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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1970-10-01 · 10 (Octubre, 1970) · p. Seite 12

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXII (1970)
Issue
10 (Octubre, 1970)
Date
1970-10-01
Page
Seite 12 (sequence 16)
Language
German
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12 BOLETIN INFOMATIVO OCTUBRE 1970 AUS DER JUEDISCHEN WELT ISRAEL — NACHRICHTEN © Am 1. Januar 1970 betrug die Zahl der juedischen Bevoelkerung in der Welt 13,786.000; hiervon lebten mehr als 50% in Amerika, 30% in Europa, 18%in Asien, 15% in Afrika und 0,5% in Australien und Neuseeland. Von den 4,019.000 Juden Europas leben 2,594.000 in der Sowjetunion; in Westeuropa lebt die groesste juedische Gemeinde in Frankreich, naemlich 535.000. Auf die uebrigen europaeischen Laender entfallen: Grossbritannien 410.000, Rumaenien 100.000, Ungarn 80.000, Belgien 40.500, Tuerkei 39.000, Italien 35.000, Deutschland (einschl. DDR, in der 1.300 Juden noch leben) 30.000, Niederlande 30.000, Schweiz 20.000, Tschechos lowakei 15.000, Schweden 13.000, Oesterreich 12.500, Bulgarien, Jugoslawien, Spanien je 7.000, Griechenland 6.500, Daenemark 6.000, Irland 5.400, Polen 2.100, Finnland 1.700, Lu xemburg 1.000, Portugal und Gibraltar je 650, Albanien 300, Malta 50. In den amerikanischen Staaten leben in USA 5,870.000 Juden, in Kanada 280.000 und in Mexiko 30.000; in Zentraiamerika und auf den Westindischen Inseln insgesamt 9.550 Juden. In Südamerika sind es 762.700, davon in Argentinien 500.000, Brasilien 140.000, in Uruguay 54.000, in Chile 35.00, in Venezuela 12.000, in Columbien 10.000, in Peru 4.000, in Equador 2.000, in Paraguay 1.200 und in Surinam 500. In Afrika leben 196.200 Juden, der groesste Teil davon in der Suedafrikanischen Republik, naemlich 114.800; in Marokko 50.000, in Aethiopien 12.000, in Tunis 10.000, in Rhodesien 5.000, in Algerien 1.500, in Aegypten 1.000, in Kenia 700, im Kongo 300 und in Libyen 100 Von den 2,544.200 Juden in Asien leben 2,436.000 in Israel, 80.000 im Iran, 15.000 in Indien, in Syrien 4.000, 3.000 im Libanon, Irak 2.500, Japan 1.000. Der Rest verteilt sich auf Afghanistan, Burma, China, Hongkong, Indonesien, Pakistan, Philippinen, Singapore und Zypern. In Australien gibt es 69.500 Juden und in Neuseeland 5.000. © Im Wahlkampf vor den am 22. April stattgefundenen Parlamentswahlen in Suedafrika kam es seitens der rechtsstehenden “wiederhergestellten nationalistischen Partei”, deren Fuehrer von nationalsozialistischen Ideen beeinflusst ist, zu einer judenfeindlichen Haltung. Ein Kandidat dieser Partei erklaerte oeffentlich, in der Partei seien “Katroliken und Juden unerwuenscht”. e Zum ersten Mal wird ein Nichtchrist an der paepstlichen Gregorianischen Universitaet in Rom als Dozent lehren. Der aus Boston stammende Rabbi David Neiman wurde zum Dozenten fuer zeitgenoessische juedische Literatur an dieser Universitaet ernannt. Bereits seit dem Jahre 1966 wirkt Rabbi Neiman als Lehrer an der katholischen Hochschule in Boston. © In Indonesien gibt es heute eine etwa 100-koepfige Juedische Gemeinde in Surabaja. Ueber IL 2,5 Millionen wurden bisher fuer eine Entsaizungsmethode investiert gemaess den Plaenen von Prof. A. Cogan vom Technion in Haifa. Nach der Methode von Prof. Cogan werden Entsalzungskosten um 35% gegenue ber den bisherigen Berechnungen verbilligt. Eine Anlage In Eilat, die nach seinem System arbeitet, liefert taeglich 4.000 cbm. entsalztes Wasser, eine weitere Anlage von 3.000 cbm soll errichtet werlen. ISRAELS (Damals gab es noch keine juedische Legion). Da wandte sich der franzoesische Offizier an Major Liebman: “Ihre Fahne wird in meinem Auto neben der franzoesischen wehen!” Und zu seinen Soldaten sich wendend, rief er laut: “Legionaere! Ehrengruss der juedischen Fahne!” Der so sprach, war der kommandierende General der franzoesischen Truppen, Pierre