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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1951-03-01 · 3 (Marzo, 1951) · p. Seite 11

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XIII (1951)
Issue
3 (Marzo, 1951)
Date
1951-03-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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BOLETIN INFORMATIVO 11 50 JAHRE KEREN KÄJEMETH Von HERBERT FRIEDENTHAL Die Frage nach der Existenzberechtigung des Keren Kajemeth ist in dem Augenblick laut geworden, als mit der Gruendung des Staates Jisrael alles Land innerhalb seiner Grenzen unter die Oberhoheit das Staates kam. Aber die Fragesteller verwechselten militaerische Eroberung mit rechtlicher Eigentumsuebergabe. Gerade das Juedische Volk, das so oft in der Galuth willkuerllchen Entrechtungen sich wiederholt, als der Fönd Anleihen in der Schweitz, Schweden, in Frankreich und in Belgien aufnahm. In den vergangenen IV2 Jahren ist es dem KKL gelungen. Anleihen im Betrage von ueber 37 Millionen Dollar aufzunehmen. Selbst die eifrigsten Verfechter einer Liquidierung des Keren Kajemeth haben anerkannt, dass sie drauf und dran waren, das staerkste und gesuendeste Finanzinstrument Eine sensationelle Feststellung: Einstein und Herzl kannten sich persoenlick! , Das “B. I.” gibt als erstes juedisches Blatt einen unglaublichen Fund bekannt —Eine nach fast 60 Jahren ausgegrabene Episode— Die Zionistische Geschichsschreibung war unvollstaendig. - * "*'■ ' r .,.. BLUEHENDES DEGANIA unterworfen war, konnte nicht die gleichen Ungerechtigkeiten zur Basis des jungen Staates machen. Seit 50 Jahren hatte der Keren Kajemeth mit seiner Bodenpolitik fuer soziale Gerechtigkeit innerhalb des Aufbauwerkes ge. kaempft. Der Fond begann jetzt, von der j israelischen Regierung, die jene Laende. reien verwaltete, das verlassene Eigentum der Araber zu erwerben. Heute, an seinem 50. Geburtstage, hat der Keren Kajemeth auch diese letzte Krise ueberwunden, wie viele andere Krisen in seiner Geschichte. Es hat sieh wieder erwiesen, dass der Keren Kajemeth weit mehr als das Instrument der Zionistischen Bewegung zur Erloesung des Bodens ist. In fuenf Jahrzehnten ist der Fond zur Bruecke zwischen Erez Jisrael und der Diaspora geworden. Er hat Millionen von Juden in allen Teilen der Welt die Moeglichkeit gegeben, am Aufbau des Landes teilzunehmen, auch wenn sie Tausende von Meilen entfernt lebten. Auf der anderen Seite hat er durch seine spezifischen Sammelmittel die Wirklichkeit des Landes Jisrael in die Dlasoo. ra gebracht. In vielen Orten und Laendern ist die Arbeit fuer den Keren Kajemeth Le. jisrael nicht nur die einzige zionistische, sondern die einzige juedische konstruktive Arbeit. Es ist nicht haenfig in der Geschichte der Weltfinanz geschehen. dass solche gefuehis. maessigen Werte als Sicherheit fuer Darlehen akzeptiert werd°n aber die Popularitaet des KKL ist so gross, dass selbst amerikanische Grossbanken. denen man in ge. schaeftlicber Beziehung gewiss keine Sentimentalitaet vorwerfen kann, das zukuenftige Einkommen des Keren Kaiemeth aus jenen traditionellen Sammelmitteln als ausreichendes Pfand fuer ihre MillionenanlPihe anerkannt haben. Der gleiche Prozess hat der Zionistischen Bewegung zu liquidieren. Aber die Freunde des KKL stehen auf dem Standpunkt, dass der Fond noch lange nicht sein Ziel erreicht hat. Es gibt noch