Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXIV (1972)
- Issue
- 4 (4.1972)
- Date
- 1972-04-01
- Page
- Seite 22 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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22 ABBE. 1972 Jüdische Juristen in Deutschland eine Veröfentlichung in “Recht und Politik”, Oktober 1971, von Rechtsanwalt Dr. Robert M. W. Kempner Das Thema jüdische Juristen in Deutschland ist bisher noch wenig erforscht worden, abgesehen von einigen Monographien über den Ausschluss der jüdischen Juristen nach 1933. In dem vorliegenden Aufsatz schildert Dr. M. W. Kempner die hundertjährige Symbiose Deutschlands mit den jüdischen Juristen von 1843 bis 1933. Die Namen grosser jüdischer Staatsmänner, Parlamentarier, Beamten, Richter und RechtsanwSlte, die als deutsche Juristen und Juden im Staatsleben und als Hochschullehrer entscheidend am Aufbau des alten deutschen Reiches und der Weimarer Republik mitgewirkt haben, werden dem Leser vorgestellt. Nach einer Schilderung über die Vertreibung der jüdischen Juristen aus dem deutschen Rechtsleben behandelt Kempner die Frage: Was geschah nach dem Kriegsende 1945? Interessant ist die Schilderung über die Rückkehr einer Reihe jüdischer Juristen aus dem Exil, die in der Bundesrepublik wichtige Funktionen ausführten. Man denke an den langjährigen Ensten Bürgermeister der Hansestadt Hamburg, Dr. Herbert Weichmann, an den Justizminister des Landes Nordrhein- Westfalen, Dr. Josef Neuberger, an die Botschafter Ernst Oppier und Werner Preiser sowie eine Reihe jüdischer Richter, die von den Länderjustizverwaltungen, z. B. in Berlin, Frankfurt, Düsseldorf und Köln meist an Oberlandesgerichten wieder eingestellt wurden. Viele von ihnen sind inzwischen pensioniert worden. Der Verfasser gelangt zu dem traurigen Fazit, dass es junge jüdische Juristen mit ganz wenigen Ausnahmen in Deutschland nicht mehr gibt, auch die Zahl der zurückgekehrten jüdischen Anwälte vermindert sich ständig, ohne dass Nachwuchs vorhanden ist. Die wichtige Rolle der zurüekgekehrten jüdischen Juristen, die zusammen mit ihren nicht-jüdischen Kollegen die Durchführung der Wiedergutmachung und Entschädigungsgesetzgebung in der Bundesrepublik überhaupt erst ermöglicht haben, wird besonders hervorgehoben. In diesem Zusammenhang wird auch die hervorragende Rolle der United Restitution Organisation und des Zentralrats der Juden in Deutschland mit seinem ausgezeichneten Generalsekretär und Juristen Dr. H.G. van Dam hervorgehoben. (“Deutschland-Berichte”) Ben-Horin über deutsch-arabische Beziehungen und deutsch-israelisches Verhältnis Zu Frage der Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den arabischen Staaten erklärte der israelische Botschafter in Bonn, Elyashiv Ben-Horin, vor der Düsseldorfer Ratstagung des Zentralrats der Juden in Deutschland: “Die arabischen Regierungen werden sich für diesen Schritt entscheiden, weil und wenn sie finden, dass er im eigenen arabischen Interesse ist, und nicht etwa, wenn man sie wissen lässt, wieviel der Bundesrepublik daran liegt.”. Zum Akt der Wiederaufnahme als solchem habe Israel nichts zu sagen. Es sei nicht Israel gewesen, das den Abbruch der Beziehungen seitens der Arabischen Liga befürwortet habe, und es sei nicht Israel, das gegen die Wiederaufnahme etwas einwende, solange Israels Beziehungen und InteresAm nicht berührt würden “In diesem Zusammenhang haben wir mit Interesse von wiederholten Regierungserklärungen aus Bonn Kenntnis genommen, aus denen hervorgeht, dass Bonn sich auf keine Vorbedingungen irgendwelcher Natur einlassen wird. Dies ist gut. Wir alle können uns jedoch darauf verlassen, dass arabische Regierungen Wünsche und Erwartungen zum Ausdruck bringen, welche zwar .vielleicht nicht als Vorbedingungen formuliert, in der Tat aber nicht weit davon entfernt sind. Der arabische Wunsch nach politischer