Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XIX (1957)
- Issue
- 9 (Septiembre, 1957)
- Date
- 1957-09-01
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Septiembre 1957 BOLETIN INFORMATIVO 15 BUCHBESPRECHUNGEN Ein Buch über — Maimonides, das man gern liest. Wenn bisher die Werke von Moses Maimonides, von dem gesagt wird, dass von Moses bis Moses keiner war wie Moses, nicht die Verbreitung gefunden haben, die ihnen zukommt, so lag dies daran, dass sie nur vor einem verhaeltnismaessig kleinen Kreis erfasst werden konnten. Es ist daher das ganz besondere Verdienst des Omega-Verlags in Buenos Aires uns in einem Sammelbuch, das unter Leitung seines Direktors Dr. Hermann Weyl, der auch wertvolle literarische Beitraege geliefert hat, herausgegeben wurde, das Werk von Maimonides “allgemein verstaendlich” gemacht zu haben. Dadurch ist auch der Weg zum Studium der Werke selbst geebnet worden. In ueber 30 Aufsaetzen haben namhafte Wissenschaftler unserer Zeit sowohl das Leben wie auch die Werke von Maimonides uns nahe gebracht. Den Menschen hat unser Rabbiner E. Loewenstein sehi gruendlich und interessant gezeichnet. Ganz besonderes Verstaendnis wird unsere Generation fuer sein Emigrationsschicksal haben. Wir beobachten mit grossem Interesse, wie weit “der grosse Adler” sich der Kulturwelt, in der er lebte, verbunden fuehlte, wie er auch ganz in ihrer Sprache dachte. Wir begleiten ihn auf seiner Flucht, sehen ihn in allen den Orten, in denen er sich voruebergehend mit seiner Familie aufhielt, Verbindungen mit juedischen und nichtj uedischen Wissenschaftlern auf nehmen. So setzt er staendig seine Studien fort und als deren Folge auch seine Werke, die sich auf philosophische, psychologische, astronomische, naturwissenschaftliche und medizinische Gebiete erstrecken. Klar gezeichnet wird hier sein Lebensweg, seine Berufstaetigkeit als viel beschaeftigterArzt, sowie seine ehrenamtliche Taetigkeit als erste rabbinische Autoritaet seiner Zeit und als Gemeindefuehrer. Vor allem vermittelt uns das Buch eine Einfuehrung in die Werke von Maimonides, wie, um nur einige wenige herauszugreifen, in sein philosophisches Hauptwerk” den Fuehrer der Irrenden”, sein religioeses Riesenwerk “Mischne Tora”. Das bedeutende an diesem Sammelbuch ist die Tatsache, dass es in der Sprache unserer Zeit zu uns spricht und uns damit ermoeglicht, uns das Werk des grossen Denkers in moderner Fassung zu eigen zu machen. Ein Buch wie dieses verdient es in jedem juedischen Haus vorhanden zu sein. H. Marklewitz. JEWIS STUDIES" Vor wenigen Monaten erhielten wir ein Buechlein, das uns als ein Bote aus einer “anderen Welt”, recht willkommen ist. Unter dem Titel “Jewish Studies” erschien zu Ehren des 75. Geburtstages des tschechischen Oberrabbiners in Prag Dr. Gustav Sicher dieses Buch, das in englischer Sprache wissenschaftliche Arbeiten und literarische Essays von Freunden und Schuelern enthaelt. Auf dem Umschlag ist die uns allen bekannte Prager Altneuschul mit der juedischen Uhr zu sehen. Die Festschrift befasst sich vor allem mit dem tschechoslowakischen Judentum und beschreibt das religioese Leben, die soziale Arbeit und die literarische Taetigkeit. Wir werden an die einstige Pracht der juedischen Gemeinden in Prag, Karlsbad, Reichenberg, Bruenn, Pressburg usw. schmerzlich erinnert. Das juedische Museum in Prag und sein Archiv werden beschrieben. So ist uns dieses Buechlein ein lieber Gruss von unseren Bruedern und Schwestern, fuer das wir ihnen herzlich danken. Wir erhielten auch vom Rat der juedischen Gemeinden in Boehmen und Maehren zu Prag ein Informationsbulletin Nr. 2, das uns wertvolle Einblicke in ihr auschliesslich religioeses Leben gewaehrt. So wird von einer Tagung der Delegierten der juedischen Gemeinden ausführlich berichtet und dem glaubensbruederlichen Zusammengehoerigkeitsgefuehl Ausdruck gegeben. Vor allem wird an die Juden im Ausland ein Aufruf gerichtet, in allen Laendern