Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXIII (1971)
- Issue
- 2 (Febrero, 1971)
- Date
- 1971-02-01
- Page
- Seite 9 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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FEBRERO 1971 BOLETIN INFORMATIVO 9 Deu tschsp rach iger Teil des IN FOBMATIVO Brief aus USA: WILLY BRANDT - DER MANN DES JAHRES von Kurt. R. Grossmann Seit 43 Jahren kommt TIME Buendnis bleibt die Basis un-i MAGAZINE mit dem “Mann serer Sicherheit. Die Bundesdes Jahres” heraus, dessen republik kann nur unter dem Persoenlichkeit von der Ge- Schutze dieses Sicherheitssy- | samtredaktion des bekannten stems eine aktive Rolle in der Magazins aus den Hunderten Entspannung zwischen Ost von Vorschlaegen, die die Le- und West spielen”. j ser machen, ausgewaehlt wird. In diesem Jahre lagen der Redaktion als Kandidaten Pierre Trudeau, Walter Hickel, Richard Nixon und viele andere OSTPOLITIK DER REALITAET Diese grundsaetzliche Prerovor; aber die Wahl entfiel auf gative wird aber von verschie- Willy Brandt im Hinblick auf denen Teilen des Auslandes, seine kuehne neue Ostpolitik, in den USA und anderswo, die die politischen Aktivitaeten nicht voll verstanden. Daher der Vereinigten Staaten in ist die Wahl Willy Brandts den Schatten stellt. Mit Willy zum “Mann des Jahres" von Brandts Idee, nicht nur die besonderer Bedeutung, denn Entspannung mit den oestliein konservatives Wochenblatt BEWEGUNG UND SYNTHESE Als Willy Brandt Aussenminister wurde, schrieb ich in einem Artikel, “dass die westdeutsche Politik aus der Stagnation in Bewegung gekommen ist”. Er selbst hat in seinem Buche “Mein Weg nach Berlin” seine politische Philosophie wie folgt zusammengefasst: “Was wir brauchen, ist die Synthese von praktischem Denken und idealistischem. Sagt nicht entweder — oder, sondern sowohl — als auch, wie Strindberg empfiehlt”. Daran sollten sich diejenigen erinnern, die “uhgluecklich” ueber die Ostpolitik sind, wie ein grosser Teil der Vertriebenen in Deutschland, aber auch juedische Kreise, die fuerchten, dass die Beziehungen der Bundesrepublik zu Israel durch diese Entspannungspolitik leiden koennten. Abgesehen von der erschuettemden Demonstration Willy Brandts in Warschau gibt es eine Unzahl Erklaerungen, die immer wieder dieser Befuerchtung widersprechen. Ob die Entspannungspolitik im Osten zu einer Detente im allgemeinen fuehren wird, kann niemand mit Sicherheit voraussehen; aber je weniger Spannungsge biete existieren, desto aussichtsreicher sind die Chancen fuer eine Befriedung im Nahen Osten. Gerade juedische Kreise sollten nicht vergessen, dass die Bundesrepublik durch den Abbruch der Beziehungen mit arabif-hen Staaten, ihre fortgesetzt Unterstuetzung Israels unter Beweis gestellt hat, dass die Brandtsche Regierung keiner Entwicklung zustimmen koennte, “in der der Staat Israel und seine Menschen staendig bedroht waeren”. Obwohl die NPD in den Bundestags- und Landeswahlen verloren hat, ist das Problem des Rechtsextremismus noch immer akut. Die schamlose Pressehetze gegen Willy Brandt und andere Regierungsmitglieder erinnert uns manchmal an die Weimarer Republik, die, wenn auch nicht ausschliesslich, so doch vornehmlich durch