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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1951-01-01 · 1 (Enero, 1951) · p. Seite 3

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XIII (1951)
Issue
1 (Enero, 1951)
Date
1951-01-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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BOLETIN INFORMATIVO 3 UD L /4$*t Ue*M> ¡ 1 VORTRAG RABBINER LOEWENSTEIN Im Rahmen der Vortragsreihe “Religionen und ihre Religionsstifter” hielt Herr Rabbiner Egon Loewenstein am 23. November einen Vortrag ueber “Die religioese Situation unserer Zeit”. Ausgehend von der Krise auf allen Lebensgebieten des menschlichen Daseins zeichnete der Redner die Situation des heutigen menschlichen Denkens als. Ergebnis der Entwicklung jener Linie, die von Descartes 'ausgehend in Luther und Kant ihre Fortsetzung erfahren. und in Nietzsche ihren selbstzerstoererischen Hoehe. punkterreicht hat. Auf verschiedenen Gebieten der Wissenschaft wie Biologie, Geologie, Astronomie und Bibelwissenschaft wurde die allmaehliche ZerStoerung -des mittelalterlichen Weltbildes aufgezeigt. Zur religioesen Krise unserer Zeit trug die Revolte des moralischen Gewissens angesichts der Exzesse der Kapitalismen und der Barbarei unserer Gegenwart bei. Bei uns Juden verschaerfte die Schnelligkeit des Uebergangs vom Mittelalter zur Neuzeit die Krisensituation. Ergebnis alles dessen ist die Massenhaftigkeit des modernen Menschen, der die Welt technifiziert und zivilisiert, dem aber die Seele zerstoert wird. Die Saeulen der abendlaendischen Kultur sind damit untergraben. Das Christentum hat in 2000-jaehriger Gestaltungsmoeglichkeit sein Ziel, den Menschen im Sinne der sog. “Bergpredigt” zu erziehen, nicht erreicht. Es ist Schuld der Religionen, dass sie an die unmoralischen Erscheinungen des oeffentlichen Lebens nicht die Sonde der moralischen Kritik gelegt haben. Heute zeichnen sich neue Entwicklungen im Orient ab, die welthistorischen Charakter trägen und die Antwort des Orients auf den Angriff Europas der letzten Jahrhunderte zum Inhalt haben koennen. Herr Rabbiner Loewenstein gab weiterhin in seinem Vortrag dem Glauben beredten Ausdruck, dass die Rueckkehr des juedischen Volkes nach Israel und damit nach dem Orient kein Zufall, sondern eine historische Moeglichkeit sei, um das zerstoerte Menschenantliz wieder herzustellen. In Israel solle die Harmonie zwischen Mensch und Gott, Koerper und Geist, Sein und Bewusstsein wiederhergestellt werden, die im Laufe der abendlaendischen Geschichte zerstoert worden sei. Dazu beduerfe es der Ehrfurcht vor den Wundern der Natur und des Menschen, die zur Ehrfurcht vor Gott fuehre. Abschliessend zeichnete der Vortragende dann die Moeglichkeiten der Entwicklung juedischen Lebens in Israel und in der Galut und gab der Hoffnung Ausdruck, dass es gelingen moege, einen Weg aus der Krise der Menschheit zu finden, einen Weg, der sicher nicht in Jahren, sondern erst in Jahrzehnten gefunden werde. Die geistvollen Ausfuehrungen des Vortragenden, die von grossen Aspekten getragen AN UNSERE MITGLIEDER Die Acción Unificada 1950 ist in vollem Gange. Weit ueber die Haelfte unserer Mitglieder haben ihr Verstaendnis und ihre Verbundenheit mit dieser lebenswichtigen Aktion durch puenktliche Erklaerung ueber ihre Beteiligung zum Asdruck gebracht. Ein weiterer Teil hat schriftlich oder telefonisch mitgeteilt, aus verstaendlichen Gruenden erst in den naechsten Wochen erscheinen zu koennen. Doch immer noch bleiben eine Reihe von Mitgliedern uebrig, die auf mehrfache Aufforderungen ueberhaupt noch nicht reagiert haben und damit eine traurige Interesselosigkeit gegenueber den Aufgaben der Aktion an den Tag legen. Wir wenden uns daher nochmals an diese Gruppe unserer Mitglieder in der Ueberzeugung, dass es sich nur um eine Nachlaessigkeit handelt und bitten sie, ihre Pflichten gegenueber unserer Campaña durch: baldige Zeichnung zu erfuellen. Wir weisen darauf hin, dass die Zahlungen bis‘30. Juni 1951 geleistet