Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXIII (1971)
- Issue
- 7 (Julio, 1971)
- Date
- 1971-07-01
- Page
- Seite 20 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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20 BOLETIN INFORMATIVO JULIO 1971 UMSCHAU BUNDESREPUBLIK JUEDISCHE JUGENDZEITSCHRIFT "SCHALON" Seit einigen Jahren erscheint in Nürnberg die jüdische Jugendzeitschrift “Schalom”. Die Herausgeber, Henry Majngarten und Hermann Herz, haben diese Zeitschrift nun in neuer Form herausgegeben. In Heft 14/1971 (April-Mai-Juni) befasst sich der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Heinz Galinski, mit dem Thema “Die jüdische Jugend und das Establishment”, und der Chefredakteur der “Allgemeinen unabhaengigen jüdischen Wochenzeitung”, Hermann Lewy, erörtert die Frage “Hat die jüdische Jugend in Deutschland eine Zukunft?”. TUMULT IN BERLINER GERICHTSSAAL Vor einem Westberliner Schwurgericht ist der frühere SS-Sturmbannführer und stellvertretende Leiter des Judenreferats im Reichssicherheitshauptamt, Dr. Kurt Venter, von der Anklage auf Beihilfe zum Mord freigesprochen worden, ebenso der ehemalige Kriminalbeamte Max Grautstück, hier wegen mangelnden Beweisen. Das nach einer Verhandlungsdauer von 16 Monaten gefaellte Urteil löste unter den Zuhörern im Gerichtssaal Tumulte aus. Sie riefen “alte Nazis”, “Schandurteil” und wurden, waehrend sie die “Internationale” sangen, aus dem Saal gewiesen. Venter, dem Vertreter Otto Bovensiepens im Judenreferat, war die Beteiligung an der Deportation von über 20.000 Juden zur Last gelegt worden. Der Staatsanwalt hatte für ihn eine fünfjaehrige Freiheitsstrafe beantragt. Im Namen der über 40 Nebenklaeger aus den Vereinigten Staaten, Kanada und Israel hatte Rechtsanwalt Dr. Robert M. Kempner, der ehemalige amerikanische Anklaeger im Nürnberger Prezess gegen die prominenten Naziführer, eine Freiheitsstrafe von zehn Jahren gefordert. Das Schwurgericht hat sein Urteil damit begründet, dass man Venter die Mitwirkung an der “Endlösung” nicht mit voller Sicherheit habe nachweisen können (die Opfer müssten wohl selbst Zeugnis ablegen..., Red.). Der Staatsanwalt hat einen Revisionsantrag angekündigt. INTERNATIONALER JOEDISCHER FRAUENRAT Die erste europaeische Konferenz des kürzlich gegründeten Europakomitees des Internationalen Jüdischen Frauenrats fand Ende Mai in Basel (Schweiz) statt, an der auch der Jüdische Frauenbund in Deutschland teilnahm. Der Internationale Jüdische Frauenrat, dem Verbaende aus 23 Laendern angehören, umfasst mehr als 600.000 jüdische Frauen und hat beratenden Status bei UNICEF, ECOSOC und UNESCO. Die Delegierten berichteten in der zweitaegigen Konferenz über ihre Arbeit und Probleme und hörten Referate über die Lage der Juden in Europa sowie über die Bedeutung des Judentums im modernen Leben. In Arbeitsgruppen wurden aktuelle Themen, wie die Rolle der Familie in der jüdischen Erziehung, Judentum und rebellierende Jugend, und Probleme der Mischehen diskutiert. Die Tagung fand unter Vorsitz der Vizepraesidentinnen des Internationalen Jüdischen Frauenrats, Frau M. Braynis (England) und Frau T. Hacker (Basel) statt. Der “Jüdische Presse-Dienst”, Düsseldorf, brachte in seiner Juni-Ausgabe folgende ERKLAERUNG DES ZENTRALRATS Das Direktorium des Zentralrats der Juden in Deutschland befasste sich mit einigen publizistischen Erscheinungen, die zu Sorge und Befremdung Anlass geben. In letzter Zeit wurde bei Angriffen auf Publizisten, deren Tendenz dem