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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1957-05-01 · 5 (Mayo, 1957) · p. Seite 9

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XIX (1957)
Issue
5 (Mayo, 1957)
Date
1957-05-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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9 Mayo 1957 BOLETIN INFORMATIVO ✓ VON DER EISENHOWER-DOKTRIN ZUR EISENHO WER-AKTION Koenig Hussein hat den Ruecktrltt des Premler-M inlsteVs Suleiman Nabulsl gefordert; ein Teil des Offizierskorps der “Arabischen Legion” rebelliert, der Putsch wird jedoch vom Koenig mit Hilfe der Beduinen-Garnisonen niedergeschlagen; der Generalstabschef Ali Abu Nawar flieht nach Syrien; der Koenig vertraut dem konservativen Politiker Fakhri Khalidi die Bildung einer neuen Regierung an und ernennt seinen Vertrauensmann Aii Hayari zum Oberbefehlshaber; Khalidi kann kein Kabinett bilden; Ali Hayari begibt sich nach Syrien, angeblich um die Auslieferung seines Vorgaengers Abu Nawar zu fordern, bleibt aber gleich dort und erklaert telephonisch seinen Ruecktritt; Khalidi kann doch eine Regierung bilden, aber mit dem pro-russischen und pro-aegyptischen Nabulsl als Aussenminister; Irak meldet den Einmarsch syrischer Truppen in Jordanien, Syrien dementiert; Syrien und Aegypten melden den Einmarsch irakesischer Truppen, Irak dementiert; Nabulsi bezichtigt den amerikanischen Botschafter der offenen Einmischung, sein Premier Khalidi dagegen weiss, dass derselbe der Harmlosesten einer ist; die Regierung Khalidi tritt zurueck; der Koenig. . . Der Koenig, ja, der Koenig, der bald kein Koenig mehr sein wird: was bleibt ihm wirklich noch zu tun? Die Ereignisse der allernaechsten Tage werden dem Leser dieser Zeilen bereits die Antwort erleichtern, um die der Autor noch ringt und auf deren Suche er nur in die Vergangenheit schweifen kann. Wie ist es denn ueberhaupt zu diesem ebenso grotesken wie dramatischen Tohuwabohu gekommen? EIN KUENSTLICHES STAATENGEBILDE Der Makel der Erbsuende, mit dem das heutige “Haschemitische Koenigreich Jordan” als Emirat von Transjordanien geboren wurde, ist die von England begangene Veruntreuung des Palaestina-Mandats. Unter voelliger Missachtung der vom Voelkerbund auferlegten Verpflichtungen trennte die britische Regierung in den zwanziger Jahren Transjordanien vom Mandatsgebiet ab und setzte den Emir Abdullah als Herrscher ein. Die “Arabische Legion”, nominell das Heer dieses Vasallenstaates, in Wirklichkeit unter der Leitung der Englaender Glubb Pascha und englischer Offiziere ein britisches Soeldnerheer, galt jahrelang als die beste Armee des Nahen Ostens und nahm im Jahre 1948 am Kriege gegen Israel teil. Es gelang ihr, einen Teil des Westjordanlands und der Stadt Jerusalem zu erobern. Die juengere Geschichte, seit der Ermordung Abdullahs durch Agenten des Ex-Mufti von Jerusalem, der Thronbesteigung und Abdankung seines geisteskranken Sohnes Talal, die darauffolgende Kroenung dessen Sohnes Hussein und die Kuendigung der Vertraege mit England ist noch frischer in Erinnerung. Der Bruch mit England wurde an der Oberflaeche sichtbar im Moment des Theatercoups der Vertreibung des Generalleutnants John Bagot Glubb. Unwiderruflich wurde er mit der Kuendigung aller vertraglichen Bindungen zurZeit des Regierung Nabulsi im selben Moment, als die gescheiterte Intervention in Suez den britischen Einfluss im Nahen Osten auf den Gefrierpunkt brachte, auf dem er sich heute befindet. Die wichtigste dieser Bindungen bestand in der jaehrlichen Subvention des jordanischen Staatshaushalts durch England in Hoehe von dreissig Millionen Pfund. EIN GEFAEHRLICHES VAKUUM war entstanden. Ein Staat, der nur in Funktion bestimmter Kolonial - Interessen geschaffen und erhalten worden war, sollte ploetzlich auf eigenen Beinen stehen. Die Wahlen zum Parlament hatten eine HAUPTMANN SERRAJ VON SYRIEN: Nach Jordan oder in die Verbannung (Foto: Associated Press) erdrueckende Mehrheit des pro-russischen Blocks .ergeben, der, mit Nabulsi an der Spitze der Regierung, ein aegyptischsyrisch-saudi-arabische Sub¬ AP \ii f A UNRUHIGES JORDAN (Karte: TIME) vention an Stelle der britischen akzeptierte. Nun scheinen aber die Herrschaften aus Kairo und Damaskus in Bezug auf die Rechte, die man aus einer solchen Unterstuetzung ableiten kann, nicht viel liberaler gedacht zu