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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1972-03-01 · 3 (3.1972) · p. Seite 18

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXIV (1972)
Issue
3 (3.1972)
Date
1972-03-01
Page
Seite 18 (sequence 18)
Language
German
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18 BOLETIN INFORMATIVO MARZO 19725 (Photo EMKA Ltd., Jerusalem/Dukas) Der monumentale Eingang des neuen Jerusalemer Theaters. JERUSALEMS NEUES THEATER Jerusalems eher spaerliches Kulturleben wird um eine imposante Attraktion reicher: In einer feierlichen Zeremonie konnte das erste Thaetergebaeude der Hauptstadt Israels, das sogenannte Sherover-Theater, eröffnet werden. Entsprechend dem Stadtcharakter mit seinen aus den Hügeln und Felsen wachsenden, gelblichen Steinbauten sollte sich auch das neue Kulturzentrum auf natürliche Weise mit der umliegenden Landschaft vereinen. Uber das Gelingen dieses Vorhabens scheiden sich die Geister. Von aussen gleicht der Bau einer massiven Festung und weist als Hauptkomponenten einen imposanten Bühnenturm und zwei fensterlose Flügel auf, die, wohl an Anlehnung an geologische Gesteinsschichten, unregelmaessige schwarze Baenderverzierungen durchziehen. Die Kombination von Beton und sogenanntem poliertem Jerusalem-Stein tragen eher zum Kolossaleffekt des Baues bei, trotz der für dieses Material ungewohnten Rundungen an den Flügeln und am Turm. Zur einzigen, mundaehnlichen Öffnung an der Frontseite, dem Eingang, gelangt man über eine terrassierte, steinbelegte Piazza. Eine Betonskulptur auf dem Platz, die sich in zwei weiteren Werken desselben Künstlers (Y. Shemi) über der Türe und im Inneren fortsetzt, geleitet den Besucher ins Foyer. Das Innere bildet trotz seiner Zweckmaessigkeit einen angenehmen Kontrast zu dem weniger “schoenen” Aeusseren. Von der Eingangshalle gelangt man links und rechts über einige Stufen zu den anderen Foyer-Plattformen, die mit den weichen, tiefroten Teppichen und farbigen Sitzgelegenheiten bereits Theateratmosphaere ausstrahlen. Der Zuschauerraum ist auf einem Niveau, ohne Raenge, konzipiert und weist auf 730 Quadratmetern knapp 1000 Sitze auf. Der Stolz der Stadtverwaltung und der Erbauer ist die Bühne, die als die modernste des Landes gilt. Sie enthaelt all die ausgeklügelten und automatisierten Maschinerien und Anlagen, mit denen sich heute die Theater in aller Welt auszustechen suchen. Modem ausgestattet sind auch die Garderoben für Künstler und Musiker, Probesaele und Werkstaetten. Soweit das Gebaeude, die aeussere Hülle des Theaters. Aber Theater ist ja nicht bloss ein Bau, eine Schale, es wird von Menschen gebildet, von Schauspielern, Regisseuren und Musikern. Und damit beginnen die Fragezeichen, was das Jerusalemer Theater betrifft. Heute, nach der Eröffnung, ist auch der Bau an und für sich noch weit davon entfernt, “spielfertig” zu sein. Frei nach Busch koennte man ungefaehr sagen. “Ein Theater bauen ist nicht schwer,- es zu benutzen, dagegen sehr”. Die Erklaerung Teddy Kolleks, das Sherover Theater werde, nach dem Vorbild vieler internationaler Bühnen, kein eigenes Ensemble besitzen, ist wohl eher ein “faute de mieux”. Da kommt die Bemerkung des künstlerischen Beraters Hy Kalus, dass die Bildung einer staendigen Truppe noch für laengere Zeit verfrüht sei, der Wahrheit schon naeher. Tatsaechlich gibt es in Israel praktisch keine jungen, gut ausgebildeten Schauspieler. Bestimmt fehlt es nicht an Talenten, jedoch an Geld, diese im Lande auszubilden. Begabungen sind gezwungen, im Ausland zu lernen, und