch weiterhin Passagiere die Vorteile der ersten Klasse geniessen können. Im Hamburger Deutschen Schauspielhaus wurde ein neues Trotzki-Stück von Hartmut Lange aufgeführt. Es spielt in seinem mexikanischen Hause und führt eine Gegenfigur ein, die in einem Streitgespräch Trotzki klarzumachen verzucht, er hätte nur “als Stalin”, d.h. mit dem sowjetischen Machtapparat des Stalinismus, diesen überwinden können. Trotzkis Absichten der Sauberkeit werden als bürgerliches Verhalten abgelehnt. “Kriegsverbrechen unmöglich machen” Wer hieb- und stichfeste Informationen über den Verbleib von Hitlers Stellvertreter Martin Bormann liefern könne, erhalte eine Million Mark Belohnung, erklärte kürzlich in Madrid Baron Eron Gömez Rodriguez da Costa, ein prominentes Mitglied einer weltweiten jüdisch-christlichen Gemeinschaft, die sich zur Aufgabe gestellt hat, “Kriegsverbrechen unmöglich zu machen”. Wie Baron da Costa, Ankömmling spanisch-portugiesischer Sefardim, vor der Presse betonte, gehe es nicht um Rache, sondern darum, künftigen Generationen die Leiden der Mensöhen dieses Jahrhunderts zu ersparen und dazu beizutragen, dass Menschen unterschiedlicher religiöser, politischer und rassischer Herkunft miteinander in Frieden, Sicherheit und Geborgenheit leben könnten. Deshalb sei es notwendig, Kriegsverbrechern vor Augen zu führen, dass sich Verbrechen gegen die Menschlichkeit ebensowenig lohnen wie Verbrechen gegen das Eigentum. Als Kriegsverbrecher würden allerdings nur noch jene angesehen, die “wenigstens 5000 Menschen auf dem Gewissen haben”. Baron da Costa lebt in Goigreen (Grossbritannien) und bemüht sich, die Leiden der Opfer von Verbrechen gegen den Frieden und gegen die Menschlichkeit zu lindern. Auch die Erkenntnisse, die sich unmittelbar aus Kontak- Impresor: Dublé Almeyda 13G8 ten mit Kriegsverbrechern ergäben, könnten helfen, Gesetze zu schaffen und auch ein Bewusstsein zu entwickeln, das künftige Verbrechen dieser Art verhüte, meinte er: “Vorbeugen ist besser als heilen.” Der Baron will vor allem die junge Generation zur Verbrechensbekämpfung ermuntern. Fürst Borghese soll Neofaschisten auf Korfu ausbilden Der wegen eines mutmasslichen Staatsstreichs in Italien gesuchte Fürst Junio Valerio Borghese (65) bildet angeblich auf der griechischen Insel Korfu Neofaschisten zum bewaffneten Kampf aus. Wie das italienische Nachrichtenmagazin “Panorama” berichtete, wurde der seit Anfang 1971 flüchtige Führer der rechtsradikalen Organisation “Nationale Front” in Athen und später auf Korfu gesehen. In letzter Zeit sei aufgefallen, dass immer wieder grössere Gruppen junger Mitglieder der neofaschistischen Italienischen Sozialbewegung MSI und der rechtsradikalen Organisation “Ordine Nuovo” (Neue Ordnung) nach Korfu pilgerten. Hier wurden sie in Lagern von Borghese und griechischen Militärs ausgebildet. Ehemaliger Nazikollabora. teur von Frankreich begnadigt Ein lange geheim gehaltener Gnadenakt des französichen Staatspräsidenten Pompidou hat unter den ehemaligen Mitgliedern der Résistance Empörung ausgelöst. Die Gemüter erregen sich darüber, dass Pompidou in Briefen an den bolivianischen Staatspräsidenten Banzer die Auslieferung von Klaus Barbie, der unter dem Namen Klaus Altmann