Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XIX (1957)
- Issue
- 2 (Febrero, 1957)
- Date
- 1957-02-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Febrero, 1957 BOLETIN INFORMATIVO 7 OBSTPFLANZUNGEN IM NEGEV FORTSCHRITTE DER NEGEV - ENTWICKLUNG Wenn man vom Negev spricht so tauchen vor den Augen automatisch Bilder grosser oeder Flaechen ohne Ende auf, die irgendwo im Süden von Beer Scheba liegen und auf denen nichts anderes waechst als die Entwicklungsprojekte der Ansiedlungsabteilung der Sochnut oder des Landwirtschaftministeriums ... In Wirklichkeit hat aber der Negev in den letzten Jahren schon in vielen seiner Teile das Antlitz des Kampfes gegen die Wueste verloren, und ist ein Besiedlungsgebiet geworden, in dem, man schon mit Berechtigung wagt, die kuehnsten Entwicklungst-raeume zu machen. j Folgende Produktionsziffern j wurden fuer 1960 vorgesehen i und wei den zweifellos zumindest erreicht, wenn nicht uebertroffen werden. * Kartoffeln: 21.000 Tonnen (25% der Landesproduktion). * Suesse Kartoffeln. 17.000 Tonnen. * Zuckerrueben: 50.000 Tonnen (Gesamtproduktion des Landes im letzten Jahre: 30.000 Tonnen). * Baumwolle: 1.300 Tonnen. * Erdnuesse: 5.200 Tonnen. * Weintrauben: 5.000 Tonnen . * Milch: 17,5 Millionen Liter. mgmmm Die zweite Linie des Bewaesserungsnetzes wird bald in Betrieb genommen werden (Foto: K. H.—Kalender) Es gibt heute kaum noch ein verlassenes Haus im Negev. Siedler die vor wenigen Jahren das Gebiet verlassen hatten, sind zurueckgekehrt, oder andere haben ihre Stelle uebernommen. D i e bewaesserten Flaechen dehnen sich von Monat zu Monat mehr aus. Immer neuere landwirtschaftliche Maschinen nehmen ihren Platz im Aufbauwerk ein und neben den neuen Entwicklungsgebieten von Lachisch Taansch wurden auch bedeutende Bemühungen zur Foerderung der frueheren Siedlungen und Firmen gemacht, sodass heute schon ueber 70% der bebauten Boeden des Negevs bewaessert werden und man sich eine hundertprozentige Bewaesserung als Ziel fuer das laufende Jahr gesteckt hat. Es bestehen wohl noch eine Reihe von Schwierigkeiten bei der Bewaesserung, aber diese werden zweifellos in Wegfall kommen, nachdem das Jarkon-Negev B-ewaesserungsnetz endgueltig und hundertprozentig durchgefuehrt sein wird, d.h. nachdem die zweite Linie in Betrieb genommen werden wird. Die Ziele, die fuer die landwirtschaftliche Entwicklung des Negev von den Entwicklungsbehoerden gesteckt wurden, und 1960 erreicht werden sollen, werden wirklich, nach den bisherigem Teilergebnissen zu urteilen, erzielt werden und stellen eine gewaltige Leistung, sowie einen enormen Beitrag zur wirtschaftlichen Unabhaengigkeit des Landes dar. Diese landwirtschaftliche Pro duktion wird dem ganzen Gebiet einen betraechtlichen Aufschwung geben und macht es schon jetzt notwendig, auch eine Reihe von industriellen Unternehmen, sowie genuegende Kuehlhaeuser, Transportmoeglichkeiten, etc., vorzusehen, damit diese Produkte im ganzen Land zur Verteilung kommen koennen. Soweit, als moeglich soll versucht werden die hiesige Produktion im Negev selber zu verarbeiten, einerseits weil die Betriebe die im restlichen Lande bestehen, nicht faehig sind, diese grossen Mengen noch zusaetzlich aufzunehmen, und anderseits weil Transportspe- : sen soweit als möglich vermie-! den werden sollen, um die Pro-! dukte des Negev auch wirklich konkurrenzfaehig zu machen. So sollen die Weintrauben, die Erdnuesse