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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1971-05-01 · 5 (Mayo, 1971) · p. Seite 9

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MAYO 19n 9 BOLETIN INFORMATIVO IFR FUER ISRAEL “Das Deutsche Komitee Pro Palaestina zur Foerderung der Juedischen Palaestinasiedlung wird in der Ueberzeugung, dass der Aufbau der im Palaestinamandat vorgesehenen Heimstaette fuer das juedische Volk als ein Werk menschlicher Wohlfahrt und Gesittung Anspruch auf die deutschen Sympathien und die taetige Anteilnahme der deutschen Juden hat, bemueht sein, die deutsche Oeffentlichkeit ueber das juedische Kolonisationswerk in Palaestina aufzuklaeren, die Beziehungen zwischen Deutschland und Palaestina zu pflegen und allgemein die Erkenntnis zu verbreitern, dass das juedische Aufbauwerk in Palaestina ein hervorrage:j.i'.es Mittel fuer die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung des Orients, fuer die Ausbreitung deutscher Wirtschaftsbeziehungen und fuer die Versoehnung der Voelker ist”. Das ist der Text des Programms des Pro Palaestina- Komitees, das vor 1933 in Deutschland bestand und dem namhafteste Persoenlichkeiten aus allen Schichten der deutschen sowie der deutschjuedischen Bevoelkerung angehoerten. Die Mitgliederliste begann mit dem damaligen Koelner Oberbuergermeister Dr. Konrad Adenauer. Aber aus allen Parteien und Gruppierungen hatten sich diese Persoenlichkeiten zu der Gesellschaft gesellt. Hier sollen doch einmal einige Namen genannt werden, die zeigen, welchen Rueckhalt diese Aktion damals in Deutschland hatte: Rabbiner Dr. Baeck. Preussischer Kulturminister Prof. Dr. Becker. Georg Bernhard, Chefredakteur der “Vossischen Zeitung”. Kurt Blumenfeld, Vorsitzender der Zionistischen Vereinigung fuer Deutschland. Oberbuerger m e i s t e r M. Brauer, Altona. Preussischer Ministerpraesident O. Braun. Dr. R. Breitscheid, M. d. R. Professor Dr. Martin Buber. Reichsminister a. D. Dr. Dernburg, M. d. R. Dr. Herbert Foerder, Berlin. Domkapitular Praelat Prof. Dr. Kaas, M. d. R. Dr. h. c. Florian Kloechner, M..d. R. Thomas Mann. Reichskanzler a. D. Hermann Müller, M. d. R. Fritz Naphtali, Berlin. Prof. Dr. Franz Oppenheimer, Frankfurt/Main. Staatssekretaer Dr. Puender (Reichskanzlei). Freiherr von Richthofen, Ministerialdirigent im Auswaertigen Amt. Staatssekretaer Dr. von Schubert (Auswaertiges Amt). Oscar Wassermann, Direktor der Deutschen Bank, Praesident des Keren Hajessod (Juedisches Palaestinawerk e. V.). Diese wenigen Namen stehen fuer die lange Liste derer, die sich hier zu der Aktion der juedischen Ansiedlung in dem damaligen Palaestina bekannten. Das Entscheidende der langen Liste der Persoenlichkeiten war, dass sie aus so vielen geistigen Richtungen in diesen Gedanken vereint wurden. Jetzt, 25 Jahre nach der furchtbaren Zeit der Judenverfolgung durch die Nationalsozialisten gibt es die jaehrliche Sammelaktion Magbit des Keren Hajessod. Henry Ehrenberg, Industrieller in Knittlingen/Wuerttemberg und in Naharya/ Israel, leitet diese Aktion und ist unermuedlich dafuer taetig, besonders fuer die Ansiedlung der Juden, die jetzt nach Israel, hauptsaechlich aus den Ostblocklaendern, stroemen, Geld zusammenzubringen. “Die deutschen Juden spenden pro Seele zwischen 1.000,— und 3.000,— DM pro Jahr. Es kommt ganz darauf an, in welcher Gegend Deutschlands sie leben. Das ist etwas unterschiedlich”. Das sagte Henry Ehrenberg zu den grundsaetzlichen Leistungen der juedischen Gemeinschaft in Deutschland. Wir feiern SCHWUOT Sonnabend, den 29. Mai, 18,30 Uhr FESTGOTTESDIENST mit anschliessendem ABENDESSEN Volkslieder, 1 '' 1 Filme Karten (P 40.