Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XIX (1957)
- Issue
- 1 (Enero, 1957)
- Date
- 1957-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Enero 1957 5 BOLETIN INFORMATIVO DAS SCHICKSAL WALLENBERGS Zwei Umstaende sind es, die das Schicksal des schwedischen Diplomaten Raoul Wallenberg heute, bald zwoelf Jahre nach seiner Entfueh'rung wieder zu der Aktualitaet gelangen lassen, die es nie haette einbuessen duerfen: Die neuen Deportierungen, mit welchen der rote Terror wiederum in Ungarn wuetet und die abermals anwachsenden antizionistischen und antijuedischen Massnahmen der Erben Stalins. Denn um welchen Verbrechens willen haben die roten Machthaber den Engel von Budapest bereits im Januar 1945 in ihr Sowjet-Paradies verschleppt? Er hatte nur eins begangen: tausende von Juden vor dem Zugriff ihrer braunen Kollegen bewahrt. Wir bringen daher im Folgenden die interessanten Enthueliungen der “Frankfurter Rundschau”: Der sowjetische Botschafter in Schweden, Rodionow, hat in diesen Tagen dem schwedischen Aussenministerium mitgeteilt, dass die Moskauer Behörden jetzt mit der eingehenden Prüfung des amtlichen schwedischen Materials zum Falle des bei Kriegsende aus Budapest verschwundenen Diplomaten Raoul Wallenberg beschäftigt seien und ein offizieller Bescheid des Kreml “soschnell wia möglich” erwartet werden könne. Jetzt besteht also zum ersten Male Hoffnung auf Aufklärung eines .zehn Jahre alten Geheimnisses. “Ich weiss nicht, ob ich als Ehrengast oder als Gefangener reise” — das waren die letzten Worte aus dem Munde Wallenbergs, als russische Offiziere ihn am 17. Januar 1945 in Budapest abholten, um ihn zum •Oberbefehlshaber der Roten Armee nach Debreczin zu bringen. Was der junge Schwede in den voraufgegangenen Monaten mit einer Handvoll Mitarbeitern geleistet hatte, um Tausende von ungarischen Juden vor der drohenden Vernichtung zu bewahren, wird seinem Namen für alle Zeiten ein Ruhmesblatt in der Geschichte sichern. Die Initiative zu der Hilfsaktion war von Präsident Roosevelt ausgegangen. Die schwedische Regierung erklärte sich zur Mitwirkung bereit, und als Leiter der I Aktion wählte sie den 32 jährigen Architekten Raoul Wallenberg . Im Jahre 1944 kam Walleni berg als Legationssekretär nach Budapest, wo er bei der schwedischen Gesandtschaft die “Abteilung C” organisierte, deren einzige Aufgabe in der Rettung verfolgter Juden bestand. Zu diesem Zweck stellte er sogenannte Schutzpässe aus, deren Inhaber bis zu ihrer “Rükkehr nach Schweden” dem Schutz der Legation unterstellt waren. Nur ein verschwindend kleiner Bruchteil von ihnen war in der Lage, irgendwelche Beziehungen z u Schweden nachzuweisen. Wie Wallenberg es erreichte, ist bis zum heutigen Tage nicht aufgeklärt, aber eine Tatsache ist, dass die Pässe von der ungarischen Regierung anerkannt und respektiert wurden. Schweden war während des Krieges die Schutzmacht für die Sowjetunion in Ungarn. Beim Einmarsch der Roten Armee blieb Wallenberg deshalb als einziger neutraler Diplomat in Budapest zurück. Am 13. Januar kamen die ersten Russen, vier Tage später wurde er nach Debreczin gebracht— nicht als Ehrengast, sondern als Staatsgefangener. Einen Monat nach seinem Verschwinden erklärte die Sowjetgesandtin in Stockholm, Frau Kollontai, es liege keiner- WALLENBERG: Er hat Tausenden das Leben gerettet. Wann wird er endlich gerettet werden? (Foto: Time) lei Grund zur Beunruhigung vor, Wallenberg sei wohlauf, und je weniger Aufhebens man von der ganzen Sache mache, desto eher werde er wieder nach Schweden zurückkehren können. Doch ein Monat nach dem andern verging, neue, dringlichere Anfragen blieben unbeantwortet, bis am 22, August 1947 der damalige stellvertretende Aussenminister Wyschinski die überraschende Mitteilung machte, den russischen Behörden sei von einem Aufenthalt Wallenbergs in der Sowjetunion nicht das mindeste bekannt. In Schwedin hatte man jedoch starke Beweise für das