und natuerlich auch die Baumwolle direkt im Negev verarbeitet werden. Auch muss frueher oder spaeter eine weitere Zuckerfabrik im Nerev errichtet werden, da die I Transportspesen fuer die Zuckerrueben bis nach Affula, j fuer die in diesem Jahr Subsi- I dien vorgesehen sind, zu hoch j sind. i Die einzige Loesung fuer die-! ses Problem ist die Errichtung; von industriellen Unternehmen! unweit der. AnbaufJaechen, besonders bei Industrie-Pflanzen. Bei den Baumwollpflanzungen im Laehisch-Gebiet hat man schon die ersten Schritte in dieser Richtung mit ziemlichem Erfolg gemacht. Hierfuer sind natuerlich im allgemeinen enorme finanzielle Mittel notwendig, sowie auch eine genuegende Zahl von Technikern, ueber die wir nicht immer im Lande verfuegen. Industrielle Zentren sollen, laut den bisherigen Plaenen in Kiriat Gat, Ofakim, Azata, Maon und Sderot errichtet werden, in denen zugleich tausende von Arbeitern eine Existenz haben würden. Interessant ist es auch festzustellen, dass sich hier wahrscheinlich eine neue Kolonisation oder zumindest Vermarktung-Form bildet. Die meisten Siedlungen wollen nicht ihre Produkte ueber die bestehenden grossen Vermarktungsgesellschaften absetzen und weigern sich, irgendwelche Verbindungen mit diesen Unternehmen auf staendiger Basis aufrecht zu erhalten. Es wird versucht, hier entweder unabhaengige Kooperativ-Unternehmen aufzustellen, oder Unfemehmen von Klein-Kapitalisten, die sich mit langfristigen Anleihen der zustaendigen Regierungsinstitutionen oder der Sochnut durchsetzen und direkt und unabhaengig mit den verarbeitenden Unternehmen in Kontakt treten. Auf jeden Fall aber sind die Plaene einer bluehenden Landwirtschaft und einer modernen Industrie im Negev, die gestern noch ein Wunschtraum waren, sehr nahe an das Stadium ihrer Realisierung gelangt. (“Canfit”). 10.000 von insgesamt 78.000 Dunam Obstpflanzungen im ganzen Lande befinden sich im Negev, von denen 1.500 Dunam im letzten Jahre angelegt wurden, wird in der letzten Nummer der Zeitschrift “Notea” des Verbandes der Obstpflanzer berichtet. Von den 1.500 Dunam, die! im letzten Jahr im Negev ' gepflanzt wurden sind 600 Du-; nam mit Delikatess-Trauben i bepflanzt, so dass es im gan-; zen Negev jetzt insgesamt 2260 Dunam Delikatess-Trauben gibt ( ausser 330 Dunam verlassenen Feindbodens). Im ganzen Lande /Umfasst jetzt diese Obstsorte ein Gebiet von 22.500 Dunam. Weintrauben umfassen im Negev ein Gebiet von 3600 Dunam, mehr als die Hälfte des gesamten Weintraubengebietes im Lande. (6780 Dunam). Diese Tatsache zeigt von neuem die Notwendigkeit einen zentralen i Weinkeller für den Negev zu errichten, der die Negevtrau-! ben aufnehmen kann.! Aepfel gab es bis zuletzt im i Negev nur in sehr geringen! Mengen. -Mit der Pflanzung von 322 Dunam Apfelbaeumen stieg der Anteil des Negev an Apfelpflanzungen auf rund 400 von insgesamt 12.000 im ganzen Lande. Pflaumen wachsen auf 670 Dunam und das Pfiar. zungsgebiet der Pfirsiche umfasst nahezu 200 Dunam. was je 10 Prozent des Landes-Pflanzungsgebietes ausmacht. Die Pflaumen und Pfirsiche gedeihen im Negev sehr gut und werden in der Zukunft in grösserem Ausmasse gepflanzt werden. Aepfel gedeihen weniger gut wenn auch diese Obstart schon aus dem Rahmen dor Versuche hinaustrat. Von den Obstarten, die im letzten Jahre im Negev gepflanzt wurden, muss bosonder die Neupflanzung von 170 Dunam Peken-Nüsse hervorgehoben werden, die dem