bauen sich dann auch eine Karriere fern der Heimat auf. Es ist bestimmt lobenswert, aufwendige und technisch perfekte Theater gebaeude zu schaffen. Und Jérusalem kann sich glücklich schaetzen, in Miles Sherover einen so gosszügigen Spender gefunden zu haben (3,5 Millionen des 10-Millionen-Baues stammen aus seiner Hand). Trotzdem ist die Hauptstadt Israels noch weit davon entfernt, ein wirkliches Theater zu besitzen. Maya Zehnder (Dukas) DR. JOSE EROIMOVICH Especialista Vejez iTWlli Balnea 177 — Dep. MS TeUfene «717« LEGITIME BIGAMIE Der Jahrgang 1971 der amtlichen Sammlung von Entscheidungen des Obersten Gerichts beginnt mit einem 46 Druckseiten füllenden Grundsatzurteil zur Frage, ob die Befugnis der Oberrabbiner von Israel, einem verheirateten Juden die Schliessung einer zweiten Ehe zu gestatten, nur für den Fall der Verschollenheit und Geisteskrankkeit verliehen ist, oder auch für andere Faelle. Das Gesetz bestimmt, kurz gesgt, dass ein verheirateter Jude, der in Israel eine zweite Frau heiratet, nicht wegen Bigamie bestraft wird, wenn er zuvor durch endgültiges Urteil eines Rabbinatsgerichts eine Heiratserlaubnis erhalten hat und das Urteil von den zwei Oberrabbinern von Israel bestaetigt worden ist. Im Jahre 1963 war entschieden worden, dass diese Vorschrift den zwei Oberrabbinern nicht die Befugnis verleihe, einem Juden die Ehe mit einer zweiten Frau mit der Begründung zu gestatten, dass er seine erste, gleichfalls jüdische Frau, nur zivil geheiratet habe. Damals, 1963, ging die Mehrheit des Gerichts davon aus, dass die erwaehnte Befugnis der Oberrabbiner trotz des unbeschraenkten Wortlauts durch den Zweck des Bigamie-Gesetzes beschraenkt sei und dass sie nur ausgeübt werden dürfe, wenn objektive Gründe, wie vor allem Verschollenheit oder Geisteskrankheit der Frau, eine Ehescheidung durch Uebergabe des Scheidebriefes unmöglich machen. Nun kam ein neuer Fall: Eine Ehe war vollkommen zerrüttet, schon seit 1957 leben die Ehegatten nicht mehr zusammen, aber die Frau will den Scheidebrief nicht annehmen, und durch diese Weigerung dem Mann Schwierigkeiten machen. Da entschied das Oberste Rabbinatsgericht, dass der Mann für die Frau den Scheidebrief und einen Betrag von IL 12.000 zu hinterlegenhabe, und nachdem der Mann diese Anordnungen befolgt, die Frau aber die Annahme des Scheidebriefes weiter verweigert hatte, wurde dem Mann die Wiederheiratungserlaubnis erteilt und von den Oberrabbinern bestaetigt. Die Frau wandte sich ans Oberste Gericht und verlangte Ungültigkeitserklaerung dieser Bestaetigung. Nebenbei mag erwaehnt sein, dass gerade jetzt in Westdeutschland eine Reform des Scheidungsrechts im Gange ist, bei der auch angestrebt wird, dass in Zukunft die objektive Zerrüttung einer Ehe der wesentliche Scheidungsgrund sein soll). Richter Cohn vertrat den Standpunkt, dass eine unbeschraenkte Befugnis der Oberrabbiner, nach Belieben die Erlaubnis zum Heiraten einer zweiten Frau zu geben, das Bigamiegesetz praktisch aushöhlen und zugleich die ohnehin im jüdischen Eherecht bestehende Benachteiligung der Frau noch verschaerfen würde. Daher sei im gegebenen Falle die von den Oberrabinern gegebene Bestaetigung eine gesetzwidrige und u n g ü 1 tige Kompetenzüberschreitung. Die anderen vier Richter, und darunter auch ein Richter, der bei der Entscheidung im Jahre 1963 mitwirkte, kamen bei nochmaliger Prüfung der Materie zum Ergebnis, dass die 1963 zum Ausdruck gebrachte Annahme, die Wiederverheiratung könne nur in den beiden objektiv begründeten Faellen gestattet werden, irrig gewesen ist. Vielmehr ist