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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1957-12-01 · 12 (Diciembre, 1957) · p. Seite 11

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XIX (1957)
Issue
12 (Diciembre, 1957)
Date
1957-12-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Diciembre, 1957 BOLETIN INFORMATIVO II Immer daran denken.. ME RUSSISCHE JUDEN HEIT Die juedische Geschichte ist eine Geschichte der Wunder, die sich staendig vollziehen und immer von neuem wiederholen, eine Kette historischer Ereignisse, in der die gleichen Situationen und 'Begebnisse immer wiederkehren. Eines der grossen Wunder — ebenso gross wahrscheinlich wie das der Wiedererrichtung unseres Staates — ist die Tatsache, dass die Judenheit der Sowjetunion ihre Lebenskraft erhalten hat und vier Jahrzehnte nach ihrer Einkerkerung hinter dem Eisernen Vorhang , unmissverstaendlich und unverkennbar ihren Willen kundtut, mit dem juedischen Volke, mit dem Staate Israel in enge Verbindung zu treten. Rund 40 Jahre ist es her, seitdem die Parole “Religion ist Opium fuer das Volk” in der Sowjetunion zum Dogma der kommunistischen Staatsreligion gemacht und seitdem verkuendet wurde, dass die juedische Frage im kommunistischen Regime geloest werden wuerde, ja geloest worden sei wie alle anderen nationalen Fragen auch. Und siehe: in den Tagen des Moskauer Jugendfestivals spielten sich in der sowjetischen Hauptstadt jene zugleich erschuetternden und begeisternden Szennen ab, bei denen nicht nur alte Juden, ergraute Ueberreste einer vergangenen Epoche, in der Juden in Russland als „Juden” leibten, sondern auch die sowjetisch erzogenen Jugendlichen ihre Solidaritaet, ihren Wunsch zur Wiedervereinigung mit unserer Israel - Jugend in einer ergreifenden Form demonstrierten, die selbst unsere Festival - Teilnehmer zutiefst ueberraschte. Was fuer uns eine freudige Ueiberraschung war, musste fuer die Traeger des Sowjet-Regimes eine tiefe Enttaeuschung sein, kaum geringer als die, welche ihnen von den ungarischen Freiheitskaempfern bereitet wurde. Vielleicht war diese Enttaeuschung durch die Juden sogar noch groesser als die durch die Ungarn. Denn immerhin bilden idie Ungarn ein geschlossen in ihrem Staatsgebiet leibendes Volk, das erst ca. 12 Jahre die Sowjetherrschaft erduldet hat, die Juden aber eine unter der nichtjuedischen Mehrheit verstreute (Minoritaet, von der man haette annehmen duerfen, dass sie mit aller Energie versuchen wuerde, sich aufzuloesen, in ihrer Umgebung unterzugehen, zumal ja die wichtigsten sie von ihn unterscheidenden — religioesen — Merkmale allgemein als „reaktionaer” galten und zumal ihr endlich eine ¡Chance zu winken schien, der Geissei des rabiaten russisch-ukrainischen Antisemitismus zu entfliehen. Die Tatsache, dass die Juden in ganz erheblicher Zahl von dieser “Chance” der Massenassimilation keinen Gebrauch gemacht halben, muss von den Traegern des Regimes, von den Priestern der marxistischen Pseudoreligion als eine schallende Ohrfeige, als eine eklatante Niederlage empfunden werden. Da lebt ein Volk, das sich Deinen Gesetzen nicht beugt und im Grunde seines Herzens nach seinem eigenen Gesetz lebt.. . Dazu kommen — von der anderen Seite — die ewigen Gesetze der juedischen Galuth-Soziologie. Als das Sowjetregime geschaffen wurde, hatten die Juden vermoege ihrer sozialen Schichtung, ihrer Bildung, ihrer politischen Schulung als verfolgte und diskriminierte Minderheit unter der Herrscb^rt ehr Israelische Horra in den Strassen