Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XIII (1951)
- Issue
- 5 (Mayo, 1951)
- Date
- 1951-05-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 2× ep/1047930
- Lod 1× ep/1045074
- Safed 1× ep/1046078
- Tiberias 1× ep/1048138
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10 BOLETIN INFOBS Das neue Israel plante das neue Israel Ein nationaler Entwicklungs-Plan ist fuer das Gedeihen eines jeden Landes wichtig; unerlaesslich ist er fuer das Wachstum, ja, fuer die nackte Existenz des jungen Staates Israel. Sollen Hunderttausende Neu-Einwanderer vom Lande aufgenommen werden, soll dies vor sich gehen, ohne den neuen Staat in eine Anhaeufung von Elendsvierteln zu verwandeln, so bedarf es kuehner und wirkungsvoller Planungen —nicht nur im Hinblick auf Bodenverteilung und —Verwendung, Aufbau von Staedten und Industrie-Unternehmungen, sondern auch was Bevoelkerungs-Schichtung und —Dichte anbelangt. «l- ' "■! Industrie: Die Lokomotiv-Fabrik von Haifa, sigSit mm _j * J — : ■ ■, ' -lî".;. Vi:'¿ V v„v.. #y '%- r ^«gSSÆÏ*^ DIE ZIELE EINES NATIONALEN ENTWICKLUNGSPLANES Ein nationaler Plan, wie er oben umschrieben wurde, soll nicht nur nach dem bestmoeglichen Grundriss und Aufbau einer Stadt streben, sondern auch nach der zweckmaessigsten Placierung neuer Staedte, Doerfer, Industriezentren, Strassen usw. sowie nach der wirkungsvollsten Nutzbarmachung aller Kraefte und Moeglichkeiten des Landes. Israel ist viel zu arm an Naturprodukten, an Umfang und an Menschenkraeften, um sich den Luxus leisten zu koennen, Irrtuemer zu wiederholen, welche die Entwicklung weit groesserer und reicherer Laender schon so manchesmal gehemmt haben. Ausserdem fordert die natuerliche Formation des Landes (welches gleichsam eine Bruecke zwischen drei Kontinenten bildet), gründliche Planung, die auf die geographische Gestaltung mit ihrer erstaunlichen Vielfalt in klimatischen, topographischen und vegetativen Gegensaetzen eingeht. Innerhalb kurzer Distanzen wechseln in diesem Lande die Naturverhaeltnisse; das milde Mittelmeer-Klima der Kuesten-Ebene wandelt sich zu dem kuehlen' kontinentalen Klima der Huegel des Galil und von Judaea weiterhin in die subtropische Hitze des Jordantales und in die Wuestenduerre des Negev. Israels Kuesten werden von zwei Meeren bespuelt, vom Mittelmeer und vom Roten Meer; seine Grenzen kreuzen zwei Binnengewaesser: den See Genezareth, 200 m. unter dem Meeresspiegel, und das Tote Meer, welches mit seinen 400 m. unter dem Meeresspiegel den tiefsten Punkt der Erdoberfläche darstellt. In engem Raum weist dieses Land eine ganze Skala physikalischer und topographischer Kontraste auf; aus den fruchtbaren Ebenen an der Kueste gelangt man in das kahle Huegelland Judaeas, welches einst sorgfaeltig ter. rassiert und bewaldet war, oder in die weiten Wuestenstriche des Suedens. Dieses Mosaik landschaftlicher Extreme bildet eines der faszinierendsten Panoramen der Welt und bietet dem Landesplaner. ungewoehnlich grosse und interessante Gelegenheiten, bedroht jedoch/ ander.» seits seine Ideen mit einer Fuelle von unerwarteten Fussangeln. Israel bietet heute nicht nur in tatsaechlichem, sondern auch im uebertragenen Sinn ein relativ “freies Feld” fuer nationale Planung. Der Staat selbst ist erst im Sich- Bilden begriffen. Der Grossteil des Bodens ist noch unentwickelt, unterbevoelkert, uneingeteilt. Und das Volk, dem die nationale Planung dienen