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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1951-12-01 · 12 (Diciembre, 1951) · p. Seite 9

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XIII (1951)
Issue
12 (Diciembre, 1951)
Date
1951-12-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Diciembre, 1951 BOLETIN INFORMATIVO 9 0'tS» V-í! v y -•* W Y ffiá ye/ren, táiett, ¿e?e*e..! "DER INSPEKTOR" 12 Dollar Als diesjaehrige Auffuehrung hatte sich unsere Schauspieltruppe Priestleys “'Der Inspektor” (“An Inspector ca'ls”) ausgewaehlt. Die Auswahl des Stusckes haette nicht besser sein koennen. J. B. Priestley gehoert zu den in vorderster Linie stehenden der heutigen englischen Schriftsteller-Generation und kann auf die stattlicheAnzahl von ca. 15 Romanen, 12 oder 14 Schauspielen sowie einer ganzen Reihe von Abhandlungen, Essays u.s.w. zurueck. blicken: Dangerous Corner, Johnson over Jordan, Cornelius, Music at Night, um nur einige der bekannteren Titel zu nennen. Das Stueck “Der Inspektor’’ Ist noch nicht sehr alt. Waeh. rend de3 Krieges vollendet, konnte es in England nicht aufgefuehrt werden, da im Augenblick kein Theater zur Verfuegung stand. Er sandte es nach Moskau, wo es einige Wochen spaeter in zwei Thea tern uraufgefuehrt wurde, d. h. um genauer zu sein, eine Auffuehrung in Moskau und eine in Leningrad. Erst danach wurde es von Englands repraesentativstem Theater dem Old Vlc, uebernommen um dann einen Triumphzug ueber die Welt zu beginnen und ln unzaehlige Sprachen uebersetzt zu werden. Die hier gespielte deutsche Ueberset zung wurde von Frau TRUDE SPIESS gemacht und zwar in einem einwandfreien und vor allem bühnenwirksamen Deutsch. Bei der Ueberset. zung eines Stueckes lernt man sowohl Autor als aucn Personen gruendlich kennen d. h. man muss sich mit Letzteren identifizieren, will man aucn nur einigermassen dem Original gerecht werden, und das hat zweifellos sich auch auf die Inszenierung guenstig ausgewirkt, da in diesem Falle Uebersetzung und Inszenierung ln einer Hand lagen. Das Buehnenbild war ansprechend und stilgerecht; die Aufteilung der Raeume. Esszimmer und Wohnzimmer guenstig und die Regia REIN HOLD OLSZEWSKIs, der ja sein Métier kennt, tat da Uebrlge, um eine Anzahl Kunstbegeisterter, von denen doch nur der geringste Teil Buehnenerfahrung hat, zu der besten und einheitlichsten Auffuehrung herauszu stellen, die wir bisher im Rahmen dieser Veranstaltun. gen sahen. Wo die Inszenie rung aufhoert und die Regie begann, koennen wir nicht entscheiden, denn Frau Spiess musste aus privaten Gruen.. den die Regie niederlegen, also muelen sich beide das un. eingeschraenkte Lob des Pu. blikums und Kritikers teilen. Die staerkste Leistung des Abends war Tochter Bhling. von Frau Gerda SCHOE- NAICH ueberzeugend dargestellt. Im ersten Bild ganz unbekümmerte Braut, “niña de familia bien”, wie man hier sagt, dann Hysterie und Ver. zweiflung und schliesshch zum Verantwortungsbewusstsein erwacht, machte Sie dem Publikum diese Uebergaenge und Phasen glaubhaft und verstaendlich, ohne zu ueber-! treiben. Dr. WALTER TOBIAS | a’s Vater Birling hat inzwi-i sehen schon eine so stattliche Theatererfahrun hinter sich, dass man ihm kaum noch an. merkt, dass er den groesstenl Teil des Jahres nicht