Mannheim
Compact Memory

Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1951-06-01 · 6 (Junio, 1951) · p. Seite 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XIII (1951)
Issue
6 (Junio, 1951)
Date
1951-06-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/8553624-8554211-9192724--0684-8554316
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

BOLETIN INFORMATIVO 13 DE LA COLECTIVIDAD ISRAEUTA\ ‘’flafonítM “de Vaüfafcfñír f/ Ji, CASILLA 984_-_ VALPARAISO Ausserordeniiiche Generalversammlung die erfuellung Am Mittwoch, den 2. Mai 1951, fand unter zahlreicher Beteiligung der Gemeindemitglieder eine Ausserordentliche Generalversammlung statt, die sich mit 2 wichtigen Ge— genstaenden taeschaeftigte: Der Friedhofsfrage und der Beitragserhoehung. Nach einer eingehender Darlegung der Vorgaenge durch den Presidenten und ergaenzenden Ausfuehrungen von Herrn Kurt Reichmann wurde nach einer kurzen Aussprache dem Vorstand einstimmig die Ermaechtigung erteilt, das fuer die Erdbestattung in Frage kommende Gelaende in Belloto kaeuflich zu erwerben, ein entsprechendes Bankdarlehen aufzunehmen und alle weiteren Massnahmen zu treffen, die zur Anlegung des Friedhofs erforderlich sind. Hierin soll den Vorstand eine Friedhofskommission unterstuetzen, deren Mitglieder von Her Generalversammlung vorgeschlagen wurden. Im Hinblick auf die fuer dieses Projekt notwendigen laufenden Unkosten und die dauernde Steigerung der allgemeinen Ausgaben wurde auf Vorschlag des Vorstands beschlossen, den Mitgliedsbeitrag mit Wirkung vom 1. Mai 1951 auf monatlich $ 100.— zu erhoehen. Auch dieser Beschluss wurde einstimmig gefasst. Es ist immer wieder erfreulich festzustellen, dass trotz mancher Meinungsverschiedenheiten die Gemeinde in grossen Fragen einig ist und entschlossen zu handeln weiss. Mitteilungen des Vorstands Jeden Freitag abend um 19 Uhr. Jeden Samstag vormittag um 9.15 Uhr. Ausserdem an Jahrzeiten. Wir bitten um rechtzeitige Mitteilung an Herrn Weglein oder Casilla 984. Verkuendung des Neu- . mondes: Samstag, den 30. Juni. Neumondstag: 1. Tag: Mittwoch, den 4. Juli: ..TAMUS.. 2. Tag: Donnerstag, den 5. Ju. li. Mitgliederbewegung Todesfaelle: Frau Clara Gross. Herr Gaston Hauser. Wizo-Arbeit in der Gruppe "Henrieiia Szold" Nach den Sommerferien nahm die Wizo “Henrietta Szold” ihre Arbeit am Donnerstag den 3. Mai wieder auf. Die Mitglieder versammelten sich zu einem Tee-Nachmittag in der Residencial Hess und sprachen ueber zukünftige Arbeit und Organisation der Gruppe. Der Vorschlag von Frau Anna Kerner, einer eifrigen, in der Wizo-Arbeit bewanderten Mitarbeiterin, einzelne Gruppen zu gruenden, die unter sich jeden Monat Zusammenkommen, wurde einstimmig angenommen und freudig begruesst. Es wurde zunaechst eine Gruppe Valparaiso und eine Gruppe Vina del Mar gegruendet und es ist zu hoffen, dass sich mit der Zeit noch andere Gruppen bilden werden, die eine rege Arbeit leisten. Die Gruppen werden sich ein Mal im Monat im Hause einer Wizo- Schwester versammeln und sowohl in kultureller wie in geldlicher Beziehung versuchen, eine fruchtbare und ergiebige Arbeit vorzuweisen. Die Sammlung fuer “Mutter und Kind” ist in vollem Gan. STAATSFEIERTAG Aus Anlass des 3. Jahrestages der Errichtung des Staates ISRAEL fanden folgende, von der Juedischen Gemeinschaft in Valparaiso veranstalteten Festlichkeiten statt: Donnerstag, den 10. Mai, 9,30 abends. Kultureller Akt in den Raeumen der Unión Israelita mit anschliessendem Ball. Freitag, den 11. Mai: 11 Uhr vorm. Niederlegung einer Blumenspende am Denk, mal von Arturo Prat durch das Colegio Hebreo unter Hissen der chilenischen und israelischen Fahne und Absingen der chilenischen Nationalhymne und der Hatikwah. Bei dieser. Gelegenheit erschienen die Schueler des Colegio Hebreo zum ersten Mal in ihrer neuen schmucken Uniform. Es war fuer die zahlreichen Teilnehmer ein ausserordentlich erfreulicher Anblick, unsere Kinder mit strahlenden Gesichtern in vorzueglicher Ordnung aufmarschieren zu sehen. 