in Bolivien lebt, fordert, gleichzeitig aber den wegen Hochverrats zweimal zum Tode verurteilten Nazikollaborateur Paul. Touvier amnestiert hat. Touvier war im Zweiten Weltkrieg Regionalchef der Vichy-Miliz von Lyon, die als Helfershelfer der Gestapo galt. Nach Kriegsende tauchte er unter und wurde in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Frans Masereel Zum Tode von Frans Masereel Vor einigen Wochen ging durch die Zeitungen die Nachricht, dass der flämische Graphiker und Maler Frans Masereel im Alter von 82 Jahren in Südfrankreich gestorben ist. Seine grosse Zeit war die nach dem ersten Weltkriege, die Epoche des Expressionismus in Literatur und Kunst; damals illustrierte er mit ausdrucksvollen Holzschnitten die Werke seiner Freunde, der pazifistischen Dichter Romain Rolland, Georges Duhamel, Henri Barbusse und Stefan Zweig. Sein Werk (“Mein Stundenbuch”, 1919; “Geschichte ohne Worte, ein Roman in Bildern”, 1919/20; “Passion eines Menschen”, 1921; “Jugend”, 1948; “Die apokalytischen Reiter’, 1951) geisselt gesellschaftliche Misstände und ist voll des Glaubens an eine bessere und menschlichere Zukunft. Damals lebte wieder die Kunst des Holzschnitts. Wie Plakat und Lithographie diente der Holzschnitt als Massenmedium der Propaganda in einer aufgewühlten Zeit — darin vergleichbar der unerreichten früheren Blüte des Holzschnitts vor und in der Zeit der Reformation, als der junge Albrecht Dürer mit der Holzschnittfolge der “Apokalypse” (vor allem durch das immer wieder, auch von Masereel aufgenommene Thema der “apokalyptischen Reiter”) als Graphiker international berühmt wurde. Für uns junge Zionisten bedeutete das graphische Werk Masereels, wie das von Käthe Kollwitz und anderen gleichgesinnten Künstlern, in der Sprache der Kunst den Ruf zur Schaffung einer “Vita Nuova”, eines neuen sozialen und humanen Lebens in Erez Israel. Masereel hat seine Zeit überlebt. Am Tage der Nachricht von seinem Tode trafen Kataloge des Werks eines anerkannten jüngeren deutschen Künstlers, Horst Antes, ein, der 1936, also etwa 50 Jahre nach Masereel, geboren ist. Seine Bilder sind für die jetzige Zeit wohl ebenso typisch wie die Masereels für die nach dem Ersten Weltkriege. Es ist eine verschlüsselte Kunst, erinnernd an manieristische Schöpfungen des 17. Jahrhunderts, etwa an Köpfe Giuseppe Arcimboldis, des Lieblingsmalers des Kaisers Rudolf II. Weg von dieser surrealistischen, nur dem Eingeweihten verständlichen Geheimkunst der heutigen Zeit sehnen wir uns zurück in die im besten Sinne populäre, wenn auch manchmal etwas zu pathetische Kunst eines Masereel. HEINRICH STRAUSS (“M.B.” Tel-Aviv) FUER IHRE NAECHSTE REISE innerhalb Chiles oder nach EUROPA, VER. STAATEN etc. haben wir SPEZIALOFFERTEN Verlangen Sie Vorschlaege und kostenlose, unverbindliche Ausarbeitung eines Reiseplanes ES LOHNT SICH antes "Gondrand Turismo" Santiago Valparaíso Agustinas 1049 Prat 725 Oi. 205 TeL 82662/3 TeL 57149 Casilla 2932 Casilla 220-V PEDICURO "LUSTIG" CASA CENTRAL SANTIAGO SUC. VISTA DEL MAR San Antonio 510, Plaza de Viña del Mar 172 Of. 203, 2' piso Of. 10, Entrepiso Fono 33902 Edificio El Escorial Fono 883958 KINESIOLOGIA — ORTOPEDIA MANICURE: DAMAS CABALLEROS DEPILACION A LA CERA