mitzuhelfen, in die internationalen Beziehungen wiederum den Geist festen Vertrauens hineinzutragen, jenen Geist, der einzig und allein Voraussetzung und Grundlage fuer eine fruchtbringende und dauernde Zusammenarbeit zwischen den Voelkern sein kann. Nach diesen bekannten Friedensklaengen aus dem Lande jenseits des “Eisernen Vorhangs” wird ausfuehrlich ueber die Delegiertentagung berichtet. Nicht unbekannt ist uns ein Wort aus der Begruessungsansprache des Rabbiners Dr. Sicher: “Es ist Sache einer jeden juedischen Gemeinde kleinliche Streitigkeiten (Machlakot), die nicht der Liebe zur Sache entspringen, sondern ihre Wurzel in Machthunger, Eitelkeit und Ehrgeiz von Einzelpersonen haben, nicht aufkommen zu lassen; solche kleinliche Stritte haben schon oft das Leben der Groessten in Israel verbittert. Aber ein allzuviel an Frieden ist ebenfalls schaedlich. Denn es ist nicht immer ein Positivum, sondern weit mehr ein verdaechtiges Symptom mangelnder Vitalitaet. Lethargie ist nicht Frieden. Friedhofsruhe in grossen und kleinen Gemeinden herrscht dort, wo ein jegliches Interesse an religioesen Angelegenheiten, die unseren Vaetern brennenden Eifers wert schienen, begraben werden. “Interessant ist wohl auch, dass immer nur von der juedischen “Religionsgemeinschaft” die Rede ist, sowie auch der Staat Israel in allen Informationen mit keinem Wort erwaehnt wird. Zum Gedenken an die vor 15 Jahren erfolgte Gruendung des Theresienstaedter Getthos wurde die Delegiertentagung mit einem Festakt eroeffnet, dessen Motto war: So, wie sie in Theresienstadt zu uns sprachen, fuer uns sangen und spielten. So wurde gezeigt, wie man doch in allem Leid bemueht war, den Leidensgenossen das harte Haeft- Iingsleben durch Vortraege, Musik, Rezitationen und Thea, terspiel zu erleichtern. Es wur- ' de auch beschlossen, zur feierlichen Eroeffnung des Mausoleums fuer die Opfer des Nazismus, die voraussichtlich im Jahre 1958 in Prag stattfinden wird, einen Sammelband Theresienstaedter Poesie als Festschrift, als wuerdiges Denkmal, herauszugeben. Nach einem Bericht ueber den Besuch einer Delegation der tschechoslowakischen Judenschaft beim Gsabmal des unbekannten juedischen Maertyrers in Paris, wird aus dem Leben juedischer Gemeinden informiert. Es ist von dem Bau einer Mikwa, Synagogenumbauten, Errichtung eines Mahnmal in Marienbad, der Schaffung einer Singvereinigung fuer synagogale Musik, der Wieder eroeffnung eines rituellen Restaurants in Bratislava, der Veroeffentlichung einer Ansichtskartenserie mit Lichtbildaufnahmen aus dem ehemaligen Gettho usw. die Rede. Nach einem kurzen Bericht ueber das literarische Schaffen in CSR wird dieses Informationsblatt mit einem Nachruf auf Rabbiner Dr. Leo Baeck und Prof. Dr. Emil Utiz, Professor fuer Aesthetik und Psychologie abgeschlossen. Ein sehr interessanter Gruss von unseren Bruedern und Schwestern aus der Tschechoslowakei ,fuer den wir ihnen herzlich danken. E. Ln. Soeben erschienen: LA CULTURA JUDIA por Prof. Pablo Link $ 1.080.- Bestellung: Nueva York 52-0f. 605 Tel. 86603 REVOLUCION ECONOMICA Von Dr. Victor Krueger im Verlag Nascimiento Das Mitglied unserer Gemeinde, Herr Dr. Viktor Krueger, der vielen unserer Freunde noch aus jener Zeit, in der sie bei ihm die Anfangsgruende der Landessprache lernten, bestens bekannt ist, hat kuerzlich obiges Buch im Verlag Nascimiento erscheinen lassen. Damit ist ihm ein Lebenswunsch erfuellt worden. In ihm wurde die Wirtschaftsauffassung, fuer die der Verfasser schon seit Jahrzehnten mit Begeisterung eintritt, niedergelegt. In ihm wird ein neues philosophisches Conzept und eine neue Ethik entwickelt, von der Dr. Krueger erhofft, dass durch ihre Anwendung alle kriegerischen Auseinandersetzungen ueberfluessig werden. 