Moskaus. Zaren wichtige Funktionen im Aufbau des neuen Staates und der neuen Gesellschaft zu erfuellen — als neuer technischer und administrativer Mittelstand, als Ideologen und Propagandisten der neuen Lehre, als Kuender einer neuen Zeit, von der gerade sie Emanzipation und Befreiung erwarten durften. Mittlerweile alber sind die anderen Voelker des Sowjetreiches herangereift, haben sich die Faehigkeit zur Erfuellung aller Aufgaben des neuen „Mittelstandes” erworben: man braucht die Juden nicht mehr zur Ausfuellung dieser Funktionen, und sie werden wieder als stoerende Konkurrenten, die sich „vorgedraengt” haben, empfunden, gehasst und verdraengt. Und da dies unter den Gesetzen formaler Gleichberechtigung nicht ganz einfach ist, entstehen wieder die alten Spannungen, erwacht der Antisemitismus zu neuem Leben. Denn auch dies zeigt sich: Wie das neue Regime die Juden im tiefsten Grunde nicht veraendert hat, so auch nicht die Russen und Ukrainer, Polen und Litauer. DER STAAT ISRAEL ALS NEUER FAKTOR Geaendert aber hat sich die juedische Wirklichkeit durch die Schaffung des Staates Israel. Hier freilich muessen auch wir, die Zionisten, zugestehen, dass wir eine Illusion gehegt haben, die durch die Realitaet widerlegt wird. Wir hatten g-eglauibt, dass der eigene Staat, die eigene geschlossene Gesellschaft, in der wir nicht als „Zwischenschicht”, nicht als „Parasiten” leben und nur Luecken, bestimmte Funktionen in einer nichtjuedischen Gesellschaft ausfuellen, automatisch zu einer Regelung unseres Verhaeltnisses zur nichtjuedischen Welt zu einer Entspannung fuehren wuerde, weil alle Vorurteile, die gegen uns bestehen, durch diese produktive, auf die Arbeit der Nichtjuden nicht angewiesene, eigene Gesellschaft widerlegt werden. Und siehe da: Der Antisemitismus, der tief in den Herzen, im Unterbewusstsein der Massen verwurzelt ist, richtet sich nun nicht nur gegen das Volk Israel, sondern auch gegen seinen Staat Israel. Alle Instinkte, die frueher gegen den Kurfuerstendamm und die Grenadierstrasse, gegen die Kaerntnerstrasse und die Leopoldstadt, gegen die Nalewki richteten und aufgepeitscht wurden, richten sich nun auch gegen die „Lilienblumstrasse”, man ist gluecklich, auch dort den hassenswerten Typus des juedischen Spekulanten und Parasiten auffinden und mprangern zu koennen, die zu lern traditionellen Bilde des juelischen Ausbeuters nicht passende Tatsache der eigenstaendischen, selbstaendigen juedischen Gesellschaft in Israel als ein Maerchen „entlarven” zu koennen. Und natuerlich geben sich Juden, die dem Regime dienen wollen, dazu her, den antisemitischen Instinkten ihrer Umwelt die Argumente zu liefern. Von Pfefferkorn bis Saslawsky hat sich in ¡dieser Hinsicht nichts geaendert. . . Notwendigerweise verhasst ist dieser Staat Israel in den Augen des Sowjetregimes auch deshalb, weil seine Existenz im Grunde auf Motiven beruht, auf Fundamenten erstanden und aus Urquellen gespeist ist, die der Sowjetideologie fremd sind. Mag sich ein Teil unserer Jugend so „kanaanitisch” gebaerden, wie er es in einer jugendlich revoltierenden Weise begehrt, mag er sich noch so „heidnisch” deklarieren — diese Bestrebungen bleiben Tarnungen an der Oberflaeche, die ephemaeren Charakter tragen. Der Staat Israel bleibt in den Augen der Welt und vor allem der juedischen Welt ein „zionistischer” Staat, dem die Idee „Zion” zugrundeliegt, mit all dem religioesen und messianischen Inhalt der in diesem enthalten ist. Dass dieser Staat von sozialen und sozialistischen Ideen tief (durchdrungen ist, macht es den Machthabern des Kreml nur noch schwerer, sich mit ihm abzufinden. Denn dieser israelische Sozialismus, der die Bindung an das Weltjudentum, an die Juden Amerikas und der ganzen freien Welt aufrecht ¡erhaelt und aufrecht erhalten muss, ist fuer die Kirchenvaeter des Marxismus schlimmste Haeresie, viel schlimmer als die „Abweichungen” Jugoslawiens oder Polens, die erträglich sind, weil .diese Staaten mit ihrem „eigenen Wege zum Sozialismus" die aussenpolitische Trennung von der westlichen, freien Welt ja doch bestehen lassen, sich ja doch zum „sozialistischen Lager” und seiner Moskauer Fuehrung bekennen. Das mittelostpolitische Motiv der anti-israelischen Politik des Kreml, das Streben zur Umwerbung def Araber bleibe im Rahmen dieses Artikels — so wichtig es ist — aus Raumgruenden unerwaehnt. Es wirkt als bedeutungsvolle Ergaenzung der immanenten anti-israelischen Tendenzen, die sich in der Sowjetunion aus den geschilderten innersowjetischen Motiven auch dann zeigen mussten, wenn es den arabisch-israelischen Gegensatz nicht geben wuerde. Ein h.storiches Treffen in der Moskauer Synagoge. „LASS MEIN VOLK ZIEHEN” Die intensivste Kontaktnahme mit den Juden der Ostblock - Laender einschliesslich der Sowjetunion selbst gehoert natuerlich zu den unverrueekbaren Zielen jeder juedischen und israelischen Politik. Es kann keinen Moment gefoen, in dem juedische und israelische Staatsmaenner und Politiker dieses Ziel nicht vor Augen haben. Aber der Politiker muss und darf sein Herz nicht auf den Lippen tragen. Was im Zusammenhang mit dem Festival und bei vielen anderen Gelegenheiten zu diesem Therma auch von den hoechsten Staatsmaennern Israels gesagt und geschrieben wurde, war des Guten viel zu viel. Wo sich ein Tuerspalt auftut, durch den die Ali ja aus den Laendern des Ostblocks nach Israel gelangen kann, da soll man ihn benutzen und durch geschickte aussenpolitische Schritte zu erweiten streben. Aber man soll nicht unnoetig viel proklamieren und verkuenden und dadurch sowjetische Reaktionen hervorrufen, die dazu fuehren muessen, die Juden der Sowjetunion und auch die Staatsmaenner relativ wohlwollender Ostblock - Staaten zu veraengstigen. Endziel - Proklamationen sind eine Kinderkrankheit eines Volkes, das in jahrhundertelanger Galuth-Existenz Staatspolitik verlernt hat, das die Grundregeln einer klugen vor allem die Geduld verlernt hat, mit der der besonnene Staatsmann die geeignete Stunde zwar vorbereitet, aber schweigend abwartet. Cavour der Schoepfer des geeinten Italiens, war den ganzen Tag ueber ein Staatsmann, der die Politik Piemonts nach den konventionellen Regeln der Diplomatie betrieb und nur in naechtlicher Stunde, im Morgengrauen, zwischen 4 u. 6 Uhr, empfing er die italienischen Patrioten, die in allen Staaten der Appenninen-Halbinsel fuer die Einigung Italiens wirkten. So muss auchunsere Politik gegenuetber der Sowjetunion darauf gerichtet sein, die geeignete Stunde aibzuwarten, zu der es an der Zeit sein wird, die Parole, die Forderung „Lass mein Volk ziehen!” mit Aussicht auf Erfolg zu verkuenden. Immer daran denken, nie davon sprechen! BEN BUNIM El próximo SERVICIO JUVENIL con motivo de la fiesta de Januka, se efectuará: Viernes 20 de Diciembre, a las 19 hrs. con un Kidusch, que se servirá después. Se ruega una numerosa asistencia._ DIE ANZEIGEN ANAHME FUER DAS BOLETIN INFORMATIVO i.st taeglich von 9-1 u. 5-7 geoeffnet. NUEVA YORK 52 Oficina 605 — Teléfono 86603

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