Mannheim
Compact Memory

Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1971-10-01 · 10 (Octubre 1971) · p. Seite 17

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXIII (1971)
Issue
10 (Octubre 1971)
Date
1971-10-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/8553624-8554971-9195268--6063-8555136
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

OCTUBRE 1971 BOLETIN INFORMATIVO 17 DAS EHRGEIZIGSTE INMIGRATIDNSPRDJEKT DES STAATES ISRAEL ALS ZENTRUM DER WISSENSCHAFT Die Einwanderung jüdischer Wissenschaftler aus aller Welt, vornehmlich aus den Vereinigten Staaten, nach Israel, ist kein Traum mehr. Die Zahl namhafter Vertreter verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen, die in letzter Zeit Israel zu ihrer Heimat und Wirkungsstaette waehlten, ist betraechtlich. Die Mehrheit der Professoren an der expandierenden Ramat-Ganer Bar Ilan-Universi t a e t rekrutiert sich aus Neueinwanderern. Dabei handelt es sich zumeist un junge Maenner mit glaenzenden Karrieren in den USA, die noch vor wenigen Jahren nicht einmal davon getraeumt haben, das reiche Mekka der Wissenschaft zu verlassen und nach Israel zu übersiedeln. Sofern sie überhaupt bewusste Juden waren, dachten sie hoechstens daran, einen Urlaub in Israel zu verbringen. Manche von ihnen kamen auch tatsaechlich nur für eine kurze Vortragsreihe. Die Naturwissenschaftler unter ihnen koennen es bisher noch kaum begreifen, “wie es geschah”, denn sie moechten unter keinen Umstaenden in unrationalen Kategorien denken. Aber es geschah: sie verliebten sich in das Land und blieben. Oder sie kehrten nach den USA zurück, nur um ihre Koffer zu packen und nach Israel zurückzukehren. Sie liessen nicht nur ihre Frauen und Kinder folgen, sondern auch ihre Kollegen und Mitarbeiter. Die verschiedenen Fakultaeten der israelischen U n i v e r sitaeten absorbierten in den letzten drei bis vier Jahren das drei- bis vierfache an auslaendischen Wissenschaftlern, wie sie es vorher gewohnt waren. Und die Neuankoemmlinge überzeugten sich schnell davon, dass Israels Wissenschaft nicht mit den Massen von Entwicklungslaendern gemessen werden kann, sondern, dass hier ausgezeichnete Moeglichkeiten bestehen, gründliche wissenschaftliche Arbeit zu leisten, ernsthafte Forschungen durchzuführen, Lehrstühle auszubauen. Die israelischen Inmmigrationsbehoerden e n t d e c kten ploetzlich, dass die jüdischen Wissenschaftler zur wissenschaftlichen Elite der USA zaehlen. Und weil Wissenschaft und Technologie in Israel ganz gross geschrieben werden, tüftelte man einen solch ehrgeizigen Plan aus, dass dessen Verwirklichung nicht nur eine revolutionaere Wendung im wissenschatflichen Leben des Landes herbeiführen dürfte, sondern auch eine historische Wendung in der von Juden betriebenen Wissenschaft schlechthin. GEHIRNIMPORT Es handelt sich nämlich um den Plan, einhundert prominente jüdische Wissenschaftler der Welt, darunter sogar einige Nobelpreistraeger, nach Israel zu bringen. Dabei geht es nicht mehr nur um einen schoenen Traum, sondern um ein sehr sachliches Projekt, das sich bereits im Stadium der Verwirklichung befindet. Wie unglaublich das auch klingt: einige der begehrten Nobelpreistrae g e r figurieren bereits in den Listen der Einwanderungskandidaten. Wie ehrgeizig dieser Plan ist, geht aus einigen Tatsachen hervor. Erstens: es ist keineswegs die Absicht, irgendwelche jüdischen Wissenschaftler im Rahmen dieses Projektes nach Israel zu bringen, denn dies liesse sich unschwer verwirklichen. Vielmehr sind die Wissenschaftler gedacht, die imstande sind, das wissenschaftliche und technologische Potential Israels voellig zu veraendem Zweitens: die Einwanderung eines jeden solchen Wissenschaftlers ist nicht nur mit