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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1972-01-01 · 1 (1.1972) · p. Seite 9

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXIV (1972)
Issue
1 (1.1972)
Date
1972-01-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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ENERO 1972 BOLETIN INFORMATIVO 9 Deu tschp rach i£ er Teil des INFORMATIVO ENTSCHAEDIGUNGSVORSCHUESSE FUER POST-19S3-EINW ANDERER Etwa 60.000 Einwanderer, die zwischen 1953 und 1965 nach Israel kamen, werden ab Dezember 1971 weitere Vorschuesse auf Rechnung von Entschaedigungen wegen Freiheitsberaubung waehrend des zweiten Weltkrieges in Hoehe von 1700,— bis 8500,— DM erhalten. Dies gab Regierungsdirektor Ernst Niesert bei einer Tagung von Rechtsanwaelten, die sich mit Fragen der Wiedergutmachung befassen, und die in Tel Aviv stattfand, bekannt. Diese Tagung wurde von dem Beauftragten fuer Entschaedigungsangelegenheiten beim Finanzministerium, J. Ortar, einberufen. Es handelt sich dabei um die dritte Vorauszahlung, die die Entschaedigungsberechtigten, die nach 1953 eingewandert sind, erhalten. Sie erfolgt aus einem eigens fuer diesen Zweck geschaffenen Fonds von 1,2 Milliarden DM. Bis jetzt sind durch zwei Vorauszahlungen 650 Mill. DM gezahlt worden. Bei der ersten Vorauszahlung erhielt jeder Berechtigte zwischen 500,— und 1000,— DM (1969), bei der zweiten Zahlung, Anfang 1971, erhielt jeder zwischen 2000,— und 10.000,— DM. Die Hoehe der Vorauszahlungen wurde vor allem nach der Dauer der Freiheitsberaubung festgesetzt. DIE FLAMMEN ROLLE IM MAERTYRERWALD Der israelische Bildhauer Nathan Rapoport hat im Mai im italienischen Staedtchen Pietrasanta nach fuenfjaehriger Vorbereitung und mehr als dreijaehriger Gussarbeit sein bedeutendstes Werk beendet: ein 9,5 m hohes und zwoelf Tonnen wiegendes, aus der Ferne wie eine Doppelsaeule aussehendes Bronzedenk m a 1 fuer die juedischen Opfer der nazistischen Verfolgungen. Das vom Bne-Brit-Orden in Auftrag gegebene Denkmal stellt die Geschichte des juedischen Volkes im Laufe von dreissig Jahren dar, in der Generation der Katastrophe und der Errichtung des Staates Israel bis zum Sechstagekrieg. Das Denkmal wurde inzwischen auf einem Berggipfel im Maertyrerwald im judaeischen Bergland in der Naehe von Jerusalem auf gestellt. Dieser Wald von vorlaeufig einer Million Baeumen wurde vom Juedischen Nationalfonds gepflanzt, und die Logen des Bne - Brit - Ordens spendeten dafuer eine Million Dollar zur Finanzierung der Forstarbeit. Das Denkmal stellt eine geschlossene, doppelte Rolle nach der Art einer Torarolle dar. Der eine Teil der Rolle zeigt die Katastrophe, der andere die Renaissance des Volkes. Der Mittelteil zwischen den beiden Saeulen, der den Zusammenhang bildet, ist der Hoffnung gewidmet. Die plastische Reliefdarstellung beginnt mit Janos Korczak, der die von ihm befuersorgten Waisenkinder in den Tod begleitet hat. Hierauf folgen Gestalten juedischer Muetter auf ihrem letzten Wege, Maenner, die hinter Stacheldrahtzaun Zwangsarbeit leisten, brennende Haeuser des Warschauer Gettos und Gestalten von Widerstandskaempfem und eine symbolische Darstellung Nazideutschlands als einer wilden Bestie. Demgegenueber gelangt die Vision Ezechiels der vertrockneten Gebeine zur Darstellung, der Fluechtlingsstrom und die illegale Einwanderung, die Erloesung und die Gestalt des Propheten Jesaia. Die Wiedererrich tung des Staates symbolisiert die Zurueckbringung des von Titus aus dem Heiligtum geraubten siebenarmigen Leuchters, der auch im Staatswappen stilisiert ist. Zur Charakterisierung des Sieges im Sechstagekrieg stellte Rapoport einen alten Juden und einen jungen Soldaten im Gebet an der Klagemauer dar. Trauernde Muetter beweinen die Opfer des Krieges, Fahnen tragende Gestalten und die die Klagemauer beschuetzenden Engel beten gemeinsam um Frieden. Die fuer Rapoport charakteristische Symbolik tritt hinter dem realistischen Stil des Kunstwerks etwas zurueck. In den langen Jahren der Vorbereitung hat sich das ursprüngliche Kon z e p t des Kuenstlers stark gewandelt. Um sich jedem Betrachter der „Flamme n r o 11 e“ auch in kuenftigen Generationen verstaendlich zu machen, wandte er sich schliesslich der fifurativen Darstellungswe i s e zu. Nathan Rapoport ist am 7. November 1911 in Warschau geboren, wo er juedische Schulen und die Kunstakademie besuchte und dem Haschomer Hazair angehoerte. Mit einem Stipendium konnte er seine Ausbildung in Italien und Frankreich fortsetzen. An der Pariser Kunsthochschule fand auch eine Ausstellung seiner Werke statt. In einem internationalen Wettbew erb errang er einen Preis. 