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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1951-03-01 · 3 (Marzo, 1951) · p. Seite 9

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XIII (1951)
Issue
3 (Marzo, 1951)
Date
1951-03-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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BOLETIN INFORMATIVO 9 f EIN WAHRES PURIM-MAERCHEN ALLERLEI AUS ISRAEL Rascher, als man es vor drei Jahren noch hoffen durfte, Ist der Moment gekommen, mit dem Manne abzurechnen, der wie kaum ein zweiter »einen Ehrgeiz in die undankbare Aufgabe gelegt hatte, das juedische Volk um sein Recht zu bringen.: Emest Bevin. Abg-ekaempft und muede hat der Siebzig: aehrige das Amt verlassen, von dem aus er vergeblich versucht hatte, die Errichtung des juedischen Staates zu verhindern, Wohl ist es wahr, dass seit der Zeit, zu der Bevins Einstellung zur “Palaestina”- Frage lm Brennpunkt unseres Interesses stand, viel Wasser den Jordan und die Themse heruntergeflossen Ist, Die englisch-juedischen Beziehungen haben sich wieder entscheidend gebessert und man muss aner. kennen, dass auch dieser hartnaecki. ge Mann sich vor den unumstoessll. chen Tatsachen zu beugen wusste. Die Versuchung, die “Vergangenheit” —wie kurz ist es doch her— ruhen zu lassen, ist daher gross. Ist doch auch sein Nachfolger im Auswaertigen Amt, Herbert Morrison, mit Attlee und ihm gemeinsam der Fuehrer des rechten Fluegels der Labour-Party und ein Garant dafuer, dass die bisherige Aussenpolitik ohne Jede Variation ihren Fortgang nehmen wird! Und trotzdem darf es nicht ungesagt bleiben: Ernest Bevin wird als Haman in die juedische Geschichte eingehen. Nicht etwa, weil er seine politische Karriere verpfaendet hatte, das Palaestina-Prcfolem auf seine Art zu loesen: er loeste es nicht, erlitt sogar eine der empfindlichsten Schlappen seiner ganzen unzweifelhaft erfolgreichen Laufbahn und wollte diese trotzdem nicht beenden. Auch nicht, weil er dem Praeslden. ten Truman auf seine Forderung, 100.000 Juden nach Erez Israel einwandern zu lassen, antwortete, der Wunsch sei von der Notwendigkeit diktiert, diese Juden in New York loszuwerden: das war hoechstens ein faux pas. Und noch nicht elnma1 aufgrund der Tatsache, dass er der Autor des teuflischen Plans wav. den Teilungsbeschluss der U.N. durch Sabotage und administratives Chaos zu vereiteln und die Juden Palaestinas am Tage des britischen Abzugs von den —britischen— Truppen Abdullas abschlachten zu lassen. Nein, Bevin spielte eine Haman. Rolle, weil sein blinder Judenhass, der ihn die politischen, dinlomatlschen und auch militaerischen Mittel einer Grossmacht gegen unser kleines und schwaches Volk aus«nlelen liess, uns zum Segen gereichte. Denken wir doch einmal nach: was waere geschehen, wenn Bevin uns 1946 oder noch 1947 die 100 ono Zertifikate zugestanden haette? Haetten wir nicht, —damals mit Recht!— ge. jubelt? Und nach ein oder zwei Jahren Einwanderung vielleicht weitere 100.000 Zertifikate verlangt, die uns ein nicht gerade verblendeter englischer Aussenminister auch liebend gerne zugestanden haette? Die sture, voelhg unbeugsame und allen Vernunftgruenden unzugaeng. liehe Haltung Bevins aber draeng. te uns mit dem Ruecken gegen die Wand, die letzte Wand, und verlieh uns die Kraefte der Verzweiflung. Statt einer Quote Zertifikate wurde der Judenstaat erkaempft. Jede personalistische Geschichts. auffassung fuehrt zu verzerrten Vorstellungen. Der Staat Israel waere mit oder ohne Bevin, mit oder ohne hundert Bevins, erstanden. Er ist ein Produkt juedischer Kraft und Glaubens in die Zukunft. Ein Werk der Chaluzim und der Hagana. Wenn Maenner in seiner Entstehungsge schichte ueberhauot genannt wer den