4 Uhr nachm. Tee und Verteilung von Naschwerk fuer alle Kinder der juedischen Gemeinschaft in den Raeumen der Unión Israelita. Sonnabend, den 12. Mai, 10 Uhr vorm. Festgottesdienst in der Synagoge zu Ehren der Presidenten von Chile und Israel und ihrer Regierungen unter Teilnahme der Schueler des Colegio Hebreo und der Mitglieder der juedischen Gemeinden. i Sonntag, den 13. Mai, 4 Uhr nachm. Grosser Kultureller Akt unter Mitwirkung der Schueler des Colegio Hebreo und des Hakoah. Alle diese Veranstaltungen erfreuten sich eines zahlreichen Besuches, was unsere enge Verbundenheit mit dem Staate Israel beweist. ge und wird in den naechsten Wochen mit gutem Resultat abgeschlossen werden. Der neue Vorstand beschloss, seinerseits regelmaessig alle 4-6 Wochen zusammenzukom- EINES WUNSCHES Jedes Kulturvolk hat bestimmte Vorstellungen und Gebraeuche inbezug auf die Bestattung seiner Toten. So brachten die aus Europa eingewanderten Juden die ihnen vertraute und liebgewordene Tradition der Erdbestattung mit nach Chile. Die Sehnsucht, ihre verstorbenen Angehoerigen auch hier in der Erde und unter Gottes freiem Himmel zu bestatten, wuchs von Jahr zu Jahr. Immer wieder wurde versucht, einen entsprechenden Platz fuer diesen Zweck zu finden, doch scheiterten bisher alle Bemuehungen. Endlich gelang es den entschlossenen und unermuedlichen Bemuehungen von Herrn Kurt Reichmann, ein Gelaende ausfindig zu machen, das in jeder Beziehung die Voraussetzungen fuer eine solche Ruhestaette erfuellt. Das betreffende Gruendstueck in Belloto ist von reichlicher Ausdehnung und liegt besonders guenstig, weil es fast eben ist, an ein Fluesschen grenzt und bereits eine Zufahrtsstrasse hat. Vor der Generalversammlung hatte der Vorstand in grosszuegiger Weise allen Gemeindemitgliedern Gelegenheit gegeben, an einem Sonntag Morgen das in Aussicht genommene Gelaende zu besichtigen. Viele haben davon Gebrauch gemacht und sich auf diese Weise davon ueberzeugen koennen, wie geeignet es ist. Mit dem Beschluss der Ausserordentlichen Generalversammlung unserer Gemeinde, den Vorstand zum Ankauf dieses Gelaendes und zur Aufnahme des erforderlichen Bankdarlehens zu ermaechti. gen, ist der erste Schritt zur Anlegung des Friedhofs getan. Trotzdem haette sich das Projekt nicht verwirklichen lassen, wenn sich nicht einzelne Gemeindemitglieder sofort bereit erklaert haetten, die Garantie fuer das Bankdarlehen zu uebernehmen, und wenn nicht eine groessere Anzahl der Mitglieder von sich aus erhebliche Geldspenden gezeichnet haetten, durch welche die Rückzahlung des Darlehens sichergestellt ist. Bis aber der Friedhof angelegt ist und in Benutzung genommen werden kann, fehlt noch sehr viel. Wir appellieren deshalb an die Mitarbeit und die Gebe- und Opferfreudigkeit derer, die bisher bei Seite gestanden haben, da es sicherlich jedem von uns am Herzen liegt, dass der Friedhof in kuerzester Zeit schoen und wuerdig ausgestaltet wird. Das Werk, das wir auf diese Weise schaffen, wird uns alle mit berechtigtem Stolz erfuellen. P. W. tmen und dafuer zu sorgen, dass die Wizo “Henrietta Szold” weiter in der anregenden und interessanten Weise arbeitet, die sie bisher auszeichnete. Wh teäett, ¿tuve, ¿etueJi Die Deutschen haben nichts dazu gelernt! “Soweit sie —Soehne des deutschen Volkes—, im Kampfe gegen des Osten fielen, waren sie Vorkaempfer der abendlaendischen Zivilisation, fuer Christentum und Kultur.. In dieser pathetischen Geschichtsfaelschung gipfelte die “Deutschland . Chronik” des politischen Referenten der “Deutsch-Chilenischen Stunde” vom 27. Mai, die C.B. 138, Radio “El Mercurio” allsonntaeglich um 5 Uhr in den Ae. ther posaunt. Wie man sieht, die Herrschaften haben nicht nur nichts dazu gelernt, sie wittern sogar zweifellos wieder Morgenluft. Wie koennte dem auch anders sein: “Wir koennen den Nordamerikanern, Englaendern oder Franzosen ob ihrer Irrtuemer mit noch so viel Vorbehalten gegenueberstehen, ueber eins muessen wir uns klar sein: an ihrer Seite werden wir Deutschland und die Welt vor der Gefahr des