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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1957-08-01 · 8 (Agosto, 1957) · p. [Seite]

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XIX (1957)
Issue
8 (Agosto, 1957)
Date
1957-08-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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REDACCION» S. C. I. B’NB jrSROBL AV. PORTUGAL «IO. TEL. 3309« CASILLA 3437. SANTIAGO-CHtLC BOLETIN INFORMATIVO MITTEILUNGSBLATT S O CM EDAD CULTURAL ISRAELITA " B ' N E JISROEL" Año XIX — N.o 8 SANTIAGO DE CHILE Agosto, 1957, NOCH IST ES NICHT ZU S P A ET! Zum 10, Jahrestag der 1. Alija aus Chile (22-7-1947) Von AVNER BAR-ON. (Walter Baron). In der Geschichte einer Bewegung sind 10 Jahre eine relativ kurze Zeit, die es nicht erlaubt, feste Schluesse zu ziehen, und wenn wir es trotzdem wagen, nach dieser kurzen Epoche bereits eine Bilanz abzuschliessen, so ist dies deshalb moeglich, weil die Geschichte selbst jenen Schritt der Ersten bestaetigte, die vor 10 Jahren, an einem kalten Wintermorgen, Chile verliessen, um ihre Alija anzutreten. Neun Chawerim, —der Jugendbewegung des Haschomer Hazairs (Kidma) angehoerend, —■ oeffneten einen Weg, von dem sie keinerlei Sicherheit hatten, dass ihnen irgend jemand nachfolgen wird; in einem Moment voller Gefahren fuer unsere nationale Renaissance-Bewegung, als die Tore Erez Israels hermetisch geschlossen waren. Sie gingen ohne jede Sicherheit — als Illegale—. aber voll mit Glauben, dass sie Pioniere einer Sache sind, die Nachfolger finden wird und heute, nach nur 10 Jahren, koennen wir mit Befriedigung sagen, dass sie nicht allein geblieben sind. In dieser kurzen Zeitspanne sind hunderte von Jugendlichen und Aelteren ihren Weg gegangen und ein jetziger Besucher Israels findet “Chilenen” verbreitet ueber das ganze Land, von Dan an der noerdlichsten Spitze, bis Dvir, dem Kibuz im Negev, in allen Staedten und Plaetzen Israels. So war es keine Uebertreibung, als wir vor 10 Jahren schrieben, dass diese 9 Jugendlichen fuer den juedischen Jischuw Chiles das darstellen, was 1881 die 14 Studenten der Bilu-Bewegung fuer die zionistische Bewegung bedeuteten, die mit ihrer heroischen 1. Alija den Grundstein der juedischen Kolonisation in Palaestina legten. Damals schon waren wir sicher, dass auch die 1. chilenische Alija als das anerkannt werden wird, was sie wirklich bedeutet: Ein entscheidender Schritt in einem historischen Moment. Wenn wir heute auf jene Tage zurueckblicken und uns fragen, was die Kraft war, die diese Jugendlichen zu ihrem Schritt anspornte, so finden wir sie in der Erziehung, die sie in der Jugendbewegung erhielten, so finden wir sie in ihrer Suche nach einem neuen Lebensinhalt. Die Mehrzahl der Chawerim der ersten AlijagruPpe entsprangen dem deutschjuedischen Sektor und waren nur wenige Jahre in Chile, STATUE ZUM ANDENKEN AN DIE HELDEN VON NEGBA nachdem sie sich zusammen mit ihren Eltern aus der Nazihoelle hatten retten koennen. Und vielleicht war es diese grausame Jugenderinnerung die ihren Stempel auf ihr ganzes Leben praegte, und die ihnen die Augen oeffnete, nicht nur fuer sich, sondern fuer unsere ganze Generation. Sie erkannten, dass die juedische Diaspora in allen Laendern und in allen Regimen von zwei Gefahren bedroht ist: der physischen Ausrottung oder der Assimilation, und das sie nur eine Hoffnung auf Rettung hat: Die schnelle Konzentration in der einzigen Heimat: Israel! Die 1. Alija aus Chile war wie eine Antwort an alle Zweifler jener Tage, die die zionistische Loesung des Judenproblems als illusorisch betrachteten; oder jene, die argumentierten, dass ohne die Hilfe einer der Grossmaechte oder der Vereinten Nationen der juedische Staat nicht erstehen wuerde. Die 9 Chaluzim des Haschomer Hazairs durchbrachen die von der englischen Mandats - Macht verschlossen gehaltenen Tore unseres Landes und boten ihre Haende dem in Erez Israel vereinten Jischuw dar, um zusammen mit ihm ein neues Leben zu schaffen; sie halfen die Grundpfeiler zu legen, die es weniger als ein Jahr spaeter erlaubten, den juedischen Staat zu gruenden. Das Schicksal wollte es, dass der Platz, der ihnen zu ihrer Ausbildung in Israel zugewiesen wurde, Negba war, jener Kibuz im Sueden des Landes, der sich im Befreiungskrieg im “j.