Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXIII (1971)
- Issue
- 10 (Octubre 1971)
- Date
- 1971-10-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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OCTUBRE 1971 BOLETIN INFORMATIVO 13 i i! i i i Deutschprachiger Teil des INFORMATIVO Noch Keine Endgueliige Loesung: ABWERTUNG DES ISRAELICHEN PFUNDES Von unserem Korrespondenien in Israel J. E. Palmon W.I.Z.O. Für den Monat Oktober ist eine Kindermodenschau geplant, die verspricht, einer der Höhepunkte der diesjaehrigen Wizoarbeit zu werden. Die Modenschau wird von einer Gruppe der Federación Wizo veranstaltet, und zwar am Mittwoch, den 27. Oktober, um 16,30 Uhr im Hotel Sheraton-San Cristóbal. Die Eintrittskarten schliessen ausser dem Tee auch die Verlosung eines Wochenendes für zwei Personen im Hotel Sheraton ein. Wir sind sicher, dass viele unserer Chaveroth an diesem Nachmittag teilnehmen werden und weisen darauf hin, dass Karten bei Dulli Rösler, Tel. 256811, und Cilly Feige, Tel.- 264245 erhaeltlich sind. Viele unserer früheren Mitarbeiterinnen, die uns in den letzten Jahren verlassen haben, fühlen sich weiter mit uns verbunden und geben dies immer wieder in ihren Briefen zum Ausdruck. Erwaehnen möchten wir hier nur Clara Weintraub, die uns laufend interessantes Material fü unsere Veranstaltungen zugehen laesst, und Lene Back, welche in einem herzlichen, ausführlichen Brief an alle Gruppen ihrer Dankbarkeit Ausdruck gibt für alles, was ihr die Arbeit und der Zusammenhalt inerhalb unserer Wizo bedeutet hat, und die gleichzeittig aus einem tiefen Gefühl der Verbundenheit heraus bittet, allen Chaveroth ihre besten Schanah Tovah - Wünsche zu übermitteln. Die Arbeit der einzelnen Gruppen geht in gewohnter Weise weiter, und die Veranstaltungen werden wie üblich durch Telefondienst bekannt gegeben werden. Nach der Abwertung des israelischen Pfundes (frueher ein US-Dollar gleich 3,5 IL, jetzt gleich 4,2 IL) war der frueher so schweigsame israelische Finanzminister Sapir ploetzlich redselig geworden. Er enthuellte der Oeffentlichkeit, dass der Praesident der israelischen Notenbank David Horowitz eine Abwertung bis auf 5,5 oder 6 IL fuer den Dollar empfohlen hatte. Dieser Auffassung hatten sich auch fuehrende Nationaloekonomen in Israel angeschlossen, denn nur mittels einer so weit gehenden Abwertung waere es moeglich gewesen dem System vieler Sonderkurse und Verzerrungen in der Preisstruktur ein Ende zu bereiten. Die Regierung Israels konnte sich jedoch zu einem so radikalen Schritt nicht entschliessen. Bei der hohen Importrate Israels haette dies eine ganz wesentliche Erhoehung der Preise bedingt und haette eine grosse soziale Unruhe verursacht. Ausserdem haette die Regierung damit rechnen muessen, dass bei Umwechselung von Devisen ein gewaltiger Strom israelischer Pfunde (wegen der betraechtlichen Abwertung) sich ueber das Land ergossen haette. Dieser Anstieg des Notenumlaufs haette eine neue Inflationswelle erzeugen koennen. Die Operationsmoeglichkeiten der Regierung waren also sehr begrenzt und auch der Praesident der Staatsbank Horowitz stimmte einer “kleinen” Abwertung um 20% zu. Waehrend bei der Waehrungsreform von 1962 eine voellige Aenderung in der Kursstruktur vorgenom men wurde und alle Subventionen mit ganz geringen Ausnahmen beseitigt wurden, konnte der Staat dieses Mal nicht zu diesem Mittel greifen. Der im Jahre 1970 eingefuehrte Sonderzuschlag auf den Import in Hoehe von 20% bleibt in Kraft, ebenso werden Exportsubsidien weiter gezahlt, obwohl dabei mehrfach Missbraeuche aufgedeckt wurden. KONTROLLE DURCH PREISKOMMISSAR