Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XIII (1951)
- Issue
- 5 (Mayo, 1951)
- Date
- 1951-05-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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12 BOLETIN INFORMATIVO Das neue Israel plant,... Dem wiedererstandenen Israel gewidmet URALTES VOLK Von KURT KAISER-BLUTH Du warst das Licht im Dschungel blinder Naeclite, Und trugst, in Deine Seele eingebrannt, Des ewige Zeichen Seiner ewigen Hand Die Dich beschirmte, Dich verfluchte, raeclite — Des Himmels Fahne an Belsazars Wand... Du warst bei Gott, als Deine Staedte sanken, Als Dich das Schicksal in die Wueste schlug, Als Dich der Sturm in alle Winde trug, •> Und Deine Heimat waren die Gedanken, Und Deine Macht des Geistes Funkenflug—. Durch die Jahrtausende bist Du geschritten, Und tausend Opferfeuer haben Dich verzehrt— Du hast den Becher letzten Leids geleert—, Gibt es ein Volk, das so wie Du gelitten Und das doch nie zu hoffen aufgelioert—?! Was Du auch tatst, man hat es nie verstanden, Bliebst Du, missgoennte man Dir Deine Saat, Gingst Du entsagend, schreien sie Verrat— Auf allen Wegen irrten die Verbannten Und ihre Sehnsucht war der Judenstaat—. Nun hast Du endlich Deinen Weg gefunden— Die alte Flamme wirft ein neues Licht, Du bist am Ziel—. Der grosse Bann, er bricht, Uraltes Volk, das endlich heimgefunden, Zeig’ dieser Welt Dein wirkliches Gesicht—! (“Aufbau”) sowie die noetigen Dienste der oeffentlichen Institutionen und ein gewisses Mass an modernem Komfort zu bieten. Bei der Planung der Distrikte waren Ruecksichten auf wirtschaftliche Moeglichkeit, geographische Gestaltung, Anschluss an das Verkehrsnetz, ja sogar auf historischen Hintergrund massgebend. Jeder einzelne Distrikt soll ein deutlich geformtes Gebilde von geographischer und lebendiger Eigenart darstellen und gleichzeitig eine gut ausbalancierte soziale und oekenomische Einheit bilden. NEUE STAEDTE In jedem der Distrikte sollen sich staedtische Zentren in den Dienst der laendlichen Gebiete stellen, sollen den Sitz der Distriktsbehoerden bilden, das Hauptquartier fuer Bildungs- und Gesundheitswesen des Distriktes sowie fuer dessen Handel und Industrie. Fuer jede dieser neugeplanten Staedte hat man eine Bevoelkerungsziffer von 50.000 als am besten geeignet erkannt, um oeffentlichen Diensten und wirtschaftlichen Unternehmungen ein gedeihliches Funktionieren zu sichern und um die kulturellen, oekonomischen und sozialen Zwecke der Stadt erfuellen zu koennen. In erster Linie bestimmend waren bei der Wahl der genauen Lage einer neuen Stadt folgende Kriterien: reizvolle Umgebung, gesundes Klima, guenstige Verkehrsanschluesse, gute Moeglichkeiten fuer Arbeitsbeschaffung, Fremdenverkehrszentren, leicht erreichbare Erhol ungssta etten und schliesslich guenstige Bodenbeschaffenheit vom Standpunkt des Strassen— und Haeuserbaues. In unmittelbarer Zukunft sollen folgende Ortschaften zu Distrikt- Staedten entwickelt werden: Ber-Sheba fuer den Negev; Migdal Gad-Ascalon als neue Hafenstadt fuer das suedliche Kuestengebiet; Ober-Affuleh fuer das Tal von Esdraelon; Tiberias, ein auf weit hoehe. rer Ebene als die heutige Stadt ausgebauter Kurort mit voller Ausnuetzung aller Heil. moeglichkeiten, und Safed als Luftkurort und Sommer-Ferienplatz in den Bergen des Oberen Galil. i INDUSTRIEN Um die Bevoelkerung planmaessig verteilen zu koennen, ist eine ebenso aufmerksam geplante geographische Verteilung der Industrien geboten. Ruecksichten auf Landesverteidigung, Wirtschaft, Sozialpolitik sowie auf aussichtsreiche Staedte-Planung verlangen nach Verstreuung der Industrie-Unternehmungen anstatt deren Konzentration auf wenige bevorzugte Punkte. Die Neuplanung sieht fuer jeden Distrikt ein unabhaengiges industrielles Wachstum vor, wodurch gleichzeitig ein guenstiger Markt fuer die Produkte der umliegenden Landschaften und die gesunde Basis einer vielseitigen wirtschaftlichen Entwicklung geschaffen werden. Die Placierung der Industrieunternehmungen