den Üblichen Un kosten verbunden, sondern mit einer zusaetzlichen Ausgabe von mindestens je 100.000 Dollar, die für die Errichtung einer entsprechenden Arbeitsstätte für den eingewanderten Mann noetig sind. Allerdings handelt es sich hier um eine gute Investition. Israel soll innerhalb kürzester Zeit zu einem Zentrum der Wissenschaft im Weltmassatab verwandelt werden. Ausserdem dürften diese Maenner auch einen glaenzenden technologischen Nachwuchs für das Israel des 21. Jahrhunderts heranziehen. KRISE IN USA. Der Verwirklichung des grossartigen Projeks des Nationalrates für Forschung und Entwicklung kommt allerdings auch zustatten, dass in der a m e r i k a nischen Wissenschaft durch eine drastische Kürzung der Forschungsbudgets und durch die Unruhe an den Universitaeten eine ernsthafte Krise ausgebrochen ist. Nach der groessten Konjunktur aller Zeiten, werden in den USA zahlreiche Wissenschaftler über Nacht arbeitslos. Das Jahresbudget für militaerische Forschungen wurde innerhalb eines Jahres von 42 Milliarden Dollar auf nur 34 Milliarden Dollar gekürzt, und eine aehnliche Kürzung erfolgte auch beim Budget der Weltraumforschung. Im Sommer 1970 hat es von insgesamt 1,1 Millionen amerikanischen Inge nieuren rund 30.000 Arbeitslose gegeben. Allein auf den Gebieten der Astronautik und Aero- VGN ZEEV BARTH nautik haben rund 16.000 Wissenschaftler und Techniker ihren Job verloren. Unter solchen Umstaenden ist es nicht verwunderlich, dass viele amerikanische Wissenschaftler begonnen haben, Ueberlegungen über ihre Zukunft anzustellen. Es kam zu einer paradoxalen Entwicklung. Seit dem zweiten Weltkrieg klagte Europa über einen “brain drain”, über die Flucht der Wissenschaftler ins reiche Amerika. Jetzt beginnt man sowohl in den USA als auch in Europa ehrfurchtsvoll und mit etwas Neid nach Israel zu blicken, das sich in eine neue Heimat mit riesiger Anziehungskraft für den wissenschaftlichen Nachwuchs verwandelte. Im Laufe des Jahres 1970 wanderten rund 5000 amerikanische Juden in Israel ein. Mindestens ein Drittel der Familienvaeter unter den Einwanderern sind Akademiker. Kein Wunder, dass die israelische Produktion auf dem Gebiet der Elektronik innerhalb der letzten fünf Jahre um 30 Prozent, die Zahl der Wissenschaftler und Techniker in derselben Periode sogar um 60 Prozent gestiegen ist. Mancherorts ist der Begriff Zionismus, die Liebe zum Volke und Lande Israel, so überstrapaziert, dass er kaum noch Beachtung findet. Umso verwunderlicher ist es, wenn man einige der jungen amerikanischen Professoren über die Motive der Einwanderung reden hoert. Professor Nathan Avieser, 35 Jahre alt, Chef der Physik-Fakultaet an der Bar Ilan-Universitaet, ist vor drei Jahren nach Israel gekommen. Er wirkte in den USA an namhaften Forsehungsstaetten, war zuletzt vor seiner Einwanderung im IBM-Konzern in New York taetig und verdiente ein Jahresgehalt von netto 50.000 IL. Sein israelisches Gehalt betraegt nur ein Drittel des amerikanischen. Ihn kann man also nicht mit Ziffern beeindrucken, auch nicht mit 100.000 Dollar Sonderausgaben für Absorption eines Wissenschftlers. Für ihn gibt es zwei Motive, die USA zu verlassen und nach Israel zu ziehen: 1. Zionismus, worunter er jüdisches Nationalbewusstsein versteht; 2. die Malaise in der US-Gesellschaft infolge des Rassenproblems und der Unruhen an den US-Universitaeten. Und Professor Avieser ist davon überzeugt, dass sich das Projekt der 100 namhaften Wissenschaftler unschwer verwirklichen laesst. “Lch kenne jeden guten und bedeutenden Physiker in den USA. Ein Drittel von ihnen sind Juden. Viele unter diesen Juden sind Zionisten und begeisterte Freunde Israels. Sie werden gerne kommen, wenn man ihnen nur ihren Faehigkeiten und Positionen