Theater | spielt. Er gab dem Vater ganz ' den reichen und egoistischen,! besser wissenden und von i sich ueberzeugten Fabrikan-! ten, wie er um die Zeit, in der I das Stueck spielt, zu hundert, tausenden herumlief (und in! gewisser Beziehung h e u t e I noch). I Seine Bewegungen waren' manchmal etwas zu hastig I fuer die eines englischen gehobenen Mittelstaendlers, der dem Sir-Titel entgegensieht, aber sch’iesslich ist das Temperamentssachg und der jaehe Wechsel vom Liebhaber in vorigen Jahren zum Vater recht erwachsener Kinder verlangt eine Umstellung, die unser Dr. Tobias mit Recht nicht zu heftig vollziehen will. Erna Lorenz war ihm eine ebenbuertige Frau, ebenbuertig an Egoismus und Vorurteilen und spielte ihre Rolle ganz im Sinn» des Autors, wobei sie aus ihrer Hauptszene gegen Ende des zweiten Aktes alles machte, was man erwarten darf, ohne zu ueber. spielen. GERD NAST als Sohn hatte seine grosse Szene im dritten Bild und es gelang ihm. sich so einzuordnen, dass trotz des Temperament ausbruches die Einheit der ganzen Szene nicht unterbrochen wurde. Auf Nasts Ta1 ent hatten wir schon anlaesslich des Lamms des Armen hingewiesen. Er muesste nur mehr Gelegenheit zu Spielen haben und sein Aussprache etwas besser artikulieren. Vielleicht kann ihm Olszewski zu Beidem verhelfen. Es fehlt uns sowieso an maennliehen Darstellern, die ueber das Amateurstadium hinauskommen koennten. HERBERT JA- SCHEKS Rolle ist die vom Au. tor am' stiefmuetterlichsten behandelte und es bedarf eines groesseren Kuenstle.rs, um diese Ro’le mit Leben zu erfuellen. Die Darstellung war korrekt und fuegte sich dem Ganzen ein und das ist die Hauptsache. WALTER SCHUEFTAN hatte die Rolle des Inspektors uebernommen und war in Maske und Bewegung ganz das, was er sein soll: das unbestechliche, unverrueckbare und eindringliche Gewissen, ich habe das Stueck noch nie vorher gesehen und kann daher nicht sagen, ob die Rolle des Inspektors nun mehr mystisch und verhalten oder lebendiger und kraeftiger gespielt werden soll. Da gehen naemlich die Meinungen aus. einander. Ich finde, dass in unserer Auffuehrung der Inspektor gerade so war, wie er sein musste, um die Einheit der Darstellung zu wahren. Beim Abgang des Inspektors in der letzten Szene, unterstrichen durch langsames Ab. blenden der vorderen Lichter und Konzentration der Scheinwerfer auf die Figur des Inspektors — applaudier, te das Publikum und wir EIN HUNDELEBEN Es Ist sonst nicht meine Art, von persoenlichen Eindruek. ken und Empfindungen zu sprechen. Aber diesmal sei mir eine Ausnahme erlaubt, denn es ist sozusagen mein Schwanengesang in Chile. Man glaubt garnicht, was man alles fuer Ausgrabungen zu machen hat, wenn man I seine Sachen fuer die zweite, I die definitive Auswanderung' I vorbereitet. Berge von Akten sind zu sichten. Was davon! soll man dalassen, was mit. | nehmen? | Mit solchen “archaeologi. i sehen” Studien beschaeftigt, j faellt mir ploetzlich ein Briefumschlag in die Haende, des- I sen Inhalt mich in nicht gej ringes Erstaunen versetzt: ei- I ne Abrechnung des Bankhau- I ses Hardy & Co. in Berlin ■ —bereits “arisiert”, versteht ' sich— ueber den Ankauf von i 12 Dol'ar. Sie bildeten den Gegenwert der dreimal 10 Mark, die das grosszuegige I Dritte Reich meiner dreikoep. figen