Bolschwis. mus retten muessen. Das weiss auch heute das Ausland...” Worin diese Irrtuemer bestehen, ist unschwer zu erraten. Wenn dem nicht so waere, haette uns Herr Heinrich Hansen auch zweifelsohne entsprechend aufgeklaert. Er hatte nur leider keine Zeit, da zehn von den fuenfzehn Minuten seiner lehrreichen Abhandlungen mit Dementis verloren gingen. Das erste bestand darin, dem Protest einer hiesigen polnischen Vereinigung zu begegnen, man habe in einer vergangenen Sendung keines, wegs behauptet, dass alle Konzentrationslager-Insassen um gemeiner Verbrechen willen inhaftiert worden seien, sondern nur deren Mehrzahl. Ja, der ehrenwerte Herr Hansen weiss sogar zu berichten, dass mehrere politische Haeftlinge sich bei ihm persoenlich ueber die Schwierigkeiten beklagt haben, die sie in Konzentrationslagern durch das Betragen dieser kri. minellen Subjekte zu erleiden hatten. Man nehme also zur Kenntnis: die wenigen politischen Haeftlinge in den Lagern des Tausendjaehrigen Reichs (rassisch Verfolgte scheint es dort nicht gegeben zu haben) hatten nicht etwa unter den engelaehnlichen Waertern und SS-Aufsehern zu leiden, sondern unter ihren kriminellen Mitstraeflin. gen! Was natuerlich die Tatsache verstaendlich macht, warum sie nun ausgerechnet einem Freunde und Parteigaenger dieser SS-Waerter, wie dies Herr Hansen ist, ihr Herz ausschuetten. Dementi Nr. 2 befasste sich mit einem abtruennigen “Volksgenossen”, der in einer Zuschrift an die Zeitung “El Mercurio”, die anscheinend nicht zurDrucklegung gelangt ist, seiner Entruestung ueber das Nazi-Gesindel im allgemeinen und ueber die Behauptung im Besonderen Ausdruck verliehen hatte, wonach die wenigen deutschen Anti-Nazis, die waehrend des Krieges Opposition machten, sich des gemeinsten aller Verbrechen, des Landesverrats schuldig gemacht haben. Nachdem Don Heinrich seinem Volksgenossen erst einmal ein Buendel schmutziger Waesche an die Leine gehaengt hatte, gelangte er zu einigen Feststellungen, die auf der gleichen Linie liegen. Man muss zwischen Opposition und Landesverrat unterscheiden, lehrt Herr Hansen. Die politische Opposition wurde im Dritten Reich sehr gut behandelt; man ehrte sie und sie bekam hoechstens Festungshaft. Wer aber in der Stunde der Not, wenn das Vaterland, die Heimat, die traute, in Gefahr ist, nicht glaeubig marschiert, gleich welche Regierung im Moment an der Macht ist, der laesst sich das verabscheuenswuerdigste aller Verbrechen u.s.w. Wir kennen den Stil. Wir kennen die Gesinnung. Nichts daran ist neu. Hoechstens die Ungeschicklichkeit, sich in einer knappen Viertelstunde so unverschaemt selbst zu widersprechen. Denn wenn man um 5 Uhr 20 die politische Opposition mit komfortabler Festungshaft ehrt, warum steckt man sie dann um 5 Uhr 25 in Konzentrationslager, “zusammen mit gemeinen Verbrechern”? Dass geistige Pygmaeen wie die Nazis nicht eine Stunde lang reden koennen, ohne sich selbst zu wiedersprechen, wissen wir noch aus eigener Erfahrung nur zu gut. Aber ein Viertelstuendchen!... Wir muessen doch bitten, Herr Hansen: eins runter mit Mappe, bitte. Wenn Radio “El Mercurio” mit diesem Unfug nicht radi. kal aufraeumt, wird es sich bald dazu gezwungen sehen, ihm noch mehr Sendezeit einzuraeumen. Denn mit der Zeit duerften sich die Zuschriften etwas haeufen und unsere Karikatur des Reichssendelei. ters Hadamovsky wird mehr als 15 Minuten brauchen, um sich mit allen Protesten und Eingaben zu befassen. Sollte irgend ein stolzer De. mokrat sich bemuessigt fuehlen, eine solche zu verfassen, oder seine Anzeigen auf anderen Wellen schwingen zu lasseh, so sei ihm gesagt, dass Radio “El Mercurio” ausser dem Namen nichts mit der Tageszeitung des gleichen Na. mens gemeinsam hat. Im uebrigen hoffen wir, dass Sie einen recht guten Empfang hatten und... vergessen Sie nicht, die Antenne zu erden. Aber nein, das sagt man ja heute nicht mehr! H. K. Das “B. I.” gelangt in die Haende tausender Leser - auch Ihre Anzeige kann dabei sein!

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.