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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1972-04-01 · 4 (4.1972) · p. Seite 15

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXIV (1972)
Issue
4 (4.1972)
Date
1972-04-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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ABRIL 1972 15 Deutschprachiger Teil des INFORMATIVO 'ííílííííiííííÁí Die EWG und Israel Uneingeschränkte Unterstützung der Forderung Israels, in die EWG affiliert zu werden, druckte Walter Behrendt, Präsident des Europäischen Parlaments auf einem Festessen aus, das der Vorsitzende der “Knesseth”, Reuwen Barkatt, für ihn gab. Behrendt sagte: “Eine Einmischung der EWG-Länder in die Angelegenheiten des Mittleren Ostens ist weder erwünscht noch effektiv. Nur die beteiligten Parteien allein können zu einem Frieden gelangen, wenn man darunter einen dauerhaften Frieden und nicht eine den beiden Parteien gegen ihren Willen aufgezwungene Zwangslösung versteht”. Er hob ferner hervor, dass der mangelnde Frieden im MO-Raum auch direkt Europa angehe, da eine militärische Konfrontation auch auf Europa umzuschlagen droht. Nur eine ausgeglichene Politik des Europäischen Parlaments sei angetan, zur Herstellung des Friedens im Raumen beizutragem. Das weise Auge des Rabbi Bundeskanzler Brandt über das deutsch-israelische Verhältnis israelische Verhältnis Bundeskanzler Willy Brandt gab der “Tribüne” — Zeitschrift zum Verständnis des Judentums — anlässlich ihres 10jährigen Bestehens folgende Erklärungen ab die wir mit freundlicher Genehmigung auszugsweise bringen. “Ich bin sicher, dass die Wiederaufnahme der Beziehungen mit den arabischen Staaten, die 1965 die Beziehungen abgebrochen haben, keinen negativen Einfluss auf das deutsch-israelische Verhältnis haben wird. Genauso, wie die Aufnahme der Beziehungen zwischen Bundesrepublik und Israel sich damals nicht gegen die arabischen Staaten richtete, wird auch die Wiederaufnahme der Beziehungen mit arabischen Staaten nicht als gegen Israel gerichtet aufgefasst werden dürfen. Wir streben gute Beziehungen zu allen Staaten der Welt an, die ihrerseits bereit sind, gute Beziehungen zu uns zu unterhalten. Vielleicht wird die Normalisierung unserer Beziehungen zu diesen arabischen Staaten dazu beitragen, dass wir uns stärker, als es bisher möglich war, an den Bemühungen um einen Frieden im Nahen Osten beteiligen können. ISRAEL Die Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und Israel haben sich besonders nach der Aufnahme diplomatischer Beziehungen im Jahre 1965 gut entwickelt, und beide Seiten arbeiten beständig an der weiteren Verbesserung dieser Beziehungen. Ich erinnere an den Besuch des israelischen Aussenministers Abba Eban in Bonn im Jahre 1970 und den Besuch des Bundesaussenministers in Israel im vergangenen Jahr. Es geht einmal um die Kriterien, die man ganz allgemein beim Verhältnis zwischen zwei Staaten zugrunde legt. Aber es wäre weltfremd und moralisch unhaltbar, nicht auch jene speziellen Fragen zu beachten, die das deutsch-israelische Verhältnis bestimmten. Hierauf habe ich in dem von Ihnen zitierten Interview hingewiesen. Die Nahost-Resolution des Sicherheitsrates ist Ende 1967 nach sehr langen und schwierigen Verhandlungen zustande gekommen und hat eine sehr breite Unterstützung gefunden. Die Resolution konnte nach Lage der Dinge keine fertige Lösung sein, aber sie bildet auch heute noch die einzige breite Basis für Bemühungen um den Frieden in Nahost. Deshalb hat sich auch die Bundesregierung die in dieser Resolution enthaltenen Grundsätze und Leitlinien zu eigen gemacht. DIE EINLADUNG VON GOLDA MEIR Ich weiss noch nicht, wann es zu dem Besuch kommen wir, zu dem Frau Meir mich eingeladen hat. Aber es wrd ja auch nicht mein erster Besuch in Israel sein, denn ich war dort schon im Herbst 1960, damals als Regierender Bürgermeister von Berlin und Präsident des Deutschen Städtetages. Die besondere Problematik, die einem Deutschen in politischer Verantwortung begegnet, war und ist mir wohl bewusst. Ich möchte dazu beitragen, die Schatten der Vergangenheit ein weiteres Stück zu überwinden und die Beziehungen zwischen den beiden Staaten, nicht zuletzt aber auch zwischen den Menschen, zu verbessern. Ich denk dabei vor allem an