-) bis 26. Mai im Gemeindebiiro NEUER SEKRETAER DER DEUTSCH- ENTSALZUNG VGN ISRAELISCHEN GESELLSCHAFT: Geboren wurde dieser schmale, zurueckhaltende junge Mann 1939, ein halbes Jahr, bevor der Krieg Europa erzittern liess. In seiner Geburtsstadt Merseburg lebte er bis 1950, dann gingen die Eltern aus der DDR fort nach Westberlin. Bis 1968 studierte er nach seinem Schulabschluss in Westberlin an der Freien Universitaet Geschichte, politische Wissenschaften und Publizistik. “Die Presse des Central-Vereins der deutschen Staatsbuerger jue d i s c h e n Glaubens” lautete der Titel der Doktorarbeit, die ihm Professor Fritz Eberhard, der Leiter des Instituts fuer Publizistik stellte. Hier zeigte er bereits sein Interesse fuer die juedischen Fragen in Deutschland. Von Berlin ging er zum Saarlaendis chen Rundfunk nach Saarbruecken, wo er stellvertretender Leiter des Schulfunks wurde. Aber nicht nur fuer seinen Sender, sondern auch fuer den Suedwestfunk, Radio Bremen und den Sender Freies Berlin gestaltete er Sendungen ueber juedische Geschichte und die innen- und aussenpolitischen Probleme Israels. In Berlin hatte er bereits mit einer Arbeitsgruppe der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, der DIG, begonnen, Unterrichtsmodelle fuer juedische Geschichte zu entwerfen, die gleichzeitig auch in Nordrhein-Westfalen entwikkelt wurden. Mit dem Jerusalem-Seminar der DIG flog er nach Israel, wo er neue Anregungen fuer diese Arbeiten empfing. Fuer die Bundeszentrale fuer Politische Bildung verfasste er ein Unterrichts - Dr. Reiner Bernsiein heft “Das juedische Volk in der Weltgeschichte”. 920.000 Exemplare betrug die erste Auflage und weitere 100.000 Exemplare werden jetzt neu aufgelegt. Reiner Bernstein lernt Hebraeisch. Er ist der Meinung, dass man heute in Israel die Sprache kennen muss, um sich mit allen Schichten in der Bevoelkerung, vor allem mit den Jungen zu verstaendigen. Von Bonn aus will er nun auch die Rundfunkarbeit fortsetzen. Fuer die vier Sender, fuer die er schon etliche Sendungen ueber juedische Fragen gestaltete, will er jetzt eine fuenfteilige Sendereihe mit je 30 Minuten ueber die juedische Geschichte bis zur Neuzeit produzieren, “Wandel des juedischen Selbstverstaennisses”, “Die wirtschaftlichen Funktionen der Juden”, “Der kulturelle Beitrag der Juden in Deutschland”, “Der Antisemitismus” und “Der Zionismus” sind die fuenf Bereiche dieser Sendungen, die im Schulfunk ausgestrahlt wer - den sollen. Zum ersten Mal will man den Versuch unternehmen, gleichzeitig schriftliches Material fuer die Schulen vorzubereiten, das in einer Auflage von 12.00 OExemplaren in einer ersten Serie gedruckt wird. Ueber seine neue Arbeit in der Deutsch-Israelischen Gesellschaft freut sich Herr Dr. Bernstein. Er will viele Ideen verwirklichen, die er aus seiner publizistischen Arbeit mitgebracht hat. R. V. (Deutschland - Berichte) 70 JAHRE “HU.FSVEREIN DER DEUTSCHEN JUDEN d Am 28. Mai 1901, vor jetzt sieben Jahrzehnten, wurde in Berlin der “Hilfsverein der deutschen Juden” ins Leben gerufen. Dies geschah aus der Erkenntnis heraus, dass an die Stelle improvisierter, kurzfristiger, Hilfsausschuesse eine staendige Koerperschaft zur Linderung der Not der — damals — in Osteuropa verfolgten und bedraengten und aus diesen Gebieten durch Mitteleuropa nach Uebersee auswandernden Juden zu treten haette. Mit dem liberalen Politiker Dr. Paul Nathan, dem Bankier Eugen Landau (spaeter spanischer Generalkonsul in Deutschland) und den Rabbinern Marcus Horowitz und Hirsch Hildesheimer gehoerte