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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1971-08-01 · 8 (Agosto, 1971) · p. Seite 18

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXIII (1971)
Issue
8 (Agosto, 1971)
Date
1971-08-01
Page
Seite 18 (sequence 18)
Language
German
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18 BOLETIN INFORMATIVO AGOSTO 1971 DAS LETZTE KAPITEL Eine Ehrung des Deutschen, der 7500 Juden rettete Es kam in diesen Tagen in Jerusalem zu einer merkwuerdigen Koinzidenz: die seit einiger Zeit geplante Ehrung von Georg Ferdinand Duckwitz, des Mannes, der in einer Schicksals stunde des Zweiten Weltkrieges die Rettung von 7.500 bedrohten Juden in Daenemark ermoeglicht hatte, fand fast genau zehn Jahre nach jenem 11. April 1961 statt, an dem der damalige israelische Generalstaatsanwalt Gideon Hausner die den Eichmannprozess eroeffnende Anklagerede gegen den “Spediteur des Todes” gehalten hatte. Nunmehr allerdings handelte Hausner in seiner Eigenschaft als Praesident von “Jad Waschern” — der Organisation, der die Doppelaufgabe obliegt, die Erinnerung an die Leidenszeit der Verfolgten des Hitlerregimes wachzuhalten, aber die Humanitaet derer zu ehren, die sich der Diktatur des Anti- Menschen widersetzt haben. Daher waren G. F. Duckwitz und seine (aus der Schweiz stammende) Gattin eingeladen worden, einen Baum in der “Allee der Gerechten der Menschheit” in Jerusalem zu pflanzen. “Diese Ehrung empfinde ich fast als ein. Zuviel”, erklaerte Duckwitz bei der kurzen Feier, die sich der Pflanzung anschloss. “Wenn ich sie akzeptiere, so ist es auch in Vertretung der andern, die ebenfalls ihr Bestes versucht haben, Leiden zu lindern und Unglueck zu verhueten. Wenn es auch nicht genug waren, so waren es doch nicht wenige, die ihr eigenes Gewissen zum Obersten Richter ihres Handelns gemacht hatten”. Dann fuegte Duckwitz noch eine bewegende, fast private Bemerkung hinzu: “Bewusst ist mir allerdings auch, dass ich das, was ich tat, nicht ohne die moralische Unterstuetzung einiger Kameraden und Freunde haette durchfuehren koennen — vor allem auch meiner Frau”. Anne- Marie Duckwitz war von Anfang an in die “Verschwoerung” mit eingeweiht und billigte das Handeln ihres Mannes vorbehaltlos. Himmler jedoch brachte die Sache vor Hitler und setzte seinen Willen durch. Da nach Durchfuehrung ernster Sabotageaktionen durch die Arbeiter in Daenemark dort sowieso ein “scharfer Kurs” eingeschlagen, das Parlament aufgeloest, die Regierung abgesetzt und der Koenig voellig isoliert worden war, glaubte Hitler auch in der “Judenfrage” keinerlei Ruecksichten mehr nehmen zu muessen. Die entscheidende, im September 1943 erlassene Anweisung lautete: “...Der Fuehrer hat angeordnet, dass der Abtransport der Juden aus Daenemark durchgefuehrt werden soll. Der Herr Reichsaussenminister bittet Dr. Best um Vorschlaege, wie der Abtransport durchgefuehrt werden soll, insbesondere um Angabe der notwendigen Polizeikraefte, damit diese von hier aus angefordert werden koennen”. Die technischen Vorbereitungen gingen ebenso schnell wie geheim vor sich. In diesem Augenblick begann Duckwitz, der ueber die Vorgaenge genau Bescheid wusste, zu handeln. Das spaeter ueber seine Gegenverschwoerung angefertigte Protokoll — das heute noch im Auswaertigen Amt in Kopenhagen liegt — erklaert: “.. .am Montag nachmittag des 27. September 1943 nahmen die Mitglieder des Daenischen Volkethings Hans Hedhoft und H. C. Hansen an einer illegalen Zusammenkunft im Versammlungsgebaeude in der Roemersgade in Kopenhagen teil... Sie erwarteten dort den deutschen Schiffahrtssachverstaendi gen