Kibbuz Saad sein besonderes Merkmal geben. Damit erstreckt sich diese Obstart jetzt auf ein Gebiet von 442 Dunam, davon etwa 170 Dunam bei Kfar Avigdor im Sueden und 52 Dunam im Gebiet von Even Jehuda. (“CANFIT"). EISENBAHN NACH ELATH? j Die von der französischen; Dunquerke Entwicklungsgesell schaft vorgelegten Pläne zum Bau einer Eisenbahn von Beer Schewa nach ' Elath werden j von einer interministeriellen * Kommission geprüft. Es ist da-! bei auch eine Hochseilbahn nach dem Toten Meer vorge-; sehen. Dies berichtete Entwicklungsminister Ben Tov in der Knesset. Das Projekt soll IL. 20 bis IL. 25 Millionen kosten, wobei die französiche Gesellschaft für eine langfristige Finanzierung. bemüht bleiben will. Angesichts der Ereignisse an der Front haben diese Projekte eine neue Aktualität gewonnen. Der Israel französische Handel soll weiter ausgebaut werden. Im vergangenen Jahre hat Israel von Frankreich für 4 Milliarden französische Franken (gleich rund IL. 21 Millionen) Waren bezogen, aber j nur für % Milliarden Frank j (3,8 Mill. Pfund) dorthin ver- [ kaufen können. I “...kaum noche ein verlassenes Haus im Negev...” (Foto: K. H.—Kalender) ISRAELS SCHWERIN¬ DUSTRIE HAT SICH BEWAEHRT In den Kriegstagen hat sich j die Schwerindustrie von Solei- 1 Bone voll bewährt, wie aus! einem Aufsatz in der Monats-! schrift “Koor” hervorgeht. Die oft bittere Debatte ueber die Zweck maessigkeit der Installie rung von Schwerindustrie im Lande habe damit eine positive Antwort gefunden. In dem Aufsatz wird darauf hingewiesen, dass eine Schwerindustrie, die sich in kuerzester Zeit auf Kriegsbedarf umstellen kann, wichtiger ist als eine Industrie, die fuer Konsum und Luxusgueter arbeitet. Auch habe Solei Bone eine wichtige Aufgabe erfuellt, indem in den Fabriken des Konzerns tausende Fachleute und Ingenieure praktisch ausgebildet und unzaehlige unproduktive Einwanderer in produktive Arbeiter werwandelt wur den. "HAR-KARMEL" VOM STAPEL GELASSEN' “Har-Karmel” das erste Transportschiff in der Serie der grossen Frachter, die in Deutschland auf Reparationskonto fuer die Schiffahrtsgesellschaft “El Jam” gebaut werden, wurde in der Schiffswerft “Deutsche Werft” in Hamburg vom Stapel gelassen. Das Schiff von 14.850 Tonnen ist das erste von vier Schiffen, die in Deutschland fuer die Gesellschaft “El-Jam” gebaut werden. Diese Gross- Transportschiffe werden den Transportdienst zwischen Israel und Amerika versehen. Bei der feierlichen Einweihung des Schiffes hielt Dr. Schulz, Leiter der “Deutschen Werft” eine Ansprache, in der er seine Befriedigung ueber die Fortsetzung der Zusammenarbeit im Bau von Schiffen fuer die israelische Handelsflotte ausdrueckte. (“CANFIT”). DANK ZAHAL: ISRAELISCHES SCHIFF IM ROTEN MEER ANGELANGT Ein israelisches Frachtschiff, das von der Gesellschaft “Zim- Poseidon” von einer Italienischen Gesellschaft gechartert wurde, passierte ohne alle Zwischenfaelle die Meerengen des Roten Meeres und lief in die Schelomo-Bucht (Scharam-A- Scheich) ein. Das erste israelische Schiff das die Elatbucht passierte, seit Aegypten den Eingang dazu blockierte, wurde von den Zahalsoldaten mit grosser Begeisterung empfan gen. Auch Staatspraesident Ben Zvi, der sich zu jener Stunde an dem Ort aufhielt uebersandte dem Schiff, auf dessen Bug die israelische Fahne wehte, seinen Gruss. Die Ankunft des Schiffes kuendigte symbolisch das Ende der aegyptischen Blockade an. (“Canfit”)