Dr. James Simon zu den Gruendern dieser Organisation, die zu grossen Aufgaben berufen sein sollte. Simon selbst blieb bis zu seinem Tode (1932) Vorsitzender dieser Organisation. Was der “Hilfsverein” in der juedischen Welt bis 1933 bedeutete, war nur relativ Wenigen bekannt, da sich die westliche Judenheit in jener Epoche nur ir_ verhaeltnismaessig-kleinem Umfange an den grossen Hilfsaktionen fuer das notleidende Judentum beteiligte. Dabei sollen die ruehmlichen Ausnahmen echter Philantropen in London und New York, in Paris und Berlin keineswegs uebersehen werden. Doch fuer sehr viele deutsche Juden, als ueber sie die Katastrophe von 1933 hereinbrach, praesentierte sich der “Hilfsverein” als etwas absolut-Neues; sie wussten vielfach nicht, dass ihm reiche Erfahrungen auf den Gebieten juedischer Hilfe zur Verlegung standen. Dass die Situation im “Dritten Reiche” dann ganz andere Mittel und Methoden erheischte, konnte nicht vorausgesehen werden. Doch, dass vielen unserer Brueder und Schwestern aus der Braunen Hoelle durch Wege, die der Hilfsverein ersann, herausgeholfen werden konnte, ist ebenfalls wahr; dass alles letztlich unzureichend war, lag an der Ohnmacht gegenueber der furchtbaren Realitaet. Ohne die dreissigjaehrige Vorarbeit des “Hilfsvereins der deutschen Juden”, waere ganz gewiss bedeutend weniger an produktiver Hilfe vollbracht worden; deshalb sei der Gruendung dieser Organisation und der Menschen, die mit dem besten Willen an ihrem Ausbau arbeiteten, am 70. Geburtstage dieser Schoepfung dankbar gedacht. C, W. MEERWASSER Neben den Bohrungen nach Suesswasser verfolgt die Gesellschaft Mekorot Plaene zur Entsalzung von Meefwasser. Das grosse Projekt einer Entsalzungsanlage unter Benutzung von Atomkraft musste zurueckgestellt werden. Dagegen werden Versuche der Entsalzung unter Verwendung konventioneller Energie fortgesetzt. Kuerzlich wurde in Elath im Anschluss an die bestehen de Entsalzungsstation eine zweite Anlage in Betrieb gesetzt, die taeglich 3000 Kubikmeter Meerwasser in Suess Wasser um wandeln kann. Beide Anlagen koennen taeglich 7000 Kubikmeter entsalzen. Die Entsalzungsanlage in Elath hat wegen ihrer Leistungsfaehigkeit und der guten Qualitaet des Wassers internationale Anerkennung gefunden. Das entsalzte Meerwasser enthaelt heute weniger als fuenf Miligramm Chlor je 1 Liter und wird vor Lieferung an den Verbraucher mit Suesswasser aus Brunnen ge mischt, das in der Umgegend von Elath (Arawa) gebohrt wurde. 'MEIN KAMPF" IN SPANIEN Wie die faschistische Vergangenheit in Spanien bewaeltigt wird, zeigt die Madrider Pfarrbuecherei “Club 2-08” der katholischen Kirchengemeinde San Gerardo in Madrid-Carabanchel. Dort wird oe ff entlieh Adolf Hitlers “Mein Kampf” als Titel 45 angeboten. Angeblich ist das kein Einzelfall faschistischer Seelenmassage. Die Feststellung, dass dies ein unfreundlicher Akt gegenueber der deutschen Bundesrepublik sei und ausserdem gegen die Richtlinien der bayerischen Regierung verstosse, die saemtliche Rechte aus diesem Buch besitzt, ficht den verantwortlichen Pfarrer Pedro Alarcön nicht an. Die Kehrseite der Medaille: Ein Verlag in San Sebastian wurde gerichtlich belangt, weil er “Das Kapital” von Karl Marx in Spanien herausbringen wollte. Er wollte 3000 Exemplare drucken; bereit': die zehn Andrucksexemplare des Buches wurden beschlagnahmt. Dabei ist dieses Werk im Madrider Grosskaufhaus “Galerias Preciados” bereits seit 1966 zu erwerben, und es wird in Argentinien gedruckt. ANZEIGEN. ANNAHME bás zum 10. Juni iin Portugal 810 53136370 3737 3903

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