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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1951-11-01 · 11 (Noviembre, 1951) · p. Seite 19

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XIII (1951)
Issue
11 (Noviembre, 1951)
Date
1951-11-01
Page
Seite 19 (sequence 19)
Language
German
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Noviembre, 1951 BOLETIN INFORMATIV Of 19 Wer nicht hoeren will... Die Situation des Vorderen Orient ist viel zu ernst und betrifft uns zu stark, um sie aus dem engen Blickwinkel der Schadenfreude heraus zu behandeln. Auch haben sich unsere Beziehungen zu England sehr gebessert und trotz allem...: Wuerde Anthony Eden nach den Erfahrungen der letzten Monate noch einmal die Begeisterung aufbringen, mit der er seinerzeit diesem politischen Golem, geformt aus gelbem Lehm und Wuestensand und genannt “Arabische Liga”, Odem einhauchte? Wuerde Ernest Bevin noch einmal versuchen, die Haganah im Negew unter das Visier britischer “Erkundungsflugzeuge” zu nehmen, Aegypten die im Vertrag von 1936 vorgesehene militaerische Hil. fe anzubieten und den israelischen Vormarsch nach Sinai zu stoppen? Wuerde er diesem Lande, Haupt der arabischen Agresslon in Palaestina, noch einmal zu Sitz und Stimme in Sicherheitsrat verhelfen? Wuerde er noch einmal den Sicherheitsrat der U.N. dazu missbrauchen, arabische Eroberungen zu legalisieren und israelische Verteidigungsmassnahmen zu verhindern? Es klingt heute alles bereits paradox. Wenige Jahre haben genuegt, um historische Irrtuemer bitter zu raechen. Und dennoch: wir wagen nicht, mit einem NEIN zu antworten. Denn schliesslich hat Herbert Morrison aus all dem nur die Konsequenz gezogen, das Pharaonenreich dazu aufzufordern, als gleichberechtigter Sozius die Mitverantwortung fuer die Verteidigung der westlichen Zivilisation gegen den Kommunismus zu uebernehmen. Was man bekanntlich in Kairo schroff abgelehnt hat. Man hat dort offensichtlich keinen Sinn fuer solchen Humor. f Neue Regierung Wohl ist nach monateiangen Verhandlungen endlich eine neue Regierung in Israel gebildet worden (siehe deren Zusammensetzung in “Noticias del Mes”), doch duerfte diese kaum eine stabilere Struktur aufweisen als ihre Vorgaengerin aus der Zeit der ersten Knesset. Die Probleme, die ihre Vorgaengerin zu Pall brachten, sind weiter die selben. Die Mehrheit ist eher etwas geringer. Ihre Kohaesion ist auch nicht groesser, da der Religioese Block erstens nicht so komplett vertreten ist wie vorher und zweitens aufgehoert hat, einen Block darzustellen. Die Progressive Partei, die trotz ihrer zahlen. maessigen Schwaeche immer ein wertvolles vermittelndes Element darstellte, ist —aus uns unbekannten Gruenden— ueberhaupt nicht vertreten. Wohl scheint es, dass die Ver. einigung des Industrie, und Handelsministeriums mit dem Justizministerium in Haenden eines einzigen Ministers —Dov Joseph, Mapai— nur ein zeitweiliger Behelf ist, um die Tuer zu letzterem fuer die Progressiven — Rosenblueth — zwecks spaeteren Eintritts offen zu halten, an. dererseits steht vielleicht dessen Ausscheiden in einem ur. saechlichen Zusammenhang mit den Geruechten von dei H -* ... Als Premier-Minister bleibt Ben Gurion y 6 Millionen oder weniger? Zu den beliebtesten Argumenten der Neo-Nazis gehoert es seit einiger Zeit, die Zahl der 6 Millionen juedischer Opfer aus der Zeit von 1933-1945 in Abrede zu stellen. Wenn auch jede anderweitige Behauptung eine infame Luege und Geschichtsverdrehung darstellt, so darf man doch deren Bedeutung nicht unterschaetzen. Hitler hat mit Luegen und Geschichtsverdrehungen die Hirne von Millionen erhitzt und sie aufgeweicht, bis sie fuer das gesamte Nazi-Delirium aufnahmebereit waren. Es ist unsere Pflicht, jeder Faelschung dieser Art, komme sie aus der Quelle des heute einwandfreien Knaur-Lexi. kon, das in seiner Ausgabe 1950-1951 von 5.1(2 Millionen spricht, oder aus dem Munde eines Hedler, der nur von 1.2 Millionen wissen will (nur!), entschieden entgegenzutreten. Von den Nuernberger Protokollen ueber die Gaskammern von Auschwitz bis zu der WienerXibrary in London ist ganz Europa voll von blutigen und papiernen Beweisen. Was verfolgen die Neo-Nazis naemlich? Die Legende vom “Greuelmaerchen” wieder aufzuwaermen als ersten unermesslichen Schritt zur moralischen Rehabilitierung ihres Regimes. Es ist unsere Aufgabe, diese Absicht wachsam zu vereiteln. Wir haben 6 Millionen Leben verloren; erfuellen