Die Regierung erhoehte die Preise fueir einige Grundlebensmittel, die unverhaeltnismaessig billig zu sein schienen und verfuegte ausserdem einen totalen Preisstopp. Ein besonde rer Preiskommissar Dr. Mandelbaum (aus der alten Jerusalemer Familie, nach der das Mandelbaum-Tor benannt war) wurde eingesetzt, und nur mit seiner Zustimmung durften Preiserhoehungen vorgenommen werden. Bei ihm wurden auch Beschwerden gegen unberechtigte Preissteigerungen eingelegt, die nach einem neuen Gesetz mit Geldstrafen oder mit Gefaegnis bis zu zwei Jahren geanndet werden koennen. In einigen Faellen wurden auch schon Verfahren gegen Preistreiber eingeleitet. Die Politik der Regierung ging dahin, Fabrikanten, Grosshaendler und Einzelhaendler zum Verkauf der Lagerbestaende zum alten Preise zu veranlassen, damit die Last der Abwertung nicht allein die Lohnempfaenger trifft. Importeure und Groshaendler mussten ein ausdrueckliches Abkommen darueber mit dem Preiskommissar treffen. Wer dies nicht tat, wurde zu Zahlung einer Differenzsteuer verpflichtet. Mit wenigen Ausnahmen zogen es die Importeure und Grosshaendler vor, die Ware zum alten Preis ohne Steuer abzugeben, und in den israelischen Zeitungen erschienen in grossen Mengen Inserate, in denen bekannte Firmen mitteilten, dass sie bis auf weiteres zum alten Preise” weiter verkaufen wuerden. Das Publikum war anfangs misstrauisch, und einige Tage lang geb es Hamsterkaeufe, die sich besonders auf Fernsehapparate und Elektroartikel bezogen, aber dann ebbte die Kaufwelle ab. TROTZ ALLEM: PREISSTEIGERUNGEN Der Preiskommissar Dr. Mandelbaum konnte in einer Zwischenbi 1 a n z feststellen, dass die Massnahmen der Regierung eine “Preisexplosion” verhindert hatten und dass im ersten Anlauf die Preise insgesamt um hoechstens 2 bis 3% gestiegen waren. Aber das konnte nur der Anfang sein, und weitere Preiserhoehungen werden in den naechsten Monaten eintreten, wenn die alten Lagerbestaende aufgebraucht sind und Waren zum erhoehten Kurs importiert werden muessen. Genehmigt wurden bisher Preiserhoehungen in Restaurants, ausserdem steigen ab 15. Oktober die Autobustarife um etwa 20%, ferner erhoeht sich das Auslandsporto ab 1. Oktober um 10 bis 15%. Eine Reihe von Erhoehungsgesuchen liegt dem Preiskommissar vor, und ueber diese wird in naechster Zeit entschieden werden. Nach Meinung des Finanzministers Sapir wird die Preissteigerung infolge der Abwertung 5 bis 6% betragen, der Leiter des Wirtschaftsforschungs-Institutes der Gewerkschaft Histadrut kam auf eine Teuerungsrate (nur infolge der Abwertung) von 7 bis 8%, Pessimisten rechnen mit ueber 10%. Die Abwertung und die mit ihr verbundenen Preiserhoehungen fuehrten sofort zu einem Konflikt zwischen der Regierung und der Histadrut- Fuehrung. Diese wandte sich gegen die vorher erwaehnte Steigerung der Preise fuer “Grundlebensmi 11 e 1” (Brot, Eier, Milch, Zucker usw.), forderte Annullierung dieser Erhoehungen und ausserdem Zusicherung einer vollen Teuerungszulage fuer alle Gehaltsempfaenger am 1. Januar 1972. Finanzminister Sapir und der Generalsekretaer der Histadrut Ben Aharon gehoeren der gleichen Partei (Maarach) an, und in dieser gab es tagelang heftige Debatten zwischen den Ministern und dem Gewerkschaftsfluegel. Nach einigem Zoegern lenkte Finanzminister Sapir ein und stimmte der Reduzierung der Preise fuer mehrere Sorten zu. Zu dieser Entscheidung brachte ihn wohl auch die ohnehin grosse soziale Unruhe in Israel, die sich in vielen Streiks (Krankenhaeuser, Post, Zollangestellte und Flughafen Lod) entlud. Fast alle Streiks bezogen sich auf den Beamtenapparat und den oeffentlichen Sektor