Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXIII (1971)
- Issue
- 9 (Septiembre, 1971)
- Date
- 1971-09-01
- Page
- Seite 16 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/8553624-8554971-9195266--6033-8555103- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
16 BOLETIN INFORMATIVO SEPTIEMBRE 1971 Speer: Fundición Rocomaco Soc. Lida. Santiago Concha 1671 umenschen allen Freunden und Bekannten ein gesundes Leschono Tauteo. CAMERAS HARRY KLEIN LIRA. Antonio Varas 2171 — Tel. 491814 wuenschen allen unseren Freunden ein Gutes Neues Jahr. Hans und Helga Hendel WALTER SCHÜFTAY Y CIA. Alameda 51 —::— Fono 393268 Wünscht der ganzen Kollektivität ein glückliches und gesundes Neues Jahr CORTE CAUDAS PERFECCION FIAMBRERIA LA PREFERIDA MERCED 833 Wünscht allen Kunden und Freunden ein Glückliches Neues Jahr FAMILIA JUAN VOEGELI “Nuernberg Kein Racheakt99 In einem Interview des New Yorker Magazins “Playboy” hat der ehemalige nationalsozialistische Ruestungsminister Albert Speer die Rechtsprechung in den Nuernberger Kriegsverbrecherprozessen als von “dauerndem Wert fuer die Menschheit” bezeichnet. Speer war in Nuernberg zu zwanzig Jahren Haft verurteilt und 1966 freigelassen worden. Er sagte, seiner Ansicht nach seien die Grundsaetze der Nuernberger Rechtsprechung eine “moralische Basis”, von der aus die Taten der Grossmaechte beurteilt w er d e n koennten. Er wies das Argument zurueck, dass die Nuernberger Prozesse ein Racheakt der Sieger gewesen seien. Das Prinzip von Nuernberg sei lebenswichtig und zaehle zu den “ermutigendsten und edlen Entwicklungen des 20. Jahrhunderts”. Zu gegenwaertigen Kriegen wie etwa zum Vietnamkrieg wollte Speer keine Erklaerung abgeben. Er sagte, seine eigene Schuld an den Schrecken des zweiten Weltkrieges verbiete es ihm, heute unbefangen ueber andere zu urteilen. Mesusot Bringen Glueck... Im Kupfergebiet Michigans, wo keiner es erwarten wuerde, verkaufen sich Mesusot leicht. Juden, die dort in den Ferien weilten, entdeckten in einem nichtjuedischen Laden ein ganzes Bord mit Mesusot, einige davon auffaellig in den Vordergrund gerueckt. Der Geschaeftsinhaber, befragt, ob er davon viel verkaufe, antwortete: “Sie meinen die Mesusot. Wissen Sie, die bringen Glueck ins Haus; sie sind ein juedisches Symbol“. “Aber hier wohnen doch kaum Juden” meinten die Besucher. “Das stimmt, wir verkaufen sie an Christen. Finden Sie nicht, dass auch die Christen sie ein wenig brauchen koennen?” PENSION GARTENHAUS Viña del Mar: Avenida Libertad 101 wünscht allen ihren Kunden, Freunden und Bekannten ein Gutes, Gesundes Neues Jahr Santiago: Arturo Prat 578 — Teléfono 397828 RICHARD WERNER SPIEGEL Avda. Irarrázaval 1232 Teléfono 494300 Cocktails. Barmitswah, Casamientos, Recepciobei. Ein herzliches Shana Totvah wuenscht allen seinen Freunden und Kunden Calzado para Caballeros Ahumada 146 Israels Jtmg,e Filmindustrie Von Sam Ben-Jaakow, Tel Aviv Israels kostspieligster und riskantester Industriezweig bis heute ist wahrscheinlich seine Filmindustrie. Kostspielig — weil jeder weiss, wieviel heute die Produktion eines abendfuellenden Films kostet, insbesondere wenn er in Farben gehalten ist — und riskant, weil die israelischen Filme, die sich bisher im Lande ausgezahlt haben und Erfolge wurden, recht selten sind. Aber die Filmproduzenten in Israel lassen sich von ihrer Arbeit nicht abhalten. Die israelische Bevoelkerung war seit je ein grosser Konsument von Leinwandstreifen — ueber 500 Filme aus der ganzen Welt werden jahraus jahrein importiert — und auch jetzt, 3 Jahre nach Einfuehrung des Fernsehens, ist das Interesse fuer gute oder aktuelle Streifen rege. Die kurze Geschichte der israelische Filmindustrie weist bereits eine ansehnliche Anzahl von Produktionen auf. Erfolgreich waren die Filme von Ephraim Kishon (Salach Schabati, Blaumilchkanal, Erwinke), der Regisseure Menachem Golan und Uri Sohar. Nebenbei versuchten sich auch zahlreiche andere Theaterleute und Liebhaber, in abendfuellenden Produktionen, doch mit kleinerem Erfolge oder gar Misserfolge. Ihre Streifen zahlten sich nicht aus, und so blieb es bei ihnen bei einem Film. Unter diesen Umstaenden nimmt es vielleicht nicht wunder, dass gerade die wenigen Berufsregisseure, die Filme fuer das breite Publikum drehten, ueberlebten. Das ist eine bittere Lehre fuer die ernsten