entsprechende Wirkungsstaetten zu bieten vermag.” ("Das Neue Israel", Zuerich) PEDICURO "LUSTIG" CASA CENTRAL SANTIAGO San Antonie 510, Of. 201, 2’ pis* Fon« 23902 SUC. VINA DEL MAB Plata de Viña dal Mar 172 Of. 10, Entrepiso Edificio El Eoeorial Fono M395S KINESIOLOGIA - ORTOPEDIA Manicure: Damaa Caballerea Depilación a la Cera 80. GEBURTSTAG EINES GROSSEN NONKONFORMISTEN Als Propst Dr. Heinrich Grueber kürzlich das 80. Lebensjahr vollendete, wurde diesem Manne, der am 25. Jahrestage der deutschen Kapitulation Ehrenbuerger der Stadt West - Berlin wurde, von Nichtjuden und Juden in aller Welt viel Ehre zuteil. Ist dieser Kaempfer fuer Wahrheit und Recht doch eine der ehrwuerdigsten Figuren unserer Zeit, ein Mann, der schweres Leid und entsetzliche Qualen ueber sich hatte ergehen lassen, um die Reinheit seiner Seele, die Stimme seines inneren Gewissens, zu wahren. Was er, der sich seit 1935 insbesondere der so sehr gefaehrdeten “christlichen Nichtarier” angenommen hatte, in jenen Schreskensjähren auch fuer uns Juden gewesen ist, duerfte allgemein bekannt sein Im Eichmannprozess in Jerusalem hat Propst Grueber als einer der wichtigsten Zeugen fuer die Schandtaten der Nazis zugleich herrliche Worte fuer eine kuenftige christlich - juedische Versoehnung gefunden. Er gehoert zu den Gerechten, die ehrlich genug sind zuzugeben, dass es gilt, eine unsuehnbar-scheinende Schuld durch gute Taten auszugleichen. Propst Dr. Grueber hat in seinem starken und sehr beachtenswerten Buche “Erinnerungen aus sieben Jahrzehnten” sein Leben und Wirken in echt religioesem Geiste erzaehlt: Er, der Sachsenhausen und Dachau wie durch ein Wunder ueber lebte, ist dort in verzweifelten Stunden der grosse Troester der Gequaelten gewesen. Wir Juden duerten nie vergessen, dass er die Flamme des Eifers fuer die Wahrheit und das Gute in schlimmster Verfolgungszeit hochgehalten hat. Er war und ist uns ein aufrichtiger Freund, dessen Hilfstaten unvergessen bleiben muessen. Moegen diesem wahrhaft frommen Manne noch viele gute Jahre vergoennt sein, die ihn entschaedigen koennten fuer so viele erlittene Unbill. Sein Mut und seine Unerschrockenheit gegenueber seinen Peinigern sind fast unvergleichlich; seine Liebe zum Heiligen Lande, zu Israel, verbindet uns noch staerker mit ihm, dem grossen christlichen Freunde. Curt. Wilk ANKUENDIGUNG Herr Rabbiner Manfred Lubliner wird im Januar 1972 unsere Gemeinde verlassen, um eine Anstellung als Rabbiner in Berlin anzunehmen. EIN UNERMÜDLICHER STREITER FÜR DAS RECHT URO-CHEF DR. KURT MAY 75 JAHRE Der Leiter der United Restitution Organization in der Bundesrepu blick, Rechtsanwalt Dr. Kurt May, hat seinen 75. Geburtstag begangen. Dr. May wurde durch das Dritte Reich aus seinem Beruf als Rechtsanwalt in Jena verdraengt. Er wanderte nach Israel aus, wo er kaufmaennisch taetig war. Nach Gründung der United Restitution FIAMBRERIA 0S0RN0 WOLFGANG SCHIROKAUER Avenida Yrarrásaval 1100 Telefon: 417472 Organization stellte er sich dieser Organisation zur Verfügung und war seitdem Leiter des Frankfurter Büros. Er bewies nicht nur seine grossen juristischen Gaben, sondern zeigte auch ein Organisationstalent, das vielen Tausenden von Geschaedigten im Ausland zugute kam. Dr. May ist in seiner Arbeitskraft ungebrochen. Wir wünschen ihm weiter Erfolg und gratulieren herzlich. Lámparas El surtido más erando en todos los cotilos Ferreluz Merced 555 TeL 391505 FOTO TIMAR NUEVA YORK 54 — Fono 64943 Retratos Artísticos — Reproducciones y Ampliaciones de todas clases para Diarios, Imprentas — Fotografías de Propaganda para Industrias — Trabajos para Aficionados - Albumes para Matrimonios Fotocopias al instante con XEROX

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.