Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XIX (1957)
- Issue
- 11 (Noviembre, 1957)
- Date
- 1957-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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«teoACOON» 6.C.I. e*Ni jisnocL AV. POfITUOAl» «IQ. TIU 9909« CASILLA 949?. 9AM9MOO«CHtL9 BOLETIN INFORMATIVO MITTEILUNGSBLATT CULTURAL ISRAELITA B'NE J I SROEL" AÑO XIX.—N*? 11 SANTIAGO DE CHILE Noviembre, 1957 DREI GEDENKTAGE 40 Jahre Baliour-Deklaration (2.11.1917) — 10. Jahrestag der Erklaerung der Vereinten Nationen (29.11.1947) — 5. Todestag von Chaim Weizmann (2.11.1952) Im Monat November begehen wir drei Gedenktage, von denen jeder eine — und alle zusammen — die Grundpfeiler des Entstehens von Medinat Israel darstellen. Im Mittelpunkt dieser Gedenktage steht ein Mann, der durch sein Leben und Werk einen entscheidenden,, vielleicht sogar den wichtigsten Beitrag' zur Entstehung der Medinat Israel geleistet hat: Dr. Chaim Weizmann. Es dürfte nicht erforderlich sein, hier die Lebensgeschichte Weizmanns zu wiederholen. * <> v*‘. »Sx-y'wvív .SjGíe.vS'. WWW DR. CHAIM WEIZMANN Vision, Willen und Verwirklichung (Photo Malavsky) Herzl wurde Zionist — Weizmann war es seit seiner Geburt. Herzl “entdeckte” die Judenfrage, für Weizmann war sie seit frühester Kindheit eine wesentliche, nein, die einzige, lebendige, stündlich wirkende Kraft. Gewiss gab es auch in Russland eine Aufklärung, aber der Prozess der Angleichung der Juden und ihres Lebens, wie wir ihn aus den mitteleuropäischen Ländern kennenwar längst nicht so weit vorgeschritten. Weizmann erfüllte die Vision Herzls. Gewiss ist der Unterschied zwischen diesen beiden grossen Söhnen unseres Volkes nicht nur ein äusserer, sondern ein tiefgehender. Weizmann selbst hat sich, direkt oder indirekt, gegen diese Feststellung zur Wehr gesetzt, da sein Zionismus unbestreitbar auf festeren Grundlagen als der Herzls beruhte. Dennoch finden wir bei beiden nicht nur die Arbeit auf das gleiche Ziel hin, sondern auch die selbe umfassende Konzeption, das jüdische Volk durch seine Rückkehr in sein Land zu retten und zu einem gesicherten Leben zu führen. Herzl war Politiker geworden, voller Enthusiasmus, mit der schöpferischen Kraft des Dichters, der er war mit der Leidenschaft eines geborenen Volksführers und der opferbereiten Hingabe eines edlen Menschen und vornehmen Charakters. Weizmann war kein Dichter. Nur selten schwang er sich zu den Höhen auf, wo die menschliche Phantasie suchend und hoffnungsfreudig Zukunftsbilder entwirft, die mit der Trostlosigkeit der Gegenwart in einem allzu starken Widerspruch stehen. Weizmann war ein Mann der exakten Wissenschaften, ein nüchterner Rechner, ein kühler Sprecher, ein abwägender Staatsmann. Was Herzl versagt blieb, Weizmann erreichte es. Sicherlich ist dies auf den grundlegenden Wandel der weltpolitischen Verhältnisse zurückzuführen. Aber der Träger des jüdischen Willens, der Mann, der ihn formte und ihm Ausdruck verlieh' der ihm Gestalt gegeben hat, ist nicht nur das Produkt von historischen Tatsachen. Da Weizmann weit besser als Herzl die jüdische Mentalität verstand, da er “seine Juden” besser als Herzl kannte, resignierte er nicht, sondern bemühte sich weiter, langsam, schrittweise der Lösung näher zu kommen. Herzl hat viele Enttäuschungen erlebt; sie waren jedoch ganz anderer Art als diejenigen, die Weizmann während seiner langen politischen Laufbahn machen musste. In solchen Stunden erkennt man nicht nur die Glaubenskraft und das Verantwortungsbewusstsein, sondern auch die unauflösbare Verbundenheit mit dem Volk und seinem Schicksal. Weizmann