war bisher meistens das Ergebnis von Zufaellen oder wurde von den oben erwaehnten Einschraen. kungsmassnahmen der Mandatmacht bestimmt. Der un. abhaengige Staat Israel ist heute in der Lage, eine sinn, volle Industrialisationspolitik zu verfolgen und die neuen Unternehmungen seinen nationalen Interessen entsprechend zu erstellen. Bei der Wahl der geographischen Punkte fuer die Werke und Fabriken werden aeh:* liehe Erwaegun. gen wie beim Staedtebau massgebend sein. Ein Ueberblick ueber die Moeglichkeiten der industriellen Entwicklung in dieesm Lande hat erwiesen, dass mindestens die Haelfte der geplanten Unternehmungen auf die Naehe eines Ha. fens oder einer dicht bevoelkerten Stadt verzichten kann. Infolgedessen koennen sie leicht in den neuen Provinz. staedten errichtet werden, welche den Industrien im Grunde recht guenstige Be. dingungen bieten koennen: niedrigere Lebenskosten, billigere Wohngelegenheiten, niedrigere Preise fuer die staed. tischen Dienste, zunehmende wirtschaftliche Sicherheit, bedingt durch die Naehe des Agrikultur . Hinterlandes, reichliche Versorgung mit Bo. denprodukten aus dem eigenen Distrikt und gleichmaes. sige Arbei.tskraefte. Eine der konstruktivsten und erfolgreichsten Metho. den eine Fabrik in einem neuen Areal zu errichten, ist die Zusammenarbeit zwischen der Regierung und den lokalen Behoerden, der sogenannten “Industrie _ Verwaltung”. Dies sind spezielle Einrichtungen, die ausschliesslich dem Aufbau neuer Fabriken dienen, die die betreffende Zone im voraus bearbeiten und von Anfang an alle noetigen Hilfs. mittel bereithalten, z. B. Was. serzufuhr, elektrischen Strom, Strassen und Geleise. Land wird innerhalb dieser Distrik. te unter guenstigen Bedingun. gen angewiesen, und in manchen Faejlen werden Fabriken “auf Vorrat” erstellt, um an kleinere Unternehmungen, Werkstaetten und aehnliches vermietet zu werden. Zu den ersten dieser Industrie.Distrik. te gehoeren Ramleh, Nathariiah, Ber.Sheva und Migdal Gad. VERKEHR Ein gut angelegtes Verkehrsnetz ist jeder erfolgreichen industriellen Entwicklung und dem allgemeinen wirtschaftlichen Fortschritt unentbehrlich. Plaene hier fuer sind in Vorbereitung und werden mit Ruecksicht auf oekonomische, strateg i s c h e Erzeugung, Verteilung, Vertei. digung, Tourismus: Bessere Wege bedeuten Fortschritt. \ und stadt - architektonische Erwaegungen durchgefuehrt, um raschen und leichten Kraftwagenverkehr zu ermoeg. lichen. Kuerzere Verbindungs. Iinien, Neubau der im jetzigen Verkehrsnetz fehlenden Strassen und Verbesserung (Von Seite 11) der vorhandenen, dies sind die Hauptziele der diesbezueg. lichen Planung. Die Hauptstrassen des Verkehrsnetzes der Zukunft werden einen doppelten Verkehrsstrom ermoeglichen; Kreuzungen werden an passenden Stellen, mindestens alle fuenf Kilome. ter, angebracht. Die Strassen werden die Stadtgebiete umgehen und durch Abzweigungen mit den Stadtzentren ver. bunden sein. Strassen zweiter Ordnung, welche entlegene Gebiete erreichen und landwirtschaftlichen Zwecken die. nen sollen, werden samt und sonders mit den grossen Ue. berlandstrassen in Verbindung stehen, und es wird dabei darauf geachtet, dass jede Unfall. und Zusammenstossgefahr moeglichst herabgesetzt werden kann. Der Strassenneubau in Israel hat in bedeutendem Mas. se bereits begonnen. Das wichtigste dieser in Angriff genommenen Strassenprojekte ist die Ausdehnung und Verbesserung der von Norden nach Sueden verlaufenden Hauptarterie des Landes. Die se verlaeuft von Metullah und Ras el Nakura an der Nord. grenze der Kuestenebene entlang suedwaerts nach S’dom am Toten Meer bis Migdal Gad-Ascalon, dem zukuenfti. gen Suedhafen der Mittel. meerkueste. erreicht weiter oestlich Ber.Sheba, die Hauptstadt des Negev und schliesslich tief unten Elath, die kuenftige Hafenstadt im Golf von Akaba und somit den suedlichsten Punkt des Landes. Zusammen mit dem Stras. senbau bildet natuerlich der Die Aufforstung ist ein wesentlicher Programmpunkt: Ein Werk