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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1969-12-01 · 12 (Diciembre, 1969) · p. [Seite]

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXI (1969)
Issue
12 (Diciembre, 1969)
Date
1969-12-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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DICIEMBRE 1969 BOLETIN INFORMATIVO 19 Deutschsprachiger Teil des FORMATIVO Schule der Demokratie Es gibt kaum einen israelischen Journalisten, fuer den der Name Hans Stercken nicht ein Begriff waere. Bis vor kurzem gehoerte zum ¡Arbeitsbereich von Ministerialrat Dr. Stercken im Rahmen seiner Taetigkeit im Bundespresseamt der Bundesregierung in Bonn, neben Westeuropa und der Tuerkei auch Israel. Lange bovor es eine diplomatische Vertretun Bonns in Israel gab, hatte Dr. Stercken Bruecken der Freundschaft geschlagen und war selber ein haeufiger und gern gesehener Gast im Lande. In diesem Jahr hat er neue und noch groessere Verantwortlichkeiten uebernommen, als er zum Leiter .der Bundeszentrale fuer Politische Bildung ernannt wurde. Die Bundeszentrale, so werde ich von ihm waehrend unseres Gespraeches erinnert, ist aus der 1919 gegruendeten Reichszentrale fuer Heimatdienst hervorgegangen, die unmittelbar der Reichskanzlei unterstand. Nach 1945 wurde sie in den Bereich des Innenministeriums ueberfuehrt, aber um ihre Selbstaendigkeit zu wahren, steht an ihrer Spitze ein parlamentarisches Kuratorium, das ueber ihre parteipolitische Neütralitaet wacht. Ein wissenschaftlicher Beirat hilft die kulturpolitischen Aufgaben festzulegen. Als Dr. Stercken mir die Arbeitsgruppen der Bundeszentrale umreisst, sage ich spontan: “Das ist ja eine Art Schule der Demokratie!” Er winkt bescheiden ab, aber als er jeden der fuenf Aufgabenkreise mit ein paar Beispielen und Zahlen erlaeutert, verstaerkt Sich dieser Eindruck mehr und mehr. An erster Stelle stehen die Massenmedia und dem Kontakt mit Fernseh — und Funkproduzenten wird wichtigste Bedeutung beigemessen. Die Bundeszentrale ist der groesste Abnehmer nicht — gewerblicher Dokumentarfilme — sie erwirbt die Rechte von tausenden von Fernseh— und anderen Produktionen, deren Umsatz sie bis zu 90 Prozent ausfuellt. Kein Zweifel, dass sie damit auch ein Mitspracherecht an der Planung und Herstellung gewinnt. Innerhalb dieser Gruppe fallen die erfolgreichen Bemuehungen um das Schulfernsehen mit Sozial— und Staatsbürgerkunde, das bis zum 1. September 1970 von allen Bündeslaendern eingefuehrt wird. Zu den Massenmedia gehoeren auch die Magazine, und allein von der Zeitschrift “Automation” wurden 1 Vz Millionen Exemplare vertrieben. Warum? “Um die Furcht um den Arbeitsplatz, die durch die Automation entsteht, und die Existenzangst zu bekaempfen”. Das Stichwort Magazine fuehrt uns zur Arbeitsgruppe der Publikationen, die sich in erster Linie an ‘“Multiplikationen” wenden - an Lehrer, Gewerkschaftler, Dozenten, Politiker - an alle Erwachsenen, die mit Bildungs¬ und Fuehrungsaufgaben betreut sind. Weltgeschichte und internationale Zusammenhaenge kennzeichnen die Schriftenreihe, die die Bundeszentrale herausgibt, von “Europa im Werden” bis zu China, von Amerika bis Afrika. Allein drei Hefte analysieren den Nationalsozialismus, drei Schriften beschaeftigen sich mit kommunistischer Ideologie, ein Heft heisst “Die Menschenrechte”. Bisher sind in der Schriftenreihe 133 Titel erschienen. Weiterhin ist die Bundeszentrale fuer die Wochenschrift “Das Parlament” verantwortlich, deren Beilage schon so oft als Forum fuer kulturelle Auseinandersetzungen gedient hat. Von ueber 1000 Buchtiteln