1936 nach Polen zurueckgekehrt, stellte er eine Plastik „Tennis“ in einer Sportausstellung aus, die praemiiert wurde, waehrend man ihm vorschlug, sein Standbild als Repraesentanz polnischer Kunst zur Ausstellung der Olympiade nach Berlin zu senden. Da er dies als Jude wegen des in Deutschland herrschenden Naziregimes ablehnte, wurde ihm der Preis wieder entzogen. Nach kuerzerem Aufenthalt in Paris kehrte er 1938 wieder nach Polen zurueck, und nach Kriegsausbruch zog er in die Sowjetunion weiter. In Russland schuf er Denkmaeler und Portraetbuesten bedeutender russischer Wissenschafter und Kuenstler. Drei Jahre lang arbeitete er an dem Denkmal fuer die Gettokaempfer in Warschau. Es wurde im April 1948 zum fuenften Jahrestag des Gettoaufstandes eingeweiht. Ein Jahr nachher schur er ein Denkmal fuer die juedischen Widerstandskaempfer in Paris. 1949 wanderte er aus Paris kommend in Israel ein. Er schuf das Denkmal von Mordechai Anielewitz, das 1951 in Jad Mordechai enthuellt wurde, und 1953 das Denkmal fuer die Verteidiger von Negba. Seine naechste Arbeit war das Denkmal fuer Jad Lebanim in Beer Tuwja. Meir Faerber (Israelitisches Wochenblatt, Zuerich) DAS STANDBILD DER FLAMMENROLLE IM MAERTYRERWALD ÜÜÜ Ar y.-kV//.. r - Mm ■ ■ ■ MM;si» um i&öc i wurde ln Anwesenheit des Weltpraesidenten des Ordens Bne Brit Dr. William A. Wexler und Wuerdenlraegern der Bne Brit ln Israel und dem Ausland inoffiziell eingeweiht. Die offizielle Einweihung wird demnaechst staiifinden. Bei Eroeffnung der Feier sprach der Weltvorsitzende des Keren Kajemet Lejisrael, JACOB TSUR, dem Bildhauer Anerkennung fuer dessen grossartiges Werk aus, das er als „die Kroenung des Maertyrerwaldas" bezeichnete, sowie dem Bne Brit, der dieses Werk ermoeglicht und bisher ueber eine Million Baeume im Maertyrerwald gepflanzt hat. Jacob Tsur uebergab den Herren Wexler und Rappaport die Gedenkmuenze zum Siebzig-Jahr-Jubilaeum des Keren Kajemet. Dr. Wexler, der auch den Vorsitz bei der „Presidents' Conference" (der Repraesentanz der wichtigsten juedischen Organisationen in den Vereinigten Staaten) fuehrt, sieht voraus, dass die "Flammenrolle" nicht nur zu einem wichtigen Anziehungspunkt fuer Touristen werden wird, sondern auch grossen erzieherischen Wert fuer junge Juden Israels und der Diaspora hat, die zur Zeit der europaeischen Katastrophe noch nicht geboren waren und nie selbst erfuhren, was ein Leben ohne die Existenz des Staates Israel bedeutet. UNITED JEWISH APPEAL DURCH DIE WAEHRUNGSKRISE BEDROHT Die wirtschaftlichen und manetaere-i Schwierigkeiten, die in den Vereinigten Staaten zurzeit bestehen, scheinen sich auf die Resultate der Geldsammlungen für den United Jewish Appeal negativ auszuwirken. Der Vorsitzende des UJA, Edward Ginsberg, warnte daver, dass die ausseramerikanischen Programme, vor allem die Hilfe an Neueinwanderer in Israel, Gefahr laufen, infolge der verzögerten Eingaenge der Spenden gekürzt werden zu müssen. Die Exekutive des UJA will mit ihrer Warnung die Geldgeber zu einem beschleunigten Handeln veranlassen. Ginsberg wies in der Mitteilung an die verantwortlichen Leiter der Sammlungen, darauf hin, wie Israel wegen der hohen Verteidigungsausgaben nicht imstande sei, vitale humanitaere Aufgaben wie Absorptionszentren, Neubauten für Einwan derer und Schulungsprogramme im benötigten Ausipass selbst zu unterhalten. Genaue Zahlen über die vom UJA gesteckten Ziele sind nicht genannt worden. ANTIZIONISTISCHE RABBINERKONFERENZ Der Jahreskonvent der ultra-orthodoxen Union of Rabbis, die vom Satmarer Rebbe geführt wird, verlief in einer klar antizionistischen Atmosphaere. In der Hauptansprache von Rabbi Abraham Stein wurde der Zionismus als “ein grosses jüdisches Unglück” bezeichnet, indem Zionisten und ihr Staat “durch den Saekularismus und die Verachtung für die Religion aus dem jüdischen Leben ein Schlachthaus gemacht” haetten. Nun würde sogar der Versuch gemacht, die Unterscheidung zwischen Juden und Nichtjuden durch ein Statut zu verwischen, das sich anmasst, zu definieren, wer ein Jude sei. Rabbi Meiseis, der sich zur Frage der russischen Juden aeusserte, behauptete, dass man diese niemals haette ermutigen sollen, nach Israel auszuwandern, weil die Mehrheit von ihnen Kommunisten seien, die sowohl für die Frommen wie für die Liberalen im Lande “ein Unglück” seien. An der Rabbinerkonferenz, die in New York tagte, haben zwischen 5000 und 6000 Chassidim in ihrer orthodoxen Tracht teilgenommen.

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