Filmrezensenten, die von kuenstlerisch wertvollen Streifen traeumen — aber was ueberzeugt staerker als die Wirklichkeit? Augenblicklich werden in Israel einige neue Filme gezeigt, die diese Lehren bekraeftigen, obwohl nicht alle eingentlich zu dieser Gruppe Filme gehoeren. Das laesst sich von dem neuen abendfuellenden Dokumentarstreifen “Ich bin ein Jerusalemer” sagen. Sein Produzent ist ein populaerer israelischer Saenger und Musicalstar, Jehoram Ga’on, der uebrigens auch schon wiederholt in anderen israelischen Filmen auftrat. Nun hat er selbstaendig einen Film ueber die Heilige Stadt, seine Heimatstadt, gedreht, die, nuechtern ausgedrueckt, ein Liebeslied auf Jerusalem ist. Ga’on fuehrt durch den aelteren Teil der Stadt, wo die Orthodoxen und die orientalischen Gemeinden wohnen, dringt mit der Kamera in ihre Haeuser und Synagogen, ihre Schulen und Werkstaetten und singt ein Hohelied auf den kleinen Mann in Jerusalem. Auch die Jerusalemer Altstadt, die Araber, die Kirchen und Kloester, die Moenche und Nonnen sind hier alle versammelt, und in gefilmten Interviews mit bedeutenden Jerusalemer Persoenlichkeiten laesst Ga’on die Vergangenheit und Gegenwart der Stadt auf leben. Allerdings, das moderne heutige Jerusalem, die westliche Stadt, fehlt. Jehoram Ga’on singt zu diesem Dokumentarfilm eine Reihe speziell komponierter Lieder, ist auch Conférencier seines eigenen Films und laesst sich die ganze Zeit von einem huebschen Maedchen begleiten, das sehr viel laechelt, aber die ganze Zeit ueber schweigt. Ga’ons Jerusalem-Film koennte auch fuer das Ausland von Interesse sein. Die beiden uebrigen Filme, die augenblicklich Israels Koennen in der siebten Muse demonstrieren, sind weniger persoenlich und mehr dem breiten Publikumsgeschmack zugeschnitten. Uri Sohars “The Roosters” koennte man mit dem “Gockelhahn” uebersetzen. Dieser Streifen wurde vom inzwischen zu internationalem Ruhm aufgestiegenen Chajim Topol (“Anatevka” in London) produziert, wobei Topol auch die Hauptrolle spielt. Der Gockelhahn ist ein Sergeant der Armee, der am Suezkanal stationiert ist und vier Tage Urlaub nimmt, um sich im Hinterland (in Haifa) von seiner Frau zu scheiden. Auf der Heimfahrt hat der Held vier Begegnungen mit einsamen Frauen — einer Soldatin auf einem Wuestenflugplatz, einer amerikanischen Aerztin in Tel Aviv und zwei muessigen Playgirls — und alle vier werden vom lebensfreudigen und charmanten, Sex-Appeal ausstrahlenden Soldaten so weit betoert, dass sie sich ihm' hemmungslos an die Brust werfen. Uri Sohar und Chajim Topol zollten in diesem Film der augenblicklich in der Welt herrschenden Sexwelle Tribut und vermochten, wohl auch mit ihrer Hilfe, das Interesse des breiten Publikums fuer diesen Film zu sichern. Im uebringen zeigt dieser Streifen auch ein wenig von der dubiosen Frieden-Krieg-Atmosphaere im heutigen Israel, und seine Bilder vom Suezkanal sind eindrucksvoll und aktuell. Der dritte Film, der augenblicklich Israels kinofreudiges Publikum beschaeftig, ist “Die Koenigin der Landstrasse”. Dieser Streifen behandelt das Problem der Prostitution in Israel. Die Autrostrasse Tel Aviv — Haifa bildet in ihrer Tel Aviver Ausgang einen Tummelplatz fuer Gunstgewerbiérinnen, und die Geschichte einer derartigen, aus Marokko stammenden “Koenigin der Landstrasse” ist das Sujet. Ein etwas naiver Kibbuzchauffeur lernt das unglueckliche, gefallene Maedchen kennen und macht einen Versuch, sie aus dem Morast ihres Schilksals zu retten und in das normale Leben zurueckzufuehren. Doch sein Bemuehen misslingt, und am Schluss steht die enttaeuschte Gefallene wieder an ihrem einstigen “Arbeitsplatz”. Gila Almagor, eine bekannte israelische Buehnenschauspielerin, hatte die Idee fuer diesen Film, und gemeinsam mit dem Regisseur Menachem Golan verwirklichte sie' ihn. Sie spielt auch, sehr eindrucksvoll und ueberzeugend, die “Heldin”. Natuerlich muss ein Film auf ein solches Sujet viel Publikum anlocken, auch wenn die hiesige Kunstkritik sich von ihm distanziert hat und auch die vielen billigen Effekte geisselt, die Golan angewendet hat. Aber, die Wahrheit gesagt, der junge israelische Film braucht das breite Publikum mehr als erhebende Kunstkritiken. Nur mit seiner Unterstützung kann er ueberleben und vielleicht, in einer nicht allzu fernen Zukunft, auch kuenstlerisch wertvollere Filme herstellen,