das Gesetz so aufzufassen, dass der Gesetzgeber sich auf das pflichtgemaesse Ermessen der Oberrabbiner verlaesst, die daher Ausnahmen vom Verbot der Bigamie bestaetigen können, soweit solche Ausnahmen mit der überlieferten und bis heute entwickelten jüdischen Rechtsuebung vereinbar sind. Demgemaess lehnte das Oberste Gericht ab, die Wiederverheiratungserlaubnis, die der Mann erhalten hatte, für unwirksam zu erklaeren. Dr. F. S. PERELES ("M. B." . Tel-Aviv) Daunendecken Neubeziehen und Ausbestern cewie alle Federarbeiten ln bester Ausfuehrung uebernlmmt Frau Ilse Philipp LINCOYAN 862, altos Ecke Av. Italia & Yrarräzaval Yrarräzaval Hoehe 700 Importierte Stoffe und Inlett fuer Daunendecken am Lager TELEFON 498322 Bettwaesche-Auss teuer Max Wetzstein 6c Sohn Ar. M. Montt MM Fono 48179 Neubezlehen und Umarbeitungen Modernste Importierte BasagialoU« n. Ialtttt Parku Acolcktdai da Nylon Schlafiaocko Komme einmal im Monat nach Villa u. nahm* Auftraege entgegen. ELISA stets grösste Auswahl in Uniformen San Antonio 65 Fono 381900 REVOELKERUNGSZAHLEN Wie das statistische Zentralamt in Jerusalem mitteilt, zaehlt die Bevoelkerung Israels 3.062.000 Seelen. Davon sind 2.610.000 Juden und 452.000 Nichtjuden. Somit hat sich die Bevölkerung im Jahre 1971 um 84.000 Seelen vermehrt; davon sind 67.000 Juden und 17.000 Nichtjuden. 60 Prozent der 67.000 Juden sind auf natürlichen Bevölkerungszuwachs zurückzuführen. In der Tschechoslowakei leben nach Aussage des Informations-Bulletins der Jüdischen Gemeinde noch 10.000 Juden. Die Archive der jüdischen Gemeinden, soweit sie noch vorhanden sind, befinden sich in staatlichen Sammlungen. Kürzlich wurde ein Index von ca. 3.000 Orten angelegt, in denen früher jüdische Gemeinden bestanden oder überhaupt Juden lebten. In Jugoslawien leben nach letzten Meldungen 7.000 Juden. Früher zaehlte man dort 75.000 Juden. In Zagreb existiert ein jüdisches Altersheim und in Belgrad ein jüdischhistorisches Museum. Wie der Praesident der Jüdischen Gemeinde von Sofia, Herr Yitzhak Mosskuna, in einem Interview der I.T.A. mitteilte, leben in Bulgarien nur noch 5.000 Juden, hiervon 3.000 in Sofia. Der Praesident meinte, dass alle diejenigen, die nach Israel auswandern wollten, es bereits getan haben und keinen Einschraenkungen unterworfen waren. JUDEN IN ARGENTINIEN Die jüdische Bevölkerung ist waehrend der vergangenen 25 Jahre um etwa 75.000 Juden, hauptsaechlich durch natuerlichen Zuwachs, auf 475.000 angestiegen. Sie setzt sich aus 82 Prozent askenasischen und 18 Prozent sephardischen Juden zusammen. Die Jugend und die meisten Angehörigen der mittleren Altersgruppe wurden schon in Argentinien geboren. Die jiddische Sprache wird nach und nach durch die spanische verdraengt. Besonders in den kleineren Gemeinden ist die Assimilation erschreckend. In vielen dieser KleinStgemeinden gibt es bereits weder regelmaessige Gottesdienste noch Lehrer, noch irgendeine Form organisierten juedischen Lebens. Dagegen vermittelt das jüdische Leben in Buenos Aires mit einer jüdischen Bevölkerungszahl von 350.000 Seelen ein ganz anderes Bild. Eine Anzahl jüdischer Tagesschulen sowie jüdische Hochschulen, die den staatlichen Universitaeten gleichgestellt sind, verkörpern lebendiges Judentum. Die Gemeinden, zusammengefasst in der “Amia”, geben allein 40 Prozent ihres Gesamtbudgets für jüdische Schulen, Jugend- und Kulturarbeit aus. Die Emigration nach Israel wird für das Jahr 1972 mit 2.000 geschaetzt. PERFUMERIA ROSE LIRA. Monjilas 873 — Local 561 — Fono 381448

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