40 Jahre des Studiums und der wissenschaftlichen Untersuchung liegen diesem Werke zu Grunde. Wir beglueckwuenschen Dr. V. Krueger zu dem Erscheinen dieses Buches. E Ln VOM FILM D,ES TEUFELS GENERAL “.. .R wie Rassenhass, L wie Lager, A wie Auschwitz, N wie Niedertracht, D wie Dachau! So buchstabiert ihr das Wort Vaterland...” “.. .fluechten, ich? Nein, mein Lieber. Wer dem Teufel auf Erden den Weg freigebombt hat, der soll ihm auch sein Quartier in der Hoelle vorbereiten“. .. und dann kam ein keltischer Vagabund dazu und in der naechsten Generation die Kreuzfahrer, die Tochter verliebte sich dann in einen auf der Flucht befindlichen Juden und als Napoleon durchs Rheinland zog, kam franzoesisches Blut in die Familie; merken Sie sich, Hartmann, das ist Rasse Seien Sie stolz auf ihre Abstammung!”... Dramatische Hoehepunkte im Dialog eines an Dialogen wie an Handlung ueberreichen Films, der aus verstaendlichen Gruenden viel zu kurze Zeit in Santiago zu sehen war. Fuer das chilenische Publikum geht durch die etwas duerftige Uebersetzung der Rest Moeglichkeit drauf, die komplizierten Machtverhaeltnisse und Intrigen im Tausendjaehrigen Reich, soweit es daran ueberhaupt Interesse hat, zu verstehen. Das deutsche Publikum steht hierzulande einer solchen Absage an die “heroische” Vergangenheit in seiner Mehrheit wohl noch immer etwas ablehnend gegenueber, wenn auch selbst “Condor” sich der gewaltigen Wirkung dieses Kunstwerks nicht ganz entziehen konnte. Unser Publikum ist nicht zahlreich und die Influenza-Epidemie tat den Rest. Es ist wirklich ein Jammer. In “Des Teufels General” hat der Regisseur Helmut Kaeutner das Drama von Carl Zuckmayer vom Ende des bekannten Fliegerhelden Ernst Udet (im Film): General “Harras”) meisterhaft verfilmt- Hochdramatisch und trotzdem mit viel Humor aufgelockert, menschlich zutiefst beruehrend aber ohne unechte Sentimentalitaet, atemberaubend flott gefilmt mit staendiger Betonung des Wesentlichen ist hier ein vorbildlicher Film zustandegekommen. Die Grundidee: die Mitschuld eines Mannes, der aus Freude an der Fliegerei —es haette auch Eitelkeit sein koennen oder etwas Gedankenlosigkeit oder sonst irgend ein relativ harmloses Mo tiv— “mitmachte” und sich seiner Verfehlung zu langsam und zu spaet bewusst wurde. Ein Mann, dem irgendwie das Zeug dazu fehlte, wie ein Stauffenberg zu reagieren, weil ihm die entscheidende Dosis Idealismus oder Ideologie oder Christentum abging, dessen joviale Art aber und Berliner Schnauze und abgrundtiefer Ekel vor den Nazis und menschliche Anstaendigkeit trotz allem nicht minder ueberzeugend wirken. Der Kuenstler, der diese unvergessliche Rolle verkoerpert: Curd Juergerj, einfach grossartig. Die Rahmenhandlung: die Rivalitaet zwischen Goerings Luftwaffe und Himmlers Gestapo und Sicherheitsdienst, vertreten durch einen Kommissar, dessen Rolle Victor de Kowa, der vor einigen Jahren in Chile ein Gastspiel absolvierte, hervorragend spielt. Carl Ludwig Diehl, nach zwanzig Jahren gealtert und nicht wiederzuerkennen, erinnert in der Rolle des Grossindustriellen an das geruettelte Mass Verantwortung der Krupp, Thyssen und Genossen. Wer in den beiden Pabst- Filmen vom 20. Juli und den letzten Kriegstagen in der Reichskanzlei wichtige Zeit- W. L Z. O. Mit einem durch die Grippe-Epidemie bedingten Aufschub von 14 Tagen fand am Freitag, 16. August die Ziehung unserer Lotterie “Reise nach Buenos-Aires oder 50.000.— Pesos in bar” statt. Unter Aufsicht von Frau Abogado Sofia Mayanz de Zahler wurde der glueckliche Gewinner ausgelost, und wir koennen noch kurz vor Redaktionsschluss mitteilen, dass die Nummer von Frau Margarete Roesberg der Gruppe Hanna Meisel den “gordo” gezogen hat. Die WIZO gratuliert herzlich zu diesem freudigen Ereignis und dankt nochmals allen fuer ihre grosszuegige Unterstuetzung! Die hohen Feiertage und der Jahreswechsel nahen heran. Zu diesem Ereignis moechte der Vorstand der WIZO nicht nur unseren Wizo-Schwestern alles Gute wuenschen, sondern der Hoffnung Ausdruck geben, dass alle unsere Freunde und Goenner eingeschrieben werden in das Buch des Lebens, des Friedens und der Gesundheit! So wie das ganze Volk Israel.