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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1969-10-01 · 10 (Octubre, 1969) · p. Seite 21

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXI (1969)
Issue
10 (Octubre, 1969)
Date
1969-10-01
Page
Seite 21 (sequence 21)
Language
German
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OCTUBRE 1969 BOLETIN INFORMATIVO 21 Deutschsprachiger Teil des INFORMATIVO MOSHE SHARETT waere 75 Jahre Am 7. Juli 1965 starb zu Jerusalem nach langem, schweren Leiden, Moshe Sharett, einstiger Premiermi n i s t e r (1953-55) und langjaehriger Aussenminister von Israel in der Zeit von 1948-56, also der erste Leiter der Aussenpolitik des jungen Staates. Jetzt, am 15. Oktober, haette er das 75. Lebensjahr vollendet. Sharett, vor der Hebraisierung des Namens Skertok, stammte aus Cherson in der Ukraine und war erst 12 Jahre alt, als sein Vater, einer der alten Palaestinafreunde der vorzionistischen Epoche, nach Erez Jisrael auswanderte. Dort liess sich die Familie des Schriftstellers und Journalisten in einem abgelegenen arabischen Dorf nieder, wo der junge Mosche gut das Arabische und die Lebensgewohnheiten der Umwelt kennenlernte. Spaeter zog man nach Jaffa, bald danach in das soeben begruendete Tel Aviv, wo der Sohn einer der ersten Schueler des Herzl-Gymnasiums wurde. Spaeter ging der junge Mann nach Konstantinopel, der alten Hauptstadt des osmanischen Reiches, dessen Provinz das damalige Palaestina gewesen ist. Hier studierte der hochbegabte Mosche Jura, bis ihn der Weltkrieg im Jahre 1914 zwang, das Studium zu unterbrechen und ins Heer einzutreten. Da er sehr sprachbegabt war, — Sharett sprach auch deutsch — war er bald Dolmetscher beim Stabe eines deutschen Kommandanten der tuerkischen Armee. Nach Kriegsende kehrte Shertok nach Erez Jisrael zurueck, arbeitete fuer die ‘Poale Zion, die heutige “MAPAI”, dann einige Zeit in England, um ab 1925 — er hatte inzwischen geheiratet — in die Redaktion der grossen hebraeischen Tageszeitung “Dawar” einzutreten. Allmaehlich wurde er staerker politisch aktiv, Sekretaer in der aussenpolitischen Abteilung der “Zionistischen Exekutive” in Jerusalem und schliesslich 1933 deren Leiter. Nun lag es ihm ob, in engstem Kontakt mit den britischen Mandatsbehcerdsn zu stehen, oftmals, angesichts deren zunehmender antizionistischen Einstellung, gegen diese aufzutreten. Erfuellt von tiefer Sorge und Unruhe um die Sicherheit des Jischuw, insbesondere seit Beginn der arabischen Unruhen vcn J9-H, wurde Shertok einer der Mitschoepfer der juedis c h e n Selbstverteidigung, aus der einmal das israelische Befreiungsheer hervorgehen sollte. An dem erbitterten Kampf mit der englischen Mandatsverwaltung zwischen 1945 und 1948 hatte er entscheidenden Anteil, und er, inzwischen Exekutivmitglied der zionistischen Bewegung, musste sich gefallen lassen, am “Schwarzen Schabat”, vor dem 9 A’ ’ des Jahres 1946, in ein britisches Konzentrationslager gesperrt zu werden. Unvergesslich bleibt seine intensive und erfolgreiche Mitwirkung in den entscheidenden Phasen des Ringens um die Unabhängigkeit; so darf er als Mitbegruender des Staates Israel bezeichnet werden. Mit Ben Gurion gemeinsam leitete er Israels Aussenpolitik; als er 1956 sein Mimsieramt an Golda Meir ueb^-'isK sollte ein Weg eingeschlagen werden, der Israels Aussenpolitik nicht allzu einseitig “westlich-orientiert” festlegte. Auch nach seinem Ausschei- "Schnell Hoheitszeichen ueberkleben und Abschuss melden!" (DIE WELT, Berlin) ÉÜS|®f¡ fPll VfiSkti1 iss MOSHE SHARETT den aus der Regierung setzte Sharett^ seine publizistische und zionistische Aktivitaet fort; der 25. Kongress waehlte ihn zum Vorsitzenden der Exekutive (neben dem Presidenten der Organisation Dr. Nahum Goldmann). Die alte Freundschaft, die Sharett mit Ben Gurion verbunden hatte, war jedoch getruebt, und die letzten Lebensjahre waren durch ein boesartiges Leiden, gegen das er mit enormer seelischer Anst r e n g u n g ankaempfte, qualvoll geworden. Dennoch, 1963, besuchte Sharett zum zweiten Male Südamerika und warb eifrig und leidenschaftlich fuer eine staerkere Ali ja aus diesen Laendern. Moshe Sharett ist seinem Volke und seinem Lande allzufrueh entrissen worden; seine grosse Begabung und seine tiefe Bildung haetten auch noch nach seinem Ruecktritt vom Amte sich scgensreiui auswirken koennen. Er war ein hervorragender Verhandlungspartner, ein