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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1957-12-01 · 12 (Diciembre, 1957) · p. [Seite]

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XIX (1957)
Issue
12 (Diciembre, 1957)
Date
1957-12-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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1 ru« i wwAb im. a«uw MnuAMif.iANiwM-cHu MITTEILUNGSBLATT BOLETIN INFORMATIVO SO Cv IE DAD CULTURAL ISRAELITA " B * N E JISRO EL” , AÑO XIX.—N°12 SANTIAGO DE CHILE Diciembre, 1957 DER WILLE ZUM LEBEN Von Rabbiner Egon Loewenstein In wenigen Tagen werden wir einmal mehr in der Geschichte unseres Volkes die Menora entzuenden. In den Synagogen, in Feierstunden und festlichen Versammlungen werden wir von den Makkabaern sprechen, von ihrem heldenmut und ihrer ODferbereitschaft. tum gesehen werden. Es geht in ihnen nicht um Schlachtfelder, Blutvergiessen und Heldentum. Sie sind vielmehr Symbol dafuer, dass das juedische Volk in Stunden der Krisis immer wieder neue Kraefte entwickelt hat, die zur Ueberwindi-ng der Krisis fuehrten. In LICHTER DER FREIHEIT Waehrend der langen Jahre des Exils unseres Volkes, leuchteten die Chanuka-Lichter nur in den Synagogen oder hinter den Fensterscheiben juedischer Haeuser. Heute, Chanuka-Lichter der Freiheit leuchten ueber ganz Israel — auf Daechern, Tuermen und Huegeln. Moegen sie die Herzen eines jedem,Judens in Israel und in der ganzen Welt erhellen. (Photo Meirowitch). Wir werden in ihnen ein Vorbild fuer die Menschen unserer Zeit sehen. Wem aber wird bewusst werden, dass die Feier des Chanukafestes nicht nur der Erinnerung an Heldenmut und siegreiche Schlachten gilt? Wer wird sich Rechenschaft darueber abgeben, dass mit den Namen Jehuda Hamakkabi und Antiochus Epiphanes nicht nur die Erinnerung an zwei Vertreter entgegensetzter Welten —der des juedischen Monotheismus und des heidnischen Goetzendienst-verbunden ist? In den Ereignissen, die uns am Chanukafest vor Augen stehen, muss ein fuer die Geschichte Israels typisches Fak- Veranstaltungen der Gemeinde: Oberrabbiner Dr. Kurt Wilhelm aus Stockholm spricht am: Donnerstag, den 12. Dezember abends 9 Uhr und am Schabbat frueh im Gottesdienst um 10 Uhr. Naeheres siehe redaktionelle Notiz. diesem Sinne ist der Kampf zwischen dem kleinen Land Judaea und dem Syrerreich ein wichtiges, entscheidendes Beispiel-aber nicht das einzige. Die Geschichte des juedischen Volkes beginnt mit einer Krisis-mit dem Auftreten Moses, unseres Lehrers, der die in Sklaverei von der geistigen Selbstaufloesung bedrohten B’ne Jisrael befreit und sie ihrer Be Stimmung entgegenfuehrt. Diese Gefahr steht am Anfang unserer Geschichte. Dort in Aegypthen droht diesem kleinen Stamm, seine fuer ihn typische Eigenart zu verlieren und von der blendenden, reichen Kultur Aegypthens verschlungen zu werden. Demgegenueber symbolisiert Moses den Willen zum eigenen Leben, die Kraft zur Befreiung von fremdem geistigen Joch. In einer solchen Krisis hat sich Israel viele Male in seiner Geschichte befunden. Sie hat uns auch in der Zeit bedroht, als wir auf eigenem Boden umgeben von fremden Voelkern lebten. Israel war in der Gefahr, sich an Goetzenkult und moralische Unkultur zu verlieren. Da standen die Propheten auf und kaempften gegen die Krisis. Sie erneuerten den geistigen Bestand des juedischen Volkes. In einer solchen Krisis sehen wir unser Volk auch in der Zeit, die zu den Makkabaerkaempfen fuehrte. Eine die damalige Welt ueberflutende, materiell wie auch geistig reiche Kulturbewegung —der Hellenismus— bedrohte den Bestand des juedischen Volkes. Weite Kreise vor allem der sozial fuehrenden