Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XIII (1951)
- Issue
- 8 (Agosto, 1951)
- Date
- 1951-08-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Agosto, 1951 BOLETIN INFORMATIVO 9 f DIE GESCHICHTE VOH STARKEN HAHN Von HANS KAUFMANN Zu Vladimir Jabotinsky: “Sansón’' (Editorial Israel, Buenos Aires) Der im Moment in Santiago zur Auffuehrung gelangende Cecil B. de Mille. Monumentalfilm “Sansón y Dalila” beruht, nach Aussage des Produzenten, auf der Bearbeitung der ‘•Originalversionen von Harold Lamb und Vladimir Jabotinsky, inspiriert in der Geschichte vom Simson und Dalila aus dem Alten Testament, Richter 13-16”. Wir nehmen diese Tatsache zum Anlass, das Buch des bekannten einstigen Fuehrers der Revisionistischen Fraktion zu besprechen. Es gibt Buecher, die wie, Klarheit sind die Personen gutes Glas sind. Der unruhi-, von jeglichem inneren Wirt. ,.nri racche Blick schweift ’ derspruch befreit worden uno ge und rasche bück scnweiit gtaU komplizierter psyCholom ungeahnte Fernen, o e i giSeher Einheiten erscheinen das durchsichtige Hindernis sje ¿gg oeftern als soziale Arzu empfinden. Im Gegenteil, i ckgtypen. Doch ist dies kein sehr davon entfernt, die wei-1 Nachteil. Erstens ist es so ge. ten Lichter zu trueben, hellt j iungeri( einige psychologische es dieseauf und rueckt sie j Raetsel, die der Bibeltext naeher. Des nachts jedoch aufgikt, zu loesen: wenn auch und dem dunkeln und stillen manchmal nur dank Dureh- Hintergrund gegenueber, enthauens des Knotens. Und deckt das Auge —nun wach- ZW€itens darf man, um zu eisa,meJi— n?ae, ^gen-1 ner gerechten Beurteilung zu schaft im Glas, nicht minder i gelangen, nicht mit den Mass. wunderbar als jene, die uns | staeben der Flavius Josephusmit den Dingen hinter ihm, Trilogie von Feuchtwanger verbindet: es spiegelt, sich davor befindet. Und wirklich, der Roman “Sansón”, den die “Editorial Israel’’ Buenos Aires im Jahre 1947 zum ersten Male in spanischer Sprache taerauisgab, ist von einer durchsichwas [ oder etwa der Josefs-Ge schichten von Mann herantreten. Es waere ungerecht- Wir haben nicht die Absicht, den Wert des Buches zu sehmaelern. Nur sagten wir zu Beginn, dass ein gutes Buch gleich Glas klar oder tigen Klarheit, die uns die . spiegelnd sein kann und gut. Lichter —und die Schatten— es ist kein Zufall, dass Lion einer ganzen Epoche naeher. |Feuchtwanger den widerbringt: der Epoche der Richter. Menschen und Dinge bewegen sich mit einer Einfachheit und Natuerliehkeit, die spruchvollsten Juden behandelt hat und Thomas Mann den einsamen Menschen. So ist es auch kein Zufall, dass Vladimir Jabotinsky, in sie von Anfang an verstaendseiner einzigen rein literarisch machen. Und einige j sehen Sehoepfung, sich nicht mehr als dies: liebenswert, i etwa zu einem der —ach, un- Es mag daher sein, dass die I gezaehlten— Helden des lichter und Schatten, trotz ihrer scharfen orientalischen Kontraste, niemals blenden und ermueden. Oder vielleicht auch daher, dass sie auf einem klaren Hintergrund gezeichnet sind. Tatsaechiich beweist der Autor ein tiefes Verstaendnis dieses Hintergrunds', das heisst, der grundlegenden Tendenzen und Probleme der Zeit. Gegen Ende wagt er es, sie in zwei Worten zusammenzufassen: “Eisen und Koenig”. Sie ist bestechend, diese Zusammenfassung: Im Wirtschaftsleben bringt die Epoche der Richter die Ein. Glaubens hingezogen fuehlte, die unsere Geschichte blutig faerben, nicht etwa zu einem der vielen Helden des Geistes, die sie schmuecken, sondern zu dem einzigen aller Helden, deren wir gedenken, der sein Heldentum aus der Kraft seiner Arme sehoepfte und schon deswegen, in jedem Sinn, der am wenigsten juedisehe Held von allen ist. Nicht nur kein Zufall Ist es: wenn ein fruchtbarer Schriftsteller sieh ein Thema stellt, so mag die Beziehung zwischen Autor und Thema mannigfaltig und schwer zu ergruenden sein, aber wenn fuehrung des eisernen Pflugs | ein aktiver Politiker einen und der metallischen Waffen unter den feindlichen Naehbarvoelkem mit sieh: im sozialen und politischen gelangt der Aufloesungsprozess der nach Staemmen organisierten Gesellschaft an sein Ende und der siegreiche Handel zwingt seine staatsbildenden