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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1951-05-01 · 5 (Mayo, 1951) · p. Seite 15

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XIII (1951)
Issue
5 (Mayo, 1951)
Date
1951-05-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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BOLETIN INFORMATIVO 15 KAMPF UM DIE HULEH-SUEMPFE Davor haben Syriens Po tentaten Angst: Die Entsum. pfung des Huleh Gebiets. Wo vor Jahrtausenden das Heer Josuas mit den Truppen der nordkanaanitischen Koe nige zusammenstiess und die gewaltige Uebermacht besiegte, am Fusse der Berge Galilaeas, dort, wo das noerdliche Jordantal sieh noch nicht unter das Niveau des Meeres Spiegels gesenkt hat, da liegt der Hule-See, auch Merom. See genannt. Er dehnt sich ueber nicht mehr als 6 km Laenge und 4 km. Breite aus und ist an keiner Stelle ueber 6 m. tief. Nach dem Norden zu erstreckt sich das sumpfige Hule-Land, ein Ge biet von insgesamt 150.000 Dunam (1 Dunam=1.000 m2) umfassend. Die Berge Gali laeas werden in der Ferne von dem schneegekroenten Haupte des 2.814 m. hohen Herrnon - Gipfels ueberragt. In dieser weiten Sumpflandschaft herrscht auch heute noch idyllische Ruhe, obwohl das Hule.Gebiet zu den ersten gehoerte, auf die die zionisti sehe Kolonisation ihr Auge geworfen hatte. Jessod Hamaalah am Hule-See, wurde bereits 1883, das suedlichere Misehmar Hajarden 1890 gegruendet. Die Entwicklungskonzession der Hule-Suempfe lag aber in fremder Hand, und Desinteresse und widrige politische Verhaeltnisse verhinderten abwechselnd die Trockenlegung der malariaverseuchten Suempfe. DREI VOELKER UND DREI KRIEGE — EINE KONZES¬ SION 1 Zwischen dem tuerkischen Finanzminister Gweidi Bey und einer vornehmen juedischen Familie der Tuerkei wurde 1913 der erste Konzessionsvertrag zur Trockenlegung und Ausbeutung der Hule - Suempfe unterfertigt, Bald darauf wurde diese Konzession, die mehr Mittel erforderte als die Konzessionae. re aufbieten konnten, zurückgezogen und zwei Beiruter Kaufleuten Omar Beyhum und Michael Sursuk uebergeben. In dem Vertrage wurde die Gruendung einer besonderen Hule-Entwaesse. rungs-Gesellschaft vorgesehen, deren Aktionaere nur ottomanische Staatsbürger werden durften. Kurz darauf brach der erste Weltkrieg aus und verhinderte den Arbeitsbeginn. Die sporadischen Ver. handlungen in der Zeit zwischen den beiden Kriegen wurden durch die Unruhen von 1929 und den Mangel an Mitteln gestoert, so dass es dem Direktor der PLDC (Pa. lestine Land Development Company) Jehoschua Hankin erst $933 gelang, ein Uebereinkommen mit Syrien zu treffen. Jehoschua Hankin ist eine unvergessliche Gestalt. Er trug lange Haare, sah im hohen Alter wie ein Prophet aus und hatte auch in seinem Wirken, Erwerb und' Entwicklung des Landes, etwas Prophetisches. Er erlebte die Verwirklichung vieler sei. ner Traeume, nicht aber die' ses Hule-Traums. Die PLDC erklaerte sich mit der Bedingungen der Mandatsverwaltung einverstanden, dass etwa ein Viertel des entsumpften Gebietes ko. stenfrei an die benachbarten Fellachen abgetreten werden muesse. Am 28. September 1934 gab die Regierung die Bewilligung zur Uebertragung der Konzession, am 3 Oktober 1934 wurde der Ver. trag unterfertigt. Die PLDC investierte grosse Betraege in die Vorbereitungen, die JCA (Jewish Colonisation Asisocia. tion) uebernahm die Option eine “Entsumpfungs-Gesellschaft” (Drainage and Amelioration Company) wurde