Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XIX (1957)
- Issue
- 12 (Diciembre, 1957)
- Date
- 1957-12-01
- Page
- Seite 19 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Diciembre, 1957 BOLETIN INFORMATIVO 19 4 4- íl * ¿ “... Aber wie kann das nur sein?!...” “Ihr seht!” — lautete die trockene Antwort, überraschenderweise auf jiddisch. Diese kurze Unterhaltung fand vor ungefähr einem .Jahre in einer landwirtschaftlichen Versuchsstation in Algerien statt. Der Mann, der die erregte Frage stellte, war Joseph Weitz, der Leiter der Bodensaison, statt. Und siehe, auch hier ,im Süden Israels, dauerte es nicht lange, bis sich die Folgen zeigten: Schon jetzt, zehn Monate nach der Pflanzung, sind die Eukalyptusse auf den Wällen zu ansehnlichen Herrschaften herangewachsen, die mitleidig und stolz zugleich auf ihre neben ihnen gepflanzten und kümmerlichen Brüder herabblicken — ein Wunder. . . * ' — OÜ-MytMl * > * v : Um dieser Art von Erosion vorzubeugen, muessen Baeume im Sueden und im Negev gepflanzt werden. und Entwicklungsabteilung des Keren Kayemeth, der auf einer Studienreise war, vorzüglich um sich über Neuerungen im Forstwesen zu unterrichten. Die Antwort wurde vom Leiter der Farm — zufällig auch einem Juden — gegeben. Die Klima- und Bodenbedingungen des Landes ähneln in vielem denen Israels. Um so mehr musste das, was Herr Weitz da zu sehen bekam, befremdend auf ihn wirken: Da waren Setzljnge auf ein Meter hohe Erdwälle gepflanzt; alle waren angegangen, sahen frisch grün aus, zeigten bereits, ein oder zwei Monate nach ihrer Setzung, lebhaftes Wachstum und waren über doppelt so hoch wie ihre gleichaltrigen Artgenossen, die auf die übliche Weise in im Berghange ausgehobene Gruben gesetzt worden waren . Warum schlug dies der Logik ins Gesicht? — Das Klima an diesem Orte ist steppen- oder gar wüstenhaft; unter diesen Umständen müsste doch der lockere Boden der Erdwälle schnellstens alle in ihm enthaltene Feuchtigkeit absickern lassen, noch dazu, wo Sonne und heisser Wüstenwind in den Seitenhängen der Wälle eine weite Angriffsfläche für austrocknende Wirkung haben. Und dennoch... “ihr seht!” .— ihr seht es mit eigenen Augen. Ob nun logisch begründet oder nicht, die Sache war eines Versuchs auch in Israel wert. Kaum war Herr Weitz wieder zu Hause, fuhr schon ein mächtiger Bulldozer schnaufend zwischen den unfruchtbaren Sandsteinhügeln bei Chelez und Gevar’am, in der südlichen Küstenebene umher, grub und schob und häufte, und alsbald waren die Hänge nicht wiederzuerkennen — lange, hohe Erdwälle zogen sich in eleganten Bogenlinien über sie hin. Das Auspflanzen der Eukalyptus- Bäume fand später als gewöhnlich, erst am Ende der Winter- Es sind der Besucher nicht wenige, die täglich an das Eingangstor zum Ölfeld von Chelez pochen, das man durchfahren muss, auch um an die neue Pflanzungsstätte zu gelangen. Viele kommen, doch nur wenigen wird der begehrte Einlass gestattet. “Haben Sie eine Bestätigung vom Kontor der Gesellschaft in Tel Aviv?” — so fragt der Torwächter; und, wenn nicht, dann lässt er den Schlagbaum hinunter, und tröstet den Abgewiesenen damit, dass “hier sowieso nichts zu sehen” ist... Wenn man die ringsum aufgestellten Bohrtürme, die bei ihnen tätigen Ingenieure. Geologen und Arbeiter mit ihren runden Stahlhelmen erblickt, denkt man allerdings anders. Da wird gerade ein neuer Turm, noch flach am Boden liegend, zusammengesetzt, ein anderer wird in diesem Augenblick mit mächtigen Stahlkabeln hochgezogen ... Das Ölfeld von Chelez breitet sich ständig aus, es ist schon bis an die Chaussee von Nir-Am gelangt, und zwei Bohrtürme haben sie bereits überschritten. Vierzig Ölbrunnen sind bis Ende des Jahres geplant, die dann schon über ein Zehntel des grossen Petroleumverbrauchs Israels stellen sollen. Aber all das ist ja für uns heute nur “Nebensache” — wir wollen ja zu den “Wunderbäumen” von Gevar’am gelangen. Dieses Jahr pflanzt man dort 500 Dunam Eukalyptus nach der neuen Methode. Der Bulldozer hat schon den Grossteil seiner Arbeit beendet, und auf den hohen Wällen, einer über dem andern, bis zur Hügelspitze in weitem Rund, lugen schon die kleinen Setzlinge hervor. Noch ein paar Jahre, und ein frischer Laubwald wird 10,000 Dunam zwischen Gevar’am, Nir-Am und Eres bedecken, alles Flächen, die sich nicht landwirtschaftlich nutzen lassen. “Viel Lärm um nichts” — so höre ich viele sagen. “Nun gut, es ist gelungen, das Wachstum von Forstbäumen in