hat die Bundeszentrale Exemplare angekauft, oft in Mengen, die die Auflage und Produktion entscheidend beeinflussten, und die unter Kategorien pusammengtefasst sind wie “Allgemeine Probleme der demokratischen Gevon Herbert Freeden sellschaftsordnung”, “Die deutsche Demokratie”, Paedagogische Fragen und politische Psychologie”, “Antidemokratische Bewegungen und Herrschaftsformen”, usw. Die dritte Gruppe umfasst das Tagungswesen. Auf Bundesebene werden unter diesem Stichwort, 1.500 Tagungen im Jahr mit je 35 - 40 qualifizierten Teilnehmern organisiert oder gefoerdert. Die Dozenten solcher Veranstaltungen, werden in besonderen Kursen fortgebildet. Zur staatsbuergerlichen Erziehung gehoeren auch Exkursionen ins Ausland fuer Abgeordnete, Journalisten oder Gewerkschaftler. Diese Exkursionen sind bisher auf Israel konzentriert. Drei - bis viermal im Jahre schickt die Bundeszentrale Gruppen von je 30 bis 40 Teilnehmern nach Israel, um, wie Dr. Stercken sich ausdrueckt, “die Probleme eines jungen, bedraengten Staates kennen zu lernen”. Die vierte Arbeitsgruppe, Paedagogik, schafft Hilfsmittel fuer den Unterricht. Allein die Serie “Informationen zur politischen Bildung”, die Materialien zu verschiedenen Themen lediglich an Lehrkraefte verteilt, erscheint in einer Auflage von je 200.000 Exemplaren. Eine fuenfte Arbeitsgruppe, Ostkolleg genannt, widmet sich der Schulung von ca. 2000 politischen Fuehrungskraeften im Jahr - Offizieren und Richtern, Studenten und Dozenten, Lehrern und anderen Beamten. In jeweils einwoechigen Kursen, die als “Bildungsurlaub” figurieren, wird ueber Geschichte, kommunistische Dialektik, Neo- Nazismus, Aussenparlamentarische Opposition gesprochen. Diese Kurse sind in Koeln konzentriert. “Und wie finanzieren Sie dies alles?”, frage ich unter dem Eindruck der Fuelle des Materials und der Vielfalt der Ideen. Dr. Stercken ist optimistisch. “In diesem Jahr .haben wir fuer die zentralen Aufgaben ein Budget von 12 V2 Millionen DM - im naechsten Jahr hoffe ich, es auf 15 Millionen DM erhoehen zu koennen”. GESCHENKE NEUE BUECHER Deutsch und Englisch LIBRERIA POLLAK Huérfanos 972 - Of. 318 izEiwtns am 31. Menschen auf dem Mond Die Anteilnahme der ganzen Welt an der grossen Pionierleistung von Apollo-11 und 12 beruht einmal auf der Bewunderung fuer die dahinterstehende ungeheure wissenschaftliche, technische und organisatorische Leistung und fuer den pesoenlichen Mut der direkt Beteiligten, aber auch auf dem besonderen Interesse, das der Mensch seit Jahrtausenden dem Mond entgegenbringt. Der Mond als Bestimmungsfaktor der Zeitteilung spielte schon frueh in vielen Kulturen eine Rolle, so auch im juedischen Kalender, der auf dem Lunisolar-J ahr beruht. Das Eintreten des Neumondes bestimmt den Anfang eines juedischen Monats, und so erhielt der Monat selbst vom Neu-Mond die Bezeichnung “Chodesch”... Damit stehen viele Vorschriften und Briiuche in Zusammenhang, die umzustossen sicherlich auch nach‘der Pioniertat der ersten Lunauten keine Veranlassung besteht, da in der Periodizitaet der Mond-Erde-Beziehung keine Aenderung eintritt. Wie weit zu einem spaeteren Zeitpunkt etwa durch laenger andauernden Aufenthalt von juedischen Menschen auf dem Mond halachische Probleme auftauchen, wurde schon verschiedentlich diskutiert. Auf andere spezielle Gesichtspunkte machte William Scheibel kuerzlich im “Jewish Chronicle” aufmerksam. Er erinnert daran, dass eine ganze Rejhe von juedischen Gelehrten durch Benennungen auf der Mondkarte geehrt wurde. So traegt ein grosser Krater die Bezeichnung Rabbi Levi nach dem franzoesisch-juedischen Gelehrten Levi ben Gershon (Gersonides, 1288 bis 1344), der sich als Philosoph, Mathematiker und Astronom ausgezeichnet hat. Von Abraham ben Meir Ibn Ezra (geboren in Toledo 1092) leitet der Krater Abenezra seinen Namen ab. Die Bezeichnung Zagut geht auf den hebräischen Astronomen Abraham ben Samuel Zacuto zurueck, waehrend der Krater Jacobi mit seinem Namen das Andenken an Karl Gustav Jacob Jacobi, eines deutsch-juedischen Mathematikers, ehrt. Eine ganze Reihe von weiteren juedischen Gelehrten hat aehnliche Ehrungen erfahren, so auch Albert Einstein, nach dem eine Ebene benannt st. "LAMROTH HAKOL" Ns-Propaganda allein nicht Strafbar Bundesgerichtshof hob Einziehung von Schallplatten auf Der Rechtsstreit um die Schallplatten “Aus dem Führerhauptquartier”, deren Einziehung vom Landgericht Düsseldorf verfügt worden war, geht weiter. In einer vor wenigen Tagen veröffentlichten Revisionsentscheidung des Bundesgerichtshofes in Karlsruhe heisst es, die Tatsache, dass eine Schallplatte geeignet sei, allgemein für das frühere nationalsozialistische Regime zu werben und dessen Ideologie zu verherrlichen, besage noch nicht, dass das Propagandamaterial nach seinem Inhalt dazu bestimmt sei, Bestrebungen einer ehemalig e n nationalsozialistischen Organisation fortzusetzen. Der Dritte Strafsenat hob mit dieser Begründung die Einziehung der Schallplatten und der dazu gehörenden Plattenhülle mit einer Abbildung des Ritterkreuzes zum Eisernen Kreuz mit Eichenlaub, Schwertern und Billanten auf, gab die Schallplatten aber noch nicht zum Verkauf frei. Das Landgericht Düsseldorf hatte als Erstinstanz festgestellt, die Schallplatten “Aus dem Fixhrerhauptquaftier” seien eine Werbung für das nationalsozialische Regime. In dem kommentarlosen Aneinanderreihen von Wehrmachtsberichten und Sondermeldungen über erfolgreiche militärische Operationen, der Wiedergabe von Tagesbefehlen Hitlers sowie Auszügen der Rede Hitlers vor dem Reichstag am 1. September 1939 und der “Darbietung” von Kampf¬ und Soldatenliedern sah das Gericht Propagadamaterial, das die nationalsozialische Ideologie als billigenswert darstelle. "JUEDISCHE WOCHEN¬ ZEITUNG" DÜSSEL¬ DORF. Polnische Juden nach Daenemark Bis zu einhundert polnische Juden pro Woche sind in letzter Zeit nach Dänemark gekommen, berichtete die in Kopenhagen erscheinende Mittagszeitung “B. T.”. Die Polen erhalten dem Bericht zufolge in Dänemark politisches Asyl und werden zunächst auf dem Kopenhagener Hotelschiff “St. Lawrence” untergebracht. Die dänische Fremdenpolizei hat diese Angaben nicht bestritten, wollte jedoch keine genauen Zahlen nennen. Es hiess lediglich, dass sich gegenwärtig „einige Hundert” polnischer Juden in Dänemark aufhielten. “B. T.” vermutet, dass viele der Juden entlassene Beamte sind, die mit ihren Familien nach Kopenhagen ausweichen. Juedischen Presse-Dienst Die Kriegsschuld Rund zwei Drittel aller Bundesbürger sind überzeugt, dass Deutschland die Hauptschuld am Ausbruch des zweiten Weltkrieges trägt. Bei einer Repräsentativbefragung der Wickert-Institute in Tübingen äusserten zehn Prozent der 1680 Betragten die Ansicht, „die anderen sind schuld”. Für ebenfalls zehn Prozent sind Deutschland und andere am Krieg beteiligte Staaten in gleichem Masse schuldig. Fünf Prozet der Bevölkerung halten „den Kapitalismus” für den Urheber des Krieges. Vier Prozent vertreten die Meinung, Schuldige am Ausbruch des Krieges seien „die Juden”. Keine Meinung hatten fünf Prozent der Befragten. Die Umfrage ergab auch, dass etwa jeder fünfte Bundesbürger über den Termin des Kriegsausbruches nicht informiert ist.

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