Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XIII (1951)
- Issue
- 7 (Julio, 1951)
- Date
- 1951-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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REDACCION. S. C. I, B'NE JISROEL AV. PORTUGAL 810. TEL. 33096 CASILLA 2487. SANTIAGO CHILE BOLETIN INFORMATIVO MITTEILUNGSBLATT SO C I E D A D CULTU RAL IS RAE LI TA "B'NE J I S R O E L " Año XIII — N.o 7 SANTIAGO DE CHILE Julio, 1951 20.-21. UMUS: DER STAATSMANN UND DER DICHTER HERZLS BRIEFE Es koennte keine bessere Quelle fuer das Studium Herzls —des Menschen und des Zionisten— geben als seine Briefe. Und zwar stellen diese einen fortlaufenden Kommentar seines Lebens dar, von fruehester Jugend bis fast zu seinen letzten Ta gen, ganz besonders aber seitdem er begann, von der Idee ergriffen zu werden, die ihn aus einem vergnueglichen Schriftsteller in einen Staats, mann verwandelte, aus einem Salonloewen in Fuehrer seines Volkes. Der Zweck, den Herzl ln seinen Briefen verfolgte, hal seine Definition in einem der ersten Schreiben an Rabbiner Dr. Guedemann aus Wien gefunden, das am 25. Juli 1895 datiert ist. Er forderte seinen Korrespondenz - Partner darin auf, dem Bankier und Chowewe-Zionisten Dr. Meir Cohen zu schreiben, den Herzl als einen der wichtigsten Mitarbeiter an seinem Untemeh. men heranziehen wollte. Er selbst fand es schwer, ihm zu schreiben, da er ihn nicht kannte. “Wenn ich sage, dass ich ihn nicht kenne —fuehrte er aus—, so will ich damit sagen, dass ich nichts ueber ihn weiss, welche Sorte Mensch er ist, u.s.w. Glauben Sie nicht, dass so etwas zum Lachen ist; davon haengt der geeignete Stil eines Briefs ab. Ein Brief ist ein Appell an den guten Willen des Andern. Schon daher muss man einen Begriff von dem Menschen haben, der diesen Willen besitzt. Waere dem nicht so, dann fuehlte man sich einfach wie im Nebel verloren und schreibt unzusammenhängend. In anderen Worten, man schreibt einen Brief, mit dem man den guten Willen des Andern nicht gewinnen kann”. Betrachten wir nun seine Briefe unter dem Gesichtswinkel, den Herzl uns gibt, erkennen wir sofort, dass er tatsaechlich diese Regel anwandte. In praktisch all seinen Briefen, direkten und indirekten, finden wir einen Appell an den guten Willen des Empfaengers und dieser Appell ist immer die Achse, um welche alle anderen Dinge kreisen oder das Ziel, nach dem sie hinstreben. Herzl schreibt seine Briefe nicht, um sich auszusprechen oder einfach aus Lust zum Schreiben und noch nicht einmal, um Meinungen auszutauschen; er schreibt weder als Philosoph noch als Schriftsteller noch als Mensch, dem Unterhaltung wohlgefaellt. Nein: elr schreibt wie ein Menseh, der zu handeln gewillt ist, der andere zum Handeln bewegen will und der im Briefwechsel das Mittel zu diesem Zweck findet. Selbst Von ALEX BEIN PlilPI Der Prophet aus unserer Zeit in rein autobiographischen Episteln, wie jener wunderbaren, die er am 19. Mai 1895 an Heinrich Tabeies richtete, ist die Geschichte seiner inneren Entwicklung nicht mehr als ein Mittel, um die Dringlichkeit seines Anliegens zu unterstreichen, dass Tabeies sein Werk “Das neue Ghetto” zur Auffuehrung bringen solle. “Das Uebrige wird das Werk selbst sagen. Tabeies, das Werk muss aut die Buehne! Ich verlange es schreiend. Ich habe die Hoffnung, dass es in Prag, der germanisch-juedischen Stadt, Erfolg haben wird”. Dieser Wunsch, den Empfaenger des Schreibens zum Denken und Handeln zu bewegen, dringt in seine Briefe derart ein, dass sie mit dei Zeit in zunehmendem Masse die Form von Anweisungen und Befehlen annehmen. Chaim Nachman Bialik (1873.1934) war der grosse Dichter der hebraeischen Renaissance. Er verlieh dem juedischen Leid ob der Grausamkeit und des Hass’ der Umwelt Ausdruck und er malte die Verzweiflung des Juden an dieser Welt, die ihn staendig unterdrueckt, ihn, den Hueter einer noblen uralten Zivilisation, die unter dem Fluch der Heimatlosigkeit zu zerbrechen drohte. ' In seinen “Liedern des Zorns” tritt er als unerbittlicher Kritiker an dem modernen Juden und dessen Konflikt mit sich selbst auf. Sehr stark beschaeftigt sich Bialik auch mit der