mit einem Kapital von LP 100.000 ins Leben gerufen und die Aktien zu gleichen Teilen von der Jewish Agency, dem Juedischen Nationalfonds und der PLDC uebernommen. Die JCA uebergab die Option ihrer Tochtergesellschaft EMI- CA, die die britische Ingenieur-Firma Randall, Palmer & Tritton zur Ausarbeitung eines Entsumpfungs - Planes einlud, der 1936 ueberreicht wurde und bis zum heutigen Tage der einzige detaillierte Efschliessungsplan fuer das Hule-Gebiet geblieben ist. Die Durchfuehrung des Pia nes haette damals etwa 1 Million LP. gekostet, und die Mandatsregierung versprach, sich mit einem Viertel zu beteiligen, zog diese Zusage aber bald wieder zurueck und beanstandete schliesslich die Konzession als nicht durchführbar. Als Begruendung wurde ein juristischer Fall strick gezogen: Jeder Entwaesserungsplan am Oberlauf des Jordan stoere die Konzession der Elektrizitaetsgesellschaft (Palestine Electric Corporation) und deren Was. ser.Elektro-Kraftwerk in Naharajim. Fast gleichzeitig trafen 1939 drei Ereignisse zusammen: Die Mandatsregierung veroef. fentlichte das Weissbuch mit seinen Bodengesetzen zur Unterbindung der Erweiterung juedischer Ansiedlung; der Oberkommissaer bewilligte LP. 235.000 Regierungs-Anteile am Hule-Frojekt — und der zweite Weltkrieg brach aus und machte jede praktische Entwicklungsarbeit groesseren Ausmasses u n - moeglich. So konnten die Hule.Suempfe im Laufe der Jahrzehnte juedischen Interesses wohl ausreichend erforscht werden, aber der grosse Trok. kenlegungs-Plan wurde bis heute noch nicht in Angriff genommen. Obwohl das Hule- Gebiet an der Grenze liegt und am Tage der arabischen Invasion Schlachtfeld wurde, kam es wegen der Unwegsam, keit der Sumpflandschaft hier doch nur zu weniger schweren Gefechten. MOSKITOS, BUEFFEL UND SCHREIENDE FISCHE Wer heute die Hule-Land. schaft besucht, findet weite Strecken noch im gleichen Weltabgeschiedenen Zustand wie vor Zeiten, da das Land noch eine vernachlaessigte Provinz in Haenden der Hohen Pforte war. Zu den Wegweisern an den Seitenabzweigungen mit der warnenden Aufschrift “Achtung! Malariagefahr!” haben sich — als ein Zeichen, dass ein Waffenstillstand noch k*ln Frieden Juedischer Exodus aus den mohammedanischen Laendern Noch ist der Ewige Jude nicht am Ende seiner Wanderung. Hier sind die endgueltigen Zahlen der Juedischen Umsiedlungen seit dem Kriegsende, Mai 1945, bis Ende September 1950: Elnwanäerungslaender Einwanderer Prozentsatz Israel.. 533.000 76,14 Vereinigte Staaten 115.000 16,43 Kanada .. 23.000 3,29 Latein-Amerika ... 17.000 2,43 Australien. 12.000 1,71 Total 700.000 100,00 Von der oben genannten Anzahl der in Israel eingewanderten Juden kamen 200.000 aus den mohammedanischen Laendern. In all diesen Laendern lebten bei Abschluss des 2. Weltkrieges 850.000 Juden. In den fuenf Nachkriegsjahren ist die juedische Bevoelkerung dieser Laender um 150.000 gesunken, so dass sich Ende 1950 etwa 700.000 Juden in saemtlichen mohammedanischen Laendern befanden. Viel groesser war die zahlenmaesslge Abnahme der Juden in Sued- und Osteuropa. Von den 950.000 Juden, die zu Kriegsende in jenen Laendern lebten (Polen, Rumaenien, Ungarn, Slowakei, Boehmen, Maehren, Bulgarien, Jugoslawien und Griechenland) sind im ganzen 450.000 ausgewandert. Waehrend der letzten paar Monate haben die Juden aus den mohammedanischen Laendern unter den juedischen Umsiedlern zahlenmaessig den ersten Platz'eingenommen. Ohne Zweifel wird dieser Teil des