Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXIV (1972)
- Issue
- 1 (1.1972)
- Date
- 1972-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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16 BOLETIN INFORMATIVO ENERO 1972 UMSCHAU TSCHECHOSLOWAKEI ' MANGEL AN GEBETBÜCHERN ln zwei aufeinanderfolgenden Ausgaben hat das Monatsbulletm der jüdischen Gemeinden in der CSSR, “Vestnik", an die Mitglieder den Aufruf erlassen, Gebetbücher, wo sie nicnt mehr gebraucht werden, einzusenden. Diese werden in funktionierenden Gemeinden dringend gebraucht, da zurzeit keine Neudrucke erstellt werden küi-T en. Nach einer Mitteilung nss Council of Jews fr am Czechoslovakia (CJC) sollen an einer Buchausstellung in Bratislava Bibeln und religiöse Literatur kürzlich von den Behörden zusammen mit angeblich pornographischen Büchern beschlagnahmt worden sein. Seit anfangs dieses Jahres wird das Gemeindeblatt “Vestnik” nur noch in reduzierter Zahl an jüdische Organisationen, Institutionen und Buchhandlungen in westlichen Laendern versandt; dies aus Kostengründen. Es ist anzunehmen, dass für diese Zwecke keine staatlichen Subsidien, die sonst für kulturelle Aufgaben gewaehrt werden, erhaeltlich sind. Anderseits hat die deutsche Minderheit im Lande, die nur wenig zahlreicher ist. als die jüdische, die Möglichkeit erhalten, für einige Jahre ihre Zeitung nunmehr wöchentlich herauszugeben. (CJC) SOWJETUNION Sacharcw setzt sich fuer Auswanderungsrecht ein In einem Offenen Brief an den Obersten Sowjet befürwortet der international bekannte rassische Physiker Andrej Eacharow, sich hierdurch bewusst exponierend, das Recht jedes Sowjetbürgers auf Auswanderung. Die Genehmigung, in ein anderes Land auszüwandem, sei eine wesentliche Vorausset z u n g fuer die geistige Freiheit aller und sehr bedeutsam fuer die weitere Demokratisierung des Landes. Der Brief ist vom 20. September datiert und vergangenen Sonntag in mehreren Abschriften westlichen Presservertretern in Moskau zuge- MONEDA 1037 Stefan Laskowitz « Joyero Ahumada 254 - Local 10 Fono 69464 kommen. Sacharow empfiehlt die Aufhebung des Gesetzes, nach dem der Versuch, aus der Sowjetunion zu fliehen, als Landesverrat bestraft werden kann. Er postuliert des weiteren eine Generalamnestie fuer alle wegen illegaler Auswanderungsversuche in Arbeitslagern oder Heilanstalten Inhaftierten. Unausgesprochen bezieht sich Sacharow eindeutig auf die Verfahren gegen juedische Sowjeibuerger, die aus dem Lande zu fliehen versuchten, wenn er schreibt: „Die Prozesse der juengsten Monate haben uns erneut an die tragischen Konflikte erinnert, die im Zusammenhang mit den Schwierigkeiten von Leuten entstehen, die sich in einem anderen Lande niederlassen moechten“. Viele Sowjetbuerger, die alle Hoffnung auf eine gesetzmaessige Erfuellung ihres Emigrationswunsches verloren haben, haetten sich entschlossen, „das Gesetz auf die eine oder andere Weise zu brechen“. Ausserdem wuerden Menschen, die auszuwan d e r n wuenschten, als „Buerger zweiter Klasse" behandelt, was ihre Rechte angehe. So seien diese beispielsweise an Hochschulen, am Arbeitsplatz und „sogar bei Gerichtsverhandlungen“ diskrimin i e r t worden. 2500 Juden gedachten der Opfer von Babij Jar Juedische Delegationen aus der ganzen Sowjetunion — aus Kiew, Moskau, Leningrad, Riga, Wilna und Georgien ■— haben sich zum Gedenken an die 200.000 Sowjeibuerger, wovon 70.000 Juden, die vor 30 Jahren in der Schlucht von Babij Jar von den deutschen Besatzern umgebracht worden waren, am Schauplatz der Massaker in der Naehe von Kiew eingefunden. Die rund 2500 Teilnehmer gedachten in einer ueber zweistuendigen Trauerfeier der Schreckenszeit und legten Kraenze nieder. Etwa 300 Polizisten waren am Ort zusammengezogen worden, doch kam es zu keinen Zwischenfaellen. Nach Ausgang