Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXIII (1971)
- Issue
- 12 (Diciembre, 1971)
- Date
- 1971-12-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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DICIEMBRE BOLETIN INFORMATIVO 13 Deu tschprach i&er Teil des INFORMATIVO Der ¡Sieg des Geistes: CHANUKKA Ueber die Chanukka-Erzaehlung ist zu allen Zeiten viel diskutiert worden. Man spricht vom heldenmütigen Aufstand der Hasmonaeer gegen die gewaltige, zahlenmaessig überlegene Macht der griechisch-syrischen Eroberer, von dem schweren Kampf und dem endlichen Sieg, von der Wiedereinweihung des geschaendeten Tempels und vom Lichtwunder. Doch hinter den aeusseren Geschehnissen jener Epoche — im Jahre 167 vor der übl. Zeitrechnung hatte die Erhebung begonnen — verbergen sich Ereignisse geistig-kultureller Natur, die auch heute noch hoechste Beachtung verdienen. War doch der hasmonaeische Aufstand nicht nur ein politischer Freiheitskampf mit sehr ungleichen Kraefteverhaeltnissen, sondern zugleich ein Ringen um die Reinhaltung jüdischen Wesens und jüdischer Kultur. Man stand der griechischen Zivilisation gegennüber, die Grosses hervorgebracht und sich überall durchgesetzt hatte, wohin die griechischen Armeen auf ihren Eroberungszügen gelangt waren. Nur das kleine Israel lehnte sich dagegen auf, überwaeltigt zu werden von diesen Gipfelleistungen, vor allem in den Naturwissenschaften und in der Philosophie. Kein Bemühen, weder auf friedliche Weise noch durch Zwang, hatte Erfolg: Nur eine relativ kleine Oberschicht des jüdischen Volkes assimilierte sich an hellenistische Kultur und war bereit, ihr Judentum auf dem Altar des angeblich höherstehenden Griechentunms zu opfern, ohne sich jedoch ganz vom Volke zu lösen; einen “Rest von Judentum” war man bereit, trotz aller Anpassung an die heidnische Umwelt aufrecht zu erhalten. Hier finden wir aufschlussreiche Parallelen zur Epoche von rund anderthalb Jahrhunderten, die mit dem Jahre 1933 abschloss. Auch im Emanzipationszeitalter war man in der westlichen jüdischen Welt bereit, Konzessionen zu machen und, im besten Falle, “jüdische Herkunft und jüdische Konfession” bestehen zu lassen, ohne zu begreifen, dass ein solches saekularisiertes Judentum nicht ausreichen könne, jüdische Lebensinhalte zu ersetzen. Viele Juden des 19. Jahrhunderts gingen noch einen Schritt weiter: Da man nicht mehr glaubte, keine religiöse Gedankenwelt kannte ,auch keine schicksalsmaessige und historische Verbundenheit mit den übrigen jüdischen Gemeinschaften fühlte, wusste man nicht recht, weshalb man laenger politische oder wirtschaftliche Nachteile bezw. Zurücksetzungen auf sich nehmen solle. So kam es oftmals zu völligen Lösungen von allem Jüdischen, zumal die Kultur der westeuropaeischen Umwelt als höherstehendes verlockendes Ziel empfunden wurde. Die Makkabaeer waren sich der ungeheuren Gefahren bewusst, die von der hellenistischen Bewegung innerhalb der jüdischen Reihen ausgingen. Weiteste'Kreise gingen mit den Freiheitskaempfern, weil sie erkannten, dass es um Sein oder Nichtsein der jüdischen Sache ging. Nicht nur der entweihte Tempel musste wiederhergestellt werden, das gesamte moralische Leben des kleinen Volkes bedurfte der Erneuerung, und heidnische Sitten, raffinierte Entartungserscheinungen mussten ausgerottet werden. Hier gab es für die heldenmütigen Kaempfer keinen Zweifel mehr: Krieg mit der Hoffnung auf Sieg oder — allgemeiner Untergang, Zerrüttung des Familienlebens, Vernichtung geheiligter Traditionen. Die Makkabaeer trafen zwischen beiden Entscheidungen diejenige Wahl, die das