wesentliche Gebiete innerhalb Jisraels, die gekauft werden koennen u. gekauft werde'1 runksen. Ga. rade in juengster Zeit sind z. B. in Jerusalem wichtige Landkaeufe durch den Keren1 Kaj emeth getaetigt worden, die zu einer Exnansion der Hebraeischen Universitaet und der Hadassah-Institut,Ionen fuehren werden. Es waere eine enge Interpretation des Losungswortes von der “Erloesung des Bodens”, wenn sich lene Erloesung nur auf den Erwerb und nicht auf die Urbarmachung bezieheu wuerde. Heute tritt die Wichtig, keit der Urbarmachung mehr und mehr in den Vordergrund, und hier stehen dem Keren Kajemeth Aufgaben bevor, deren Groesse noch gar nicht zu ermessen ist. Der groesste Teil des Bodens Jisraels ist immer noch "uner. loest”. Wasser fuer den Sue. den des Landes, Baeume fuer die Berge, Strassen fuer die Siedlungen, sind drei Aufgabenkreise, die nicht nur fuer die zukuenftige Besiedlung des Landes von ausschlaggebender Bedeutung sind, sondern auch bereits im jetzigen Stadium Tausenden von Neu. einwanderern produktive Arbeit geben, wozu noch die Plaene von der Terrassierung, die Entsteinung und Entsumpfung kommen. Die Trok. kenlegung der Huleh-Su°mpfe ist erst vor wenigen Wochen vom Direktorat des Keren Kajemeth argekuendigt worden. Allein dieser Plan wird ueber vier Millionen Pfund kosten. So scheint es denn, dass sich das juedische Volk anlaesslich des 50. Geburtstages des KKL anschickt, ihm zur zweiten Haelfte seines Jahrhunderts nicht nur Glueck zu wuenschen, sondern auch alles zu tun, um eine neue Aera gluecklich zu beginnen. Einen sensationellen Fund, dessen Auswirkungen heute noch gar nicht abzusehen sind, haben vor wenigen Tagen zwei Beamte unserer Gemeinde gemacht: es handelt sich um die authentische Feststellung eines bisher unbekannt gebliebenen Zusammentreffens von Dr. Theodor Herzl und Prof. Albert Einstein im Jahre 1903. Voll Stolz und Genugtuung koennen wir darauf hinwelsen, dass eine glueckliche Fuegung uns beschieden hat, unserer Gemein, de eine wirkliche Bereicherung der zionistischen Geschichte verdanken zu duerfen und dass das “Boletín Informativo” die erste juedische Zeitung ln der ganzen Welt ist, die davon der Oeffentlich keit Mitteilung macht. BUECHER AUS ALTEM GEMEINDEBESITZ Die Geschichte des Fundes ist ebenso einfach wie unglaublich. Die “Federación Sionista de Chile” erhielt vor einigen Monaten von Seiten der Nachfolgeorganisationen der juedischen Gemeinden in Deutschland mehrere tausend Baende der aufgeloesten oder in Aufloesung befindlichen Bibliotheken uebersandt. Da die Mehrzahl der Buecher in deutscher Sprache verfasst sind, trat die “Federación” an unsere Gemeinde heran mit der Bitte, bei der Sichtung und Verteilung behilflich zu sein. Bei dieser Arbeit war es nun, dass in einer alten und abgenutzten “Roedelheimer’’ Tefi’lah das Bild zum Vorschein kam, von dem wir un. tenstehend einen Abdruck wiedergeben. HERZL UND EINSTEIN Wenn auch das fast fuenf. zig Jahre alte Bild schon sehr vergilbt und durch eine Quer, falte etwas entstellt ist, so sind die beiden zentralen Figuren —Herzl und Einstein— unschwer zu erkennen. Wer jedoch weiss, dass in der zionistischen Literatur kein Bericht von diesem —aus der heutigen Perspektive gesehenen— historischen Treffen existiert, kann seine diesbezüglichen Zweifel mit einem Blick auf die Rueckseite verscheuchen. Dort stehen folgende Anmerkungen: “A. B. —Dr. Herzl—Einstein (Bern)1’, sodann, in der unteren Haelfte: “Basel 1903” und am unteren Rand:: “Mutti”. DIE AUTHENTIZITAET DES BILDES Es ist nicht nur schwer ein. i Zusehen, sondern berechtigt I wahre Bedenken an der, Ernsthaftigkeit, mit der das Bild zu betrachten ist, warum 1 die Begegnung dieser beiden | grossen Maenner unserer Zeit, bis zum heutigen Tage ein Ge. I heimnls geblieben war. Zu 1 den vermutlichen Gruenden I gehoeren wohl erstens die I Tatsache, dass Prof. Einstein im Jahre 1903 noch nicht so weltberuehmt war, wie dies bereits 10 Jahre spaeter der, Fall war und zweitens, dass 1 seine wahrhaft sprichwoertlL che Bescheidenheit ihn spaeter dazu bewogen hat, der Oeffentlichkeit von dieser Episode keine Kenntnis zu geben. Diese Argumente moegen einige Bedenken zerstreuen. Zur positiven Bestaetigung der Authentizitaet der von “Friedrich Lobbe, Photograph, Alpenstr. 14” auf dickem sepiafarbigen Karton hergestellten Daguerrotyoie dienen aber ausserdem folgende Details: Im Jahre 1903. dem vorletzten Jahre seines Lebens, weilte Herzl tatsaechlich in Basel und zwar zur Zeit des 6. Kongresses. Was Einstein anbetrifft, so war er in diesem Jahre auf dem Patentamt der Stadt Bern taetig ("Eneiclonedia Judaica Cas^e- Hsna”). UnH “AB”, der Besitzer des Bildes offensichtlich, der wohl die Absicht hatte, es seiner “Mutti” zu uebersenden, koennte unter Umstaenden entweder der Herzl-Biograoh Alex Bein oder der Autor des Werkes “Die Zionistische Beweerung”, Adolf Boehm sein, das heisst, beides Menschen, die zweifellos viele Jahre lang dem Gruender der Zionistischen Weltorganisation nahestanden. EINE BTTVE AN UNSERE LESER Da wir annehmen, dass dieser unbekannte ursprüngliche Besitzer unseres Schatzes mit dem Herrn mit Hut Identisch sein duerfte, der links aussen, neben Prof. Einstein erscheint, bitten wir unsere Leser und vor allem diejeni. gen, welche diese Person ken. nen oder kannten, uns so rasch wie irgend moeglich davon Mitteilung zu machen. Auf diese Welse koennten wir eventuell die historische Szene rekonstruieren, die durch eine wahre Ironie der Geschichte zuerst in diesem fernen Winkel der Erde der juedischen Oeffentlichkeit bekannt wird. NACHRICHT AN DIE HEBRAEISCHE UNIVERSITAET Da die gluecklichen “Schatzgraeber” zufaellig beide Mitglieder der Presse-Kommission sind, kann das “B. I.” bereits wenige Tage nach dem Fund (Freitag, den 2. ds. Mts.) seinen Lesern davon Mitteilung machen. Wir sind ueberzeugt, dass bis zu dem j Moment, in dem diese Ausgabe in die Haende der Leser gelangt und auch noch nachher, weitere damit verbünde. I ne Neuigkeiten sich ereignen werden. So haben wir einst- I weilen eine Serie Fotokopien 1 in Auftrag gegeben, um der Hebraeischen Universitaet Je. | rusalen und anderen zionisti- . sehen sowie wissenschaftli- I eben Instituten Abzuege zu. 1 gehen zu lassen. Selbstver. I staendlich waere es fuer uns j ein Motiv besonderer Befrie- ' digung, wenn wir bei dieser Gelegenheit bereits ueber die fuer eine entsprechende Erlaeuterung notwendigen Unterlagen verfuegen wuerden. Aus diesem Grunde wiederholen wir noch einmal die Bitte um Mitarbeit an alle unsere Mitglieder. PURIM “... diese Tage des Purimfestes werden nicht vergehen unter den Juden, und ihr Gedaechtnis wird nicht schwinden unter ihren Nachkommen ...” (Megillath Ester)

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