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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1971-12-01 · 12 (Diciembre, 1971) · p. Seite 20

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXIII (1971)
Issue
12 (Diciembre, 1971)
Date
1971-12-01
Page
Seite 20 (sequence 20)
Language
German
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2o BOLËTlN INFORMATIVÖ DICIEMBEË UMSCHAU SOWJETUNION Sympathien in der russischen Intelligenlsia Nach seiner Rueckkehr vom internationa 1 e n Limnologen- Kongress in Leningrad, der sich mit biologischen Untersuchungen ueber stehende Gewaesser befasst hatte, berichtete Dr. Tommy Berman, Vorsteher am limnologischen Laboratorium am Kinneretsee, der „Jerusalem Post“ gegenueber, wie er hoechst erstaunt gewesen sei, wie viele sowjetische Wissenschafter, mit denen er gesprochen hatte, Hoerer der Sendungen von Radio Kol Israel in russischer Sprache seien. Sie schienen sehr gut ueber den Nahostkonflikt orientiert, aber unsicher zu sein, was sie nun zu glauben haetten. Dr. Berman, der russisch spricht und sich auch mit dem vielzitierten „Mann der Strasse“ unterhalten konnte, vernahm zahlreiche Sympathiebezeugungen gegenueber Israel, besonders seitens der gebildeten Schichten. Gerade junge Wissenschafter waren aeusserst neugierig, etwas ueber Israel zu erfahren und stellten differenzierte Fragen, so zum Beispiel, was fuer konkrete Friedensvorschlaege Israel zu bieten habe, oder ueber den Status von Jerusalem. Ein junger nichtjuedischer Architekt interessierte sich besonders fuer die Kibuzim. Da in der sowjetischen Presse die Probleme der israelisc h e n Black-Panthers, der arabischen Staatsbuerger und der Sefarden Schlagzeilen machen, waren auch diese Fragen Gegenstand des Interesses. Die Gespraechspartner von Dr. Berman gaben freimuetig zu, dass in der Sowjetunion aniijuedische Diskriminalio n e n Vorkommen, vielfach eher seitens kleiner Beamter. Dass die Auswanderung nicht leicht zu bewerkstelligen sei, gelte nicht nur fuer Juden, sondern fuer alle Sowjetbürger. Ueber ihre Sympathien zu Israel waren die russischen MOVING* IN FOR QOOD ) Gastgeber naturgemaess nicht allzu gespraechig, doch gab einer von ihnen nach einigen Glaeschen Wodka zu verstehen, dass die sowjetische Intelligentsia mehrheitlich zu Israel stehe. Die israelischen Delegierten am Chirurgenkongress wurden waehrend ihres zweiwoechigen Aufenthaltes freundlich aufgenommen und mit Toasts auf Frieden bedacht. Delegationschef Professor Mark Moses erklaerte, dass sie die Freiheit gehabt haetten, jedermann zu treffen, den sie zu sprechen wuenschten. Er schaetzt die Zahl der nach Israel auswandern wollenden Juden auf ein Drittel der juedischen Bevoelkerung, die aber gesamthaft an Israel interessiert sei. Professor Moses war der einzige Chefdelegierte unter den Auslaendern, der zu einem Lunch beim Dekan der medizinischen Fakultaet der Universitaet Moskau eingeladen wat. Er hatte auch eine freundschaftliche Unterredung mit Gesundheitsminister Profe s s o r Alexander Petrowsky. Eine etwas andere Ansicht ueber die Zahl der Juden, die nach Israel auswandern wollen, aeusserte Professor Dan Meron von der Tel Aviver Universitaet, der mit der sechskoepfigen Delegation von Linkspolitikern nach Russland gereist war. Nach ihm ist die grosse Mehrheit der Juden in der UdSSR integriert und wuensche nicht auszuwandern, doch moechten alle Beziehungen mit Israel pflegen. Ein anderer Delegierten, Jaakow Riflin, erklaerte nach seiner Ankunft in Lod, dass diese Mission nicht mit andern zu vergleichen sei. Sie haette eine „historische Bedeutung., gehabt und werde gewisse Entwicklungen zur Folge haben. Professor Meron erhielt den Eindruck, dass die sowjetische Regierung „ernsthaft erwaege“, mit Israel wieder diplomatische Beziehungen