soll, ringt ebenfalls noch um Form und persoenliche Gestaltung, wie es bei dem dauernden Zustrom neuer Einwanderung in unvorhergesehenem Masse nicht anders sein kann. Als der Staat gegruendet wurde, besass Israel 675.000 Einwohner. Innerhalb 1.112 Jahren ist die Bevoelkerung um 50% gewachsen und erreicht nun eine Million. Diese Zahl duerfte in wenigen Jahren verdop. pelt, ja verdreifacht werden. Dies bedeutet die notwendige Verdoppelung, bzw. Verdreh1 fachung der Anzahl von Wohnstaetten, Schulen, oeffentlichen Gebaeuden, Fabriken usw. Eine Planung ist ihrer Natur nach ein langsamer Prozess und setzt gründlichste Beobachtungen und Studien voraus. Es wurde jede Anstrengung gemacht, den Schwierigkeiten zu begegnen, denn bei der rapiden Zunahme der Immigration konnte die Vorbereitung eines nationalen Aufbau-Planes ebensowenig hinausgeschoben werden, wie die Entwicklung, die er zu leiten bestimmt ist. Die Formung dieses Planes war die Hauptaufgabe der Planungs-Sektion der Regierung, welche zur Zeit, da der Staat noch sein e n Unabhaengigkeitskrieg fuehrte, gegruendet worden ist. Die wichtigsten Schlussfolgerungen, zu welchen die-- se Sektion im Zuge ihrer Studien gelangt ist, werden im vorliegenden Artikel kurz Umrissen und einige der grundlegenden Vorschlaege, mit welchen die Planungssektion hervorgetreten ist, sollen hier gleichfalls zur Sprache kommen. LANDWIRTSCHAFTLICHE GRUNDLAGE Israels Bevoelkerungszahl zurzeit der Realisation des Planes wird mit 2.1|2 Millionen angenommen. Davon sollen 500.000 Personen in der Landwirtschaft engagiert sein, wobei das Bebauen stark bewaesserten Bodens an erste Stelle kommt. Diese Schaetzung wurde auf Grund von Forschungen ueber die landwirtschaftlichen Moeglichkeiten des Landes, Fruchtbarkeitsberechnungen, Erntestatistiken usw. vorgenommen, in Zusammenarbeit mit dem Landwirtschaftlichen Institut in Rehoboth. Gestuetzt auf diese Beobachtungen wurde ein Plan betreffend die Einteilung und Besiedlung der zu bebauenden Landstriche ausgearbeitet; den wichtigsten Eckpfeiler dieses Planes bildet ein grossangelegtes Be. waesserungsprojekt, welches die Bepflanzung neuer grosser Gebiete ermoeglichen soll, wodurch 80% des inlaendischen Bedarfes an landwirtschaftlichen Produkten gedeckt sowie die Hauptexportmenge an Zitrusfruechten und andern Bodenerzeugnissen produziert werden koenn. te. Auf diese Weise gedenkt man, eine angemessene landwirtschaftliche Grün dlage fuer die Volkswirtschaft einer vorwiegend staedtischen Gemeinschaft herzustellen, wobei der Grossteil des Einkommens und der Beschaeftigung dieser Gemeinschaft weiterhin von der Industrie, vom Handwerk, vom den oeffent. liehen Diensten usw. ab ha engen wird. VERTEILUNG DER BEVOELKERUNG ■ Zur Erreichung einer besser ausbalancierten sozialen und wirtschaftlichen Struktur wird die Planung einer gleichmaessigeren Verteilung der Bevoelkerung auf alle Teile des Landes unerlaesslich sein. Zum Zeitpunkt der Staatsgruendung. konzentrierte sich die ueberwaeltigende Mehrheit der Bevoelkerung —ueber 80%— auf den schmalen Kuestenstrich zwischen Haifa und Tel-Aviv. Dies war hauptsaechlich darauf zurueckzufuehren, dass die ueber die ganze Welt verbreitete Neigung der Menschen, sich um dicht bevoelk e r t e Stadtgegenden zu draengen, in diesem Land noch gesteigert wurde durch politisch absichtsvolle Ein. schraenkungsgesetze, welche die Mandats-Regierung, fuer die juedische