und waren von der Gewerkschaft nicht genehmigt. Es waren also eigentlich “wilde” Streiks, und diese (besonders der ploetzliche Streik im Flughafen Lod) riefen bei der Regierung groesste Besorgnis hervor. Die Auffassung, dass eine genaue gesetzliche Regelung des Streikrechts und Verbot ploetzlicher, unangekuendigter Streiks notwendig sei, brach sich immer mehr Bahn. Darueber hinaus sahen alle in der Frage der Streiks eine grosse erzieherische Aufgabe, es gilt der Bevoelkerung Israels die harten Notwendigkeiten zu erklaeren, die mit der Abwertung verbunden sind. TEUERUNGSZULAGE FUER LOHNAUSGLEICH Soziale Gesichtspunkte wurden uebrigens bei der Umstellung des Kurses und seinen Folgen nicht vergessen. Gehaltsempfaenger bis zu 650 II monatlich erhalten fuer die naechsten Monate (bis zur allgemeinen Teuerungszul a g e) einen Sonderzuschlag, ferner wurden Kindergeld und Altersrenten erhoeht. Aber diese Massnahmen konnten die Befuerchtung verschiede n e r Schichten nicht bannen, die sich mit aller Kraft gegen eine Senkung des Lebenstandards wehrten. Dabei halten Finanzminister Sapir, Notenbank-Praesident Horowitz und fuehrende Nationaloekonomen dies fuer unerlaesslich. Bei den Debatten ueber Loehne und Preise klagte Finanzminister Sapir, er wisse nicht, wie er angesichts der Forderungen von allen Seiten einen neuen Etat fuer 1972 aufstellen solle. Die Regierung hatte vorgesehen, dass sie in diesem Jahre Kredite bis zu 650 Millionen IL bei der Staatsbank aufnehmen koenne, aber bis Ende August hatten die Kredite (die natuerlich inflationistisch wirken) wegen des hohen Fehlbetrages bereits die Grenze von einer Milliarde II ueberschritten, und es liegt kein Anzeichen dafuer vor, dass das Defizit im Staatshaushalt sich verringern wird. Der Finanzminister wollte mit der Abwertung, die nur eine Teilmassnahme (angesichts der viel weiter gehenden anderen Vorschlaege) ist eine Besserung der Exportsituation und eine Verringerung des Defizits in der Zahlungsbilanz um 150 bis 200 Millionen Dollar erreichen. Dies ist nur denkbar, wenn eine “Lohnexplosion” verhind ert wird und wenn den Streiks ein Ende bereitet werden kann. An sich muesste eine Abwertung immer von neuen Steuern begleitet sein. Zu dieser Massnahme griff man nicht, da die Regierung versprochen hatte, die Steuern bis zum Jahresende nicht zu erhoehen. Hoffnung wird daher auf die monetaere Politik gesetzt: Die Staatsbank hat eine fast voellige Krediteinfrierung verfuegt, eine Steigerung ist nur um 1% monatlich zulaessig. Die Kreditstrangulierung muss sich bald auf die Unternehmen auswirken und wird wahrscheinlich das bisherige sehr schnelle Wachstumstempo etwas bremsen. Die Reaktion der Gewerkschaft und der Bevoelkerung zeigte, wie schwer volkswirtschaftlich wohl begruendete Massnahmen durchzufuehren sind. Finanzminister Sapir operiert auf einem ausgesprochenen Minenfeld, und erst Anfang 1972 wird sich zeigen, ob die Abwertung wenigstens die bescheidenen Ziele erreichen kann, die der Finanzminister sich gesetzt hatte. Touristen, die Israel besuchen, haben durch die Abwertung natuerlich Vorteile. Sie muessen zwar den gleichen Dollarpreis in Hotels zahlen, sie erhalten jedoch beim Umwechseln 20% mehr in Pfunden. Da die Preiserhoehungen bei Waren weit unter 20% sind (und Touristen in vielen Faellen 15% Praemie bekommen), koennen auslaendische Besucher dementsprec h e n d billiger einkaufen und auch sonst ihren Aufenthalt preiswerter gestaelten. Max Wetzstein & Sohn Av U Montt MM Fono 4387» Nsubtslchen und Umarbeitungen Modirrut« importiert« Beangssloife n. 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