aufzunehmen, dies aber von der Annahme der Uno-Resolulion vom November 1967 abhaengig mache. Die israelischen Linkspolitiker hatten allerdings, entgegen den Erwartungen, kein Zusammentreffen mit hohen russischen Funktionaeren, sondern nur mit politisch interessierten Intellektuellen. Professor Meron verneinte, dass der Besuch seiner Delegation durch die Russen zu antiisraelischer Propaganda missbraucht worden sei, gab aber zu, dass eine Tass-Meldung, die ihm den Ausspruch in den Mund gelegt hatte, wonach kein juedisches Problem in der UdSSR existiere, falsch war. Er ist ueberzeugt davon, dass sich in Zukunft ein veraendertes Image des Staates Israel in der Sowjetunion herausbilden werde. VEREINIGTE STAATEN Absurde Ideen amerikanischer Nazis Vier Jahre nach der Ermordung des amerikanischen Nazifuehr e r s George Lincoln Rockwell in Arlington, Virginia, erwartet seine schwindende aktive Anhaengerschaft immer noch geduldig die Zeit, da die Mehrheit im Lande dessen gegen Juden und Neger gerichteten Bewegung folgen wuerde. Der Fuehrer der Nationalsozialistischen Weissen Partei, der 36 jaehrige Matt Koehl, erklaerte an einer Gedenkveranstaltung fuer Rockwell, dass seine Partei moeglicherweise die Bestrebungen der Anhaenger von Gouverneur "George Wallace ersetzen koennte. Sollte dieser als Praesident gewaehlt werden, so wuerde nicht ein einziger Schwarzer ein Schiff Richtung Afrika besteigen, was eines der Ziele seiner Partei sei. Das andere Hauptziel bestehe darin, die „internationale zionistische Verschwoerung" zu zerschlagen. Die amerikanische und eine Hakenkreuzfahne flankierten den Redner. Die Nazipartei hat Sektionen von jeweils nur einigen Dutzend Mitgliedern ausser in New York u. a. in Washington, Los Angeles, Denver und Cleveland. Kahane raet zur Bewaffnung in Brooklyn "The Californian Jewish Voice". esiyjör i, Rabbi Meir Kahane, der Anfuehrer der Jewish. Defense League, die urspruenglich ja zum Schutz der juedischen Bevoelkerung gegen Ueberfaelle gegruendet worden war, hat an einem Meeting von rund 1.500 Juden im New Yorker Stadtteil Brooklyn den Rat erteilt, sich mit Gewehren zu versehen und private Autopatrouillen zu organisieren. Besonderen Schutz benoetigt das Fiatbush-Viertel in Brooklyn, wo kriminelle Elemente stark aktiv sind. Innerhalb zweier Wochen waren hier zwei juedische Ladeninhaber ermordet worden, darunter ein ehemaliger KZ-Insasse wegen eines nichtssagenden Streites ueber einen kleinen Verkaufsartikel. BRASILIEN "MEIN KAMPF" VERBOTEN Der brasilianische Justizminister Alfredo Buzaid hat den Druck, Vertrieb und Verkauf des Buches “Mein Kampf” von Adolf Hitler verboten. Der Minister beantwortete mit diesem Erlass eine Anfrage des Buches, die vorbereibrasilianischen Polizei, der eine Entscheidung gewünscht hatte, ob er eine neue Auflage des Buches, die vorbereitet wird, in Brasilien zulassen solle. Der Minister erklaerte, das Buch provoziere Hass gegen das jüdische Volk, schüre Rassendiskriminierung, und die darin enthaltenen Thesen haetten zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges geführt. SUED AFRIKA Aufhebung der Sperre fuer Israelgelder Die suedafrikanische Regierung hat die Aufhebung der Transfersperre von Fondsgeldern fuer Israel bekanntgegeben, die sie vor drei Monaten erlassen hatte, nachdem Israel die Zuwendung von Beitraegen an die Organisation fuer afrikanische Einheit (OAU) angekuendigt hatte. Diese Schenkung war in Suedafrika als Hilfe fuer afrikanische „Befreiungsbewegungen“ angesehen worden, obwohl israelische Sprecher sie als rein humanitaeres Werk aufgrund eines Aufrufes von Uno-Generalsekretaer U Thant bezeichneten. Ueberweisungen von Geldern aus Israelsammlungen werden in Zukunft einer slrikien Kontrolle unterworfen, um sicherzustellen, „dass sie einzig und allein fuer