wir wenigstens die traurige historische Pflicht, unsere 6 Millionen Toten in Ehren zu halten. Albert Bassermann zur Genugtuung? Bekanntlich hatte der deutsche Schauspieler Albert Bassermann im Vorjahre den Plan, gemeinsam mit seiner Frau ein Gastspiel in Israel zu geben. Obwonl es notorisch ist, dass Bassermann im Jahre 1933 dieser seiner juedischen Frau zuliebe und kondurch den Gesundheitszustand des Presidenten Weizmann bedingten Schaffung des Amtes eines Vize-Praesidenten. Wie dem auch sei: die Regierungsbildung bedeutet einen Fortschritt und eine Ueoer Windung der Stimmung der Unsicherheit, die durch die endlosen Verhandlungen inmitten der kritischen Augenblickssituation entstanden war. Es gibt staatspolitische Probleme, technische Forderungen und Verwaltungsfragen die fuer das Leben eines Landes wichtiger sind als parteiliche Ziele. Das haetten auch die Klalim verstehen muessen, als sie mit ihrer kompromisslosen Haltung die Koalition mit Mapai unmoeg. lich machten, die allein in der Lage gewesen waere, Israel im Moment eine starke Regierung zu geben. Nachdem es nicht moeglich war. ist die augenblickliche, das heisst die alte Formel, die einzige und beste moegliche. Sie hat den Vorteil der Maesj sequent mit seinen Idealen ¡Hitler . Deutschland verliess, ) entbloedete sich die israelische Zensur nicht, sein Auftreten in deutscher Sprache nicht zu gestatten. Das Gastspiel wurde abgeblasen. Vor wenigen Wochen nahm nun der israelische Aussenminister Sharett Gelegenheit, bei seinem Aufenthalt in den Vereinigten Staaten Bassermann persoenlich einzuladen, die Reise doch durchzufuehren. Unter anderem wies Sharett darauf hin, dass deutsch nicht nur die Sprache Deutschlands, sondern auch einiger mit Israel befreundeter Laender sei: eine tangentiale, aber immerhin diplomatische Begruendung. Es ist erfreulich, dass auf diese Art ein sehr grosser Fehler wieder gutgemacht j werden konnte. Der Schritt des Aussenministers bedeutet | nicht nur eine Genugtuung! fuer Albert Bassermann, sondern in allererster Linie eine Entlastung fuer Israel und! seine Einstellung zu wahrem Menschentum und Kultur. sigung, der praktisch - fortschrittlichen Einstellung “etwas links von der Mitte” und der Kontinuierlichkeit in Bezug auf ihre Vorgaengerin. Im Augenblick mehr zu verlangen, hiesse einer Utopie nachzuiaufen. "Korrupt und untauglich" Da uns politische, diplomatische, stilistische und andere Ruecksichten des oeftem daran hindern, einmal richtig “von der Leber weg” zu reden, machen wir uns ein Vergnuegen daraus, ganz unschuldig die Meinung der Wochenschrift “Ercilla” vom 16. Oktober wiederzugeben. Unter der Ueberschrift “Aegypten zieht den britischen Loewen am Schwänze” nimmt die genannte Zeitschrift folgendermassen Stellung: “Chauvinistische Demagogie?” “Der Entschluss Aegyptens... birgt viele seltsame Aspekte. In erster Linie und wenngleich er den* nationalistischen und voelkischen Ferment entspricht, das den Mittleren Orient gaeren laesst, ist er die Tat einer korrupten und untauglichen Regierung, welche nicht ein einziges der grossen sozialen und wirtschaftlichen P r o b 1 e me loesen konnte, die die aegyptischen Massen bedruecken. Obwohl sie mit einer grossen Mehrheit siegte, stellt die Wafd-Partei, die der Premier Nahas fuehrt, fuer den “Mann von der Strasse” in Aegypten die Fortdauer der vollkommenen Herrschaft einer Kaste dar, deren Mentalitaet und Sitten mehr zu Tausendundeine Nacht passen als zu moderner Politik. In diesem Sinn handelt es sich bei dem Entschluss gegen Grossbritannien um nichts anderes als den traditionellen Missbrauch des Nationalismus, um den wichtigen Problemen auszu. weichen und sie zu verdekken”. Es waere kaum etwas hlnzuzufuegen, es sei denn die Tatsache, dass auch die antiisraelische Agitation diese Taktik zur Ursache hat: fuer innere Schwierigkeiten das martialische Ventil aussenpolitischer Agitation zu oeffnen. Man lenkt damit die Aufmerksamkeit ab, man kann durch “patriotische” Ausnahmegesetze die Unterdrueckung im Inland verschaerfen, man kann Kritik, Proteste oder Streiks als Hochverrat abstempeln und wenn man so tuechtig waere wie es die Berliner Meister waren, so koennte man sogar aussenpolitische Erfolge verbuchen. Und nicht nur Schlappen. ATSCHEKA IË1ÏÉ ■- Eileser Kaplan, Finanzen Moshe Sharett, Auswaertiges Amt Golda Meirson, Arbeit Moshe Shaplra, Innenministerium

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