von Jom Kipur sandten 33 Juden, die an der Feier teiigenommen hatten, an den israelischen Staatspraesidenten Salman Schasar ein Telegramm, in dem sie schreiben: „Es wird nie mehr geschehen“. BUNDESREPUBLIK CHRISTEN BITTEN JUDEN UM VERGEBUNG Anlaesslich der 300-Jahr- Feier der jüdischen Gemeinde zu Berlin hat der katholische Generalvikar Dr. W. Albs die Juden “im Namen unserer Vorfahren und im eigenen Namen” um Vergebung gebeten. Albs wies auf die geistliche Verbundenheit zwischen Christen und Juden hin, die sich zum gleichen Gott Abrahams bekennen”. Der evangelische Bischof Dr. K Scharf erwaehnte, die Kirchengeschichte sei belastet mit schwerer Schuld am Judentum lange vor den vorhitlerischen Erscheinungen. Er sprach den Juden den Dank dafür aus, dass sie sich seit den Tagen der Aufklaerung für Menschenwürde und Menschenrechte eingesetzt haetten. In seiner Antwort betonte Rabbiner Joachim Prinz, zwischen Deutschland einerseits und dem Judentum und dem Staat Israel anderseits könne es keine Normalisierung der Beziehungen geben. Er begründete seine ablehnende Haltung mit dem Hinweis, “Geschichte und geschichtliche Ereignisse. Graeber und Kreuzigungen können nicht ausgemerzt werden”. Anderseits dankte Rabbiner van der Zyl den. vielen unbekannten Christen, die im Nationalsozialismus den jüdischen Bürgern beigestanden waren. “Es ist sinnvoll”, führte er weiter aus, “dass sich heute die Veitreter der christlichen Kirchen und der Synagoge die Hand reichen als positive Antwort auf das Gegeneinander der Vergangenheit, als Symbol eines friedvollen und verstaendnisvo 11 e n Miteinander in der Zukunft”. (E. P.D.) SUED AFRIKA Verlust der juedischen Ideniitaet: Auch hier ein bedenkliches Problem Die Zukunft der südafrikanischen Judenheit kann trotz ihrer im gesamten gesehen hoffnungs vollen und andauernden Entwicklung zu einem zunehmenden Problem werden. Dies aeusserte Oberrabbiner Mernard M. Casper anlaesslich eines Besuches in London gegenueber dem „Jewish Observer“. Die augenblickliche Lage seiner Gemeinde sei innerlich gefestigt, und die Juden haben jede Gelegenheit, innerhalb des Gemeindelebens ihr juedisches Selbstbewusstsein und ihre Anhaenglichkeit gegenue b e r Israel zu entwickeln. Es gibt einen staendigen Strom der Alija, besonders innerhalb der Jugend. Obwohl — in verstaerktem Masse seit dem Sechstagekrieg — eine deutliche Festigung der religiqesen und juedischen Ueberzeugung zu verzeichnen ist, sieht Oberrabbiner Casper ein in nicht allzu ferner Zeit auf die Gemeinschaft zuko m m e n d e s beaengstigendes Problem der Assimilation voraus. Bis jetzt hat sich die erste Generation ihrer Bande zum meist osteuropaeischen Herkunft Sland erinnert, doch werden nunmehr diese Bande mehr und mehr in den nachfolgenden Generationen gelockert, wo zahlreiche junge Leute ihre juedischen Wurzeln nur noch aus zweiter oder dritter Hand kennen. Um diese Tendenz aufzuhalten, unternimmt die 120.000 Personen zaehlende juedische Gemeinschaft alle Anstrengungen, das Netz der Tagesschulen auszubauen, die in den meisten Staedten unterhalten werden. . ARGENTINIEN Schwierigkeiten der jiddischen Presse Zwei jiddische Tageszeitungen in Buenos Aires, „Di Presse“ und „Jiddische Zeitung“, kaempfen mit Existenzsorgen. In Appellen haben sie sich an die juedische Bevoelkerung gewandt, vermehrt Inserate aufzugeben, ansonst sie mangels Mitteln das Erscheinen emsteilen muessten. Argentinien leidet unter einer wirtschaftlichen und finanziellen Krise, und die Juden im besonderen sind hart betroffen. Neben der allgemein schlechten oekonomischen Lage sind die jiddischen Zeitungen zusaetzlich von der Tatsache betroffen, dass die Zahl der jiddisch lesenden Juden naturgemaess mehr und mehr zurueckgeht. Als zweite Landessprache der Juden tritt Hebraeisch immer mehr in den