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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1957-01-01 · 1 (Enero, 1957) · p. Seite 7

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XIX (1957)
Issue
1 (Enero, 1957)
Date
1957-01-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Enero 1957 7 BOLETIN INFORMATIVO hen, und somit das Oelgeschaeft wieder auf Touren zu bringen. Was stoert sie dabei ein Nasser und ein Shepilov? Sie zahlen doch in guten Dollars und jede Kontrolle, die die “koioniaiistischen” Englaender ueber souveraene Wegelagerer verhaengen wollen, verstoesst gegen ihr Konzept der Freiheit. In Paris war man realistischer. Mollet versuchte bis zur letzten Stunde, Eden trotz der Beschluesse der V. N.-“Mehrheit” zur Weiterfuehrung des Suez-Feldzugs zu veranlassen. Als dies misslang, gab man klipp und klar zu: “Amerika hat uns verraten und die V. N. ist eine Rattenfalle fuer Demokraten (Suez) und ein Tummelplatz fuer die Totalitaeren (Ungarn)”. DIE INTERNATIONALE ARMEE AUF SINAI Auch die siegreiche Armee Israels musste diesem seltsamen Instrument russischer und amerikanischer Interessenpolitik weichen und zieht sich, im Moment, da diese Zeilen geschrieben werden, etappenweise und langsam zurueck. Und zwei Einwaende sind es, die besonders in den Kreisen die in den ersten November- Tagen himmelhoch jauchzend waren, heute zu Tode betruebt formuliert werden. Der eine: man haette sich einfach nicht zurueckziehen duerfen. Der andere: was wir auf dem Schlachtfeld gewonnen haben, werden wir am Verhandlungstisch verlieren. Beide Einwaende sind unberechtigt und falsch. 'NATIONAL—ZEITUNG", BASEL: VOM ANTISEMITISMUS IN DER WITZE GEHN UM DIE WELT | DIE EINKAUFSMISSION Von einem in Moskau taetigen Journalisten erzaehlt man, er habe Kruschev gefragt: “Stimmt es, dass im Kreml eine israelische Einkaufs - Mission erwartet wird?” “Israelische Einkaufs - Mission?”, habe Kruschev erstaunt rueckgefragt. “So gut stehen wir mit Israel nicht, Wozu auch?” “Man sagt”, erkiaerte der Mann von der Presse, “sie brauchten Ersatzteile fuer Waffen russischer Fabrikation”. EINE ANDERE VERSION Nasser habe den Kreml dringend um neue Waffensendungen ersucht. Darauf sei in Kairo folgende Rueckfrage eingetroffen: “Haben Sie sich schon bei Ben Gurion erkundigt, welche Typen er braucht?” DER VERDAECHTIGE Ein Arbeiter setzt sich In Budapest auf eine Bank im Park und schlaeft ein. Als er aufwacht, sieht er links und rechts vor sich je einen Polizisten stehen. “Um Gotteswillen”, schreit der zu Tode erschrockene Mann, “was habe Ich bloss getraeumt?" Was den Rueckzug anbetriftt: Noch sind nicht alle Details des ungeheuren Drucks bekannt, unter den wir gesetzt waren. Die Drohung mit russischen “Freiwilligen” oder einer offenen Intervention war gewiss nicht zti unterschaetzen und die Haltung der U.S.A. war auch nicht gerade freundschaftlich. So wurde jetzt bekannt, dass ua. das State Department in Bonn nachsuchte, man moege sofort die Wiedergutmachungszahlungen an Israel einstellen. Aber wie dem auch sei, genuegt nicht die Ueberlegung, dass es selbst zwei ehemaligen Grossmaech ten wie England und Frankreich nicht moeglich war, diesem Druck zu wiederstehen.. Und da haette Israel wiederstehen sollen?! Von der anderen Kritik ist nur die erste Haelfte richtig, naemlich, dass Israel auf dem Schlachtfeld gewonnen hat. Falsch ist, dass wir am Verhandlungstisch verlieren, denn schliesslich war Zahal nicht ausgezogen, um die Halbinsel Sinai zu besetzen. Israel zog in den Krieg, um dem arabischen Vernichtungskrieg zuvorzukommen und hat bewiesen, dass es die Araber nicht zu fuerchten hat. Israel sah sich gezwungen, Nassers Armee zu schlagen und hat es gruendlich getan. Israel muss- , te die Fedayeen ausrotten und j hat sie, bis auf klaegliche Uej berreste, zersprengt. Israel ' brauchte Frieden und Ruhe im Sueden des Landes und hat beide erzwungen. Israel musste die Blockade von Elat brechen und die ersten Schiffe aus Ostafrika und Asien haben bereits in der Bucht von Akaba angelegt. Israel musste die Propaganda - Seifenblase des arabischen Fluechtlingsproblem zum Platzen bringen und hat Gaza besetzt. Israel musste die Suez - Pirateiie beenden und das Suez-Pioblem ist in ein Stadium gekommen, in dem es nicht mehr ohne die Einbeziehung