werden koennen. DAS AKTIONSCOMITE DER CAMPAÑA UNIFICADA Die Exekutive des Council for the Protection of the Rights and Interests of Jews from Germany, London N. W. 3., hat unter Vorsitz von Dr Leo Baeck Ende Oktober die Situation der aus Deutschland stammenden Fluechtlinge erneut ueberprueft. Die waren und von tiefgruendiger Durchdringung des weltweiten Stoffes zeugten, hielten die Zuhoerer von Anbeginn bis Ende des fast zweistuendigen Vortrags streng in ihrem Bann. Der Vortrag stand auf besonders hoher Warte und es war stellenweise eine nicht ganz leichte Kost, die geboten wurde. Aber er gab viel und liess aus der Vielheit j ahrhunderterlanger Entwicklungen und Zusammenhaenge ein folgerichtiges Bild der augenblicklichen religioesen Haltung von Menschen und Voelkern erstehen. Damit fand die Vortragsreihe “Religionen und ihre Religionsstifter”, die einer interessierten Gruppe von Menschen in fuenf . Vortr'aegen durchgehend reiche Belehrung und ungemein wertvolle Einblicke in das Ringen der Menschheit um ihre hoechsten geistigen und seelischen Gueter bot, ihren Abschluss. Den Maennern, die sich um das Zustandekommen dieser Vortragsreihe bemueht haben, und den Vortragenden selbst, die uns allesamt, aus der Fuelle reichen Wissens schoepfend, mit nach Form und Inhalt gleich hochstehenden Ausfuehrungen beglueckten, sei auch von dieser Stelle aus nochmals herzlichst gedankt. Wir hoffen, dass die Leitung unserer Kulturveranstaltungen den gluecklichen Gedanken, grosse Sondergebiete in einer Reihe aufeinanderfolgender Vortraege zu behandeln, auch in Zukunft in die Tat umsetzen wird. dem Council angeschlossenen Fluechtlingsorganisationen in aller Welt betrachten mit ernster Sorge die Entwicklung des Schicksals der juedischen Fluechtlinge aus Deutschland, die sich in vorgeruecktem Alter befinden. Sowohl in Europa wie in Israel besteht das dringende Beduerfnis. Altersheime zu schaffen. Eine sehr grosse und leider staendig wachsende Zahl ehemals deutscher Juden lebt in unwuerdigen Verhaeltnissen und ihre Aussichten, sich einen noch so bescheidenen Lebensunterhalt zu beschaffen, schwinden mit steigendem Alter. Um ihren Schicksalsgenossen einen wuerdigen Lebensabend zu ermoeglichen, werden seit Jahren von den jued i s c h e n Refugeegruppen Fonds fuer die Errichtung von Altersheimen gesammelt. Die Durchfuehrung der Plaene ist an der Unmoeglichkeit gescheitert, Gruendungs— und Unterhaltungs-Fonds in ausreichendem Masse aus eigenen Mitteln aufzubringen. Ebenso mussten andere Plaene fuer konstruktive Selbsthilfe, wie z.B. Gruendung von Darlehnskassen, aus Mangel an Mitteln zurueckgestellt werden. Die Unterstützung von kulturellen Instituten (Buechereien), die das Andenken an die grosse Geschichte des deutschen Judentums wachhalten, konnte aus den gleichen Gruenden nicht verwirklicht werden. Andererseits haben die zur Erfassung des erblosen und unbeanspruchten Vermoegens der deutschen Juden gegründeten Nachfolgeorganisationen erhebliche Mittel aus dem ehemaligen deutschen Judenvermoegen gesammelt und 'werden es weiter tun. Die Exekutive des Council ist der Auffassung, dass die ausgewanderten Juden einen JAHRESTAG DER U. N. DEKLARATION \ Mit einem Meeting im Círculo Israelita gedachte die Federación Sionista des Jahrestages der U.N.-Deklaration am 29. November. Es ergriffen das Wort Herr Gil Sinay, Praesident der Federación, Samuel Goren, Legationsrat der Israelischen Gesandtschaft u.a.m. An Gaesten waren anwesend, der Praesident des Instituto Chileno-Israeli de Cultura, Senator Humberto Alvarez, der Generalsekretaer Astolfo Tapia, Praesident der Kammer, die Wizo-Emissaerin Zipora Bergman und der Schriftsteller Moisés Senderey aus Argentinien. Das Programm wurde umrahmt von musikalischen Darbietungen des Orchesters der Federación unter Leitung des Dirigenten Erwin Herper. Nach dem offiziellen Abschluss wurde der kuerzlich von Israel zurueckgekehrte don Astolfo Tapia im Rahmen eines Cocktails von den Spitzenorganisationen der Kollektivitaet