die jungen Menschen in Israel und Deutschland, deren Blick auf die Zukunft gerichtet sein sollte, ohne dass sie die Lehren der Vergangenheit in den Wind schlagen. Ich möchte allerdings auch noch einmal betonen, wie sehr der deutschen Politik daran gelegen sein muss, im Rahmen ihrer begrenzten Möglichkeiten auf eine Friedensordnung im Nahen Osten mit hinzuwirken. (Jüdischer Presse-Dienst) Im “Informationsbulletin der Jüdischen Gemeinden erschien die nachstehende Uebersetzung eines Artikels des Brünner Abendblattes “Bnnensky Veeernik”, gezeichnet von Eva Dobsikovä: “Das jüdische Viertel von Nikolsburg zählte in der Zeit, wo es den dortigen Juden verhältnismässig gut ging, 150 Seelen. Während der Nazibesetzung wurde die jüdische Bevölkerung bis auf einzelne Angehörige von vier Familien ausgerottet. Nicht einmal das weise Auge des Rabbi, das seit den Zeiten Kaiser Franz I. über dem Portal des Schlosses hing, nach dem Willen der Herrschaft aus dem Geschlechte der Dietrichsteins, in deren Besitz die dortige Gegend seit 1575 stand, als Warnung für die Juden, im Sinne der Juden aber als ein Symbol der Weisheit des Rabbi und seiner Liebe zu seinem Volke, hielt den Blick auf die Leiden seiner Glaubensgenossen während der Nazizeit aus. Der greise Rabbi wollte seine Brüder vor dem Zorne der abergläubischen, vom Kaiser gegen die Juden auf gehetzten Volksmassen retten. Der Kaiser hatte gedroht, er würde die ganze Judenstadt dem Erdboden gleichmachen und ihre Bewohner töten lassen, falls sich der Täter — es ging um eine Tat, die man den Juden anlastete, die aber kein) Jude begangen hatte — nicht freiwillig melden würde. Der Rabbi nahm die vermeintliche Schuld freiwillig auf sich. Es geshah nach dem Willen des Kaisers: Der Greis wurde als Warnung für alle Juden exemplarisch bestraft, der Scharfrichter stach ihm ein Auge aus. Es wurde über dem Schlossportal befestigt und sah Jahrhunderte lang auf Glück und Elend der Menschen aus jüdischem Stamme. Während der Nazibesatzung verschwand ea zugleich mit den jüdischen Einwohnern der Stadt, mit ihren Wohnungen, ihren Gebeten, mit ihren Liedern und ihren Sehnsüchten. Es blieben nur die weissen Grabsteine, die sich auf dem längst verlassenen Friedhof im Laufe der Jahrhunderte anhäuften. Wird jemand bei dem Grabe des Rabbi Halt machen? Wird jemand nach altem jüdischem Brauch ein Sternchen auf das Grab legen? Ja. Jemand blieb stehen, jemand legte ein Steinchen hin. Im Spätsommer des vorigen Jahres sah man einen ergrauten, gebeugten gutgekleideten Mann über den Friedhof gehen. Er ging schweigend, in der Hand eine einzige Rose haltend. Lange suchte er das richtige Grab, dann legte er die Rose auf den Grabstein des Rabbi. Dort stand er lange in Gedanken versunken und legte ein kleines Steinchen neben die Rose. Dann machte er einen Gang durch die Stadt, schritt um die Schlossmauer herum und still wie er gekommen war, verschwand er wieder, weit weit nach Uebersee. Niemand weiss, dass dies der kleine, magere, schwächliche Beda Sax aus dem kleinen Laden im jüdischen Viertel war, der so leidenschaftlich gern unterhalb des Schlosses mit den Kindern spielte.. Herr Sax hat heute Geld genug, aber nicht einen einzigen Kameraden. Weit weg von hier verbringt Beda Sax seinen Lebensabend, aber die Gegend seiner Kindheit blieb in seinem Blut, so wie die weissen Grabsteine seiner Eltern, seiner Schwestern und seiner Freunde in seinem Herzen verhaftet blieben, so wie der Grabstein, den er bis aus dem Lande des Kolumbus suchen kam, um sich zu überzeugen, dass er ihn ausserhalb seines Herzens nie und nimmer linden könne.” Max Wetzte» & Sohn Av. M. Montt 2656 Fono 43379 Neubeziehen und Umarbeitungen Modernste importierte Besugsstoffe u. Inletts Parkas Acolchadas de Nylon Schlafsaecke Komme einmal im Monat nach Viña u. nehme Auftraege entgegen. Die neuen, kürzlich erschienenen Briefmarken der israelischen Post sind nach Entwürfen von N. Faraj und E. Rivkind geschaffen worden. Die vier Werte, 15, 18, 20 und 40 Agorot, stellen verschiedene Bildungsstufen dar, Grundausbildung (symbolisiert durch das Alef Bet), Mittelschule (Formeln), technische und handwerkliche Ausbildung (Werkzeuge) und Hochschule (symbolisiert durch die verschiedene akademische Grade).

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