Koenig. Koenig hat dieses Erlebnis in der Wueste nie vergessen. Er wurde ein begeisterter und treuer Freund des juedischen Palaestinas und spaeteren Israels. Als Kriegsminister sorgte er fuer die Aufruestung Israels. Die Lieferung der beruehmten Mirage - Flugzeuge war sein Werk. Er war bis zu seinem Tode Praesident der “Franzoesisch-Israelischen Allianz”. Staerker als seine Verehrung und Freundschaft zu De Gaulle war seine Liebe zu Israel. Er bekaempfte aufs Heftigste die anti-israelische Politik seines frueheren Waffengenosen und dann spaeter, Pompidous. Waehrend seines letzten Aufenthaltes in Israel gab Koenig den Israelis den Rat: “Kein Rueckzug ohne Friedensvertrag”. Diese Worte sind das Vermaechtnis des toten Generals. Der Tod Pierre Koenigs bedeutet fuer Israel einen schweren Verlust. Es hat in Frank reich seinen besten und aufrichtigsten Freund verloren. "Semanario Israelita" Buenos Aires EIN TREUER FREUND Israel hat einen unersetzlichen Verlust erlitten: der Held der franzoesischen Widerstandsbewegung, General Pierre Koenig, ist im Alter von 72 Jahren in Paris gestorben. Koenig, Sohn einer elsaessischen Familie, in der Normandie geboren, war einer der ersten hohen Offiziere, die sich dem General De Gaulle im Kampf gegen Hitler angeschlossen haben. Koenig nahm an den Kaempfen in Nordafrika gegen die Rommelarmee teil-Bei der Verteidigung des befestigten Patzes Bir Hakeim hat er sich mit Ruhm bedeckt. Waehrend jener blutigen Kaempfe stiess der General zum ersten Mal auf die in der 8. britischen Armee eingegliederten juedisch-palaestinensischen Einheiten. Fuenfhundert juedische Soldaten, unter Fuehrung von Major Felix Liebman, aus Tel Aviv, verteidigten die Stellung bei Mechilli gegen eine gewaltige deutsch - italienische Uebermacht. Nach harten Kaempfen und schweren Verlusten schien die Sache der kleinen juedische Kaempferschar verloren zu sein. Ein deutscher Tank mit einem Parlamentaer kam an die juedische Stellung heran; der deutsche Offizier for derte die ‘Englaender’ zur Uebergabe auf, da weiterer Widerstand zwecklos sei. “Wir haben keine weisse Fahne”, sagte Liebman in einem perfekten Deutsch, “wir haben nur die blauweisse Fahne von Zion, die wir jetzt hksen werden!” “Sie sind Jude!” sagte der Zum Tode von Pierre Koenig verblueffte Deutsche und zog sich zurueck. Von Neuem wurden die Stellungen der versprengten juedischen Einheit von den Stukas unbarmherzig mit Bomben belegt; dann stuerzten sich auf die juedische Stellung zahlreiche italienische Tanks. Die erschoepfte Einheit Liebmans kaempfte mit Todesmut gegen die feindliche Uebermacht und zwang diese zum Rueckzug. Drei Wochen lang dauerte der ungleiche Kampf. Von den 500 Verteidigern blieben nur 45 am Leben; sie litten nicht nur unter den Angriffen der deutschen Stukas, sondern auch unter der unertraeglichen Hitze. Eines Morgens kam zu dem schwerverwundeten Liebman der Wachsoldat, der vor Durst kaum imstande war zu sprechen. Er gab dem Komandanten durch Zeichen zu verstehen, dass sich in Richtung auf Mechilli eine Lastwagenkolonne bewegt und dass auf dem ersten Wagen die Trikolore weht. Es waren die franzoesischen Legionaere aus Bir Hakeim. Wie Gespenster krochen die erschoepften Palaestiner-Kaempfer aus den Schutzgraeben. “Ihr habt Euch gut gehalten” rief unter Traenen der franzoesische Kommand a n t aus. Die Befreier gaben den Ueberlebenden zuerst Wasser, und dann bestiegen die Juden die franzoesischen Lastwagen. Ploetzlich sah der Franzose, dass die Zionsfahne eingezogen wurde. “Warum machen Sie das?” fragte er. “Uns, Palaestinensem, ist es verboten, eine eigene Fahne zu haben”. 