Herausgeber oder dem Redakteur missfiel, die Zugehörigkeit zur jüdischen Gemeinschaft oder die jüdische Abstammung besonders hervorgehoben. Hierin liegt ein Appell an antisemitische Ressentiments, der ebenso ungehörig wie unzulaessig ist. Was der Bundesgerichtshof über die Volks Verhetzung durch Kennzeichnung eines Wahlbewerbers als Juden geaeussert hat, gilt auch für publizistische Auseinandersetzungen, insbesondere wenn sie politischen Charakter haben. Autoren und Kommentatoren können im Rahmen des Grundgesetzes der Bundesrepublik ihre Meinung frei verkünden, ohne dass man ihnen ihre Herkunft oder ihr religiöses Bekenntnis vorhaelt. Andererseits sieht das Direktorium des Zentralrats Veranlassung, mit Nachdruck festzustellen, dass die Auffassungen eines jüdischen Autors nur Ausdruck seiner eigenen Meinung sind und es als Missbrauch anzusehen ist, wenn derartige Stellungnahmen als Meinung der jüdischen Gemeinschaft interpretiert werden. KAIROER KRIEGSVORBEREITUNGEN Der aegyptische Praesident Sadat hat die Gouverneure der aegyptischen Provinzen zu Militaergouverneuren ern a n nt und ihnen weitreichende Sondervollmachten eingeraeumt. Sie sollen ihre Provinzen nach den Worten von Informationsminister Mohammed F a i k “auf den Kampf” vorbereiten. Wie die Kairoer Zeitungen berichteten, erklaerte Aussenminister Riad, Aegypten habe jetzt keine andere Wahl mehr, als sein von Israel besetztes Land mit militaerischen Mitteln zu befreien. “Ich bin den ganzen Weg in Richtung auf eine friedliche Loesung gegangen und habe nichts mehr anzubieten”, soll Riad vor Beamten seines Ministeriums geaeussert haben. SS-BUECHER FUER AEGYPTEN Ein verbotener Transport von beschlagnahmten NS- Buechern beschaeftigt die Bonner Justiz. Wegen “Arrest- und Siegelbruchs” muessen sich der Verleger Helmut Cramer (46) aus dem Rhein-Sieg- Kreis und seine 44 jaehrige Ehefrau verantworten, weil sie ueber 2000 von der Staatsanwaltschaft beschlagna h m t e Buecher heimlich nach Kairo transportiert haben. Gegen Cramer, der in seinem 1961 in Niederpleis (Sieg) gegründeten “Ring-Verlag” Kriegsliteratur der Waffen-SS herausgab, war bereits 1963 ein Verfahren wegen Veroeffentlichung staatsgefaehrde n d e r Schriften und oeffentlicher Verwendung von NS-Kennzeichen eingeleitet worden. Damals wurden 2100 Baende “Lebe gefaehrlich” und “Wir kaempften — wir verloren” des einstigen SS-Offiziers Otto Skorzeny sowie “Standarten-Oberjunker Norman” von Günther Werdorf beschlagnahmt, verschlossen und versiegelt. Siegel und Schloss liess Cramer 1965 aufbrechen und die Buecher nach Kairo verladen, waehrend er mit seiner Frau verschwand. Im Oktober 1968 kehrten beide zurueck. UEBER 12000 VERURTEILTE Seit Mai 1945 sind in der damaligen sowjetischen Besatzungszone und jetzigen DDR 12825 Menschen wegen Kriegsverbrechen waeh re n d der NS-Zeit verurteil worden. Diese Zahl nannte der Generalstaatsanwalt der DDR in einer vom SED-Zentralorgan “Neues Deutschland” veroeffentlichten Erklaerung anlaesslich der 27. Tagung der UNO- Menschenrechtskommission in Genf. HOECHSTE USA- AUSZEICHNUNG FUER SAMUEL GOLDWYN Ueberraschend hat der amerikanische Filmproduzent Samuel Goldwyn kuerzlich die “Medal of Freedom”, die hoechste Zivilauszeichn u n g der Vereinigten Staaten, aus der Hand von Praesident Richard Nixon erhalten. Der 89 Jahre alte Filmpionier Goldwyn wurde erst wenige Minuten vor dem Eintreffen Nixons in Hollywood von dem Besuch und seinem Zweck informiert. Goldwyn, der aus dem Warschauer Ghetto stammt und