Israels Südland zu beschleunigen... Was ist schon dabei? Plötzlich, nach zweitausend Jahren, habt ihr keine Zeit mehr zu warten? ...” Gemach, bisher habt ihr erst eine Hälfte der Geschichte gehört. Naftali, der die Aufsicht über die Forstarbeiten des KKL in der Südhälfte des Landes führt, drückt schon wieder auf den Anlasser seines grauen Autos und befördert euch weiter nach Süden, in den Negev, nach Beeri, nach Nirim, nach Magen. Hier ist man schon inmitten in der Wueste Zweihun dert Millimeter Regen pro Jahr, und meist erheblich darunter. Auch hier gibt es schon dieselben Erdwälle, nur sind die Bäume auf ihnen Tamarisken, seit altersher im Negev heimisch. Tamarisken zu ziehen, ist eigentlich recht einfach: Man braucht nur einen fingerdicken Zweig von einem gutgewachsenen Baum abzuschneiden und ihn, so wie er ist, vermittels eines Grabstockes in den Boden zu stecken, und bald wird er angehen, Wurzeln schlagen und neue Triebe hervorbringen — vorausgesetzt, dass man ihm, wenigstens im ersten Wachstumsstadium ein Minimum an Wasser zukommen lässt. Aber hier liegt der Hund begraben. “Ein Minimum an Wasser” — das bedeutet mehrere Bewässerungen während einiger Monate. Heute fliesst allerdings schon Wasser durch die grossen Betonrohre des “Jarkon - Negev - Wasserwerks” über eine Entfernung von 100 Kilometern nach Beeri oder Nirim; aber dieses Wasser ist teuer, und man muss es sich zweimal überlegen, ob man es den Setzlingen der Tamarisken zukommen lässt, oder lieber damit Gemüse, Futterpflanzen oder Baumwolle zieht. Die Schlussfolgerung ist klar... Jetzt, plötzlich, hört das aber auf eine landwirtschaftliche Gewissensfrage zu sein: Mit dem neuen Erdwallsystem gehen die Bäumchen nämiicn auch an, selbst wenn sie nicht einen Tropfen an Wasserzuschuss bekommen. Für den Negev ist das eine unerhörte Neuerung. Nicht nur der Preis des Wassers spielt dabei eine Rolle. Noch schwerwiegender ist hier oft das Problem, wie man das Wasser an die Pflanzstätte heranführt. Aus dieser Schwierigkeit heraus erklärt sich, dass man bisher Bäume im Negev im wesentlichen nur längs der Chausseen pflanzen konnte, denen die Wasserrohre parallel laufen. Aus den in gleichen Abständen angebrachten Hähnen konnte man Tanker füllen, die die Strasse entlangfuhren und die Alleebäume zu beiden Seiten bewässerten; sobald der Tank leer war, war das Auto am nächsten Hahne angelangt. Die von den Strassen und Hauptrohren entfernt gelegenen Flächen schieden dagegen aus dem Aufforstungsplan vorläufig aus. Aus dem Grunde musste man auch den seit langem gehegten Plan zur Anlage von Windschutzalleen rings um die Negevfelder fahren lassen, obwohl solche Alleen Vorbedingung für lohnende Landwirtschaft darstellen; ohne sie trocknet der Wüstenwind den Lössboden unbarmherzig aus, zerkrümelt ihn zu feinem Staub, der, aufgewirbelt und in Wolken von Feld zu Feld getrieben, hier die zarten Wurzeln der Kulturpflanzen dem Sonnenbrand freilegt, um dort Baum zwingt, einen starken und geraden Stamm zu entwickeln. (Das Tamariskenholz ist von guter Qualität und zu Möbeltischlerei und anderen Zwecken gut verwendbar). Nur nahe der ägyptischen Grenze, in Nir-Jizchak, lässt man die Tamarisken sich breit über den Boden ziehen, denn dort gilt es, Wanderdünen aufzuhalten und am weiteren Ueberfluten von gutem Boden zu hindern. mm mm Mia, Nicht mehr notwendig: Bewaesserung der Eukalyptus - Baeume im Negev. die Blätter zu bedecken und die Pflanzen ersticken zu lassen. Jetzt aber, dank der neuen Methode, kann der Plan der Windschutzalleen in vollem Umfange zur Ausführung kommen. Aus den im März 1956 bei Nirim gesetzten Tamariskenzweigen sind heute schmucke Bäumchen geworden, 70 Zentimeter hoch und bald bereit zum ersten Verschnitt. Die am Boden kriechenden Zweige werden dann entfernt, was den Schon ist das Vorhaben, 15.000 Dunam im Süden jährlich zu bewalden, voll erfüllt. Dank der Erdwälle ist die Aufforstung verbilligt und beschleunigt worden, und konnte in Gegenden eindringen, die bisher vor ihr verschlossen waren. Das ist tatsächlich ein Umsturz im Bewaldungswesen des Südens. Die Förster gehen mit verdoppelter Energie und mit erneutem Zutrauen an ihr Werk. Die Sache klappt, und noch wie! “Ihr seht!” W.I.Z.O. CENTRO HENRIETTA SZOLD Sonnabend 14. Dezember 1957, 9 Uhr abends Portugal 810 I. Auffuehrung des Theaterstueckes "JEHUDA MACCABI" von Howard Fast Regie: Lisa Scott — Schwarz II. KINDER - MODENSCHAU Eintritt $ 1.000— $ 1.50«.-