Gegenteil, und man schritt daher zur Bildung eines Wallenberg-Comit4s, das seither, energisch unterstützt von der gesamten Presse des Landes, einen unermüdlichen Kampf für seine Freilassung FREUND DES GUTEN... (Fortsetzung von Seite 1) Lenden Militarismus den letzteren gewissermassen ad absurdum zu fuehren durch die Dramatisierung des “Hauptmann von Koepenick” (1931), in welchem bekanntlich der preussisch-deutsche Kadavergehorsam laecherlich gemacht wird. Jene geradezu geniale und dabei naive Tat des Schusters Wilhelm Vogt, die eine ganze freie Welt lachen und ein wenig nachdenken machte, fand durch Zuckmayer eine ¡hervorragende dramatische Gestaltung, und die Uraufführung am Berliner “Deutschen 'Theater” unter Hilperts Regie wurde ein solcher künstlerischer wie finanzieller Erfolg, dass sich der Film sofort dieses Stoffes bemaechtigte. Spaetere Buehnenwerke sind erst in der Nachkriegszeit aufgefuehrt worden wie “Karl Michael Bellmann” und “Der Schelm von Bergen”. Das letztgenannte Volksstueck fand vor allem am Wiener Burgtheater eine sehr erfolgreiche Auffuehrung. Ein historisches Drama “Bárbara Blomberg” gefiel in Deutschland sehr (1949) und wurde etwa 2 Jahre spaeter in Buenos Aires von der “Freien Deutschen Buehne” in einer hervorragenden Auffuehrung, die annaehernd zehn Male wiederholt werden konnte, dargeboten. Aber auch der Erzaehler Zuckmayer ist ein Gestalter urwuechsiger Menschen und ein Zeichner satter Farben. “Herr ueber Leben und Tod” ist ein solcher Roman, und ein Meisterwerk von Kleinkunst; ein Buechlein von befreiender Heiterkeit ist “Der Seelenbraeu”, eine Dorfgeschichte, die im Salzburgischen spielt, wo der Dichter die Jahre 1933 bis 38 verbracht hatte. Ein unendliches Behagen stroemt aus dieser Erzaehlung, welche einmal mehr die Vielseitigkeit dieses Autors zeigt. Realismus und Phantasie duerften diejenigen beiden Teile des Ganzen sein, die sein Wesen am treffendsten charakterisieren. Zuckmayer gilt als ein Lebenskuenstler, als ein Mensch, der nur schaffen kann in engster Verbundenheit mit der Erde und der Natur seiner Heimat. “Trinkfest”, wie seine Freunde ihren “Zuck” nennen, findet er rasch zur Realitaet zurueck, und er setzt sich immer neue Aufgaben. Dem vom “Dritten Reiche” verfolgten Schriftsteller gehoeren auch unsere Sympathien, die sich am 60. Geburtstage am besten in dem Wunsche zusammenfassen lassen, dass der Meister des Dramas und der Erzaehlung noch lange und erfolgreich schaffen moege. W. I. Z. 0. Ferienbeginn auch für die Wizo-Frauen! Mit dem neuen Kalender und dem letzten traditionellen Abschiedsnachmittag wird eine kurze Ruhepause in unserer nie ■endenden Arbeit eintreten. Mehr als je wurden wir vor neue, schwere Aufgaben gestellt, und das Direktorium moechte auf diesem Wege allen Mitgliedern und Mitarbeiterinnen ausdrükken, in welch aussergewoehnlicher Weise sie sich bewaehrt haben, als alle dem Notruf Israels Folge leisteten. Wir wünschen unseren Wizo-Frauen einen erholsamen Sommer und gleichzeitig neue Kraefte, denn im Maerz heisst es mit frischem Mut unser Israeli-Werk fortzusetzen. geführt hat, überzeugt davon, dass er sich noch am Leben befinde. Zu der gleichen Ueberzeugung ist auch die schwedische Regierung auf Grund des vorliegenden dokumentarischen Materials gelangt, das von Ministerpräsident Erlander der Sowjetregierung für ihre Nachforschungen zur Verfügung gestellt wurde. Zeugenaussagen bestätigen, dass Wallenberg von April 1945 bis Januar 1948 im Lefortowskaja- Gefängnis in Moskau gesessen und sich im Jahre 1953 in der Abteilung für prominente Staatsgefangene des Lagers Taisched befunden hat. Im Kreml dürfte man sich darüber klar geworden sein, dass der ungelöste Fall Wallenberg eine permanente Belastung des Verhältnisses zwischen Schweden und der Sowjetunion darstellt. Die Zeitung “Stockholms Tidningen” glaubt deshalb, dass man dem Gefangenen nach fast zwoelf Jahren Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit jetzt erst Zeigeben wolle, sich körperlich und geistig zu erholen, bevor man sich dazu entschliesst, ihn der Weltöffentlichkeit als freien Mann zu präsentieren. (Frankfurter Rundschau). ZAHLEN ZUM NACHDENKEN WAFFEN Die Munition, die ein Duesen-Jagdflugzeug Mystère Mark IV der israelischen Luftwaffe in 60 Sekunden verfeuert, kostet US$ 20.000.