4.000 Manuskripte alter hebraeischer liturgischer Musik hat der Opernsa.enger Richard Tucker, der sich waehrend der Festspiele in Israel aufhielt, gesammelt. o—ö—o In einem vor 6 Monaten errichteten Ambulatorium in Gaza sind 20 israelische Aerzte beschaeftigt; etwa 20.000 Personen wurden betreut. o—O—o Waehrend der vergangenen 21 Jahre seit Staatsgruendung wurden insgesamt 190.000 Auswanderer registriert, davon stammten 51% aus Europa und Amerika, 27% waren im Lande geboren und die Ursprungslaender der restlichen 22% waren Asien und Afrika. o—O—o Eine fahrende Poliklinik fuer die Beduinen, der Sinai- Halbinsel, wurde Anfang August in Betrieb genommen. o—O—o In der Altstadt von Jerusalem wurde der Fussböden der 700 Jahre alten Ramban-Synagoge freigelegt; diese war von 1267 bis etwa 1500 die einzige Synagoge in Jerusalem. (Der “Ramban” — Nachmanides — starb 1270). DIE PRISSE DER GÜERRIllA-ORGANISATIONEN Die palaestinensischen Guerrilla-Organisationen haben in letzter Zeit eine umfangreiche eigene Presse aufgebaut. Diese Veroeffentlichungen nehmen keine Anzeigen auf (“Revolutionaere Publikationen haben keinen anderen Zweck als die Revolution zu propagieren”) und werden entweder ganz ohne Bezugsgebuehren oder weit unter dem Herstellungspreis verteilt. Die “Befreiungsvolksfrorit” gibt in Beirut die Wochenzeitung “al-Hadaf” (Das Ziel), die Monatszeitschrift “ma’al Amai” (Was muss getan werden?) und das in regelmaessigen Abstaenden erscheinende Blatt “al-Dschamahir” (Die Massen) heraus. Die “Demokrati sehe Befreiungsvolksfront” veroeffentlicht in der libanesischen Hauptstadt die Wochenzeitung “al-Hurriya” (Die Freiheit) sowie die Zweimonatszeitschrift “al-Scharara” (Der Funke). Die “Palaestina Befreiungsorganisation” ist Herausgeber der Monatsschrift “Saut al-Falistin” (Stimme Palaestinas) und der jeden zweiten Monat erscheinenden Zeitschrift “ath-Thaury” (Der Revolutionaer). Die Guerrilla-Organisation “El Fatah” hat ihr bisheriges VEREINIGTE Beiruter Wochenblatt “Fatah” in eine Tageszeitung umgewandelt, die in Amman erscheint. Daneben gibt die Organisation unter dem gleichen Namen je eine vierzehntaegige Zeitschrift in Englisch und Franzoesisch heraus. Weiter besitzt “El Fatah” ein Wochenmagazin “Thaura al-Falistiniya” (Palaestina - Revolution) und eine Zeitschrift fuer ihre jugendlichen Guerrillas “al- Aschbal” (Der junge Loewe). Die vom syrischen Baathregime gelenkten, in Jordanien und Libanon stehenden “Saika-Guerrillas” haben d r e i Presseerzeugnisse: “Saut al- Dschamahir” (Stimme der Massen), die waehrend der juengsten Krise in Jordanien als Tageszeitung erschien, in der Zwischenzeit jedoch nur mehr monatlich herauskommt; das Wochenblatt “Saut al-Tala’a” (Stimme der Vorhut) sowie das Monatsmagazin fuer die weiblichen Guerrillas “Nidal al-Mar’a” (Kampf der Frauen). Die “Arabische Befreiungsfront”, die ebenfalls vom irakischen Besatzungsregime kontrolliert wird, gibt eine Zweimonatszeitschrift “ath-Thaury al-Araby” (Der arabische Revolutionaer) heraus. STAATEN Verstaerkter Druck der Parteileitung auf juedische Kommunisten Das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei hat im offiziellen Parteiorgan eine Warnung an die die offizielle anti-israelische Haltung ablehnende Genossen veroeffentlicht, derzufolge derartige Abweichunge nicht laenger geduldet werden und fuer Zuwiderhandelnde ueble Folgen haben koennten. Da sich in Amerika die groesste juedische Gemeinschaft befinde und hier auch das Zentrum des Weltkapitali s m u s sei, muesse der Kampf vorerst hier ausgetragen werden. Diese Warnung ist offenbar insbesondere gegen solche juedische Kommunisten gerichtet, wie den Redaktor der jiddischen Tageszeitung “Die Freiheit”, Paul Novick, der in seiner Stellung zur Problematik des Judentums in der Sowjetunion und anderen osteuropaesischen Laendern sowie in bezug auf Israel von der strikt moskautreuen Parteilinie abweicht. Im Vorjahr wurde Novick aus dem Zentralkomitee der Partei, dem er jahrzehntelang angehoert hatte, entfernt. Geruechten zufolge soll er ebenso wie andere aehnlich gesinnte juedische Kommunisten jetzt sogar aus der Partei ausgestossen worden sein.

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