begruesst. en moralischen Anspruch auf einen erheblichen Teil des Aufkommens haben, das den Nachfolgeorganisationen zu. geflossen ist oder zufliessen wird. Der Council gedenkt mit Dankbarkeit der grosszuegigen Hilfe, die die deutschen Juden in den Jahren des Hitler-Regimes von den grossen juedischen Wohlfahrtsorganisationen der Welt erfahren haben. Er erkennt an, dass das erblose Vermoegen zu einem Teil dazu verwandt werden soll, die fuer diese Hilfe aufgewandten Mittel zu einem Teil zurueckzuerstatten und damit diese Organisationen in ihrem kuenftigen Wirken fuer die Gesamtjudenheit in Israel und in aller Welt zu staerken. Andererseits hofft der Council, angesichts der Notlage von grossen Teilen der Juden aus Deutschland Verstaepdnis bei den Nachfolgeorganisationen und ihren Traegern fuer seine Forderungen zu finden, dass ein erheblicher Anteil des Aufkommens der Nachfolgeorganisationen dem Council fuer soziale Zwecke zur Verfuegung gestellt wird. Der Council wird die ihm ueberantworteten Mittel den Organisationen juedi scher Fluechtlinge aus Deutschland in aller Welt zufuehren, damit sie ihre obenerwaehnten Plaene ausfuehren koennen. Die Exekutive des Council hat sich ferner mit dem Restitutionsproblem befasst. Sie ist der Auffassung, dass die Restitution die beabsichtigte Wirkung nicht erreicht, wenn nicht den aus Deutschland vertriebenen Juden Moeglichkeiten fuer einen angemessenen Transfer nach den Laendern, in denen sie Zuflucht gefunden haben, gewaehrt werden. Der Council wird bei den zustaendigen alliierten j und deutschen Behoerden mit . grossster Intensitaet fuer die- 1 se Forderung wirken. VORTRAG PROF. CARLOS VERGARA BRAVO Im Rahmen unserer Kulturveranstaltungen sprach am T4. Dezember Herr Carlos Vergara Bravo, Universitaetsprofessor, bedeutender chilenischer Wirtschaftforscher und Vizepraesident des Instituto Chileno-Israelí de Cultura, ueber “La Política Social y la Intervención del Estado”. Herr Prof. Vergara zeichnete in scharf umrissener Einteilung das weite Gebiet, das die sozialen Lebensbedingungen und Einrichtungen eines Volkes umschliesst, auf und legte dabei auch in eindeutiger, zum Teil recht temperamentvoller Form seinen Standpunkt gegenueber bestimmten Formen der Entwicklung und obwaltenden Verhältnisse dar. Ein leider nicht allzu grosser, aber interessierter Kreis von Zuhoerern lauschte den lehrreichen, spannenden Ausfuehrungen, die in ihren aktuellen Problemstellungen reichen Stoff zum Nachdenken boten. Wir hoffen, den Redner in der naechsten Saison wieder in unserer Mitte begruessen zu duerfen. M. Grb. KONGRESS DES "VAAD HACHINUCH" Am 25. und 26. November fand im Círculo Israelita der 7. Kinus des Vaad Hachinuch statt. Sowohl waehrend der Eroeffnungssitzung, die nach den Salutationen und dem Chor des “Instituto Hebreo” einer laengeren Dissertation des Gastredners Moisés Senderey gewidmet war, wie auch in den Arbeitssitzungen des Sonntag kam der Ernst zum Ausdruck, mit dem die Kollek. tivitaet die bedeutenden Aufgaben des Vaad Hachinuch behandelt. Als Vorsitzender wurde Herr Matías Schapiro gewaehlt und als Schriftfuehrer Herr Bernardo Baytelman. GRUNDSTEINLEGUNG ■ "ESTADIO ISRAELITA" Am Sonntag, den 17. Dezember, fand die Grundsteinlegung des “Estadio Israelita” statt. Nach der Ankunft einer athletischen Staffel und dem Gesang der Nationalhymnen ergriffen die Herren Roberto Arón, Praesident des Stadions, Abgeordneter Tomás Reyes, im Namen des Erziehungsministers Bernardo Leighton, Legationsrat Samuel Goren, Aßtolfo Tapia, Praesident der Abgeordnetenkammer, Carlos Cassasus, in Vertretung des Director General de Deportes del Estado, Adolfo Braun, Buergermeister von Las Condes und Isidoro Dimant, Praesident des Comité Representativo das Wort. Die religioese Weihe oblag dem Rabbiner Dr. Nathan Blum; anschliessend wurde das Pergament mit den Unterschriften aller Anwesenden eingesenkt. Zum Abschluss wartete das Direktorium den Gaesten einen Cocktail auf.

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