duerfen, so heissen sie Herzl, Weizmann, Trumpeldor, Ussischkin. Aber innerhalb des entsnrechenden Rahmens und mit allen Einschraen. kungen hat dieser unsympathischste aller Englaender sich seinen Ehrenplatz gesichert. Wer weiss, wie sehr uns ein Freund haette schaden koen. nen. Gewiss haette keiner die tiefe Wahrheit des naiv-weisen Purim Maerchens so schoen demonstrieren koennen: dass der gute Schwache ueber den boesen Starken siegen muss, wie Esther und Mordechai ueber Haman. NEUE REGIERUNGSKRISE Die sich nun schon ueber einen Monat hinschlepoende Regierungs, krise in Israel wird allem Anschein nach durch Neuwahlen zur Knesset geloest werden. Sie wurde ausgeloest durch die Forderung des Orthodoxen Blocks, die Reglamentierung der re. ligioesen Erziehung in den Durchgangslagern, auf die man sich geeinigt hatte, auch in den Siedlungen der Neueinwanderer zur Anwendung zu bringen. Der weltliche Regierunes. partner —Manai— war nicht bereit, diese erneute Konzession zu machen und so trat der Kultusminister Mai. mon zurueck. Die erste Reaktion auf diese dritte, schwerste und endgueltige Krise der Koalition, die Israel bisher regierte, war zweifellos der Restner. zung. Sollte es eigentlich glaubhaft sein, dass die Kompromisslosigkeit j in religioesen Fragen, d. h. auf einem I Gebiet, dass zumindest bei der augenblicklichen wirtschaftlichen Lage [ und Kriegsgefahr nicht im Mittel. I punkt der oeffentlichen Aufmerksamkeit und auch nicht des Privatlebens der grossen Mehrzahl der Be. voelkerung steht, das Gedeihen des Judenstaates gefaehrden kann? Des Staates, der jahre—, nein jahrhundertelang das Objekt unserer Traeu. me und Kaemnfe war? Bei einer naeheren Betrachtung und im Verlauf der folgenden Verhandlungen machen sich jedoch neue Gesiehtsounkte geltend: Allgemein gesnrochen. ist erstens einmal die mangelnde Stabilitaet einer Regierung im allgemeinen ein Tribut, den ein Staatswesen fuer Demokra. 1 tie und Parlamentarismus, d. h. fuer politische und Meinungsfreiheit zu Im Maerz wird von der Nationalen Flugverkehrsgesellschaft Israels El Al ein Flugverkehr zweimal in der Woche von New York nach Lydda durchgefuehrt werden. Der Flug wird mit einem Aufenthalt ln London 20 Stunden dauern. El Al hat jetzt das erste ihrer Constellation-Flugzeuge erhalten. Die fuer 57 Passagiere bestimmte Maschine ist von Lockheed Aircraft Corp. umgebaut und mit den modernsten Einrichtungen versehen worden. El Al nlant heuer die Errichtung einer Zlvilpllotenschule, die auch Bodenmannschaften ausbilden soll, in Lydda. Die vor kurzem in den Vereinigten Staaten fertiggestellten ersten 25 ExemtPare der hebraeischen Aufgabe des Alten Testaments in Blindenc'-hrift (Braille) erforderten einen Kostenaufwand von US$ 20.000.— allein fuer die Herstellung. Die Uebertragung in Braille dauerte neun ■Tahre. da zuerst ein international tuer Blinde leicht verstaendllches Braille - System der hebraelsch°n Schrift, ausgearbeitet werden musste. Das komplette w.°rk umfasst 20 Baende in dieser Blindenschrift, (gr.) Israels Handelsmarine setzt sich augenblicklich aus 20 Schiffen von insgesamt 71,600 to zusammen. Die Handelsflotte hat 200,000 t. oder 14 Prozent des Israelischen Aussenhandals transoortiert und dem Lande US$ 5 Millionen in Devisen erspart. 