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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1957-10-01 · 10 (Octubre, 1957) · p. [Seite]

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XIX (1957)
Issue
10 (Octubre, 1957)
Date
1957-10-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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i 6.C. I. B'NE JÎSttOEL ■ AV. PORTUGAL «JO. TCU 33098 ' CASILLA 2407. SANTIAOO*CHIUI BOLETIN INFORMATIVO MITTEILUNGSBLATT S O CM EDAD CULTURAL IS R A Ei I TA "B'NE J I SR'OEL" AÑO XIX.—N? 10 SANTIAGO DE CHILE Octubre 1957 Kriegsgefahr, allgemeine Verwirrung beherrscht die Welt. Im Osten und im Westen wird gerüstet und in dem Teil der Welt, in welchem sich unser geschichtlicher Schicksalsraum befindet, sieht es heute so aus, als würden sich die Mächte gerade hier messen wollen, als könnte gerade hier im Mittleren Osten der Konflikt zwischen Ost und West einer Lösung entgegendrängen, die — WIR BAUEN HUETTEN... WIR GREIFEN ZUM PALMZWEIG... In London und Paris, in Washington und in Moskau werden scharfe Formulierungen publiziert, die drohen und warnen, die nach Krieg “schmek- WIR GREIFEN ZUM PALMZWEIG... (Photo Himmelreich) leider! — keineswegs eine Lösung der weisen Mitte ist. UND WIR BAUEN HUETTEN. . . Die Welt starrt in Waffen. Vernichtungswaffen von unausdenkbarem Ausmasse wurden konstruiert, werden in Australien und anderwärts erprobt. Ganze Inseln versinken und über ihnen bildet sich der schauerliche Pilz der Atomexplosionen. Auch Israel verlangt nach Waffen, versucht sie sich zu beschaffen, wo immer sie zu erhalten sind, um so gewappnet zu sein gegen die Angriffe an unserer blutenden Grenze. Und wir ergreifen den Palmzweig, das Lulab und die Myrthe und die Bachweide und ‘die Frucht vom schönen Baume”, das Ethrog, und ziehen damit durch unsere Synagogen. ken” und Furcht und Zittern verbreiten... und wir verkündigen den Gottesfrieden von den Höhen des Zion, eine schöne alte Tradition wieder aufgreifend, die das Sukkoth-Fest zum Feste des Friedens macht, nicht nur für das Haus Israel, sondern für die “siebzig Völker der Welt”. Hütte, Palmzweig und Friedensgebet in dieser Welt des Unfriedens, der Machtentfaltungen, der Monster - Blöcke, der Atomwaffen, was könnte anachronistischer sein als dies? Aber gerade zu diesem Anachronismus Israels sollten wir uns bekennen. Unser Gruss ist “Schalom”, und das meint Frieden. Und jedes Gebet beschlies sen wir mit dem Friedenswunsch: “Der Frieden schafft in seinen Höhen, schaffe Frie den auch uns und ganz Israel: Darauf sprechet: Amen”. Ja, dazu wollen wir ein kräf tiges “Amen” sagen, denn Israel weiss, sehr im Gegensatz zu den alten Römern, dass nicht der Krieg, sondern de? Frieden der Vater aller Dingt ist, zumindest all derjenige?. Dinge, die uns das Leben lebenswert machen. Wir bauen Hütten, um so dit Grenzen der menschlicher, Macht uns zu vergegenwärtigen, denn in der leichten Hüv te ist der Wanderer auf diese? Erde unbehauster ,als in der festen Wohnstätten einer hybriden Zivilisation, die sich allmächtig dünkt. Er weiss sich in dieser Hütte, durch die die Sterne blicken, der Macht ausgeliefert, die über uns ist, die unserer Weisheit im Himmel spottet, wie es der Psalmist ausdrückt. Die Hütte, die wir bauen, war wohl ursprünglich eine Art Zelt, entsprechend dem alten Nomadenideal der Rechabiter. Sie wurde dann, unter kanaanitischem Einflüsse, die Erntehütte der fröhlichen