Familie bei der Auswan-! derung aus Deutschland als j einziges Bargeld mitzunehmen gestattete. Und siehe da, I mit einer Bueroklammer fein i saeuberlich angeheftet, sind ’ tatsaechlich noch in Bankno. | ten die 12 Dollar vorhanden, die hier in ihrem Urzustand i nicht nur alle Sturm— und I Drangzeiten unserer Emigra. . tion, sondern auch das “tau- I sendjaahrige” Reich unver. j sehrt ueberlebt haben. Ich I muss gestehen, nur “jecki- ' sehe” Buerokratie hat sie so I konserviert. l Wie gesagt, ich stehe vor meiner Alijah, Dazu brauche | ich zwei Israel-Visen, fuer t meine Frau und fuer mich. Das dritte Familienmitglied ] von einst, unser Junge, ist j schon )aeng=t als Chaluz in ■ Israel. Zwei Israel-Visen ko- I sten — 12 Dollar. Was kann ich also besseres tun, als den ' ueberraschenden Fund im | vergilbten Kuvert diesem I hoechstsn Zwecke zuzufueh. ' ren? Ich nehme die 12 Dollar 1 und sie gehen an den Konsul I Israels fuer die Visierung un- 1 serer Pa esse. Was wuerden ) wohl die ideologischen und I wirtschaftlichen Koryphäen des Nazismus zu dieser eigen. | artigen Verwendung ihres AL j mosens sagen, wenn sie sich noch dazu zu aeussern haet. | ten? t C. S-r. Um unser Blatt den Erfordernissen einer modernen Zeitung anzupassen und gleichzeitig den tierliebenden unter unseren Lesern eine Freude zu machen, hatten wir uns entschlossen, unseren ARO. Sonderkorrespondenten auf die diesjaehrige Ausstel. lung des Kennel C'ub de Chile zu entsenden, damit er uns einen kurzen, aber moeglichst rschoepfenden Bericht ueber dieses gesellschaftliche Ereig. nis gebe. Bei Redaktions- Schluss erreichte uns das im Telegrammstil gehaltene Referat: “Sonntagnachmittag und 25 Pesos geopfert. Anwesend unzaehlige kleine Kinder nebst Erwachsenen, Eisverkaeufer, Carabineros, eimge' Hunde sowie 1 Elefant, 1 Affe. 1 Universitaetschor. Hunde entsetzlich gelangweilt, Men. sehen teils, teils. Endentscheidung zwischen franzoesischer Bulldogge und staatenlosem Dobermann. Schiedsrichter sehr unentschlossen. Bulldogge gewann, da laut Schiedsrichter, krumme Beine Zeichen bester Rasse. Damenwelt ueber diesen Ent. scheid hoechst entzueckt. Universitaetschor ehrte Sieger mit a capella Chor “Bulldog”. Frage mich, falls Dobermann gewonnen, nicht et. wa Repertoireschwierigkeiten aufgetaucht. Feierlicher An. blick, Universitaetschor auf Podium, Hund in “Habt Acht” Stellung und Kokarde. Rotito neben mir, einfaches Kind des Volkes, machte erstauntes Gesicht. Kennt Hunde wohl nur wildernd oder als willkommene Abwechslung einer durch die staendig steigenden Fleischpreise immer eintoenl. ger werdenden Diaet. Konnte leider seine Gedanken nicht lesen. Vielleicht besser so. Hundedressuren gelangen nur teilweise. Sprechender Hund streikte, da indisponiert. Herrchen entschuldigte Hund mit Nervositaet. Soll bei guter Laune sprechen koennen, aber nicht in einwandfreiem Spanisch. Herr sprach auch kein einwandfreies Spanisch. Wie der Herr so der Hund. Besitzer scheint ledig zu sein; wozu braucht er sonst einen sprechenden Hund? Orfeón de Carabineros spielte sodann Nationalhymne. Deutscher Schaeferhund neben mir hob rechte Vorderpfote. Alte Gewohnheit. Ansonsten sehr demokratische Veranstaltung. Preise fuer alle Rassen. Bulldog bekam Silberpokal. Schnueffelte