juedischen Volkes in den naechsten Jahren jene Koerperschaften, welche sich mit der juedischen Umsiedlung befassen, vor allem andern beschaeftigen. Wie die Dinge liegen, kommt als Einwanderungsland einzig Israel in Frage, da die amerikanische Immigrationsquote fuer die mohammedanischen Laender nur um die hundert Personen zulaesst. waehrend die Auswanderungsflut aus Zehntausenden besteht. Der Exodus aus den mohammedanischen Laendern ist nicht nur auf zeitgebundene Ursachen zurueckzufuehren (wie etwa die gespannten Beziehungen zwischen Juden und Arabern, zurueckzufuehren auf den Krieg in Palaestina), sondern auch auf zahlreiche tiefere und andauernde wirtschaftliche und politische Faktoren. Der gemeinsame Nenner im Mittleren Osten und in Nordafrika ist der Wechsel des wirtschaftlichen Zustandes vom primitiven Tauschhandel zum modernen Kapitalismus. Ebenso wie in Osteuropa, steigt der Zustrom vom Dorf in die Stadt, und die Anzahl der Anwaerter auf kleine und mittlere buergerliche Posten in der Wirtschaft, die von Juden eingenommen werden, ist gleichermassen im Ansteigen begriffen. Mit verschiedener Intensitaet und in verschiedenem Tempo findet diese Entwicklung in allen mohammedanischen Laendern statt: in der freundlich gesinnten Tuerkei und im feindseligen Aegypten; im hochentwickelten Algier, wo die Juden franzoesische Staatsbürger sind, und im sehr rueckstaendigen Iran. Neben dieser wirtschaftlichen Situation, die Juden veranlasst, nach neuen Existenzmoeglichkeiten zu suchen, besteht der politische Faktor. Und dies nicht nur in dem Sinne, dass der Krieg in Palaestina alle Araber entflammt hat, sondern wesentlich ist auch, dass der Kampf der Araber in Nordafrika gegen Frankreich, zum Beispiel, welcher immer schaerfere Formen annimmt und fuer die nahe Zukunft eine stuermische Entwicklung verspricht, das Schicksal der Juden in den betreffenden Laendern weitgehend beeinflusst. Die Juden von Algier sind franzoesische Buerger, und in andern nordafrikanischen Laendern ist die juedische Bourgeoisie und Intelligenz franzoesisiert. Sie sprechen franzoesisch und schicken ihre Kinder in franzoesische Schulen und werden daher beschuldigt, mit den Fremdherrschern gemeinsame Sache zu machen. Dies erklaert. warum die Auswanderung der Juden aus allen mohammedanischen Laendern eingesetzt hat, sowohl aus jenen, die im Laufe der letzten Jahre Pogrome veranstaltet haben, als auch aus solchen, ln welchen die Juden bis jetzt politisch ganz unangefochten geblieben sind. ist — hie und da noch Schil-1 den Charias macracanthus, i vom Landwirtschafts-Ministe. der mit der Warnung “Ach-1 der auf der Welt einzig hier rium, Prof. J. Breuer von der tung! Minengefahr! ” gesellt Der ganze Hule-Talkessel steht jetzt, zu Sommers Beginn, in ueppiger Bluete. In der reichen Vegetation ste. chen vor allem die den Hule. Suempfen typischen Papyrus. Stauden, Schilfe und Binsengraesser hervor. Hule.Schilf wird nicht nur von den Juden zu den bekannten Moebel- und Matten-Geflechten verwendet, sondern auch der Stamm der Hule-Beduinen behaengt seine hohen Zelte, die man von der Landstrasse aus sehen kann, statt mit dunkeln Tuechern mit diesen hellen Schilfmatten. Dadurch macht das Beduinen-Dorf einen freundlichen und reinlicheren Eindruck als andere Beduinen - Niederlassungen. Der Stamm hat mit den benachbarten juedischen Siedlungen laengst Freundschaft geschlossen und sich bei Aus bruch des arabischen Krieges ebenso wie Drusen und Tscherkessen