Ueberleben des Volkes ermöglichte. Es war das Einmalige dieses Kampfes gegen die heidnische Umgebung und ihren verhaengnisvollen Einfluss, dass mit sehr prosaischen Mitteln für eine grosse ideele Sache gerungen worden war. Juda Makkabi und seine Getreuen wollten nicht “fremden Göttern dienen”. Ihr tiefer Glaube an das Ewige und Gerechte ihrer Sache liess sie ihr Ziel erreichen. Auch der Jude von heute, inner — und ausserhalb des jüdischen Staates, kaempft um die Aufrecherhaltung jüdischer Kulturwerte, um die Neugestaltung religiös — geistigen Lebens inmitten von fremden Einflüssen, die jüdische Zukunftsexistenz gefaehrden könnten. Hieran erinnert die Geschichte des Makkabaeerkampfes Jahr um Jahr aufs neue. Juedische Nobel Preistraeger Der diesjaehrige Nobelpreis für Chemie ist dem Professor des Nationalen Forschungsinstituts Kanadas in Ottawa, Dr. Gerhard Herzberg, verliehen worden. Dr. Herzberg ist ein aus Deutschland stammender Jude, in Hamburg geboren. Im Jahre 1935 musste er als Angehöriger einer “minderwertigen Rasse” seinen Lehrstuhl an der Technischen Hochschule Darmstadt aufgeben und emigrierte nach Kanada. Der Nobelpreis für Physik wurde ebenfalls einem Juden verliehen. Es handelt sich um den aus Ungarn stammenden Prof. Dennis Gabor, der gegenwaertig in den Laboratorien der Columbia Broadeasting Systems in Stambord, Connecticut, als Forscher taetig ist. Nach Abolvierung der Technischen Hochschulen in Budapest und Berlin, trat er als Ingenieur-Forscher in die Firma Siemens ein. Doch schon 1933, mit der Uebernahme der Macht durch die Nazis, verliess er Deutschland und emigrierte nach England, wo er als Forscher in dem Weltunternehmen British Thomson Houston teatig war. Der diesjaehrige Nobel- Preistraeger auf dem Gebiete der Wirtschaftswissenschaft, Simon Kuznets, war, wie aus Boston berichtet wird, jahrelang aktiv in der zionistischen Bewegung taetig und Vorsitzender der “Falk Foundation for Economic Research Projects in Israel”. Professor Kuznets wurde 1901 als Sohn des Abraham Kuznets in Kharkov (UdSSR) geboren und kam 1922 nach den USA. Seit 1930 ist er mit Pauline Händler verheiratet. Seiner Ehe entsprossen zwei Kinder, Paul und* Judith. Daunendecken Nenbeziehen und Ausbessern sewie alle Federarbeiten in bester Ausfuehrung uebernlmmt Frau Ilse Philipp LINCOYAN 862, altos Ecke Av. Italia & Trarrizaval Yrarräzaval Hoehe 700 Importierte Stoffe und Inlett fuer Daunendecken am Lager TELEFON 498322 Bettwaesche-Auss teuer Ui SIE LICHTER AM... Zur Erinnerung an das Wunder des Oelkruegleins zuenden wir im Chanukkafest acht Tage Lichter an. Nun ist es aber merkwuerdig, dass von diesem Oelwunder ausser im Talmud und in der Megilla Antiochus nirgends die Rede ist. Im I. Buch der Makkabaeer 4, 59 heisst es lediglich: „Juda aber und seine Brueder und die ganze Gemeinde Israel setzen fest, dass die Tage der Altarweihe Jahr fuer Jahr zu ihrer Zeit vom 25. des Monats Kislew acht Tage mit Freude und Frohlocken gefeiert werden sollen“. Das II. Buch der Makkabaeer beginnt mit zwei Briefen der Juden im Heiligen Lande an die Juden Aegyptens mit der Aufforderung, die Tage der Tempelweihe nach Art des Laubhuettenfestes im Monat Kislew zu feiern. Sie schreiben (18 ff): „Weil wir nun am 25. des Monats Kislew die Reinigung des Tempels zu feiern gedenken, haben wir nicht versaeumen wollen, Euch davon Kunde zu geben, damit auch Ihr die Tage der Laubhuetten und des Feuers feiert (das gegeben wurde), als Nehemia den Tempel samt dem Altar gebaut hatte und wieder ein Opfer darbrachte“. Es wird dann weiter erzaehlt, dass, als die Juden nach Babylon