Bevoelkerung erlassen hatte. Diese Taktik erreichte durch das Weissbuch von 1939, wodurch die Moeglichkeit juedischer Siedlungen auf ein Minimum reduziert wurde, den Hoehepunkt. Gleichzeitig foerderten diese Massnahmen Ueberbevoelkerung und Bodenspekulation in den Hauptstaedten und deren Umgebung. Das Ergebnis hievon zeigt sich in der ausserordentlich starken Konzentration der Stadtbevoelkerung auf wenige grosse Zentren, vor allem auf Tel- Aviv und seine Nachbarschaft, in welchem Gebiet augenblicklich ueber ein Drittel der gesamten Bevoelkerung des Staates sich zusammendraengt. (In dieser Beziehung kann man die Stellung von Tel-Aviv mit der Wiens im Nachkriegs-Oesterreich vergleichen, wo 33% aller Oesterreicher angesiedelt waren, oder der Position Londons, wo sich 22% der britischen Bevoelkerung befinden). Die Landwirtschaft ist das Fundament des Staates: Die Kollektiv-Siedlung Mischmar Haemek des Kibbuz Arzi. S1I11S1II ISSSili J, ■ "âÊÊÊÊiÊËiÿ msm D. Flaecheninhalt von Israel: 20.850 km2. Wichtigste Fluesse; Jordan: 252 km. t< Laenge; innerhalb Israel: ca. 115 km.' kon: 26 km. Kishon: 13 km. Seen: Der Huleh-See: 0,86 km2; See Gi zareth: 165 km2; das Tote Meer: gesai Flaecheninhalt: 1.050 km2, davon unte raelischer Herrschaft: 250—260 km2. Hoechster Punkt: 1.208 m. ueber dem Mee Spiegel: Berg Azmon (bei Safed im ( ren Galil). Tiefster Punkt: 392 m. unter dem Mee Spiegel: Ufer des Toten Meeres, zugl tiefster Punkt der Erdoberflaeche ue haupt. Name und Beschaffenheit: q6 A. Das Galil. 1. Das Obere Galil: Huegel, urbar La: gemachtes Sumpfland. Haupts gebiet frueher Siedlungen. \ 2. Das Untere Galil: Huegelland, De: Olivenpflanzungen. I I 3. West-Galil: Huegelland, Israels Im Tabak-Pflanzungen. e £ C B. Die Taeler. 1. Das Zebulun-Tal: Eines der Im Hauptindustriezentren von Israel. 2. Das Jezreel-Tal, im Hebraei- Sei sehen meist Emek genannt: C Frueheres Sumpfland, heute das g Zentrum von Israels Ackerbau, ri Schauplatz der ersten Pionier- Nie Siedlungen 1920-1930. 3. Die Beisan- und Jordan-Taein ler: Subtropische Ebenen, tiefer T als der Meeresspiegel; Bananenpflanzungen, Suesswasser- Fischerei. C. Die Kuestenebenen. 1. Das noerdliche Sharon: Wein- Zwl bau, Zitrusplantagen, Landwirtschaft. 2. Emek Hefer: Urbar gemachtes Zwi Sumpfland, wichtiges Landwirtschaftsgebiet. T O U Seit der Errichtung des Staates (15. Touristen Israel bereist und sind durchsci Es gibt Informationsbueros fuer Touriste Tel-Aviv, Haifa, Tiberias und Lydda (Fli Weit hat hat sich der Touring-Klub von Europa eine Reihe von Reisebueros eroef: TRANS Autobus- und Taxilinien. Anzahl der Passagiere vom 1. Juli Auf Ueberland- und Vororte- Auf Autobuslinien: Aul 78.406.332 l; Am 1. November 1949 existierten im samt 9962 Autobussen und sieben Ueberla Die Strassen von Israel haben zusam: nien 320 km. Die Nachteile und Gefahren solchen Ueberandranges auf ein paar staedtische Zentren vom strategischen, wirtschaftlichen und sozialen Standpunkt aus betrachtet, beduerfen hier keiner weiteren Aus'fuehrungen. Auch hier soll die Neuplanung Abhilfe schaffen und eine aktive Poltik dafuer sorgen, dass sich die Bevoelkerung auf gesunde und harmonische Weise, den natuerlichen geographischen Gegebenheiten entsprechend, ueber das ganze Lanc Lande stae Wanderung Notwendig« der Einwol ter Gegem ein Prozes, Schwierige Haerten v< Ausgleich 1 durch ge/ dass man Strom der in bisher £ laendliche Gebiete ler