Schichten des kleinen judaeischen Staates waren weitgehendst von dieser hellenistischen Kultur beeinflusst. Die Makkabaer haben nicht nur das juedische Volk auf dem Schlachtfeld von fremdem Joch befreit, sondern auch seine Kultur fuer die Menschheit gerettet. In den Bergen Judaeas hat sich damals Weltpolitik entschieden. Israel hat im entcheidenden Augenblick seiner Krisis, jene Kraefte aus sich herausentwickelt, die seinem Willen zum Leben zum Siege verhalfen. Wir koennen diesen Moment der Krisis und der Errettung aus der Krisis als ein typischen Moment unserer Geschichte durch die Zeiten verfolgen. Alle entscheidenden Bewegungen der juedischen Geschichte des Mittelalters sind Ausdruck dieses Willens zum Leben gegenueber einer mit Macht einwirkenden Umwelt. Das letzte, hervorragende Beispiel sehen wir in unseren Tagen im Zionismus, der auftritt, als das westeuropaeische Judentum in der Gefahr der Selbstaufloesung durch die mit uebermaechtigen Kraeften einstuermende Welt Europas stand. Dieser Zionismus erstrebte wohl die Loesung der Judenfrage durch die Schaffung eines oeffentlich gesicherten Nationalheims. Aber wer die Geschichte der zionistischen Bewegung kennt, weiss, dass dies nicht ihre einzige Forderung war. Es ging ihr darueberhinaus um die geistige Befreiung des juedischen Menschen. Sie ist Ausdruck des Willens zum Leben-zu einem juedischen Leben in seinen vielfaeltigen Formen. Der Judenstaat war und ist ihr hervorragendstes Ziel, aber nicht ihr einziges. Inmitten all der wichtigen Diskussionen um die Zukunft des Judentums und des juedischen Volkes ausserhalb seines Landes, gilt es dieses festzuhalten. Die geistige Befreiung des juedischen Menschen bleibt auch in Zukunft unsere Aufgabe. Das ist unsere Krisis und in dieser Krisis soll uns der Zionismus den Weg weisen. So steht Chanuka nicht nur als das Fest der Befreiung von fremdem politischem Joch, des militaerischen Heldentums und des Willens zu staatlichem Eigenleben vor uns. Die Ereignisse um die Makkabaeer und das Ringen des Zionismus haben die geistige Befreiung des juedischen Volkes als gemeinsames Ziel. Dieser Kampf ist nicht auf die Grenzen unseres Staates beschraenkt. Er geht vor allem uns an. Et ist in unserer Mitte schwerer. Die Mittel in diesem unserem Kampf sind nur beschraenkt. Aber auch wir wollen leben und wollen juedisches Leben gestalten. Dazu bedarf es der Anwendung aller Mittel, die uns zur Verfuegung stehen. Eines der hervorragendsten ist und bleibt die juedische Vollschule. Sie ist der Ausdruck des Willens zu juedischem Leben und sie sichert vor allem juedische Kontinuitaet. Sie vermag uns entscheidend bei der Ueberwindung der geistigen Krisis, in der grosse Teile unseres Volkes ausserhalb der Medinat Israel leben behilflich sein. Es ist kein Zufall, dass die hebraeischen Worte Chanuka und Chinuch - Erziehung in demselben Wort, das Weihen bedeutet, ihren Ursprung haben. Dem juedischen Kind eine der Zeit und der Welt, in der wir leben, entsprechende juedische Erziehung geben, heisst, es zum Traeger juedischer Zukunft zu weihen, es zu einem Element der Ueberwindung der geistigen Krisis Israels zu bestimmen, in ihm den Willen zum juedischen Leben zu wekken. Wer Chanuka feiert, darf sich nicht nur damit begnuegen, in freudiger Stimmung die Lichter zu entzuenden, sondern muss auch zu denen gehoeren, die von dem Willen zum juedischen Leben getragen, alles daran setzen, um zu helfen, die Krisis des Judentums zu ueberwinden. Wir wollen auch in diesem Land und auf diesem Kontinent die Zukunft des juedischen Volkes sichern. BÜ OEFFNETME TORE FUER 100.000 OLIM / * •V

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