verschleppt wurden, die Priester Feuer vom Altar nahmen und in einem Brunnen versteckten. Nehemia befahl den Priestern, von diesem Feuer zu holen. Sie fanden aber nur dickes Wasser. Man schoepfte davon und goss es auf das Opfer. Als die Sonne erschien, entzuendete sich auf wunderbare Weise ein grosses Feuer. Nehemia nannte das Wasser Nephtar oder Nephta“. Spaeter wird noch einmal vom Fest der Tempelweihe erzaehlt. Merkwuerdig ist bei all diesen Erwaehnungen der Vergleich mit dem Laubhuettenfeste. Eine Erklaerung dafuer gibt vielleicht die folgende Stelle aus dem II. Buch der Makkabaeer: „Und voller Freude hielten sie eine achttaegige Feier gleich einem Laubhuettenfeste, dessen eingedenk, wie sie noch vor kurzem waehrend des Laubhuettenfestes auf den Bergen und in Hoehlen gleich wilden Tieren ihr Leben fristeten“. Der Schluss liegt nahe, dass die Juden das Laubhuettenfest, das sie zur richtigen Zeit nicht feiern konnten, mit der Feier der Tempelweihe verbanden, daher die acht Tage. Moses bei der Einweihung des Stiftszeltes und Koenig Salomo bei der Einweihung seines Tempels feierten nur sieben Tage. Beruecksichtigt man, dass das I. Buch der Makkabaeer als besonders wertvolle Quelle von allen Forschern anerkannt ist und die geschilderten Ereignisse detailliert berichtet, so ist es nicht zu verstehen, dass ein solch einmaliges Ereignis wie das Wunder des Oelkruges nicht erwaehnt wird. Es ist zu beachten, dass das Makkabaeerbuch etwa um 100 v.verfasst worden ist, also nicht lange nach den geschilderten Ereignissen. Der Talmud aber ist erst um 450 n. abgeschlossen worden, die Megilla Antiochus aber erst im 8. Jahrhundert nach, also mehr als 600 Jahre spaeter. Ferner ist zu beachten, dass in dem in der Schemone Essre eingeschalteten Gebet „Al hanissim" von dem Oelwunder nichts erzaehlt wird. Das „Und sie zündeten Lichter an in den Hoefen des Heiligtums" bezieht sich nicht auf die Menora, die ein Kultlicht ist, sondern auf profane Lichter in Gestalt von Fackelzuegen oder Freudenfeuern. Man koennte vermuten, dass alljaehrlich zu Ehren der Makkabaeerfuersten Fackelzuege stattfanden, die dann spaeter, nachdem Herodes das Haus der Makkabaeer vernichtet hatte, von diesem verboten wurden. Als Ersatz dafuer fuehrten die Weisen das Anzuenden der Lichter ein und erklaerten dies mit der Agada vom Oelkrug. Welches war aber das Wunder, von dem das „Al hanissim“-Gebet spricht?: „Du liefertest die Starken in die Hand der Schwachen, Viele in die Hand Weniger, Unreine in die Hand Reiner, Frevler in die Hand Gerechter und Uebermuetige in die Hand derer, die in Deinem Gesetze lebten“. Das ist das Wunder, zu dessen Erinnerung wir das Chanukkafest feiern. Nun zur Frage des achtarmigen Leuchters: Im Talmud heist es: „Man darf nicht ein Haus in der Form des Tempels bauen, eine Vorhalle nicht in der Form des Tempelhofes, einen Leuchter nur fuenf-, sechs- oder achtarmig machen, nicht aber siebenarmig, auch nicht aus anderem Metall. Es wird hier das Verbot (Ex. 30. 31, 37), dass man fuer profane Zwecke Salboel und Raeucherwerk'nicht nachahmen duerfe auf alles, was mit dem Tempel im Zusammenhang steht, erweitert. Der achtarmige Leuchter, wie wir ihn heute zu Chanukka benuetzen, ist erst seit dem 14. Jahrhundert nachweisbar. Geht man durch die Strassen von Jerusalem, so findet man haeufig in den Fenstern der Haeuser oder neben den Tueren Glaskaesien stehen, in denen sich kleine Behaelter mit Oel befinden. Dies war wohl die Art, wie man in frueheren Zeiten Chanukkalichter entzuendet hat. (Isr. Wochenblatt, Zuerich). Chanukka - Leuchter auf dem Hügel Herzl. ■■SißM ^366