Stellungnahme in Bonn zu Themen, die Israel, seinen Frieden und seine Sicherheit betreffen, ob öffentlich oder auf anderem Wege, kommt einer Vorbedingung recht nahe, besonders wenn er im Zuge der Gespräche zur Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen vorgebracht wird”. Hinsichtlich des Verhältnisse zwischen Bonn und Jerusalem sagte der Botschafter, dass sich dies in der Sache und im Inhalt laufend vorwärts entwickle. Das in früheren Jahren Errichte sei erhalten geblieben, und man habe hier und da auch etwas Neuland betreten. Israel begrüsse es auch, dass sich in zunehmendem Masse politisch interessierte und qualifizierte Persönlichkeiten und Gruppen mit Israels Problemen an Ort und Stelle vertraut machen. „ Es glaube jedoch nicht, dass es richtig wäre, auch nicht den Arabern oder anderen gegenüber, wenn in bezug auf dieses Verhältnis aus Rücksicht auf irgendjemanden irgendwo leisegetreten würde, erklärte Ben-Horin und schloss: “Ich bin zuversichtlich, dass dies nicht geschehen wird. Es kommt auch darauf an, dass in der Öffentlichkeit der Anschein eines solchen Leisetretens nicht erweckt wird”. Impresor: Dublé Almeyda 1368 AUS ALLER WELT ECUADOR Ben-Gurion-Wald in den Anden Eine der ungewöhnlichsten Ehrungen des Grand Old Man Ben Gurion ist der geplante Wald auf seinen Namen in der Provinz Loja in Ecuador, der dort von der jüdischen Gemeinschaft des Landes gepflanzt werden soll. Die ersten Setzlinge, Vorläufer von 50.000, wurden in einer Zeremonie gesetzt. Zugleich mit der Ehrung Ben Gurions soll der Republik Ecuador der Dank der jüdischen Bevölkerung dafür ausgesprochen werden, dass es Flüchtlinge in der Zeit der Katastrophe aufgenommen hat. Der Wald bezeichnet daneben einen ersten praktischen Schritt in der Bodenurbarmachung eines unfruchtbaren Gebietes durch Aufforstung nach bewährtem israelischen Muster. TÜRKEI Todesurteile für die Mörder von Konsul Eirom Ein Militärgericht in Istanbul hat jetzt die Urteile gefällt gegen Angehörige der linksextremen türkischen “Volksbefreiungsarmee”, die der Teilnahme an der Entführung und Ermordung des israelischen Konsuls Ephraim Eirom im Juni 1971 angeklagt waren. Das Gericht sprach fünf Todesurteile aus gegen zwei Männer und drei Studentinnen, welch letzteren Strafe in lebenslanges Gefängnis umgewandelt wurde. Sie wurden schuldig befunden des Versuchs des gewaltsamen Bruchs der Verfassung, der Entführung und des Mordes sowie anderer terroristischer Gewalttaten. Eine weitere Angeklagte, eine 30jährige Krankenschwester, erhielt eine Strafe von zehn Monaten wegen Gewährung von Unterschlupf an einige der Delinquenten. Vier weitere Beschuldigte sind freigesprochen worden. Den drei Hauptangeklagten, Mahir Cayan, Ulas Bardakci und Ziya Yilmaz, gelang es anfangs Dezember, aus dem Gefängnis zu entweichen, und bis heute konnte man ihrer noch nicht habhaft werden. SCHWEDEN “Nelly-Sachs-Appartement” in der Königlichen Bibliothek In Stockholm, wo Nelly Sachs im September 1970 verschied, wurden ihr in der Königlichen Bibliothek zwei Gedenkräume eingerichtet. Die Bibliothek hat nämlich nach dem Tode der berühmten, mit dem Nobel-Preis ausgezeichneten Dichterin deren Archiv, Bücher und Möbel übernommen und nun aus diesen Gegenständen in zwei kleinen Räumen eine Kopie der einstigen Wohnung von Nelly Sachs zusammengestellt. Bei der Einweihung sagte Ministerpräsident Olof Palme: “Sie kam aus einem anderen Land. Ich bin froh, dass die Dichtkunst von Nelly Sachs — die, wie so manche Leute, bei uns eine Zuflucht gefunden hat — hier ihren Höhepunkt erreichte.” ARGENTINIEN Pro-arabische Organisationen nehmen ihre Tätigkeit auf Die Arabische Liga in Lateinamerika, deren Sitz in Buenos Aires von Jussuf Bandek geleitet wird, ist der Gründung zweier proarabischer Organisationen Pate gestanden: der Argentinischen Bewegung für die Befreiung Palästinas und dem Justicialista-Komitee