Georg Ferdinand Duckwitz. .. Duckwitz hatte am Montag um eine sehr dringende Unterredung gebeten. Als Duckwitz sich einfand, teilte er den Teilnehmern der Zusammenkunft mit, die Festnahme und Deportation der Juden sei beschlossen worden; die Aktion solle am nachfolgenden Freitag oder Samstag vor sich gehen und die dafuer notwendigen Schiffe laegen vor Anker. Duckwitz forderte die Teilnehmer der Zusammenkunft auf, alles zu tun, um die etwa 8.000 Juden zu warnen. Die Teilnehmer... hatten unbedingt den Eindruck, dass Duckwitz im Besitz authentischer Nachrichten sei”. DIE WARNUNG Duckwitz konnte die Juden Daenemarks vor dem sie bedrohenden Deportationsschicksal rechtzeitig warnen, da er in seiner Eigenschaft als der Schiffahrtsexperte des Reichskommissars Dr. Best Kenntnis von der Schiffskonzentration im Kopenhagener Hafen hatte, die der Deportation in den Osten dienen sollte. De facto hatte er aber schon vorher mit seiner Rettungsaktion begonnen, denn obschon die Nazibehoerden in der ersten Zeit nach der Okkupation Daenemarks im April 1940 eine anscheinend liberale Linie einschlugen, war er realistisch genug, den spaeten Kurs zu ahnen. Wenn immer er Juden direkt oder indirekt erreichen konnte, riet er ihnen, das Land so schnell wie moeglich zu verlassen. Aber nur einige folgten seinem Rat — nicht zuletzt wohl aus dem Gefuehl der Geborgenheit, das ihnen die offensichtliche menschliche Solidaritaet gab, die das daenische Volk in seiner ueberwaeltigenden Mehrheit den Juden gegenueber zeigte. Zu Beginn des Jahres 1942 glaubten Himmler und Heydrich, dass nunmehr auch in Daenemark die Zeit zur “Loesung der Judenfrage” gekommen sei. Als jedoch Koenig Christian X, die Nazibehoerden wissen liess, dass er im Falle der Einfuehrung der Nuernberger Gesetze in seinem Lande abdanken wuerde, fuerchtete vor allem Reichsaussenminis t e r Ribbentrop, dass diese Geste bei der koenigstreuen daenischen Bevoelkerung geradezu eine antideutsche Revolution ausloesen koennte. Er schrieb daher auf das Aktenstueck, das ihn ueber die Haltung des Koenigs und seines Volkes informierte: “Nicht insistieren”. HIMMLER GREIFT DURCH Die Lage der Juden in Daenemark blieb sogar noch unveraendert, nachdem Dr. Werner Best dort als Reichskommissar eingesetzt worden war. Die daenischen Juden — und insbesondere auch die weit ueber tausend juedischen Emigranten aus Deutschland — waren nach dieser Ernennung jedoch von Unruhe erfuellt, denn Best war schon im Jahre 1931 unruehmlieh bekannt geworden als der Autor der beruechtigten “Boxheimer Dokumente”, die er als Rechtsberater der Nazi-Partei in Hessen verfasst hatte. Allerd i n g s wussten die Juden in Daenemark nicht, dass Dr. Best inzwischen zu den Gegnern von Himmler und Heydrich uebergegangen war. Selbst Ende April 1943 noch berichtete Best nach einem Gespraech mit dem daenischen Staatsminister Scavenius nach Berlin: “...die Aufrollung der Judenfrage wuerde... bei allen verfassungsmaesigen Faktoren des daenischen Staats auf Widerstand stossen. .. Die Judenfrage spielt quantitativ und sachlich in Daenemark eine so geringe Rolle, dass zur Zeit keine praktische Notwendigkeit fuer besondere Massnahmen zu erkennen ist”. . DIE RETTUNGSAKTION Duckwitz, nach allen Berichten im Zustand hoechster Erregung, verschwand so unauffaellig, wie er gekommen war. Seine Informationen waren klar und detailliert genug gewesen, um eine ganze Kettenreaktion hervorzur u f e n. Man beschloss eine gemeinsame Warn- und Rettungsaktion im groessten Masstabe; Hedhoft uebernahm es, den voellig ueberraschten Praesidenten der Juedischen Religionsgemeinden von Daenemark, C. B. Henriques, zu