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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1970-08-01 · 8 (Agosto, 1970) · p. Seite 23

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXII (1970)
Issue
8 (Agosto, 1970)
Date
1970-08-01
Page
Seite 23 (sequence 23)
Language
German
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AGOSTO 1970 BOLETIN INFORMATIVO 23 ■uMinnitMHU-'MiWM—WT-M..H.P»« .. I H'IMH WMMM——^^^■■TO JUEDISCHE UMSCHAU UKJI NIEDERLANDE RUSSISCHE STIMMEN Mischehen und Uberalierung im hollaendischen Judentum Zum Thema des Antisemitismus in der UdSSR Einer von der Niederlaendischen Stiftung für jüdische Sozial-und Wohlfahrtsarbeit durchgeführten gründlichen Untersuchung zufolge leben in Holland 29.675 Juden. Frühere Schaetzungen hatten die Gesamtzahl mit höchstens 26.000 veranschlagt. In Amsterdam leben 15.700, im Haag 2.100 und in Rotterdam 1.500 Juden. Der Überschuss an Frauen gegenüber den Maennern betraegt 1.200 Personen, waehrend in der Gesamtbevölkerung des Landes in dieser Hinsicht ein Gleichgewicht besteht. Mehr als 15 Prozent der Juden sind über 65 Jahre alt, im Falle der Gesamtbevölkerung ist die Vergleichsziffer 9,7 Prozent. Ein grosser Teil — 39 Prozent — der verheirateten 15.262 Juden hat nichtjüdische Gatten. Etwa ein Drittel der unter zwanzig Jahre alten mit den Eltern lebenden Kinder hat einen nichtjüdischen Vater. Mehr als die Haelfte der hollaendischen Juden hat keinen Kontakt mit den Gemeindeorganisationen. ENGLAND Identifizierung mit dem Standpunkt des Israelischen Oberrabbinats Unter Teilnahme von Rabbinern aus Grossbritannien. Irland Frankreich, der Schweiz, Belgien, Holland, Italien und der Bundesrepublik Deutschland sowie von Beobachtern aus den Vereinigten Staaten, Südafrika und Spanien fand in London eine Auschusssitzung der Euro paeischen Rabbinerkonferenz statt, bei der Rabbi Sir Israel Brodie den Vorsitz führte. Aus der Schweiz war Oberrabbiner Dr. A. Safran zugegen. In einer Entschliessung identifiziert sich die Konferenz völlig mit dem Standpunkt des israelischen Oberrabbinates, dass für die Entscheidung der Frage, wer Jude ist, ausschliesslich die Regelung der Halacha massgeblich ist. Es wird insbesondere betont, dass Uebertritte zum Judentum nur von einem ordnungsgemaess errichteten Religionsgericht vorgenommen werden können und keine andere Konversion anerkannt werde. Es wird zutiefst bedauert, dass die Knesset auch jene als Juden anerkannt habe, die weder das jüdische Gesetz noch jüdisches Bewusstsein als solche anerkennen oder erklaeren können. Gleichzeitig wird mit Unwillen die verleumderische Anschuldigung zurückgewiesen, welche die halachische Definition, wer Jude ist, mit ingendwelcher Form des Rassismus gleichstellt. Die Tagung beschloss ferner eine Erklaerung, in der jenen Juden in der Sowjetunion, die ihre Identifizierung mit der jüdischen Religion und dem jüdischen Volk unter den derzeitigen Umstaenden bekunden, die Bewunderung ausgedrückt wird. An die Sowjetbehörden wird appelliert, jüdischen Staatsbürgern das elementare Menschenrecht, sich im Heiligen Land niederzulassen, zuzuerkennen. In einer weiteren Erklaerung wird die juedische Jugend aufgefordert, sich für die Sache des Judentums in dieser kritischen Periode zusammenzufinden. DAENEMARK Betreuung der juedischen Emigranten aus Polen Im Laufe der letzten sechs Monate sind einige hundert Juden aus Polen in Daenemark und Schweden eingetroffen, deren Betreuung den juedischen Stellen erhebliche Schwierigkeiten bereitet. Es handelt sich zum Grossteil um Personen, die sowohl gesinnungsgemaess wie beruflich mit dem kommunistischen Regime in Polen eng verbunden waren. Sie hatten bisher kaum einen Kontakt mit juedischer Religion und Tradition und sind von der israelfeindlichen Propaganda, die in Polen betrieben wurde, stark beeinflusst. Sie haben sich fuer die Auswanderung