und einigenden Bedingungen auf. Es besteht kein Zweifel, dass die Richter diesen Ueeinzigen Stoff behandelt, so nur, weil sein Leitmotiv damit uebereinstimmt. Sehen wir also, wie unser Richter Recht spricht: Er fragt: “Du sagst also, dass Dir die ganze Ernte gehoert?” “Die«-ganze. Denn mein Bruder war schon als Kind...”1 “Und was sagst Du?” —Simson pflegte die Worte Anderer nach Gutduenken zu um bergang vom Stamm zum terbreehen. “Ich bin fuer Staat symbolisieren und der! Gerechtigkeit: die Haelfte Autor zeigt dies auf, wenn er seinen Helden richtspreehend nicht nur ueber der eigenen “gens”, sondern auch inmitten anderer Staemme Israels zeichnet. Schliesslich folgte ihm doch Samuel, von dem niemand baheupten kann, ob er Richter, Prophet oder Koenig ohne Krone war! Die Entwicklung der Handlung ist einfaeh, vielleicht zu einfach. Zu Gunsten der fuer ihn — die Hae'lfte fuer mich”, “ln diesem Fall”, sprach Simson, “besteht kein Streit um die erste Haelfte; beide sind sich einig, dass sie dem Aelteren gebuehrt, Strittig ist die zweite Haelfte und man wird sie in zwei teilen muessen. Der Aeltere erhaelt demzufolge drei Viertel der Ernte und der Juengere ein Viertel. Ihr koennt gehen”. Weiteres Beispiel seiner Weisheit: “Dies ist Gesetz fuer die Zukunft: Wenn auch 1 nur ein Schaf an der Grenze verloren geht, zuende ich Eure Doerfer an und Euch, Aelteste, haenge ich an den Baeumen auf”. “Sind wir etwa allein an der Grenze?” fragten sie. “Und wenn Diebe aus anderen üoerfern kommen, welches ist unsere Schuld?” “Ich habe keine Zeit, Eure Ortschaften zu durchsuchen”, antwortete Simson, “ein Schaf verloren, Choresch verloren”. “Heisst das, dass wir die ganze Grenze bewachen muessen?” “Natuerlich, Ihr muesst zahlen, folglich muesst Ihr auch aufpassen”. “Herr”, sagte einer von ihnen, “beurteile Du selbst: wie koennen wir nach Deinem Gesetze leben?” “Habe ich etwa nicht versprochen, Euch zu helfen?”, fragte Simson. “Uns helfen?” “Ja, ich versprach, Eure Ortschaften anzuzuenden und Euch aufzuhaengen. So seid Ihr die Sorgen ums taegliehe Leben los.” Jetzt verstehen wir: diese Troepfchen Zynismus, in denen die baeuerliche Einfachheit des athletischen Heldentyps zusammenfliesst mit den unterbewussten Wunschtraeumen des von der Natur leider nicht begnadeten, aber geistig genialen beinahe-Diktators, enthalten im Keim alles: Missachtung der Menschenrechte, Hohn dem Schwachen, Vergewaltigung des Waffenlosen... Tropfen zu Tropfen ergiessen sie sich, reissen Steine mit, Felsen und... waeren wir nicht um ein Haar mit in den Strudel geraten?: der grandiose Selbstmord inmitten des einstuerzenden Tempels, das heisst Eisen, Blut und Feuer der Goetterdaemmerung, RAK KACH! Dies ist seine Konzeption von der menschlichen Gesellschaft: “Der Priester erhob ploetzlieh ein wenig den Stab, mit einer raschen Bewegung, fast unmerklleh, und all die weissen Figuren, die auf dem Platz standen, fielen auf das linke Knie und erhoben den reehten Arm gen Himmel, in einer einzigen Bewegung, beim Peitschen der Luft einen einzigen Akkord erzeugend, wie wenn es die Bewegung eines einzigen Mannes waere... Nach dem Fest biieb Simson tief nachdenklich. Bereits in der Era&eMung Se. i madars hatte ihn die Idee des einzigen Willens, der den! von tausenden von Menschen beherrschte, fasziniert. Nun hatte ihn das Wunder erfasst.. Er war kaum fadlig, .seine „ Gedanken zu ordnen, denn er empfand das unklare Ge~ fuehl, dass ihm das grundlegende Geheimnis offenbart worden sei, gemaess dem jene Voelker (die Philister., N.d.V.) faehig waren, Staaten zu schaffen”. Wenn jene Voelker so waren, dann besteht kein Zweifel, dass das unsere anders war. und ist.. Unsere Prie-, ster erhoben niemals solche Staebe. Haetten sie es gewagt, die Achtung vor dem menschlichen Wesen, -das G,e. rechtigkeitsgefuehl und der Freiheitsdurst unseres Volkes haette sie zerbrochen. Das heisst, die Synthese der ©rossen Qualitaetem, die uns bewahren vor dem Mythos des Stariben Mannes, wie Simson es war und Jabotinsky es .sein f ZAHLEN, OIE ZU DENKEN GEBEN Heute wollen wir einmal unsere Blicke in andere Laender lenken und von ihnen erzaehlen. So lesen wir im “Reconstructionist” folgende