Zecher zum Weinfeste, aber im jahrtausendelangen Prozess der Spiritualisierung wurde sie zum Symbol des Friedens, zur messianischen Hütte, die aus der Haut des Leviathan errichtet werden soll, zum Mahle der Gerechten, wenn die Zeit erfüllt ist. So weitet sich das enge Wüstenzelt zur Welt, um deren Ausspannung wir beten: “Haporess Sukkath Schalom alejnu, weal kol Jisrael, weal Jeruschalajim”. (Der da ausspannt die Friedenshütte über uns und über ganz Israel und über Jerusalem). Hierzu wurde gefragt, warum Jerusalem eigens erwähnt wird? Denn wenn die Hütte des Friedens ganz Israel umschliesst, so ist Jerusalem doch wohl mit einbezogen. Aber ein altes Wort bemerkt hierzu, dass Jerusalem besonders erwähnt werden muss, weil hier der Unfriede, die Zwietracht, der Bruderhass stets am ärgsten waren. Friederishütten wollen wir bauen. Leichte Wohnungen für das Friedensfest und — weiter! — dauerhafte Wohnungen für die Vielen, die noch immer unbehaust in unserer Mitte wohnen. Wir, die wir feste Wohnungen haben und für sieben Tage die Hütte, die buntgeschmückte, wählen, sollen nicht vergessen, wie viele von den neuen und gar nicht mehr so neuen Olim jahrein jahraus in Hütten, aus Blech und Holz, aus Leinwand und alten Kanistern hausen. Das sind keine Fest- und Friedenshütten, sondern Elendshütten, für die es keinen Platz mehr in unserem Lande geben sollte. Und an den Grenzen, in dem verhängnisvollen Streifen von Gaza, auch dort gibt es Hütten an Hütten, in welchen unglückliche Menschen hausen, arabische Flüchtlinge, die von ihren Führern in diesen Hütten gehalten werden, damit der Hass gegen uns nicht abebbt, damit sie nicht sesshaft und integriert werden, damit sie nicht in festen Häusern ein neues Leben beginnen, sondern Reserven bieten für die Mordbanden der Fadayun. Aus diesen Hütten des Hasses kommt nichts Gutes. Die Welt der “Vereinten Nationen” und der “Vereinigten Staaten” müsste diesem Hüttenelend ein Ende setzen und wir selbst müssten durch eine “Friedensoffensive”, von der Dr. Nachum Goldmann, Präsident der Zionistischen Organisation, erst neuerdings wieder sprach, diesem Werke des Niederreissens der Elendshütten und des Aufbaus fester Wohnungen für die “Heimatvertriebenen” unseres Lebensraumes, positive Hilfe leisten. Wer Hass sät, der erntet Krieg, aber wer Liebe sät, der mag Frieden ernten! Das ist gewisslich wahr — auch in dieser friedlosen Welt von heute, in die wir unsere kindlichen Hütten hineinbauen, wie es unsere Väter und Vorvaeter taten, vertrauend auf die Macht der Idee, die hinter diesen primitiven Hütten steht: die Idee des Gottesfriedens für diese Welt, die nichts mehr verlangt als Friede. Als der amerikanische Televisions-Reporter Drew Pearson Menschen in unserem Lande fragte: Was braucht Israel am noetigsten? — da antworteten alle, ohne Unterschied: Frieden!. Wir bauen Hütten als Symbole des Friedens und wir bauen dieses Land im Vertrauen auf den Frieden, der doch kommen muss, der dreifache Friede, der erst der ganze Friede ist: der innere Friede und der Frieden mit unseren Nachbarn und der Friede der Welt. Wo sollen wir beginnen? Bei uns selbst! Die innere Zerrissenheit des heutigen Menschen muss jeder zu überwinden suchen. Den Unfrieden gegenüber dem Nachbarn muss jeder bezwingen. So bilden sich die Kreise des Friedens — bis sie den Erdkreis umspannen. (HAKIDMAH). k OEFFNET DIE TORE FUER 100.000 OLIM /

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