Selbtmord und mangelnde Zivilcourage endete. Die Schlagzeilen in der NATIONALZEI T U N G, Muenchen, die infamen Briefe in der WELT AM SONNTAG und im SPIEGEL gegen den Bundeskanzler Willy Brandt, “der Mann, der deutsche In teressen verraet” und andere beleidigende Erguesse ent. sprechen durchaus dem Tonfall der Hetze der Weimarer Jahre. Die Bundesrepublik sollte nicht uebersehen, dass Pressefreiheit nicht identisch mit Hetze und Luegenfreiheit sein kann. Das liegt im Interesse des Landes und seines Bundeskanzlers, der zwar wie jeder verantwortliche Politiker bereit ist, Kompromisse zu schliessen, solange keine Prinzipien aufgegeben werden muessen. Das Letztere aber wird nicht geschehen, denn dafuer garantiert der gradlinige Lebensweg Willy Brandts vom einst jungen, sturmbewegten Sozialisten. .. zum Staatsmann: der Mann des Jahres 1970. DAS ALTERSHEIM EAEDT EIN Willy Brandt chen Nachbarn zu wollen, von Bedeutung versteht und anr 7. Dezember bewiesen, sondern sie herbeizufuehren, anerkennt die Brandtsche Jr* u Juec“,s,fhen Opfer sei in doppeltem Sinne ein Ostpolitik der Realitaet und SSes Warschauer Ghettos ehrte, neues Jahrzehnt angebrochen, der nuechternen, wenn auch “V Volk, das seine Verfolgten in welchem Ideen eine Antsicherlich schmerzlichen Ein- ,ehrt,.slc,h damit selbst, wort finden werden. sicht, anzuerkennen, was eine der Staatsmann, welcher TIME MAGAZINE ist ein verantwortungslose Politik bewegende Bei- Wochenblatt, das in vielen Hitlers dem deutschen Volke ^g^»;fnirbat’ibrl?St Sprachen erscheint und schaethinterlassen hat. Es ist in ger! zungsweise eine Leserschaft wissem Sinne die Politik “von? w r,’i? von insgesamt 20 Millionen erwachsenen und gereiften hat; allein die amerikanische Menschen” und die Realisie- Brandt, mit Ausgabe hat mehr als 1,1 Milrung, dass jede Hoffnung aut ich erst juengst, ueber lion Abonnenten plus vielen Gewalt und Krieg nur ein iewJ*« hunderttausenden von Zeizweites, noch groesseres Unhp,r_p’■RiS' tungsstandkaeufern. TIME glueck ueber das deutsche , MAGAZINE ist ein konserva- Volk bringen kann. bat: __tt__ einmal um Deutschland von Luce Bdem Eigentümer von Das sind die schwerwiegendem Verbrecherregime be- LIEE aus der Taufe schoben den, aktuellen politischen Gefreien zu helfen, aber auch ui*]!, aus u* iaule?eft0De“> sichtsDunkte die eine Ostverwegen seiner Gradlinigkeit und hat sich gegen die wach- «chtspunkte, die eine Ostver | Vergesslichkeit als Poli- NEWSWeIk Sd U I NEwI aber mfn darf unter keinen tiker, als Mensch und Freund. mRShS Umst.end» die historisch» *. ir¡DeoKchand z™, n^r in npntsrhTanr! *rcrhpi uebersehen, denn m den zehn Beispiel unverstaendlicherweinende SPIEGEL hatte zum Jahrhunderten waehrend ein £ daran a^St£Sd“Ä d£i mindesten in den ersten Jahpolnisches Nationalleben exi- Brandt am Gedenkstein der r»n;n Anfmnrhimcr trrrvs stierte, d.h. Braeuche, Sprajuedischen Maertyrer des se^ehnlichkeR mitTIME M A che und Kultur, haben die Warschauer Ghettos niederr A7TNP Grenzen Polens in unglaublikniete obwohl er persoenlich chem Ausmasse geschwankt, frei von jeder Schuld fuer ihre Im Zentrum der Entschei- Im Jahre 1750 war Polen eine Verfolgung ist, begreifen nicht düng fuer die Times