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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1951-04-01 · 4 (Abril, 1951) · p. Seite 11

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XIII (1951)
Issue
4 (Abril, 1951)
Date
1951-04-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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BOLETIN INFORMATIVO 11 Ein historisches Dokument Pessaoh 5711: 8. Jahrestag der Erhebung des Warschauer Ghettos. Eindrucksvoller als dies jede Wuerdigung vermag, gibt uns die im folgenden uebersetzte letzte Botschaft des Jugendlichen Oberstkommandierenden des bewaffneten Aufstands, Mordechai Anilevich, ein Bild von der stolzen Entschlossenheit dieser Juden, die beschlossen hatten, mit der Waffe in der Paust zu sterben. Heute sehen wir klar, dass die Geschehnisse jede Phantasie ueberfluegelt haben. In unserem Widerstand gegen die Deutschen haben wir Anstrengungen vollbracht, die unsere Kraefte uebersteigen, aber so lassen auch diese von Tag zu Tag nach. Wir befinden uns auf der Schwelle der Vernichtung. Es gab Momente, in denen wir die Deutschen * vV- , * * * > " *'? Vv liÄSiä .J taßSw. ri Es ist nicht leicht, ihnen klar zu machen, dass wir “Knechte waren einst im Lande Mizrajim”! Endlich sind freie und gluecklichere Zeiten angebrochen und sie sind Kinder dieser Zeit. Groesse noch manches herue. bergerettet. Die Prager (1526) und die Mantuaner (1560) Haggadah sind Meisterwerke des Buchdruckes —aber in den folgenden Jahrhunderten geht es abwaerts, der Buchdruck der Neuzeit hat in den Haggadah-Illustratienen alles nivelliert und nur kuemmer- Iiche Reste einstiger Herrlich, keit gelassen. Erst in neuester Zeit werden Versuche unternommen, d a s altvertraute Buch mit neuem Schmuck zu beleben, leider meist mit der Absicht, recht kindlich zu sein. Das haben die alten Illustratoren —und es waren gewiss’ meist juedische Schreiber und Maler— nicht getan. Sie schrieben und malten fuer Jung und Alt, wie auch der Text der Haggadah fuer Jung und Alt in gleicher Weise ent. standen ist. So wird —das hoffen wir— aus dem ewig lebendigen Wert der Haggadah auch eine neue Bildform entquellen, die, aus unserer Zeit, geboren von Leid und Freud unserer Tage mit Ernst und Wuerde zu kuenden weiss, die Vergangenheit und Gegenwart miteinander vermaehlt. Voraussetzung aber fuer solches Schaffen ist, dass der juedische Kuenstler, der dazu sich anschickt, erfuellt ist von der heiligen Glut, von der religioesen Gesinnung, wie sie unsere alten Schreiber und Illustratoren beseelte, da sie auf den Bogen —nicht ihre Namen, sondern in Demut und Dankbarkeit auf hebraeisch die Worte setzten: “Mit Gottes Beistand und Hil. fe”! Pessach in Gilgal So lagerten die Kinder Jisrael im Gilgal und sie bereiteten das Pessach am vierzehnten Tag des Monats, am Abend, in der Niederung von Jericho. Und sie assen vom Ertrag des Landes, vom Tag nach dem Pessach an, ungesaeuer. te Brote und Geroeste. tes, an eben diesem Tag. (Jos. 5.10.II) Pessach des Koenigs Joschijahu Dann gebot der Koe. nig dem ganzen Volk und sprach: “Bereitet ein Pessach dem Ewigen eurem Gott, wie es in diesem Bundesbuch ge. schrieben ist. “Denn es war nicht bereitet worden gleich diesem Pessach seit den Tagen der Richter, die Jisrael gerichtet, und alle Tage der Koenige von Jisrael und der Koenige