des K.K.L. Ausbau der Eisenbahnlinien und der Haefen Hauptgegenstand der Verkehrsplanung. NATIONALPARKS Der nationale Plan sieht er. hebliche Gebiete zur Schaffung von natürlichen Reservaten, Waldungen und Natio. nalparks vor, um den Gesund. heits- und Erholungsbeduerf. nissen der Algemeinheit zu dienen. Die meisten dieser Areale sind heute noch kahle Gebirgsgegenden, ohne besondere wirtschaftliche oder agri. kulturelle Bedeutung, koennen jedoch kraft ihrer Naturschoenheiten oder ihrer kli. matisch gesunden Lage in Er. holungs- und Feriengebiete umgewandelt werden. Die Planung will in allen Teilen des Landes derartige Waldungen und Nationalparks schaffen und so Israel mit seinen “Lun. gen” versehen. Die Placierung dieser Schutzgebiete ist zum Teil auch im Hinblick auf historische Sehen&wuerdigkeiten ausgewaehlt worden, um das Interesse der Besucher zu steigern. Waldungen sind geplant, Strassen, Hotels, Jugendherbergen und Ferienla. ger sollen gebaut werden. Noch unbekannte Natur, schoenheiten des Landes sollen zur Geltung gebracht, versteckte, prachtvoll und gesund gelegene Punkte zugaenglich gemacht werden, archaeolo. gisch und historisch interessante Plaetze werden erschlossen und den Touristen und Erholungsuchenden des In- und Auslandes duerften Moeglichkeiten geboten werden, wie kaum ein anderes Land sie aufweisen kann. DIE ZUKUNFT Dieser Plan, der hier nur in sehr fluechtigen Umrissen angedeutet werden konnte, ist —wie zum Schluss zusammen, fassend betont werden soll— nicht auf spekulativen Moeglichkeiten, auf utopisch-fernen Hoffnungen gegruendet, son. dern auf nuechternen Tatsachen, welche die Verwirkli. chung in unmittelbarer Zu. kunft sichern. Weder kompiizierte Ingenieurarbeit, noch materielle Ueberbelastung sind die Voraussetzungen, sondern die natuerliche Entwicklung und Ausdehnung des Landes; es ist zum grossen Teil bereits begonnen worden, unseren Plan zu realisieren, so dass die KEIN KONTAKT MIT DEUTSCHLAND Der Reisepass, den ein Israeli.Buerger fuer irgendwel. che Auslandsreisen verliehen bekommt, traegt folgenden Stempel: “Dieser Pass hat Gueltigkeit fuer alle Laender der Erde, mit Ausnahme von Deutschland”. Es ist diese eine der Massnahmen, welche die Israel. Regierung Im Zuge ihrer klar definierten Deutschland-Politik als angemessen erachtet. (Mitgeteilt vom Dept. de Aliyá de la Federación Sionista). hier angedeuteten Bilder der Zukunft als —nach menschlicher Voraussicht— sichere Ausblicke gelten duerfen. Wir glauben daran, dass die einstmalige Fruchtbarkeit und Bluete des Landes— waehrend so vieler Jahrhunderte durch Vernachlaessigung, innere und aeussere Wirren verloren und versunken—, wiederkehren werden und sich in einer wuerdigen und segensvollen Landschaft einer Gemeinschaft neu schenken, einer Gemeinschaft, die sich gesund, bluehend und fortschrittlich ihr Land und ihr Schicksal schafft. DAS ISRAEL-JAHRBUCH 1950-51 Als Fortsetzung des frueher in London herausgegebenen Anglo-Palestine Year Book erscheint jetzt nach laengerer, durch die Ereignisse bedingten Pause das in Jisrael hergestellte “Jisrael Yearbook 195011951” (Jisrael Publications Ltd. Tel-Aviv, 380 S.). Dieses Jahrbuch enthaelt eine Fuelle von Material zur Geschichte, Landeskunde und Wirtschaft unseres Staates mit vielen Illustrationen, Tabellen und einer hervorragenden farbigen Wegekarte. Einen breiten Raum nimmt die Behandlung der einzelnen Zweige der Wirtschaft ein. Citrusindustrie, Landwirtschaft, Industrie, Aussenhandel und Bankwesen werden ausfuehrlich dargestellt und durch Statistiken erlaeutert. Das gleiche gilt fuer das Verkehrswesen. Auch wer sich ueber Aufbau und Taetigkeitsgebiete der staatlichen Instanzen oder ueber die verschiedenen Gebiete des kulturellen Lebens Jisraels informieren will, findet in diesem Jahrbuch viel aufschlussreiches Material. Daher duerfte das Jisrael Yearbook als Informationsquelle ueber Entwicklung und Struktur Jisraels in weiten Kreisen — auch des Auslandes — Interesse finden.