—. Ein Sherman-Tank, Modell Weltkrieg N.o 2, konnte von Israel gebraucht, aber in gutem Zustands, fuer US$ 10.000,— gekauft werden. Derselbe Tank kostete fabrikneu US$ 55.000.—. Heute sind Sherman-Tanks nicht mehr erhaeltlich und die modernen nordamerikanischen Patton-Tanks kosten US$ 175.000.—. Ein P-51 Mustang-Jagdflugzeug, Model Weltkrieg N.o 2, das den englischen Spitfire und den deutschen Messerschmitts entsprach, kostete fabrikneu US$ 50.000.—. Die Israelische Luftwaffe konnte sie aus zweiter Hand fuer den dritten Teil kaufen. Ein franzoesischer Mystère kostet heute US$ 400.000.—. Ein leichter Moskito-Bomber, Originalpreis US$ 100.000.—, konnte nach dem zweiten Weltkrieg fuer weniger als US$ 15.000.— gekauft werden. Ein englischer leichter Canberra-Bomber, der den aegyptischen Bombern russischer Herkunft Ilyushin-28 gleichwertig ist, kostet heutg, ys$ 600.000.-^, FINANZEN Im letzten Jahr gab Israel die Haelfte seiner Devisen fuer Waffen aus. Wie Moshe Sharett es ausdrueckte. Israel i*t in hoechster Gefahr und muss die teuersten modernen Waffen kaufen, deren Kosten weit ueber den normalen Bedarf eines Landes unserer Groesse hinausgehen, weit auch ueber die normale Kapazitaet einer Bevoelkerung, wie wir sie haben. Dieser Aderlass ist bei den mageren Einnahmequellen Israels eine der schlauesten Kalkulationen der arabischen Welt um den Ruin und letzten Endes die Vernichtung Israels herbeizufuehren. Dem genueber stehen: Eine Notsteuer auf Tabak, Wein, etc., ergab 15 Millionen israelische Pfunde, eine freiwillige Sammlung fuer den Verteidigungsfond (Keren Magen) ergab 18 Millionen Pfund, eine Steuererhoehung — Ein kommen — und Umsatzsteuer, ergab 55 Mill. Pfund. Die Jewish Agency wurde angefleht, 30 Millionen Dollar ueber die normalen Einnahmen hinaus zu sammeln, unmittelbar darauf bat Israel um eine weitere Erhoehung von 75 Millionen Dollar, die jedoch von den Leitern der Sammlung als unmoeglich abgelehnt wurde. 45% mehr Bonusse (Dollarschuldverschreibungen) wurden im vergangenen Jahr von der israelischen Regierung verkauft als im vorhergehenden Jahr. Innerhalb der Gemeinden Nordamerikas wurden bei den oertlichen Bankinstituten von den juedischen Gemeinden garantierte Anleihen auf genommen, mit denen fruehere Verpflichtungen der Israelischen Regierung zurueckgezahlt wurden. Doch selbst bei aeusserster Anstrengung koennen die Sammlungen, die Bonusse und die Exportdevisen nicht die Mindestsummen in Dollar dem Land Israel zur Verfuegung stellen. Da aber militaerische Sicherheit zu jedem Preis erkauft werden muss, bleiben zwei Wege im aussersten Falle uebrig Erstens: Eine drastische Einschraenkung der produktiven Ausgaben zur Entwickelung des Landes, mit all den Nachteilen, die ein solcher Schritt fuer die wirtschaftliche Unabhaengigkeit Israels mit sich bringt. Und zweitens eine weitere Verschuldung Israels bei allen erdenklichen Geldgebern, wobei natuerlich der Zinsfuss dauernd steigt. Im Befreiungskrieg von 1948 wurde Israel tatsaechlich nur gerettet, weil das Bargeld, das zu kurzfristigen Bedingungen zusammengekratzt wurde, die wenigen Waffen kaufte, ohne die Israel ueberrannt worden waere. Anleihe tuermte sich auf Anleihe, oft hatten die Schuldverschreibungen nur 2 bis 6 Monate Laufzeit und oft genug musste eine neue Anleihe aufgenommen werden, nur um eine alte Anleihe zurueckzuzahlen. Israels finanzielle Lage ist heute wesentlich besser als 1948149, doch muss alles getan werden, um eine neue finanzielle Krisis zu verhueten. Auszugsweise uebersetzt aus einem Artikel von Hat Lehrmann erschienen In “Commentary”.