Redak- Nation; aber als dann seine die Immensitaet des Verbre teure, den deutschen Bundes- Nachbarn militaerisch erstarkchens, das den deutschen Nakanzler Willy Brandt zum ten, erfolgten seit 1772 hinter men entehrte und die Mitver- Mann des Jahres zu erklaeren, einander drei Teilungen Poantwortung (nicht Mitschuld!) steht seine Ostpolitik und die lens (Oesterreich, Preussen fuer jene Ungeheuerlichkeiten, “Ehrung” ist daher die beste und Russland waren die Exedie nicht aus der deutschen und schlagendste Korrektur kutoren). Im Jahre 1795 war Geschichte ausgeklammert jenes Sturmes im Wasserglass, die Aufteilung Polens vollwerden koennen. der in den letzten Wochen staendig und Polen hoerte auf Ich wuerde wuenschen, dass durch den Blaetterwald ging eine selbstaendige Nation zu zum Beispiel die Vereinigten und sogar Bundesminister sein. Mit dem deutsch-russi- Staaten einen Praesidenten Horst Ehmke veranlasste, eisehen und dem deutschpolnimit so starkem moralischem nen Blitzbesuch in Washington sehen Vertrag kommt die Ethos haette wie die Bundeszu machen, um Henry A. Kisschicksalhafte Drang—nach— republik. Wahrlich, fuer Willy singer, den Berater Praesident dem Osten Periode der Deut- Brandt gilt das Wort von Fried- Nixons. klarzumachen, was sehen zu Ende. Das ist die rieh Wilhelm Foerster: “Ein Bundeskanzler Willy Brandt grosse historische Bedeutung Patriot ist ein Mensch, der in einem Artikel in der NEW der Brandtschen Politik. darum bangt, dass sein Volk YORK TIMES bereits klar ge- Dass Willy Brandt ein Mann den Weg des Rechts und der sagt hatte: “Das atlantische moralischer Prinzipien ist, hat Wahrheit verliert”. Das Altersheim “Cisroco”, Calle Maipü 525, laedt alle Interessenten (Damen und Herren) ein, an den ab 15. Maerz ds.Js. 2 Mal woechentlich stattfindenden Bastelnachmittagen (Terapia ocupacional) teilzunehmen. Wenn Sie glauben, Sie sind ungeschickt und koennen nicht einmal einen Knopf annaehen, machen Sie sich keine Sorgen: Zu den reizenden praktischen und Geschenkartikeln, die Sie in diesen Stunden machen werden, brauchen Sie nicht geschickt zu sein und Knoepfe werden nicht angenaeht. Wenn Sie glauben, Ihre Finger sind zu steif, um solche Arbeiten machen zu koennen, fragen Sie Ihren Arzt, und er wird Ihnen sagen, dass es nichts Besseres gibt, als eine “Terapia ocupacional”, um die steifen Finger wieder beweglich zu machen. Wenn Sie glauben, Ihre Augen koennen nicht mehr genug sehen, fragen Sie wieder Ihren Arzt, und er wird Ihnen antworten, dass das Gefuehl der Haende die nachlassende Augenkraft ersetzt. Wenn Sie glauben, Sie sind viel zu nervoes, um sich mit so etwas abzugeben, benutzen Sie die Gelegenheit der beiden ersten Anfragen bei Ihrem Arzt zu dieser dritten, und er wird Ihnen raten; versuchen Sie nicht 2 Mal woechentlich, sondern 5 Mal zu der Bastelstunde zu gehen, und Ihre Nerven werden sich beruhigen wie noch nie. Im Anschluss an den Bastelkurs essen wir mit den Insassen zusammen ein einfaches Abendbrot. Und all dies gratis und franco! Anmeldungen: Cisroco, Portugal 810. Telefon 32357 und Altersheim, Maipü 525, Telefon 97284 und 91369 Das Comité des Altersheims "Cisroco" Anzeigen - Annahme zum 10. Miaerz im GEMEINDE BUERO