der Israel-Frage geloest werden kann. Istael sah sich vor der Sinai-Kampagne territorialen Forderungen seiner Feinde gegenuebergestellt, die sich bis zur Eroerterung des Teilungsplanes von 1947 verstiegen und heute diskutieren wir die eventuelle Rueckgabe besetzten aegyptischen Gebiets. Israel sah sich einer kommunistisch-feudalen Konspiration gegenueber und hat das Ausmass dieser Weltgefahr schlagartig aufgedeckt. Und natuerlich wollen auch wir die Gespenster-Armee der V.N. fuer unsere Zwecke “missbrauchen”. Wir wollen, oder besser gesagt, akzeptieren, dass sie als Bollwerk zwischen den Aegyptern und uns auf Sinai bleibt. Sie ist uns vielleicht nicht sympathisch, aber rueckschauend, im Vergleich zur Nachbarschaft der Armee Nassers und seiner besoldeten Moerder, wollen wir nichts gegen sie einwenden. Erfuellt sie diese Friedensmission gewissenhaft, dann wird die Regierung von Jerusalem vielleicht ueber Gaza verhandeln. Niemand kann eine solche Entwicklung bis ins Detail voraussehen. Was Israel aber nicht zulassen wird, niemals, ist, dass die Aegypter nach Gaza zurueckkommen. Was keine V. N.-Armee wieder einfuehren kann, ist das Prinzip der einseitigen Der’ über Washington in die Weltpresse gelangte Wortlaut der Chruschtschew-Rede unterschied sich nach späteren Feststellungen vom ungekürzten Text in einem Punkte: es fehlte in dieser Version, wie sie möglicherweise mit Zutun der Russen lanciert worden ist, der Passus, in dem Chruschtschew den verstorbenen Diktator des Antisemitismus beschuldigt hat. Sollte die Hypothese, wonach amtliche Sowjetkreise das Dokument dem Staatsdepartement aus taktisch-politischen Ueberlegungen in die Hände spielten, stimmen, so wäre die Kürzung nicht weiter verwunderlich. So interessiert die heutigen sowjetischen Führer daran sein mögen, die Welt mit ihrem Uebergang vom Personenkult zum Kollektiv-System bekannt zu machen, so wenig haben sie daran Interesse, zuzugeben, dass der Judenhass unter dem Terrorregime Stalins eine Rolle gespielt hat. Um so verständlicher wird diese Ableugnungstaktik, wenn man sich daran erinnert, was sich in London abspielte, als der britische Labour-Vorsitzende Hugh Gaitskell die nach England gekommenen russischen Gäste Chruschtschew und Bulganin in der Frage der Judenverfolgungen in der UdSSR interpellierte, und sie insbesonders ersuchte, Aufschluss darüber zu geben, ob und welche sowjet-juedischen Schriftsteller “liquidiert” worden sind. Die Interpellation erfolgte auf Veranlassung des nordamerikanischen J e w i s h Committee, das die befreundete britische Arbeiterpartei darum ersucht hatte. Als Chruschtschew befragt wurde, geriet er in zornige Erregung und erklärte kategorisch, es gaebe keinen Antisemitismus in der Sowjetunion; alle anders lautenden Gerüchte seien unwahr. Das Jewish Labour Committee sah sich hierauf veranlasst, eine Dokumentensammlung zu veröffentlichen, die von der israelischen T igeszeitung “Yedioth Chadr hoth” veröffentlicht wurde dkid folgendes Bild ergibt: *.? Kriegsfuehrung unter dem Mantel des sogenannten Waf- | fenstillstandsabkommens von 1949. Jeder Versuch, unter dem weissen Gewand der Gespenster-Armee Nassers schwarze Streitkraefte wieder an Israels Grenzen zu schmuggeln, ist von vornherein zum Scheitern verurteilt. Zwar liegt er im Interesse des Diktators von Kairo und seiner Moskauer Auftraggeber, denn beider Nahostpolitik fusst ausschliesslich auf der Verewigung des israelischarabischen Konflikts. Aber ein solch monstruoeses Mannoever wirkt sich selbst fuer' die nordamerikanische Version des Friedens stoerend aus. Ganz gewiss ist es inakzeptabel fuer die gutglaeubige V.N.-Mehrheit, die von “ihrer” Polizei die Herstellung der Ordnung erwartet. Vor allem aber wird Israel es nicht zulassen. Und dass Israel heute ein Faktor ist, mit dem man im Vorderen Orient rechnen muss, hat es in denkwuerdigen hundert Stunden eindrucksvoll be- ATSCHEKA. DER TESTAMENTVERWALTER DES STALINISMUS: ' “Spuren” von Judenhass und Judenverfolgungen. . . (Foto: Time) Die Diskriminierung und Entrechtung der Juden in Russland wurde im Jahre 1930 mit einer amtlichen Verordnung eingeleitet. 