dem Verteidigungsheere Israels zur Verlegung gestellt. Am Hule-See selbst besuchen wir das alte Jessod Hamaalah und die 1936 gegründete Gemeinschaftssiedlung Chulatta, die sich ebenfalls mit Fischerei befasst und ueber 14 Kaehne verfuegt. Aber auch der Kuhstall mit seinen 70 Rindern, das Huehnerhaus mit seinen 2.000 “Einwohnern” und die Schaf- und Ziegenherden koennen sich sehen lassen. Die Fischerei im Hule-See ist ausserordentlich ergiebig. In den Gewaessem Palaestinas leben 43 verschiedene Fischsorten. Im Hule- See selbst gibt es zwei besonders interessante Arten: Die Chromis Simonis, deren Maennchen die Eier und Junvorkommt und sich vor allen | Haifaer Technischen Hochderen Fischarten dadurch i schule, Ing. Dow Kovalrov auszeichnet, dass er nicht von der “Jewish Agency”, Ing. stumm ist, sondern im Sprung IA. Brachyahu vom Juediueber die Wasseröberflaeche einen schreienden Laut hervorbringt. Im noerdlicher gelegenen Sumpfgebiet kann man die Hule-Bueffel beobachten. Bis zum Hals stehen sie in Wasser und Schlamm, so dass nur das Heer der breiten, schwarzen Koepfe mit ihren nach rueckwaerts gebogenen abgerundeten Hoernern zu sehen ist. Stundenlang liegen oder stehen die Tiere hier schweigend. Weit und breit ist kein Hirte zu sehen. Um die Abendzeit erhebt sich das Quaken der Froesche und die ganze romantische Landschaft durchzieht das Summen der unzaehligen Moskitos, deren gefaehrliche, die Malaria verbreitende Art, Anopheles, hier zu Hause ist. Dieser Idylle aber ist das Todesurteil gesprochen und was heute noch wie ein vor Kultivierung kuenstlich geschuetzter Naturpark anmutet, das wird in wenigen Monaten zu einem Tagesgespraech von Weltmasstab, zum Thema zahlloser Zeitungsartikel werden. VOR DER INANGRIFFNAHME DER HULE-KOLONISATION i Die Entsumpfungs- und Be. waesserungsplaene sind fer- Laufe gen im Munde traegt, und S. Blass und Dr. J. Carmon sehen Nationalfonds, Dr. K. Cohen von der Technologischen Abteilung des Industrie-Ministeriums und Dr. B. Roth. Allein die modernen Maschinen, die zur Drainage des Konzessionsgebietes notwendig sind, kosten heute 5 Millionen Pfund. Da dieser Betrag trotz der 100-Millionen- Dollar-Anleihe der amerikani. sehen Import- und Export- Bank fuer diese Zwecke noch nicht verfuegbar ist, wird die Urbarmachung dieser Landschaft vorlaeufig stueckweise mit Entwaesserungs-Kanaelen und -Rohren und mit der Bekaempfung der Moskitos begonnen. Das Torf-Vorkommen der Hule-Suempfe wurde vom fuehrenden Torf-Experten der Welt, Prof. S. Waxmann von der Landwirtschaftlichen Versuchsstation der USA- Regierung in New Jersey, auf 20 Millionen Tonnen geschaetzt. Torf ist bekanntlich ein wertvolles Duenge. und Heiz-Material. Eine von der Hebraeischen Universitaet an. gestellte Untersuchung ergab, dass im Hule-Gebiet jaehrlich 26.000 Tonnen Papyrus-Stauden, ein wichtiger Rohstoff fuer Papier- und Baumaterialien - Industrie, geerntet werden koennten. Wo heute noch die todbrin. tiggestellt, im Laufe von j gende kleine Muecke herrscht, Jahrzehnten wurden genaue-1 <ja wird morgen Palaestinas ste Untersuchungen angefruchtbarstes Gebiet sein und stellt und nun wurde ein Ex- I Zehntausende, die man DP’s perten-Komitee zur Verwirk-1 nannte, werden hier gemeinlichung des Programmes ersam mit vielen demobilisiernannt. Dieses Komitee hat | ten Soldaten des Israel-Heerei folgende Zusammensetzung: , ihre Heimat finden. M, Faerber -L.

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