die vorgesehenen Zwecke verwendet werden“, wie Finanzminister Diederichs weiter bekanntgab. Er begruendete den jetzigen Regierungsbeschluss mit dem Entscheid Israels, die beanstandeten Gelder dem Hochkommissariat zuhanden des Erziehungsfonds fuer afrikanische Fluechllinge zur Verfuegung zu stellen. Die Transfersperre vom vergangenen 14. Juni war ein unerwarteter und harter Schlag gegen die Ueberweisung von schaetzungsweise 30 bis 40 Millionen Dollars, den restlichen Geldern aus den südafrikanischen Israelsammlungen seit dem Sechstagekrieg. Die Betraege waren nach speziellen Regierungsvereinbarungen in Teilzahlungen waehr,;nd einer zehnjaehrigen Periode zu ueberweisen. Die Aufhebung der Sperre ist in Jerusalem, mit grosser Genugtuung zur Kenntnis genommen worden, und man hat den Erfolg den starken Bemuehungen dar juedischen Gemeinschaft in Suedafrika zugeschrieben. POLEN Abflauen des offiziellen Antisemitismus Die Situation der Juden in Polen hat sich merklich verbessert, doch scheint dies jetzt zu spaet zu sein, da bereits der Grossteil der juedischen Bevoelkerung das Land verlassen hat. Diese Veraenderung widerspiegelt sich augenfaellig in der Presse: In der letzten Zeit erscheinen keine antisemitischen Artikel mehr. Auch sind die Behoerden gegenueber den juedischen Studenten und den in den Genossenschaften Beschaefti g t e n viel konzilianter geworden. Demgegenueber sind aber, wie aus Berichten von juedischpolnischen Quellen hervorgeht, soziale Stellung und Arbeitsplaetze, die verlorengegangen waren, nicht wieder hergestellt worden, obwohl noch eine Anzahl Juden, die durch die antisemitische Kampagne nach dem Sechstagekrieg aus ihren Positionen verdraengt wurden, in Polen geblieben sind. Die Nomination von Arthur Starewicz. eines Diplomaten juedischer Herkunft, zum polnischen Botschafter in London ist ein Symptom der veraenderten Haltung der Behoerden. GRIECHENLAND Auszeichnung eines Judenretters Als zehnter Grieche ist Rechtsanwalt Vassilios Krapsitis von der Jerusalemer Maertyrer-Gedenkstaette Jad Waschern mit der Medaille der Gerechten ausgezeichnet worden. Das Zertifikat wurde ihm vom israelischen diplomatischen Repraesentanten in Athen, Jaakow Golan ueberreicht. Eine Anzahl prominenter griechischer Persoenlichkeiten war bei der feierlichen Uebergabe zugegen, unter ihnen Erzbischof Chryssanlhos, der den griechisch-orthodoxen Patriarchen von Jerusalem vertrat. Krapsitis lebte waehrend der Besetzung des Landes durch die Nazitruppen 1941-1944 in Jannlna im Nordwesten Griechenlands. Unter der dortigen juedischen Bevoelkerung von 1850 Seelen hatte er manche Freunde und half vielen von ihnen zur Flucht, als die Deutschen im Maerz 1944 die Massendeportationen der griechischen Juden anordneten. Ueber 1750 Juden wurden von Jannina ins Vernichtungslager Auschwitz verschickt; in ganz Griechenland brachten die Nazis damals 67.000 Juden um. Heute wohnen nur 163 Ueberlebende aus der Schreckenszeit in Jannina. JAPAN Massenbesuch bei Film mit juedischem Thema Der Film “Die Gaerten der Finzi Contini”, welcher das Schicksal von zwei jüdischen Familien von Ferrara im Zweiten Weltkrieg behandelt, begegnet in Japan besonderem Interesse. Er erlebte im grössten Kino Tokios, der Scala seine festliche Premiere. Bereits haben nahezu 80.000 Mitglieder der buddhistischen Sekte Sokagakai Kinokarten im Vorverkauf bezogen. Der Produzent des Films, Arthur Cohn, Basel, machte in Tokio die Presse mit Einzelheiten des Films und seiner Proluktion bekannt. Die Beziehungen zwischen Japan und Israel haben sich in den letzten Jahren erfreulich entwickelt. Das Bu,ch “Japaner und Juden" von Isaiah Ben Dasan steht seit vier Monaten an der Spitze der japanischen Bestsellerliste. fflHCBBOUK am 31.

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