interessanten Zahlen, die uns ein lebendiges Bild von den Schwierigkeiten unserer Medinat Israel bieten: Der United Jewish Appeal (die Campaña Unificada der Vereinigten Staaten) hat eine interessante Information ueber die augenblickliche Immigration nach Israel herausgegeben. Der Monat April brachte den Rekord in der Aufnahme neuer Immigranten. Die Zahl betrug 30.202, eine Ziffer, die waehrend der Mandatsregierung die Einwanderung waehrend eines guten Jahres bedeutet haette. Waehrend der 4 Monate vom 1. Januar bis 30. April wurden nicht weniger als 79.719 Olim zugelassen. Von diesen kamen 45.775 aus Irak, 15.953 aus Rumaenien, 4.120 aus Iran, 4.179 aus Nord-Afrika, 1.985 von Polen und 7.707 aus anderen euro. Eaeischen und orientalischen aendern. Die Notwendigkeit vorwiegend Juden aus dem Irak in das Land zu bringen, ergibt sieh aus der Tatsache, dass bis zum 31.Mai alle Juden aus dem Irak, die den Wunsch ausgesprochen haben, nach Israel zu gehen, das Land verlassen haben muessen. Dies bedeutet, dass 30.000 Juden mehr vor Ende Mai und aus dem Irak gerettet wur. den. Daraus ergibt sich, dass bis zum Ende des laufenden Jahres monatlich 12.000 Juden mehr nach Israel herein gelassen werden muessen. So stolz Ben Gurion und seine Minister sein duerfen, die ersten Repraesentanten des neuerstandenen juedischen Staates zu sein, wird sie doch keiner um die Herkulesarbeit beneiden, die die Notwendigkeit der Loesung aller der mit dieser Einwanderung verbundenen sozialen und kulturellen Probleme mit sich bringt KINDE! FUEHREN NEUERUNGEN EIN Eine sehr interessante rituelle Neueinrichtung oder eher eine Wiederbelebung einer alten rituellen Praxis in neuer Form wurde kuerzlich durch Kinder der “Society for the Advancement of Judaism" beim Gottesdienst am 7, Tag Pessaeh eingefuehrt. Eine Gruppe von Kindern nahm am Gesang des Sehir Hasehirim (Lied der Lieder) in der traditionellen Melodie teil. Und wenn wir sagen dureh .die Kinder “elngefuehrf”, so meinen wir (dies woertlieh. Einige von ihnen hatten schon vorher bei der der Meghlah Esther an Purim teilgenommen und als ihnen von dem traditionellen Zusammenhang der Lieder der Lieder mit Pes, sach erzaehlt wurde, beschlossen sie, das Sehir Hasehirim ln der Synagoge in gleicher Weise zu singen wie die Megilla. Sie bereiteten auch das Buch Ruth fuer Sehawuot vor und dasselbe wird mit den anderen Megiilot geschehen. Auf die Weise werden die Kinder mit unserer heiligen Literatur vertraut gemacht und die Erwachsenen in der Gemeinde lauschen ihnen gern. EINE ARBEITSGEMEINSCHAFT Heft zu nung kommen, dass die Prowir den Le- Dieses Bemuehen um unsefeiern zu veroefffentlichen. Wer me Jugend beweist seine Wieh,! tigkeit, wenn man Berichte ueber die Erziehung unserer Kinder in den varsehiedanen Behwestergemeinden auf dem sue.dam erikanisehen! sam dieses Blattes .schon ©ft Kontinent hest. Kuerzlich erzaehlt haben, neberaB die hat sich auf Veranlassung; glekf von Herrn Rabbiner Br. Lernben le eine Arbeitsgemeinschaft ■ seher Art, mit lateimamerifcani&eber Rabbimit den Eltern, mit dem Fehner gebildet., an der die Babten einer juediachen Aim®- tener Br. F. Pinkus:, Sa® Pau-1 .sphaere in der Familie wird 1®, H. Lernte, Rio de Janeiro, j von den Rabbinern H. Hart, F, Winter, Montevideo, H, Buenos Aires, H. Lernte und Hart, Buenos Aires, M. Lubli- E. Loewensteln berichtet. Wir ner .und E. Loewenstein, Sanhoffen viele der tiago feilnehmen. Biese Ar-, die in diesem heitsgemelnsehaft hat sieh geben werden, in den s-smatEmenaustausch unter den Rabbinern, die an den vom Zentraleumopaei- .sehen Juden gebadetem Gemeinden wirken, zum Ziel gesetzt und hofft in absehbarer Zeit auch eme persoemliche Aussprache ueber diese Frag e n herbei®nehmen zu koemmem. Als erstes Thema wurden ¡die Probleme (des Rehgionsumterrichfs gesteht und Rabbiner Br. ¡EL ¡Lernte hat] sieh der Aufgabe unterzogen, j die Berichte zu diesem Prosehen Arbeit verwerten zu koennen. Vor allem erwarten wir, dass sieh die schaff Rabbiner als ein aktiver Faktor bei der Bildung des Juedlsehem ¡Leben® in Sued-Ame- :rika heramîkristallMert im einer Zelt auch religioesen Judentums zur Geltung bringt. OhtmMhr.