75 israelische Seeleute haben kuerzlieh Ihre Examina als Deckoffiziere und Ingenieure der Handelsmarine bestanden. Waehrend der naechsten vier Jahre braucht die Handelsmarine 700 Schiffsoffiziere; die Zahl der Matrosen in der Handelsmarine ist von 250 vor zwei Jahren auf 1000 heute gestiegen. Seit kurzem erscheint in Tel Aviv eine neue Wochenzeitung ln deutscher Soracbe. Sie traegt den Namen “Emeth” (Wahrheit) und bezeichnet sich als liberal-damokratische Wochenzeitung. Ihr Herausgeber ist Dr. Paul Arnsberg, der Inhaber des groessten Vertriebs fuer Zeitungen, Zeitschriften und Buecher In Israel, “Pales”. Zu den Mitarbeitern von “Emeth” zaehlen u.a. Perei Bernstein, der Praesident der Allgemeinen Zionisten in Israel und fruehere Handelsminister, Dr. Justus Schloss, Dr. Eva Fernbach, Theodor F. Meysels u. a. Im Negev wurde ein grosses Lager von Phosphaten entdeext, die bisher zu Duengezwecken eingefuehrt werden mussten. Eoenso wurde Kaolin fuer die Porzellanfabrikation gefunden. Mit der Ausbeutung der beiden Lager koennen grosse Summen an Devisen eingespart werden. VON FREUNDEN UND VON... ANDERER LEUTEN Unter dem Patronat von Edouard Hsrriot hat sich ein Komitee gegruendet, das sich fuer die beschleunigte Errichtung eines Israeli-Pavillon in der Pariser Cité Universitaire einsetzt. Auf diese Weise so’l fuer die vielen in Paris Studierenden aus Israel ein Kulturzentrun geschaffen werden. Da in der Cité Universitaire die Haeuser der verschiedenen Staaten im “Heimatstil” errichtet werden, so soll unter den Architekten in Israel ein Wettbewerb ausgeschrieben werden, (tz.). Die aegyptische Regierung hat den Oecil B. de Mille-Film “Samson and Delilah” verboten, weil er “eine Episode israelischen Lebens und israelischer Macht” darstelle. * (“Aufbau”) zahlen hat. Im Falle Israel ist es in zweiter Linie keine Ueberraschung, dass die Regierungskoalition eine heterogene war und ist. So hat sie z B. die von der Opposition des oefteren verlangte Verfassungsgebung bisher mit der Vorwand verweigert, dass der Zeitpunkt fuer eine Auseinander. Setzung ueber grundlegende und permanente Prinzipien noch nicht gekommen sei. In Wirklichkeit haette die Koalition eine solche Auseinandersetzung nicht ueberleben koennen und wenn sie jetzt auseinanderbricht, so ist es, weil die grundlegenden Fragen —wie z. B. die der Erziehung— ins taegliche Leben einbrechen und die Auseinandersetzung erzwingen: ob man will oder nicht. So ist auch die politische Mehrheit, die heute fuer Neuwahlen eintrittj aus der Erkenntnis entstanden, dass der Definition zwischen —krass gesagt— Demokratie oder Theokratie nicht mehr auszuweichen ist und dass sie keinen Aufschub duldet. Auf der tagespolitischen Ebene sollen diese Neuwahlen ausserdem dem Staate ein stabile, homogene und re. glerungsfaehlge Mehrheit bescheren. Wenn Praesident Weizmann trotzdem versucht, diese Neuwahlen zu vermeiden, so hat er auch dafuer gute Gruende. Erstens will er zweii fellos dem Lande die politische AgL tation in dieser Krisenzeit ersparen. Zweitens hofft er wohl, die Verfassungsfrage fuer ruhigere Zeiten vertagen zu koennen. Drittens mag er fuerchten, dass das Resultat der Wahlen eventuell die Kraefteverteilung nicht wesentlich aendern wird und man dann nach dem ganzen Aufwand vor der gleichen Situation stehen wird. Und schliesslich ist er nicht nur ein wahrer Landesvater und der angesehenste aller Vermittler, sondern auch ein erfahrener Politiker. Und als solcher mag er sich sagen, dass keine Partei von sich aus von Wahlen abraten wird, da eine solche Einstellung eventuell als Schwaeche ausgelegt werden koenn. te. Aus diesem Grunde wird er also zweifellos den Grad der Entschlossenheit, mit der z.B. Mapai, die ja gerade in den Stadtratswahlen eine schwere Niederlage erlitten hat, fuer Neuwahlen elntreten, schweren Be. lastungsproben unterziehen. Inzwischen arbeitet das dimissioniecte Kabinett weiter und praesentiert sich sogar vor der Knesset in manchen Fragen, wie z.B. den wich, tigen aussenpolltischen, als Einheit. Israel ist also nicht, wie manche Irrig annehmen, ohne Regierung. Und mehr koennen wir fuers erste nicht verlangen. ATSCHEKA

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