war ein Praktiker. Er verstand als einer der ersten, dass der Zionismus nicht nur eine politische Bewegung sein durfte' sondern die Renaissance des Volkes vorbereiten und durchsetzen muss. Deswegen forderte Weizmann schon in jungen Jahren, dass die praktische Arbeit in Palästina aufgenommen werde. Vielleicht liegt in seiner unermüdlichen Warnung, sich nicht auf politische Erfolge zu verlassen oder diese überhaupt erst abzuwarten, die Grösse der Vision, von der der Staatsmann Weizmann ausgefüllt gewesen ist. Immer wieder sagte es dieser Wegbereiter seines Volkes, dass nur unsere Leistungen im damaligen Palästina die Grundlage für unsere politischen Forderungen sein können. Denn Weizmann hatte es bei seinem Ringen um die Anerkennung der Rechte des jüdischen Volkes auf sein Land mit den Vertretern der Grossmächte zu tun, die zuweilen den Fanatismus der Juden verstanden, die Jahrtausende hindurch nicht müde wurden, von der Rückkehr nach Israel zu sprechen und zu träumen, und die trotz ihrer furchtbaren und hoffnungslosen Lage Jahrhundert um Jahrhundert dieselben Gebete um den Wiederaufbau Zions sprachen. Hierin lag Weizmanns wahre Grösse: den uralten Traum des jüdischen Volkes mit den Tatsachen der Weltpolitik in einen Zusammenhang und in Einklang zu bringen. Die Würde und die Bescheidenheitdie sein Auftreten vor den Grossen seiner Zeit charakterisierten, öffneten ihm die Herzen und Hirne der Männer, mit denen er sprach, sie öffneten ihm auch die Pforten, hinter denen die Entscheidungen über den Gang der Ereignisse fielen. Gewiss wird niemand das Verdienst bestreiten, das sich auch andere erwarben, die an den Vorarbeiten zum Erlass der Balfour-Deklaration mitarbeiteten. Niemand wird aber verkennen, dass es Weizmann war, der gegen alle Widerstände von innen und aussen jenen historischen Brief erhielt, mit dem der Anspruch des jüdischen Volkes auf sein Land bestätigt worden ist. Vielleicht war es noch nicht der Charter selbst' um den sich andere vor Weizmann bemühten, aber die erste Seite eines solchen Urteils der Weltgeschichte war diese Deklaration doch. Dunam für Dunam des heiligen Bodens wurde der jüdischen Kolonisation erschlossen. Der wachsende Widerstand der britischen Regierung gegen das aufblühende Nationalheim ist dreifach tragisch: hierdurch — wenn auch nicht allein hierdurch — ging die praktische Arbeit langsam vor sich. Wäre Israel vor dem letzten Kriege als jüdisches Siedlungsgebiet grösser gewesen, die Katastrophe des europäischen Judentums hätte nicht diese Formen angenommen.— England, das schon vor der Balfour - Deklaration eine gerechte, nationale Lösung der Judenfrage anstrebte, wurde als Sklave eigener Interessen zu einem Gegner des Aufbauwerkes. Und der dritte tragische Gesichtspunkt ist darin zu erblicken dass Weizmann in seinem Glauben an England erschüttert wurde. Er sträubte sich dagegen, in denjenigen Gegner zu sehen, die ihn ihrer Freundschaft versichert hatten. Mit bewundernswerter Hartnäckigkeit hatte Weizmann um das gemeinsame Ziel gekämpft. Trotz seines fortgeschrittenen Alters nimmt er regen Anteil an den politischen Unterhandlungen, die schliesslich zum Erlass der historischen Erklaerung der Vereinten Nationen fuehren. Der jüdische Staat wurde errichtet. Weizmann wurde sein erster Präsident. Das Ansehen in aller Weltdas Weizmann gezollt wurde, übertrug sich auf den jungen Staat, der eigentlich erst ein Staat werden sollte. Aus dem ungekrönten König der Juden, wie man Weizmann allgemein nannte, wurde der erkorene erste Präsident des Staates Israel. (La Semana Israelita). OEFFNETDIE TORE FUER 100.000 OLIM /