\ egbagrad” unseres Kampfes verwandelte. Dort fielen zwei Chawerim der Gruppe — Ernst Mueller und Jascha Ghnesim — und sie waren die Opfer, die unsere kleine Gemeinschaft fuer die Erloesung Israels darbrachte; so wie es Chaim Weizman sagte: “Einen Staat bekommt, man nicht auf einer silbernen ‘Platte ueberreicht, er muss mit Blut erkaempft werden”. Die Jahre vergingen, die Zeit der illegalen Einwanderung ist vergessen, und hun derte von Jugendlichen gingen den Weg der ersten Neun. Zusammen mit der Alija der Jugend, und ihnen nach, geht ■ e immer groesser werdende Alija der Eltern den Weg der i er un mele r amiben ha ben ihren Wohnsitz nach Israel verlegt. Dort sind sie zu einem inte ale Bestand ie 1 nse e jungen Staates geworden und nehmen aktiven Anteil an seinem Aufbau. Aber koennen wir uns mit dem Erreichten zufrieden geben, genuegt es uns, dass einige hunderte unserer Brueder dieses Landes die historische Aufgabe verstanden haben, vor der unser Volk in dieser Generation steht: Die letzte Generation von Sklaven und die erste freier Menschen zu sein? r-.ein!, wir sind nicht befriedigt und wir erheben unsere Stimme — wie vor 10 — Jahren — gegen die grosse Apathie, die weite Kreise unserer Gemeinschaft erfasst hat. Noch ist es nicht zu spaet! Schwarze Wolken verdecken die Zukunft des Diaspora-Judentums und besonders gefaehrdet erscheint uns die Lage der dem deutsch-juedischen Kreis entstammenden Jugend. Wir haben sie hier gesucht — und denken dabei an Josef, wie er seine Brueder in der Wueste suchte — und finden sie nicht. Nur hier und dort flimmern noch die Reste einer Jugendbewegung, die auch aus unserem Sektor hervorgegangene Jugendliche erfasst. Die Amerikanisierung, der Karrierismus, die Suche nach einem “leichten” Leben verblenden unsere Jugend. Und es bedarf einer sehr zielbewussten Arbeit, um sie vor dem Untergang zu erretten, nicht einem physischen, sondern dem national _ juedischen Untergang. Und dieser Pessimismus bezüglich der Zukunft der Diaspora laesst uns fuerchten, dass das juedische Leben in den Galuthlaendern sich in noch einer, zwei oder drei Generationen dem Ende naehert und dass es nur einen Weg der Rettung gibt, den Weg, den 9 Jugendliche vor 10 Jahren anbahnten: Die Konzentration der juedischen Massen in Israel. Die juedische Emigrations- Gemeinde, die sich in der grossen Stadt befindet, steht vor der Gefahr des Verschwindens. Der enorme suedamerikanische Kontinent mit seinem intensiven Leben kann eines Tages die Reste jedes autonomen juedischen Kulturlebens verschlingen. Sehen unsere Eltern— und besonders die jungen unter ihnen— dass sie vor der Gefahr stehen, ihre Kinder zu verlieren, sowohl fuer sich als fuer unser Volk? Oder ist die Angst vor einer moeglichen Alija ihrer Kinder groesser als die Furcht vor dem intensiven Assimilationsprozess? Besteht die Moeglichkeit, einen vom oekonomischen und politischen Standpunkt aus sicheren Jischuw aufzuwecken und ihn vor der Zukunft zu warnen — oder ist es schon zu spaet? Diese Fragen bedruecken uns schwer, und darum erheben wir heute wiederum unsere Stimme, wie mit 10 Jahren zurueck, und rufen auf, uns nachzugehen. Die 1. chaluzische Alija hat den Weg fuer vie- -e geoeffnet; sie gleicht einem Seismographen, der das sich herannaehernde Beben des nationalen Bodens spuerte. Sie stellt die Pionier - Bewegung einer grossen Massen-Alija dar, die kommen wird, weil sie historisch bedingt ist. Wir wissen, dass die Herzen aller Juden mit dem Staat Israel sind und viele verstehen, dass die Diaspora keine Zukunft hat. Aber trotz allem... bleiben sie an ihren Plaetzen. Die Argumente sind bekannt: Einmal ist unser Leben bereits zerstoert worden, mit Schwierigkeiten haben wir es hier zum zweiten Mal wieder aufgebaut; und nun sollen wir selbst das zerstoeren, was wir uns aufgebaut haben und wiederum zum dritten Mal neu von vorne anfangen? Darum sagen wir, dass nur eine grosse chaluzische Bewegung die Kraft hat, eine Masse von Eltern, Verwandten, Freunden und Bekannten mitzureissen. Und darin sehen wir die Aufgabe der juedischen Jugend dieser Laender: Wegbereiter einer Massen-Alija aus Sueuamerika zu sein! Wir in Israel fuehlen besonders in der letzten Zeit von Tag zu Tag, in welch einem furchtbaren Wettrennen wir uns mit der Zeit befinden. Die Erde brennt unter unseren Fuessen. Wir haben keine freie Minute, und jeder Tag, der ohne einen Fortschritt vorbeigeht, ist ein unersetzbarer Verlust. Jede nicht ausgenutzte Moeglichkeit, Juden ins Land zu bringen, Brueder vor der Ausrottung oder der Assimilation zu retten, ist einem Verbrechen gegenueber der Zukunft unseres Volkes gleich. Jeder Schritt vorwaerts in dem Wachstum unserer wirtschaftlichen Staerke, in der Vergroesserung der Alija, dem Fortschritt unseres sozialen und kulturellen Lebens und der Festigung unserer militaerischen Kraft, vergroessert die Friedensmoeglichkeiten fuer Israel. Darum muessen wir alles tun, um in diesem Wettrennen mit der Zeit zu siegen. Die Wueste wartet noch immer auf ihre Erloeser. Nur eine von Idealismus getragene Jugend kann die grossen Verantwortlichkeiten auf sich nehmen. die vor unserem Volke stehen. (Fortsetzung Seite 15)

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