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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1970-08-01 · 8 (Agosto, 1970) · p. Seite 21

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXII (1970)
Issue
8 (Agosto, 1970)
Date
1970-08-01
Page
Seite 21 (sequence 21)
Language
German
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AGOSTO 1970 BOLETIN INFORMATIVO 21 Deutschsprachiger Teil des FOBMAT1VO Die Grabungen in Jerusalem Die Jerusalemer Altstadt erweist sich als eine unerschoepfliche Fundstaette. Zum ersten Maie in der Geschichte koennen historische Untersuchungen m aller Ruhe und Gruendlichk.eit durchgefuehrt werden, was bisher durch die dichte Besiedlung unmoeglich war. Langsam mit dem Fortschreiten der archaeologischen Grabungen an verschiedenen Teilen der Stadt, enthuellt sich ein Bild einer der gross artigsten Epochen juedischer Geschichte, in deren Mittelpunkt der praechtige herodianische Tempel stand. Im juedischen Wohnviertel gegenueber dem Tempelberg lagen die koeniglichen Bauten wie die Akkra, eine syrisch-griechische Zitadelle, die im Jahre 143 vor unserer Zeitrechnung durch Simon Makkabi eingenommen worden war, und der Palast der Hasmonaeer, den Josephus Flavius, der juedisch-roemische Historiker, im Buche der Makkabaeer erwaehnt. Jetzt haben wir nach und nach ein genaueres Bild der “Oberstadt”, die Koenig Herodes der Grosse mit schoenen Gebaeuden versah, und wo er auch seinen Palast errichtete. Wieder greifen wir zurueck auf die lebendige Schilderung des Flavius Josephus, der uns ueber diesen Palast berichtet sowie ueber die Werkstaetten, die hier heimisch waren. Sie zogen sich hinab ins Tal, das von zwei grossen Viadukten ueberspannt war. In dieser Umgegend fand man Figurinen der Astarte, der orientalischen Goettin der Fruchtbarkeit, wie sie damals oft in Judaea auftauchten, und dies trotz der Vorstellungen der Propheten, die gegen diese heidnische Sitte predigten. Ebenfalls fand man hier Fragmente von jonischen Kapitaelen und eine Reihe von Fresken in schoenen Farben, die von viel besserer Ausfuehrung sind als jene, die in Massada und dem Herodium entdeckt worden waren. Ihr kuenstlerischer Wert reicht an die Fres- Ken von Pompeji heran. Fernerhin enthuellte man eine Treppe, die zu einem kleinen Bassin fuehrt, das vielleicht ein rituelles Bad bedeutete. Viele dieser Reste, die sicher zum herodianischen Palast gehoerten, sind durch ein in der Kreuzritterzeit aufgefuehrtes Gebaeude zerstoert worden, dessen Fundamente tief in die Ruinen hinab reichen. Kuerzlich kamen hier in der Naehe des hasmonaeischen Palastes in der Oberstadt zwei Stuckreste zum Vorschein, die das deutliche Bild des siebenarmigen Leuchters tragen. Diese Entdeckung ist die erste authentische Zeichnung der Menora aus den Tagen des Tempels. Israels Staatsabzeichen wurde bekanntlich dem Titusbogen von Rom entnommen, der den Sieg der Roemer ueber Judaea vom Jahre 70 verherrlicht. Die Menora war wahrscheinlich das kostbarste Geraet des herodinaischen Tempels. Sie weicht insofern von der Menora des Titusbogens ab, dass sie lange, in die Hoehe reichende Arme hat. Dieser Fund ist von weittragender Bedeutung. LEBENDIGE GESCHICHTE In der Naehe der Davidsburg, wo die zweite Grabe saison kuerzlich beedet wurde, fand man ebenfalls viele Spuren aller Epochen der Geschichte Jerusalems. Aus der obersten Schicht, der Zeit der “Aelia Capitolina”, wie die Roemer die Stadt nach ihrem Fall benannten, stammen Fragmente von Tonroehren, die zwei Embleme der zehnten roemischen Legion, LXF (Legio X Fragtensis) tragen. Aus der herodianischen Epoche finden ,wir zwei Ruinen von ausgedehnten Bauten, eben- Von Hannah Pelor falls Scherben von Keramikgefaessen in schoenen Farben und etwa 500 Muenzen, darun ter Goldstuecke, wie sie zwischen den Jahren 80 vor unserer Zeitrechnung bis zum Jahre 70 hergestellt wurden Man entdeckte auch ein Siegel, das auf Papyros-Schrift stuecken abgedruckt wurde. Zahlreiche Reste existieren auch aus der Zeit der Hasmo naeer, als viel gebaut wurde und die Stadt sich weiter aus breitete. Darunter finden wir grosse oeffentliche Gebaeude. Wasserreservoire und Kanaele. Interessant ist hier ein grosser Bau mit einigen Zimmern, deren Mauern ziemlich hoch, stellenweise bis zu vier Meter, stehengeblieben sind. An der Stelle, wo der Bau mit der Stadtmauer verbun den ist, fand man einen noch ziemlich gut erhaltenen inneren Turm. Aus der Zeit des Reiches Judaea, ungefaehr aus dem 7. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung, stammen Ruinen von Bauten, die bis auf den Felsenboden hinunterreichen. Es sind industrielle Anlagen und Werkstaetten, wahrscheinlich ist dies das in der Bibel (2. Koen. 22, 14) erwaehnte Stadtviertel Mischneh. Viele Tonscherben und Tonfiguren zu ritualistischen Ausgrabungen an der Tempelmauer Zwecken kamen hier zum Vorschein. Weitere Bauten stam men aus der spaeteren Zeit des Koenigreiches Judaea, ebenfalls auch einige der uns schon bekannten Tonsiegel fuer geschaeftliche Zwecke. Eines davon zeigt einen fuenfzackigen Stern und dazwischen die Aufschrift “Jerusalem”. Aus dieser Schicht stammt auch ein Stempel in rotem Karniolstein, mit der Aufschrit “Von Mathaniahu ben Asariahu”. Der letzthin gemachte Fund betrifft ein Haus in der Oberstadt aus der Zeit des Falles von Jerusalem, das durch Feuer zerstoert worden war. Es liegt etwas erhoeht gegenueber dem Tempelberg. Es wurden bisher zwei Raeume dieses Baus freigelegt. Der weisse Kalkanstrich ist durch Feuer rot gebrannt und teilweise von Russ verfaerbt. Der Boden ist mit Asche bedeckt; Waende und Holzstuetzen sind zusammengebrochen. Eines der Zimmer scheint als Apotheke gedient zu haben. Hier sind Kochgefaesse und Kruege sowie Steinbehaelter, Massbec her, Moerser und Stroessel und viele Gewichte. Der Raum enthaelt auch zwei Brennoefen im Boden. Hier wurde wahrscheinlich Zimmermannsarbeit betrieben. Es befanden sich da auch Muenzen und ein vollstaendig erhaltenes Tintenfass, wie es aehnlich im Schreibzimmer des Ordenshauses der Essener in Qumram am Toten Meer entdeckt worden war. "Israelitischen Wochenblatt" - Zürich Israel Erste Stadtsiedlung, in den Neuen Gebieten von Herbert Freeden (Jerusalem) mmm Die "Abrahams-Eiche" in Hebron “Wir brauchen ein juedisches Stadtviertel in Hebron wie ein Loch im Kopf”, sagte der Sprecher der linkssozialistischen Mapam und bezeichnete den Regierungsplan der Ansiedlung von Juden in 250 neuen Wohneinheiten als “unverantwortlic h e s Abenteuer, das die “Politik der offenen Tuer” gefaehrdet. Man kann nicht solche Tatsachen schaf fen und gleichzeitig fuer Friedensverhandlungen ohne Vorbedingungen eintreten”. Ganz so einfach liegt die Sache nicht. Hebron gehoerte in biblischen Zeiten mit Jerusalem, Safed und Tiberias zu den vier “Heiligen Staedten”. Abraham erwarb in Hebron die Hoehle Machpelah, die die Grabstaette der Erzvaeter wurde; in Hebron wurde David zum Koenig gesalbt, sechs Soehne wurde ihm dort geboren und es war in jener Stadt, dass sein Sohn Absalom gegen ihn aufstand. Noch in der hellenistischen Zeit wurde sie von Judas Makkabaeus zu juedischem Besitztum gemacht. Eine kontinuierliche juedische Gemeinde lebte in seinen Stadtmauern vom 13. Jahrhundert bis zum Jahre 1929. Damals, im August, stuerzte sich die arabische Einwohnerschaft auf ihre juedischen Mitbuerger — 500 Maenner, Frauen und Kinder. In einem blutigen Pogrom wurden ueber 60 ermordet, mehr als 50 schwer verwundet, an die hundert kamen mit leichten Verletzungen davon. Seitdem war Hebron “judenrein” und wurde 1948 zu einem Teil des Koenigreiches Jordanien. Als es neunzehn Jahre spae ter unter israelische Verwaltung kam, erwiess sich die Angst der Hebroniter vor einer juedischen “Revanche” als grundlos: die Invasion der Israelis bestand aus hunderttausenden von Touristen, die in die Hoehle Machpelah stroemten, handg e m a c h te (Fortsetzung Seile 22)

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