für ein freies Palästina, einer peronistischen Gruppe. Diese Neugründungen fielen mit dem Erscheinen anti-israelischer Inserate und offener Briefe in der argentinischen Presse zusammen. Das Justicialista- Komitee, dessen Präsident ein Gewerkschaftsführer namens Andres Framini ist, belegte in La Razon, der bedeutendsten Abendzeitung von Buenos Aires, eine halbe Seite für einen offenen Brief, der heftige Attacken gegen die “heimtückischen Aktionen des Zionismus im Nahen Osten wie in Argentinien” enthielt. EIN JUDE IN HOHEM OFFIZIERSRANG Stabschef des indischen Ostkommandos, das in Bangla Desh operierte, ist Generalmajor J. F. R. Jacob, ein Jude. Jacob trat noch unter der britischen Herrschaft in die indische Armee ein und diente seither als Berufssoldat. Obschon die jüdische Bevölkerung Indiens durch Auswanderung nach Israel ständig zurückgegangen ist und heute nur noch etwa zehntausend beträgt, ist die Stellung von General Jacob als hoher Offizier nicht einmalig. Es gibt eine Reihe von Juden in höheren Rängen der indischen Armee, so Admiral Benjamin Abraham Samson und den Justizoffizier der Marine Ellis Jhirad. Diese beiden sind Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft Bne Israel. Das Bekanntwerden der Tatsache, dass ein Jude Generalstabschef der Ostarmee ist, dürfte jenen pakistanischen Kreisen zusätzliche Propagandamunition liefern, die behaupten, der Krieg in Bengalen sei eine jüdischzionistische Verschwörung, und mit dieser These die moslemische Solidarität anzurufen versuchen. Wobei allerdings immer wieder unterschlagen wird, dass die in ihrem Unabhängigkeitsstreben von Indien unterstützte Bevölkerung von Ostpakistan ebenfalls moslemisch ist und dass die indische Regierung nach wie vor Israel gegenüber negativ eingestellt ist. RUMÄNIEN Neuauflage des Werke» von Oberrabbiner Dr. Moses Rosen Die 5000 Exemplare der ersten Ausgabe des Buches “In lumina Torei” von Oberrabbiner Dr. Moses Rosen, die vor etwa einem Monat herauskamen, sind bereits vergriffen. Auf Ansuchen der Föderation der jüdischen Gemeinden in Rumänien wurde von den offiziellen Stellen die Erlaubnis zu einer Neuauflage erteilt. Die 3000 Exemplare dieser zweiten Auflage sollen demnächst in den Verkauf gelangen. — Eebenfalls genehmigt wurde die Herausgabe der englischen Übersetzung des Buches in 10.000 Exemplaren. SOWJETUNION Literarischer Artikel bringt neue Tonart zum Seehstagekrieg Einen Einblick in die Ansichten einiger sowjetischer offizieller Kreise zum Nahostkonflikt zeigt eine dokumentarische Abhandlung, die in der Moskauer literarischen Zeitschrift “Znamia” veröffentlicht worden ist. Unter dem Titel “Vom Auftreten der Geschäftsleute” schreibt Igor Beljajew, ein früherer sowjetischer Geheimdienstbeamter und Mitglied des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei, über den Sechstagekrieg. Während dieser Zeit war er Korrespondent der Prawda in Kairo. Nach seiner Darstellung sei der Krieg 1967 als Folge der Machinationen des Israelischen Geheimdienstes ausgebrochen, die den damaligen ägyptischen Präsidenten Nasser, einen “Anhänger des Friedens”, provoziert hätten. Seine Darstellungen reflektieren die Meinung offizieller Sowjetkre'ise, wonach der arabisch-israelische Konflikt ihnen aus der Hand geglitten sei und so dessen Zweckmässigkeit für die russische Politik habe zu Schaden kommen lassen. Der Autor schreibt wörtlich, dass es “niemandem erlaubt »ein werde, den Staat Israel zu zerstören, der mit vereinten Kräften vieler Staaten geschaffen worden ist”. In Anbetracht der Persönlichkeit Beljajews als Sprecher in nahöstlichen Fragen — 1967 publizierte er in der Prawda die schärfste Verurteilung arabischen militärischen Un-. genüngens — ist sein Artikel ein interessantes Indiz für die vorherrschende — doch bisher nicht ausgesprochene Änderung in der Haltung of-, fizieller sowjetischer Stellen.