mit elf Jahren in die USA auswanderte, begann seine Laufbahn als Handschuhmacher in New York. ENTFUEHRUNGS-VERSUCH IN KOELN Wegen ihrer Beteiligung an dem Versuch, den in Koeln lebenden frueheren Leiter der Sicherheitspolizei in Paris, Dr. Kurt Lischka, zu entfuehren, wurde Beate Klarsfeld im Koelner Landgerichtsgebaeude verhaftet. Die durch die “Kiesinger-Ohrfeige” bekanntgewordene fruehere Sekretaerin der deutschen Botschaft in Paris war als Dolmetscherin des frueheren franzoesischen Widerstandskaempfers Ralf Feigelson von Paris nach Koeln gekommen. Feigelson wollte der deutschen Justiz Belastungsma t e r i a 1 ueber Lischka sowie den frueheren Gestapochef von Bordeaux, Herbert Hagen, und den FDP- Bundestagsabgeordneten Ernst Achenbach, der waehrend des zweiten Weltkrieges an der deutschen Botschaft in Paris taetig gewesen sein soll, ueberreichen. Eine Gruppe um den Pariser Journalisten Serge Klarsfeld, Beates Ehemann, hatte am 22. Maerz in Koeln versucht, den dort als Prokuristen arbeitenden Dr. Lischka auf offener Strasse zu entfuehren, war daran jedoch durch Passanten gehindert worden. Der Haftbefehl gegen Beate Klarsfeld lautet auf “versuchte schwere Freiheitsberaubung, versuchte Noetigung und schwere, weil gemeinschaftlich begangene Koerperverlet- H0M0E0PATHISCHE APOTHEKE Central de Homeopatía Hahnemann Santiago, Sto. Domingo 1022 - Tel. 88290 Vollataendifes Lager an Homoeopathischen Medikamenten. Buecher ueber Homoeopathic. Importierte und chilenische Heilkraeuter FIAMBRERIA 0S0RN0 WOLFGANG SCHIROKAUEB Avenida Yrarrásaval 1100 Telefon: 417472 Stefan Laskowitz Joyero Ahumada 254 - Local 10 Fono 69464 SUCHE Einen erstklassig gehaltenen Gebrauchtwagen zu sehr intclrec.santen Zahlungsbedingungen zu kaufen. Naeheres Telefon 7455X2. SAN ANTONIO 367 FONO 31238 k- SANTIAGO A zung”. Der Haftrichter erweiterte diesen Haftbefehl, nachdem ihm Frau Klarsfeld erklaert hatte, mit ihrer Gruppe habe sie weitere aehnliche Entfuehrungen geplant. Bereits frueher hatte sie mitgeteilt, dass sie mehr als 300 Adressaten fuer aehnliche Aktionen in der Bundesrepublik kenne. GEBET UND HERZ Wer regelmaessig betet, wird seltener herzkrank! Dies war das Ergebnis einer wissenschaftlichen Untersuchung, die vor sieben Jahren in Israel begonnen und deren Ergebnis jetzt veroeff entlieht wurde. Rund 10.000 juedische Regierungs- und Gemeindebeamte gaben Antwort auf die Fragen, ob sie “jeden Tag, hin und wieder oder nur sehr selten bzw. nie” in die Synagoge gingen. Dabei stellte sich heraus, dass unter den taeglichen Betern nur 29 von Tausend an einer Herzschwaeche leiden. Bei den gleichgültigeren Synagogengaengern liegt die Zahl der Erkrankungen schon bei 39, bei denen, die ueberhaupt keinen Kontakt mehr zur Gemeinde haben, sogar bei 56 p'ro Tausend. In einer zweiten Untersuchungsreihe soll nun ermittelt werden, welche Folgen fuer die Gesundheit das Einhalten der rituellen Nahrungsvorschriften und das Rauchverbot am Schabbat haben. Zugleich interessiert man sich dafuer, wie weit taegliches Gebet innere Spannungen mindert und damit die seelische Verfassung guenstig beeinflusst. "Juedische Wochenzeitung", Duesseldorf ANZEIGEN¬ ANNAHME PORTUUM 810 Daunendecken Neubeziehen und Ausbessern sewie alle Federarbeiten ln bester Ausfuehrung uebernlmait Frau Ilse Philipp LINCOYAN 862, altos Ecke Av. Italia & Yrarräzaval Yrarräzaval Hoehe 700 Importierte Stoffe und Inlett fuer Daunendecken am Lager TELEFON 498322 Bettwaesche-Aussteuer <ác*s 1037 0/8514 - La Nación 6605