1936 wurden zahlreiche jüdische Schriftsteller verhaftet, unter ihnen Isi Barik, Lew, Sisskind und Dunez Bronstein, 1937 wurden die jüdischen Schulen geschlossen. Im gleichen Jahre wurden weitere jüdische Dichter, Literaturkritiker und Historiker in Gefängnisse geworfen, so Moses Litwakow, Ester Frumkin, Max Erich und viele andere. 1938 wurden bekannte Intellektuelle “liquidiert”, die an der Spitze des jüdischen Heimes in Birobidjan in Sibirien standen. Gleichzeitig wurde die jüdische Tageszeitung in Moskau, “Emes”, verboten. 1939 wurden auf Stalins Befehl die Führer der jüdischen sozialdemokratischen Arbeiterpartei, Heinrich Ehrlich und Viktor Adler, erschossen; das gleiche Schicksal erlebten Salman Reisen, Anna Rosental, der Rechtsanwalt J. Tschernichow und noch viele andere. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg gingen die Judenverfolgungen weiter. So wurden 1948 zahlreiche Schriftsteller verhaftet und deportiert; viele verschwanden für immer. Von jenem Zeitpunkt an durften Bücher in hebräischer Sprache nicht mehr erscheinen; die jüdischen Bücherverlage sowie die jüdischen Zeitungen und Zeitschriften wurden liquidiert. 1949 wurde das jüdische Staatstheater geschlossen. 1952 wurden dreissig jüdische Schriftsteller inhaftiert. Im selben Jahre fanden Verhaftungen von jüdischen Aerzten statt; phantastische Anklagen wurden gegen sie erhoben, und Stalin bereitete Massenpogrome vor. Der Tod des Despoten rettete die Juden vor dieser Katastrophe. Diese Aktionen sind typische Beispiele der Judenverfolgungen in der Sowjetunion. Um nun auf das Londoner Dementi Chruschtschews zurückzukommen, sei wiedergegeben, was er selber kurz nach seiner England-Reise in Moskau zugestanden hat, als die gleichzeitig mit dem französischen Aussenminister Pineau nach der UdSSR gekommene Delegation französischer Sozialisten die gleiche Frage wie vorher Mr. Gaitskell an ihn richtete. Chruschtschew führte folgendes aus: “Die Sowjetregierung ist entschlossen, den Antisemitismus auszurotten. Er ist illegal, obwohl nicht zu leugnen ist, dass sich “Spuren” von Judenhass und Judenverfolgungen, aufweisen lassen. Die jüdischen Intellektuellen haben, wie man weiss, in der russischen Revolution wie in der bolschewistischen Partei eine unverhältnismaässig grosse Rolle gespielt und nach der Revolution dementsprechend lange Zeit hindurch auch wichtige- Aemter in der Partei wie in. der Staatsverwaltung bekleidet. Damals war das wünschenswert, weil in der russi-! sehen Bevölkerung ein Manj gel an intellektuellen Kräften ] herrschte. Heute hat sich die ' Lage geändert. Wir verfügen i über eine ausreichend grosse! Elite geistiger Arbeiter unter j den russischen Nichtjuden, so | dass wir auf Juden als Be-; rufsbeamte nicht immer angej wiesen sind”. Chruschtschew führte weiter aus, dass jüdische Kulturinstitutionen in der Sowjetunion einer zwangsweisen, behördlich verfügten Liquidierung nicht bedürften, da sie sich von allein aufgelöst hätten, und begründete diese Behauptung damit dass sich immer weitere Teile des dortigen Judentums organisch assimiliert hätten. Die Juden seien nach und nach im kulturellen, gesellschaftlichen und sozialen Leben ihrer Umgebung “untergetaucht”, wie andere nationale Minoritäten in Russland, die sich des Gebrauches ihrer eigenen Sprachen von allein entwöhnt und statt dessen das Russische als einzige Umgangssprache angenommen hätten. Schliesslich fragten die Franzosen auch nach der Stellung der Sowjetregierung zum Zionismus und zur Auswanderung russischer Juden nach Israel. Chruschtschew erwiderte; “In Russland wird niemand verfolgt, nur weil er Zionist ist. Anderseits können wir aber Personen, denen Spionagedienste für das Ausland nachgewiesen werden, nicht gut nur deshalb unbestraft lassen, weil sie Juden sind. Was die Auswanderung nach Israel anbetrifft, so haben wir nicht die geringste Veranlassung, sowjet-jüdische Buerger zur Ausreise nach Israel zu ermuntern”. (“Argus” - Service). Adressen Aenderungen Wir Bitten unsere Gemeindemitglieder bei Wohnungs Wechsel ihre neue Anschrift unserem Sekretariat mitzuteilen, damit die puenktliche Zustellung des Gemeirideblat-ij tes gewaehrleistet ist. Wir verausgabten im vorigen Monat fuer Kinderfuersorge und Betreuung alter und kranker Frauen und Maedchen, ausschliesslich der laufenden Buerounkosten $ 116.365,— Santiago, 15 Diciembre 1956 Liga de Damas Israelitas “Caridad”.

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