informieren, der allerdings nur sehr schwer davon zu ueberzeugen war, was die Stunde geschlagen hatte. Henriques veranlasste dann, dass die am juedischen Neujahrstag in den Synagogen versammelten Beter die Aufforderung erhielten, “unterzutauchen” und sich gleichzeitig zur Flucht bereitzuhalten. Die sozialistischen Parteigenossen Hedhofts instruierten ihrerseits die Arbeiterschaft von Kopenhagen und der daenischen Provinz zur Unterstützung der Tauchaktion durch Obdachgewaehr u n g. Ebenso wurde eine ganze Notflotte organisiert und — die schwedische Regierung von der geplanten “Invasion” in Kenntnis gesetzt. Zwecks Anfertigung von Gardinen und Installationen von Leisten aller Art Klais Grube y g& um Miguel Claro 858 — Telefon 40145 Gerne zeigen wir Ihnen auch Stoffe aus unserem reichhaltigen Lager. K0M0EQPATHISCHE APOTHEKE Central de Homeopatía Hahnemann Santiago, Sto. Domingo 1022 - Tel. 88290 Vollstaendiges Lager an Homoeopathischen Medikamenten. Buecher ueber Homoeopathic. Importierte und chilenische Heilkraeuter BLUSAS FALDAS Die Nazifunktionaere, von Gestapo-Poliz i s t e n unterstuetzt, begannen ihre Razzien auf Juden und Halbjuden in der Nacht vom 1. zum 2. Oktober — fast auf die Stunde genau, die Duckwitz vorausgesagt hatte. Es war die Absicht, alle Gefangenen auf die im Hafen wartenden Schiffe zu bringen. Tatsaechlich fassten die Haescher nur eine kleine Zahl, die die Hiobsbotschaft einfach nicht hatten glauben wollen oder die sich physisch oder psychisch nicht imstande sahen, das Abenteuer der Flucht zu wagen. Die meisten der listenweise Gesuchten waren bereits in der Nacht der Judenjagd von hilfsbereiten christlichen Daenen in ihren Wohnungen versteckt, eine Anzahl auch als “Patienten” in Krankenhaeusem aufgenommen worden, nicht nur in Kopenhagen, sondern auch in der Provinz. Die Evakuierung auf kleinen und kleinsten Schiffen nach Schweden zog sich ueber mehrere Wochen hin. Ebbe Munk, der Leiter des geheimen daeni sehen Nachrichtendienstes, und sein Assistent Leib Hendll hatten die Fluchtroute organisiert. Als Eichmann erfuhr, dass ihm fast alle daenischen Juden — und die nach Daenemark gefluechteten deutschen Juden — durch die Faenge gegangen waren, bekam er einen regelrechten Wutanfall. Er fuhr selbst nach Daenemark, “um Ordnung zu schaffen”. Er befahl alles zu tun, um den “Saboteur”, der gewagt hatte seine Plaene zu durchkreuzen, ausfindig zu machen. Der ging, Harmlosigkeit vortaeuschend, weiter in sein Buero, auf jeden Fall aber trug er eine Cyankalikapsel bei sich, ebenso seine tapfere Frau. Das ist die Geschichte des Judenretters Duckwitz, der jetzt in Jerusalem geehrt wurde. ERICH GOTTGETREU Das Fernsehen in Israel Seit 1967 hat der Verkauf von Fernsehapparaten in Israel stark zugenommen. In jenem Jahr fanden sich Kunden fuer nur 6270 Apparate, im folgende Jahr 1968 wurden schon ueber 92.000 verkauft und im Jahre 1969 gar 193.000 Apparate. Jedoch scheint sich diese rapide Entwicklung im Jahre 1970 verlangsamt zu haben. Ueberwiegend war die Kundschaft juedisch, denn fuer sie war die Einfuehrung von Televisionsprogrammen in Israel neu, waehrend die Araber in den verwalteten Gebieten (und zum Teil auch in Israel) schon vorher die Fernsehprogramme arabischer Laender empfingen und deshalb mehr Apparate besassen. Man kann annehmen, dass gegenwaertig in den Haeusern von ueber einem Drittel der Bevoelkerung ein Fernsehapparat steht — trotz der hohen Preise. Im Lande produzierte Apparate kosten 1500/1800 IL und importierte 1800/2200 IL. Die steuerliche Belastung belaeuft sich auf etwa 1000 IL pro Apparat.

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