unzufrieden, schien wohl plata alemana. Dobermann bekam herrliches Segelschiff. Sah auch enttaeuscht aus. Unseren Schoen. heitskoeniginnen gibt man schliesslich auch keinen Hun. dekuchen oder Gummiknochen als Preis. Um 7 Uhr Feierabend gemacht. Bei Rueckkehr festgestellt, alte Volksweisheit, dass Hunde, floehe nicht an Menschen gehen, Iaengst ueb-erholt oder in Chile nicht genuegend beachtet. NEUERSCHEINUNG ' haetten gerne gewusst, ob! dieser Applaus dem Schau, i Spieler oder seiner Botschaft des Helfens und der Ver.! pflichtung Aller gegen Alle I galt. In letzterem Falle waere damit bewiesen, dass die vom I Autor gesandte und von den Kuenstlern uebermittelte Bot. 1 schaft vom Publikum emo.! fangen worden ist. Und mehr i kann sich kein Autor wuen- ' sehen. I Das Bühnenbild Peraltas , war gut bis auf die fuerchter. lichen Familienbilder. Requi- I sitenmeister HOFFMANN und Souffleuse HIRSCHMANN I trugen zum Gelingen des I Abends bei, der eine hinter, die andere vor der Buehne.! ARO Das kulturel’e Leben eines Volkes ist in erster Linie vom geschriebenen Wort abhaen. gig. Nur wenn es moeglich ist, die kulturellen Errungen, schäften durch Buecher einem groesseren Kreis bekannt zu geben, besteht die Mceglichkeit, die Kulturwerte wel. ter zu pflegen und zu entwickeln. Es ist darum aeusserst begruessenswert zu beobachten, dass auch die jue. dische Literatur in spanischer Sprache in stäendigem Wachstum begriffen ist. So ging uns kuerzlich ein Buch zu. dass in der Hand des Suchen, den ein wertvoller Beitrag zum Verstaendnis juediseber "Die Bruecke" X “DIE BRUECKE”, Zeitung fuer den deutschen Sprach- und Kulturkreis, nennt sich eine neue Zeitung, die voriaeufig dreimal die Woche errcheint und von H. Hansen herausgegeben und vom Z!gj Zag-Verlag vertrieben wird. Der Titel dient gleichzeitig ah Programm. Die Zeitung will | unabhaengig und unpolitisch; dem deutschsprachigen Teil i der chilenischen Bevoelke. i rung Unterhaltung und Be. 1 iehrung bringen, die wichtig, sten Zelt. Ereignisse bringen sowie deren Kommentare aus den verschiedensten deutschsprachigen Zeitungen, also Westdeutschland. Schweiz und Oesterreich. Gleichzeitig sollen dl 3 Vorgaenge der Weltpo’ltik auf einer etwas demo kratlseheren Grundlage eroer. I tert werden, als das bisher in I den hier erscheinenden deut. 1 sehen Blaettern der Fall war. die in punkto Poltik immer genau 15-20 Jahre zurueck v ' Prinzipien, Riten und Braeu- I che sein kann. Das “Instituto j Judío-Argentino de Cultura e '■ Información” hat ein “Ma- | nual de la Religión Judía” 1 von Frau Erna C. Sch’esingsr : herausgegeben, das sowohl ln | der Hand des Lehrer als auch . des Schuelers einen wertvol- ' len Beitrag zur juedischen I Erziehung darstellt, aber auch : dem Interessierten Nichtju- | den die Grundlagen des Ju- I dentums vermitteln kann. ' Wir danken Frau Dr. Schle-! singe1 fuer diesen erneuten Beitrag aus Ihrer Feder zum! Verstaendnis juedisch reli-! gioesen Lebens. 1 Loewensteln ERSTKLASSIGER MITTAGSTISCH Gepflegte europaeische Kueclie mitten im Centrum Huérfanos 1055, Dep. 405 - Tel. 85423 CASA KATRIN SAN DIEGO 282 A KAETE MOSSE DE KIEWE LAVADO DE TODA CLASE DE ROPA EN SECO Y A VAPOR ARTICULOS DE PERFUMERIA FANTASIAS — REGALOS

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