Freude an der Schoenheit der Natur, in der er den inneren Frieden sucht. Jedoch kommt er auch in seinen rein “humanistischen” Themen wieder auf die Melancholie eben desselben Juden zurueck, der selbst im Anblick der Schoenheit und'Lebensfreude nur schwerlich sein eigenes “Ich” ueberwinden kann. Als seine groessten Gedichte sieht man an: Hamatmid (Der Talmud-Student); Be-ir, Haharagah (In der Stadt des Schlaechtens); Mate Midbar (Die letzten Toten der Wueste); Megillat Haesch (Die Feuerrolle). Ausserdem war er ein hervorragender Gedichtssammler (“Sefer Hahaggadah), Kurzgeschichtenschreiber, Essayist und Uebersetzer klassischer europaeischer Literatur (Don Qui. jote, Wilhelm Teil). Sein Einfluss auf das hebraeische Schrifttum ist unermesslich. Das Bialik-Museum Nach des Dichters vorzeitigem Tod im Jahre 1934 wurde sein Haus in ein Museum umgewandelt. Alle Dinge, die fuer sein Leben irgendwelche Bedeutung hatten, wurden daselbst gesammelt. Im uebri. gen wird das Haus so erhalten, wie er es zu Lebzeiten bewohnt hat und das gesamte Mobiliar wird sorgfaeltig bewahrt. Seine intimen Freunde — Fischman, Barasch, Jacob Cohen u.a.— besuchen das Haus weiter und verbringen viele Stunden dort. Am Jahrzeitstage finden sich viele Freunde und Schriftsteller zur Gedenkstunde ein. Zu seinen Lebzeiten Wohnstaette: heute das “Bialik. Museum” in Tel Aviv. Pf» (Schluss auf Seite 5) HERZL-WORTE ZUN ZEITGESCHEHEN Gesetze koennen nicht allen Leuten behagen. Der ist ein Tor, ein Traeumer, wenn nicht ein Schurke, delr durch Gesetze irgendwen zufrieden stellen will. — Das Gesetz kann nur auf der ertraeglichen Unzufriedenheit aller beruhen. Wer sich um das Gemeinwesen kuemmert, hat es mit dem Elend, mit der Schwaeche und Gemeinheit, mit dem Menschlichen zu tun. — Wer nicht hart ist, kann nichts leisten, weil er zerrieben wird. Die Massen denken niemals in Ideen und immer in Personen. Die Demokratie ist masslos in der Anerkennung und in der Verurteilung, fuehrt zu Parlamentsgesehwaetz und zur haesslichen Kategorie der Berufspolitiker. Auch sind die jetzigen Voelker nicht geeignet fuer die unbeschraenkte Demokratie, und ich glaube, sie werden zukuenftig immer weniger dazu geeignet sein. Die reine Demokratie setzt naemlich sehr einfache Sitten voraus, und unsere Sitten werden durch den Verkehr und die Kultur immer komplizierter. Es stehen gefaehrlich die Jungen auf und spae. hen nach dem Caesar, wenn sie in der Gleichmacherei nicht noch weiter gehen, bis alles dem Erdboden gleich gemacht ist. Wollen sie das letztere, so hat natuerlich der Caesar viel mehr Aussichten, als wenn sie ihn rufen. Wer die Zukunft vorbereitet, muss ueber die Gegenwart hinwegsehen koennen. HERZL-PAPIERE GEFUNDEN Einzelheiten ueber den sensationellen Fund von Theodor Herzl-Dokumenten werden jetzt bekannt. Bekanntlich entdeckte man kuerzlich im Gebaeude der Wiener Kultusgemeinde in einem Haufen alter Papiere ein etwa drei Kilogramm schweres Paket mit voellig unbekannten Dokumenten ueber das Leben und das Werk von Theodor Herzl. Den zweifellos wichtigsten Teil der Papiere stellt ein versiegeltes Paket dar, das, einem schriftlichen Vermerk auf der Huelle zufolge, fruehestens im Jahr 1977 geoeffnet werden darf. Ausserdem fand man die Abschrift von Theodor Herzls Testament, Hunderte von Privatbriefen und zahlreiche Photos. Unter anderem befindet sich die ganze umfangreiche Korrrespondenz zwischen Herzl und Arthur Schnitzler unter den Papieren. In Anbetracht der grossen Bedeutung dieses Fundes fuer den Staat Israel, entschloss sich die Wiener Kultusgemeinde, das gesamte Material Israel zur Verfuegung zu stellen und in einer besonderen Feier dem israelischen Gesandten in Wien, Dr. Kurt Levin, zu uebergeben. .... „ (“Aufbau”) CHAIM NACHMAN BIALIK Bild von Chaim Glicksberg. ml Von seiner Hand .,,.«11 i-i . mj? iao >r dir ¡lia Miheir. «VT pt! ■ 'W? t),' Ot>-A r~ e. v ■ f jli f», ' "'t »<>«. ■>« 2, ■ ¿i 1 W.j J'i (s J IV . 1'V. ''»'G fliai ' f it . ■ , VA I« Faksimil eines Bialik - Gedichts. /tut cfam Jn/tcUtji Die Affaire Blum .... 7 Vor den Wahlen zur Knesset. 8 Der Weise des amerikanischen Jnden. tums. 9 25 Uhr .. 11