enthusiastischer Zionist und ein moderner juedischer Staatsmann indes Wortes bester Bedeutung. CURT WILK MISS ISRAEL ¡Ssfesiií Die 18jaehrige Chava Levi aus Haifa wurde durch den Jerusalemer Buergermeis 1er Teddy Kollek nach einem reichbeschickten Wettbewerb zur Miss Israel gekroent. Kritik am Verjaehrungsurteil des Bundesgerichtshofes Nach dem Gesetzgeber ist jetzt auch der Bundesgerichtshof in das Schussfeld der Kritik geraten, die sich an der Neufassung des Paragraphen 50 des Strafgesetzbuches mit der Folge der bereits eingetretenen Verjaehrung einer grossen Zahl von NS - Mordbeihilfetaten entzündet hat. In einem in der “Neuen Juristischen Wochenschrift” veröffentlichten Aufsatz wirft einer der prominentesten deutschen Strafrechtslehrer, der Tübinger Professor Dr. Jürgen Baumann, dem Bundesgerichtshof vor, in seinem Urteil vom 20. Mai nicht alle Fragen geprüft zu haben, die eine andere Beurteilung der Rechtslage erlaubt haetten. Der Fünfte Strafsenat des Bundesgerichtshofes hatte in seiner Grundsatzentscheidung zu der neuen Bestimmung über die Strafmilderung für eine bestimmte Taetergruppe erklaert, es sei vom Gesetzgeber zweifellos übersehen worden, welche Folgerungen für die Verjaehrung unter anderem von NS-Mordbeihiifetaten verbunden seien. Nach Ansicht Baumanns haette für den Bundesgerichtshof gerade deshalb aller Anlass bestanden, eine “restriktive Interpretation der Gesetzesaenderung” unter Berücksichtigung der Entstehungsgeschichte des Gesetzes und des Willens des Gesetzgebers zu erwaegen. Statt dessen habe sich der Fünfte Strafsenat mit der Methode der Gesetzesau s 1 e g u n g überhaupt nicht auseinandergesetzt. “I mmerhin bleibt doch das Missliche”, schreibt Baumann, “dass der Gesetzgeber keinen Willen dazu gehabt hat, auf die Verjaehrung der Mordbeihilfefaelle einzuwirken, hier die Fristen zu verkürzen. “Im Gegenteil, schon zum Zeitpunkt der Aenderung des ent sprechenden Gesetzes sei im parlamentarischen Raum der Drang nach Verjaehrungsverlaengerung sehr deutlich zu spüren gewesen. Nach Ansicht des Strafrechtsexperten haette es jedenfalls Möglichkeiten gegeben, das vom Gesetzgeber nicht gewollte Ergebnis in der Rechtsprechung zu vermeiden. "Juedische Wochenzeiiung" Duesseldorf Beschaemende Unwissenheit Berlins Schulsenator Carl- Heinz Evers sprach in einer Feierstunde zu Ehren der Widerstandskaempfer des 20. Juli 1944 in der Gedenkstaette Plötzensee vor tausend Schülern, von denen es hiess, dass sie wegen ihres besonderen politischen Interesses zur Teilnahme an der Gedenkfeier delegiert worden seien. Wie es in Wirklichkeit um dieses Interesse und um die politische Informiertheit dieser Schüler bestellt ist, ermittelte eine-Re porterin, die im Anschluss an die Gedenkstunde einige der Schüler nach ihrem Wissen über die Vorgaenge des 20. Juli 1944 befragte. Die Antworten waren ausnahmslos niederschmetternd. Hier einiges von dem, was die Befragten der Mitarbeiterin des Senders Freies Berlin zu sagen wussten: “Es war ain Aufstand der Arbeiter wegen der schlechten Löhne. Sie gingen auf die Strasse. Dann schlossen sich ihnen Studenten an”. - “Das war eine Sache mit den Opfern des Faschismus. Da wurden die Juden hingerichtet, die hier eingeliefert wurden. Das war dann eine ganze Widerstandsorganisation, so rund fünfzig”. _ “Wir wurden im Geschichtsunterricht ein bisschen darauf vorbereitet, aber die Namen habe ich alle vergessen”. - “Ich weiss, zum 20. Juli gibt es einen Briefmarkensonderdruck”. - “Vorbereitet auf diesen Tag wurden wir nicht, aber das war doch ingendwie mit der Rosa Luxemburg und dem Spartakusbund. Und dann wurden die Luxemburg und der Karl Liebknecht hingerichtet oder so”. Zur Frage, auf welche Weise die Auswahl zur Teilnahme an der Gedenkfeier erfolgte, erklaerte ein Schüler: “Uns hat der Klassenlehrer gefragt: Wer ist gut im Rechnen? Die drei, die eine Eins hatten, bekamen schulfrei und durften zur Gedenkfeier gehen!” Dass ein Lehrer die skandalöse Unwissenheit der Schüler mit den Worten zu bemaenteln versuchte: “Wir sind in Geschiche, noch nicht so weit”, finden wir schlechthin unverschaemt. "Juedische Wochenzeiiung", Duesseldorf Wir beraten Sie unverbindlich bei der Zusammenstellung Ihrer Reisen im In- und Ausland. Hotel Reserven-Ausfluege-Passagen Guenstige Zahlungsbedingungen SPORTSTOUR Teatinos 304, Tel. 68832-83770-63100

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