Vordergrund. Neben den erwaehnten Zeitungen gibt es zahlreiche andere Publikationen: ein zweimal woechentlich erscheinendes Blatt in Deutsch /Spanisch, vier Wochenblaetter, fuenf halbmonatliche Zeitungen, 17 Monatsblaetter, 14 andere Periodika und ein Jahrbuch. Aktion fuer Koscherkuechen In Argentinien soll eine Kampagne zur Fuehrung von Koscherhaush alten lanciert werden. Nur 2 Prozent der 480.000 Juden im Lande beobachten die Kaschrutvorschriften. Viele juedische Schulen, ausgenommen die streng religioes gefuehrten Institutionen, verabreichen keine koschere Kost aus dem Grunde, dass diese zu teuer sei. Dieses Argument wird allgemein auch von der juedischen Oeffentlichkeit angefuehrt. Rabbiner David Kahana in Buenos Aires teilte Presseleuten mit, dass das Rabbinat beabsichtige, Aufsichtsdienste fuer koschere Kuechen kostenlos fuer juedische Schulen und Organisationen zur Verfuegung zu stellen, um die Kosten fuer koschere Nahrung zu senken. SPANIEN Arabische Propagandazentrale an den Universilaeien Spaniens Weltblatt “La Vanguardia Española” verweist auf die Existenz einer arabischen Propagandazentrale in Spanien, die allerdings gemaess den gesetzlichen spanischen Bestimmungen nur wenig Spielraum geniesst. Es handelt sich um die “Vereinigung Arabischer Studenten” an der Universitaet Granada, die “auch einen politischen Zweck verfolgt: den Versuch zu wagen, das arabisch-israelische und Nahostproblem den daran interessierten Personen zu erlaeutern”. Diese “Aufklaerungsarbeit”, wie sie auch von den Auslandsvertretungen der Araberliga wahrgenommen wird, beschraenkt sich allerdings nur auf das Universitaetsmilieu. Für das Herbstsemester erwartet die traditionell auf die arabischen Laender ausgerichtete spanische Universitaet Granada über 600 arabische Kommilitonen. Schon immer wurde Granada von arabischen Studenten bezorzugt. Die letzten Semester wiesen stets etwa 500 Araber auf ((Marokkaner, Palaestinenser, Syrier, Jordanier, Libanesen und Iraker). Davon studieren 300 Medizin und Pharmazie, der Rest Naturwiss enschaften und Philosophie. Für die langsame Emanzipation der arabischen Frau spricht die Tatsache, dass sich unter diesen Studenten nur 15 junge Maedchen befinden. Interessant ercheint, dass die Mehrzahl der syrischen und libanesischen Studenten dem Christentum anhaengt und 30 Prozent von ihnen spanische Frauen heiraten. Neben der erwaehnten “Vereinigung Arabischer Studenten” verfügen die Marokkaner über einen eigenen Studentenbund. Beide Organisationen wurden für soziale Zwecke geschaffen, um den arabischen Studenten die Eingewöhnung zu erleichtern, ihre sozialen und manchmal sogar finanziellen wie auch Sprachenprobleme zu lösen. Trotz der offiziellen spanischen Araberfreundschaft ist der politische Aktionsspielraum der arabischen Studentenvereinigung denkbar gering, weil in Spanien die Staatsd o k t r i n uneingeschraenkt gilt, wonach Auslaender ihre Streitigkeiten im eigenen Lande und nicht in Spanien austragen sollten. Aus diesem Grund sind in der Vergangenheit schon in Madrid arabische Studenten ausgewiesen worden, die an Demonstrationen und Propagandaaktionen teilgenommen hatten. H. D. BRUEDERLICHKEIT Geh’ an Menschen nicht vorueber, Meid’ sie nicht, die du nicht kennst; Sie sind alle deine Brueder, Wenn du auch nicht die Namen nennst. Einmal brauchst du doch des andern Haende, Die dir helfen aus deiner Not; Dann bricht auch dein Stolz die Waende Und bezwungen wird “vielleicht” der Tod. LUISE FINK Dr. CLAUDIO Innere Medizin Rheumatologie Dprechsiunae von Montag bis Freitag von 18 bis 20 Uhr, Providencia 591, Of. 22 - Fono 237748 nach vorheriger Anmeldung. Bonen Rivara 2354 Telephon: 43118 WERNER SCHNITZLER S. CONTADOR COLEGIADO N? 4000 Contabilidad - Leyes Sociales Leyes Tributarias RIO JACHAL 1454 — TEL. 371755 2258