von Je. huda, sondern im acht, zehnten Jahr des Koc. nigs Joschijahu wurde dieses Pessach dem Ewigen in Jerusalem berei. tet. zurueckschlugen, doch jeweils kehrten sie mit verstaerkten Streitkraeften zurueck. Eine unserer Patrouillen hielt ihre Stellung vierzig Minuten lang und eine andere kaempfte waehrend mehrerer Stunden. Das Dynamit, das wir in der Zone der “Borstenfabrikanten” verborgen hatten, explodierte. Sodann griffen wir die Deutschen an und verursachten ihnen schwere Verluste. Wir hatten, im allgemeinen, nur geringe. Z. fiel an der Seite seines Maschinengewehres. Ich fuehle, dass grosse Ereignisse geschehen und dass unsere Taten einen besonderen Wert haben. Ohne dass es eine andere Alternative gaebe, gehen wir Drei Ausschnitte aus der monumentalen Denkmal-Gruppe des Bildhauers Nahum Rapaport, das dem Gedenken an die Helden und Maertyrer des Warschauer Ghettos gewidmet ist. heute zum Guerrilla-System ueber. Heute nacht werden sechs Kampfpatrouillen mit zwei Aufgaben ausschwaermen: Erkundung des Platzes und Beschaffung von Waffen. Die “kurze Waffe” ist wertlos fuer uns; wir gebrauchen sie nur hin und wieder. Was wir brauchen, sind viele Revolver, Granaten, Maschinengewehre und explosives Material. Ich bin nicht faehig, Euch die Bedingungen zu beschreiben, unter denen die Juden des Ghettos augenblicklich “leben”. Nur wenige werden wohl solche Leiden ueberle. ben koennen. Die anderen muessen sterben, einige frue. her —spaeter der Rest. Ihr Schicksal ist bereits besiegelt, wenn auch viele sich in Ritzen und Rattenloechem verbergen moechten. Nicht eine Kerze mehr kann entzuendet werden: so fehlt es an Luft. Seid gegruesst, Ihr, die Ihr draussen seid! Vielleicht mag ein Wunder geschehen und eines Tages treffen wir uns. Doch zweifle ich sehr daran. Der letzte Wunsch meines Lebens ist in Erfuellung ge. gangen. Die juedische Selbstverteidigung ist eine Tatsache. Der juedische Widerstand und die Revanche sind greifbare Realitaeten. Ich bin gluecklich zu wissen, unter den ersten Juedischen Kaemp. fem des Ghetto zu sein!. Lied der Partisanen (Dieses ist das Lied, das die wilnaer Partisanen zu ihrer Hymne erwaehlt hatten. Es stammt v\on Hirsch Glik, der bei diesen Partisanen im Alter von 25 Jahren “im Kampf fuer die Ehre Israels” fiel). Sage niemals: Dieses ist der letzte Weg. Moegen schwarze Wolken uns von blauen Tagen trennen, Naht uns dennoch jene heiss ersehnte Stunde, In der unsere Schritte kuenden werden: WIR SIND DA! Vom Palmenland bis zum fernen Land des Schnee, Wir sind da, mit unserem Schmerz und unserem Leid. Und wo ein Tropfen unseres Blutes floss, Waechst unser Heldentum, unser Mut, aus der Erde empor. Unseren Tag erleuchtet die Sonne des Morgen, Und mit dem Feind stirbt auch unser Gestern. Moegen Licht und Sonne noch so lange ausbleiben Dieses Lied wird von Geschlecht zu Geschlecht leben! Mit Blut und Blei ward dieses Lied geschrieben, Es sang kein Vogel als sein Freiheitslied, Es sang ein Volk, das hinter Mauern zugrunde ging, Mit den Waffen in der Hand stimmte es dieses Lied an. Darum sage niemals: Dieses ist der letzte Weg. Denn hinter bleischwarzen Wolken . verbergen sich schoene Ja, die Stunde, die ersehnte, sie kommt, Und mit ihr hoert ihr unseren Schritt, der fuer uns zeugt: WIR SIND DA!

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