haben als die vielgeschmaehten britischen Imperialisten. Vor allem der Kreis um den einflussreichen Oberleutnant Serraj in Syrien, der im offenen Kampf um die Macht mit der schwachen und innerlich zerrissenen Regierung des Premier - Minister Assali steht, sieht in der Annexion Jordaniens die beste Sicherung fuer die Gelder..., die man noch nicht gezahlt hat. Denn das muss hinzugefuegt werden, dass die ehrenwerten Nachbarn Husseins entweder nicht so gut bei Kasse wie die Londoner City oder aber nich sehr zahlungsfreudig sind. Daher ruht ein nicht geringer Teil der Schwierigkeiten des bedauerns- ¡f* lili HAUPTMANN ABU NAWAR VON JORDAN: Nach Syrien, in die Verbannung (Foto: TIME) werten Koeniglein von Amman darin, dass seine Soldateska seit geraumer Zeit ohne Loehnung ist. Liegt da nicht der Gedanke nahe, sich mit Unterstuetzung der konservativen Minderheit, der Grossgrundbesitzer und der ihren turbangekroenten Scheichen hoerigen Beduinen hilfesuchend nach Nordamerika Ausschau zu halten? Und ist nicht fuer die Strategen des State Department der Moment gekommen, das Vakuum, von dem die Eisenhower - Doktrin spricht, auszufuellen und von der Doktrin zur Aktion zu schreiten? Es waere nicht das erste Mal, dass aus einem schlechten Doktrinaer ein guter Aktionaer wird. DIE ZWEI LAGER Bisher hatte doch die ganze “neue” amerikanische Nahostpolitik nur das bestaetigt, was man schon vorher wusste. Irak und Libanon haben die Eisenhower-Doktrin akzeptiert. Der dialektische Saud hat sie anlaesslich seines Besuchs in Washington akzeptiert und einige Tage darauf, beider Konferenz in Kairo, praktisch verleugnet. Aegypten und Syrien, in Uebereinstimmung mit ihrer sowjetischen Version des Koran, bekaempfen sie. Nichts davon ist notwendigerweise bestaendig. In Irak wuehlt eine maechtige nasseristische-kommunistische Opposition gegen den alten, prowestlichen, Nuri es Said. Ihr «III Wmf. Mtmti HUSSEIN UND NASSER: Das Sofa ist fest, aber der Thron wankt (Foto: TIME) Kandidat ist bezeichnenderweise jener Raschid Ali el Gailani, der waehrend des 2. Weltkriegs den Hitler-Aufstand gegen die Englaender durchfuehrte. Dagegen sind in Syrien Kraefte am Werk, die die Macht des Rot-Nasseristen Serraj zu brechen versuchen und der undankbare Nasser selbst kann heute nicht mehr damit rechnen, von Washington aus allen Schwulitaeten gerettet zu werden. Aber trotz allem zeichnen sich in diesen fuenf Laendern der “Arabischen Liga” unseligen Angedenkens mit aller Klarheit die beiden Schuetzengraeben ab, in denen sich die Menschheit heutzutage vis a vis liegt. Wo aber alles verworren, durcheinander, chaotisch ist, das ist in Jordanien. Und da haben die Eisenhower-Doktrinaere ihren Hebel angesetzt. Mit Saud war es leicht. Er \frehrt sich nicht gegen das Geld, das man ihm gibt und darf dafuer seine zwei Gesichter wahren. Mit Irak war es noch leichter, denn Nuri wurde noch von dem englischen Schwiegervater in die Ehe gebracht. In Libanon gibt es eine christliche Mehrheit, die lesen und schreiben kann, also prowestlich ist. Ob es aber klug war, Koenig Hussein von Jordan zu einem offenen Kampf zu veranlassen, zu dem ihm ausser den Waffen die Gefolgsleute fehlen, wird sich erst heraussteilen. Gewiss, die U.S-A. haben alle Nachbarn Jordans vor einer militaerischen Intervention gewarnt und sehr unzweideutig gedroht. Dabei sollte es aber selbst einem Genie wie Foster Dulles klar sein, das hier Syrien und dort Irak nur durch einen Faktor vor der Aufteilung Jordaniens zurueckgehalten werden: durch die Gewissheit, dass in einem solchen Falle Israel seine Grenzen an den biblischen Fluss vorverlegen wuerde. Hussein lebt also einstweilen noch dank der Entschlossenheit Israels, nicht untaetig zuzusehen, wie ein schwacher Pufferstaat an den Grenzen von zwei beachtlichen Feinden annektiert wird. Sollte es jedoch zum Aeussersten kommen —und morgen kann es der Fall sein—, so soll es niemanden Wunder nehmen, wie Nordamerika und Russland gemeipsam Israel als Angreifer vor versammelter N. U. brandmarken werden. Denn Irak ist ein Vorposten des Westens. Und Syrien ein Handlanger Moskaus. Israel aber wuerde sich gezwungen sehen, im Interesse seiner eigenen Sicherheit zu handeln. Israel, ein Kleinstaat. Nein, das kann kein Doktrinaer, kein Aktionaer, kein Revolutionaer zulassen. ATSCH EKA.

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