nach Daenemark und Schweden entschieden, weil ihnen die Hilfsbe reitschaft beider Laender zu juedischen Verfolgten in der nationalsozialistischen A e r a bekannt ist. Fuer die meisten Neueinwanderer ist die Umstellung von in der Regel materiell guenstigen Lebensverhaeltnissen zu viel bescheideneren Zustaenden schwierig. Neuankoemmlinge in Kopenhagen werden zuerst in einem Hotelschiff, das im Hafen verankert ist, untergebracht. Man erteilt ihnen Unterricht in der daenischen Sprache und bemueht sich, ihnen Arbeit zu verschaeffen. Es besteht die Absicht, in einem Wohnviertel etwa hundert Wohnungen zur Unterbringung von juedischen Emigranten aus Polen bereitzustellen. Eine Weiterwanderung nach Israel wird von den meisten abgelehnt. Von israelischer Seite sind Bestrebungen im Gange, den starken psychologischen Widerstand zu ueberwinden. General Uri Narkiss hielt sich kuerzlich zu Orientierungszwecken in Kopenhagen auf und ueberzeugte sich von der negativen Haltung der polnischen Emigranten. Die Jewish Agency wird voraussichtlich einen staendigen Vertreter nach Daenemark entsenden. Der sowjetrussische Schriftsteller Anatol Kutsnezow, der seit einigen Monaten in London im Exil lebt, erklaerte in einem in der Wochenzeitung “Jewish Chronicle” veroeffentlichten Interview, er sei auf Grund seiner persoenlichen Erfahrungen fest davon ueberzeugt, dass der Antisemitismus in der Sowjetunion von den regierenden Kreisen gefoerdert werde. Angestellte wuerden haeufig von ihren Posten nur deshalb entlassen, weil sie Juden seien. Bei der Zulassung zum Hochschulstudium wuerden juedischen Bewerbern oft Schwierigkeiten bereitet; die Aufnahme werde mit der wahrheitswidrigen Begruendung verweigert, sie haetten bei der erforderlichen Pruefung versagt. Es gebe in allen Schichten der Bevoelkerung, auch in Schriftstellerkreisen. sowohl antisemitische wie auch anstaendige Elemente. Ueber die Chancen fuer eine Verbesserung der Situation des Sowjetjudentums aeusserte sich Kutsnezow (der Nichtjude ist) pessimistisch. Es sei im Gegenteil mit einer weiteren Verschaerfung der Unterdrueckungsmassnahm e n zu rechnen. Der Autor des Buches “Babij Jar” ist derzeit mit einer Revision der bisher veroeffentlichten Version befasst, die — wie er betont — eine groebliche Verfaelschung des urspruenglichen Manuskriptes darstellt, in dem er auf die Mitschuld von Agenten des sowjetischen Geheimdienstes und von Ukrainern an dem in Babij Jar an den Juden von Kiew verliebten Massenmassakem hingewiesen hat. Im kuerzlich unter dem Titel “Only One Year” erschienenen Buch von Swetlana Alilujewa, der jetzt in den USA lebenden Tochter Stalins, ist wiederholt von der krankhaft antisemitischen Einstell u n g ihres Vaters und der Juden - feindlichkeit anderer fuehrender Funktionaere die Rede. Stalin sei insbesondere darueber ungehalten gewesen, dass seine Tochter an der Universitaet mit Juden freundschaftliche Beziehungen unterhielt und dass sie einen Juden heitratete. Er sei davon ueber - zeugt gewesen, dass dabei “zionistische Machinationen” im Spiele gewesen seien. Frau Alilujewa erklaert, dass ihr Vater den Wiederauftrieb des Antisemitismus nach der ersten “Saeuberungswelle”, der viele Juden zum Opfer fielen, wesentlich gefoerdert habe. Die im Jahre 1948 erfolgte Ermordung des Direktors des Jiddischen Staatstheaters in Moskau, Solomon Michoels, sei von ihm veranlasst worden. STATISTISCHE "DATEN" Wie die der Propaganda im Ausland dienende Presseagentur Novosti darlegt, ist die Situation der Juden in der USRR in manchen Belangen guenstiger als diejenige der Gesamtbevoelkerung. 14 Prozent der juedischen Bevoelkerung genossen Sekundarschul- und hoehere Erziehung. Die Gesamtzahl der juedischen Hochschueler ist von 79.300 im Jahre 1963 und 94.000 im Jahre 1966 »uf 110.000 angewachsen. Waehrend auf 10.000 Personen der Gesamtbevoelkerung 182 Hochschueler entfallen, ist der Anteilsatz bei den Juden 315. Obwohl die Juden groessenmaessig die elfte Nationalitaetengruppe in der Sowjetunion bilden, stehen sie in bezug auf Wissenschafter an dritter Stelle, nach den Russen und Ukrainern. Im Jahre 1959 belief sich die juedische Bevoel k e r u n g auf 2.268.000; sie duerfte seither auf etwa drei Millionen angestiegen sein. Genaue Daten werden erst auf Grund der im J a h r e 1970 stattfindenden Volkszaehlung verfu e g b a r sein. DEUTSCHLAND "Baum der Schmerzen" fuer Haifa-Universitaei In diesen Tagen wird im Hafen von Haifa ein Kunstwerk besonderer Art aus einem der ankommenden Schiffe entladen werden, der “Baum der Schmerzen”, wie der Kuenstler, Professor Kuehn, diese Stahlplastik nennt, die vor dem Universitatsgebaeude auf dem Carmel Berg in Haifa seine Aufstellung finden wird. Den Edelstahl, das Material zur Herstellung, stiftete der Vorstand der Deutschen Edelstahlwerke in Krefeld. Die Lehrlinge des Werkes fuehrten dieses Kunstwerk aus und eine deutsche Reederei uebernahm kostenlos den Transport nach Israel, so dass die Gesamtkosten, die normalerweise rund eine halbe Million DM betragen haetten, erheblich verbilligt wurden. Auf den Wurzeln des Baumes steht der letzte Satz des israelischen Kaddish-Gebetes fuer die Toten: “Er stifte Frieden fuer uns und ganz Israel”. NPD ohne Chancen. Bei den Kommunalwahlen im noerdlichsten Bundesland Sehleswig- Holstein erreichte die NPD nur 2,4 Prozent der Stimmen. Die drei im Deutschen Bundestag vertretenen demokratischen Parteien, die CDU, SPD und FDP konnten auch bei diesen Wahlen zusammen 94,6 Prozent der Waehlerstimmen auf sich vereinigen. Die Demokratis che Suedschleswigsche Waehlergemeins chaft (SSW) erhielt 1,7 Prozent der Stimmen, die man zu den 94,6 Prozent Stimmenanteil der grossen demokratischen Parteien hinzurechnen darf. Man wird also hier sagen koennen, dass es sich um eine stabile demokratische Situation in diesem Bundesland handelt, die insgesamt 96,3 Prozent aller Waehler auf sich vereinigen konnte. Das Absinken der NPD vollzog sich kontinuierlich seit 1967. Bei den damaligen Landtagswahlen verzeichnete diese Partei noch 5,8 Prozent der Waehlerstimmen. Bei der Bundestagwahl waren es nur noch 4,3 Prozent, so dass das Kommunalwahlergebnis mit 2,4 Prozent der Stimmen diese Partei zur voelligen Be- Von der umfassenden Entfernung liberaler Elemente aus der Kommunistischen Partei, den Gewerkschaften und Berufsorganisationen wu r d e eine Reihe von Personen juedischer Abstammung erfasst. Als prominenter “Reformer” galt insbesondere das ehemalige Mitglied des Parteipraesidiums, Dr. Frantisek Kriegei, der auch Obmann der Nationalen Front gewesen war. Er wurde bereits im Mai aus der Partei ausgeschlossen und hat nun auch sein Mandat in der Nationalversammlung und seinen Posten als Gewerk deutungslosigkeit herabsinken liess. Kirchliche Sp-ande fuer juedisches Allersheim.— Der Muenchner Rabbiner Gruenwald hat dem landeskirchlichen Ausschuss “Hilfe fuer Opfer der Gewalt in der Welt” fuer eine Spende von 10.000 DM gedankt. Der Ausschuss hatte diese Summe nach dem Anschlag auf das juedische Altersheim zur Verfuegung gestellt. Die Deutsche Bundesregierung hat den Betrag von 1 Million DM fuer denselben Zweck bereitgestellt. Schaftsfunktion a e r verloren. Kriegei, der Arzt ist, ist bei den Anhaengern des sowjetergebenen Kurses besonders verhasst und war wiederholt antisemitischen Anfeindun gen ausgesetzt. Aus der Kommunistischen Partei wurde ferner der Literatur- und Filmkritiker Antonin Liehm ausgeschlossen. Der Journalist Jan Stern, der dem Redaktionsstab der Gewerkschaftzeitung “Prace” angehoerte, wurde als Parteimitglied suspendiert. Es wurde gegen ihn ein Disziplinarverfahren eingeleitet. TSCHECHOSLOWAKEI Juedische Opfer der juengsien "Saeuberungen"

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