Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XII (1950)
- Issue
- 10 (Octubre, 1950)
- Date
- 1950-10-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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BOLETIN INFORMATIVO 9 EIN GROSSER FREUND Mit dem Ableben des Marschall Jan Christian Smuts hat nicht nur die westliche Demokratie einen ihrer bedeutendsten Staatsmaenner, sondern auch das juedische Volk und die Zionistische Bewegung einen ihrer treuesten Freunde verloren. Ja-botinsky beschreibt in seiner “Juedischen Legion” (spanische Ausgabe, Editorial Israel, Buenos Aires, 1940, S- 113 ff.) eine aufschlussreiche Episode aus seinem Leben mit den folgenden Worten: * “Jetzt will ich eine der bedeutendsten Begegnungen berichten, die ich damals (1917) hatte. Es handelt sich um den General Smuts, Premier-Minister von Suedafrika, der nach London gekommen war, um an den Beratungen des Kriegskabinetts teilzunehmen. sprach englisch mit stark hollaendischem Akzent, vor allem das “r”. Smuts fragte uns nach Einzelheiten unserer Plaene. Noch erinnere ich mich an einige seiner Worte, aus den Briefen, die er damals meiner Familie nach Sankt Petersburg sandte. In einem schrieb er ueber die Legion: “Die Idee, dass die Juden selbst es sein sollen, die fuer die Eroberung des Landes Israel kaempfen sollen, ist eine der schoensten Konzeptionen der Welt-”... Er blieb unserer Sache bis zu seinem Lebensende treu. Eine seiner letzten Handlungen als Regierungschef, bevor er in der schwaerzesien Stunde der Demokratie am Kap äer Guten Hoffnung von der Partei des Rassenhass’ gestuerzt wurde, war die Anerkennung des Staates Israel, als erste Regierung des britischen Commonwealth. DER GESANDTE TZUR IN RAMOT MENASCHE RAMOT MENASCHE, IM SEPTEMBER 1950 Der Gesandte Israels in Argentinien, Uruguay und Chile, Jacob Tzur, der zu Besprechungen mit der Regierung in Israel weilt, hat es sich nicht nehmen lassen, dem chilenisch-uruguayischen Kibbuz Ramot Menasche einen Besuch abzustatten. Ohne Zeremoniell, aber umso herzlicher wurde er von unseren Chalutzim empfangen und ohne Zeremoniell, im Diplomatenkleid des juedischen Arbeiters, im Hemd mit offenem Kragen, kam er zu uns. Er nahm Gelegenheit, uns nicht nur die Gruesse des Jischuws in den von ihm betreuten Laendern Lateinamerikas zu ueberbrin. gen, sondern sich auch von allen Einzelheiten unserer Arbeit, unseres Aufbauwerks, unseren Fortschritten und unseren Problemen zu unterrichten. Darum hatte er auch nicht einen festlichen Anlass, sondern einengewoehnlichen Arbeitstag fuer seinen mehrstuendigen Besuch gewaehlt. Er erzaehlte uns von dem wachsenden Verstaendnis, das die chaluzische Arbeit in den Laendern Suedamerikas findet und berichtete, wie man mit Stolz auf den chilenisch-uruguayischen Kibbuz blickt. Seine Eindruecke werden sicher ein wertvoller Beitrag sein, die enge Verbundenheit, die zwischen uns und unserem “Hinterland” inder Golah besteht, weiter zu vertiefen. ERHOEHTE SPANNUNG Er war eine Persoenlichk-eit von grosser Bedeutung, nicht nur auf Grund der tatsaechlichen Unterstuetzung, welche die kleine Kolonie der Metropole leisten konnte, sondern durch die Schwerkraft seines Namens und seiner Persoenlichkeit. Zwanzig Jahre vorher noch war der General Smuts, sowie der General Botha, erbitterter Feind Englands auf den Schlachtfeldern des Burenkriegs. Daher hatte seine Demonstration britischen Patriotismus in jenem Moment die ganze moralische Bedeutung eines Glaubensbekenntnis in die Struktur des Britischen Imperiums. Der General Smuts war ein sehr interessanter Mensch, von hohem Kulturniveau, der Universita-eten in Holland, sowie die von Heidelberg und Cambridge besucht hatte. Ein talentierter Schriftsteller und Denker von Format. Zionist war er wie Balfour oder Robert Cecil, das heisst, dass er fest glaubte, dass die Balfour-Erklaerung eine der grosssten Eroberungen des Krieges war. Seine Ankunft gab den Parteigaengern der zionistischen Sache ein entschiedenes Ueber gewicht ueber ihre Gegner, die —natuerlich— von einem Judenangefuehrt waren, dem inzwischen verstorbenen Edwin Montague. Smuts sah wie ein Vierziger aus, wenn er auch zweifellos aelter war. Sein Aussehen war das eines wohlerzogenen Intellektuellen, seine Art einfach, sein Typ kontinental und nicht spezifisch englisch. Er Die letzten Wochen waren neuerdings Zeugen -einer Verschlechterung der Beziehungen zwischen Israel und seinen unruhigen Nachbarn, vor allem Transjordanien -einerseits und Aegypten andererseits. Streitigkeiten ueber die Waffenstillstandslinien, die von der Regierung von Amman als Agression bezeichnet worden sind, haben beiderseitige Erkla-erungen zur Folge gehabt, worin klargestellt wurde, dass man entschlossen ist, die vonder Kommission der U. N, festgelegten Linien gegebenenfalls mit allen Mitteln zu verteidigen. Wenn man den ungenauen Kabeln Glauben schenkendarf, so haben israelische Truppen -einen Streifen Gebiet an der Mu-endung des Jarmuk in den Jordan besetzt. Dieses Gebiet, auf dem sich auch die grossen hydroelektrischen Anlagen der Ruthenberg-Werke von Naharajim befinden, soll nach Aussagen israelischer Wortfuehrer bereits in Rhodos dem juedischen S-eaat zugesprochen worden sein und sei nur bisher demilitarisiert gewesen. Es ist nicht anzunehmen, dass die israelische Regierung im Moment daran interessiert ist, Beschluessen der Organe der U.N. zuwiderzuhandeln, s-odass wohl die noch nicht veroeffentlichten Einzelheiten lediglich diese Tatsachen bestaetigen werden. Wie dem aber auch sei, darf daran -erinnert werden, dass ausser den aus internationalen Verhandlungen herruehrenden Rechten Israels ueber Naharajim es auch noch solche gibt, die noch nicht einmal von den Juristen der Firma Bevin, Abdulla und Co. verdreht werden koennen. Und das sind die Ansprueche, die juedische Initiative, juedische Arbeit und juediseher Fleiss uns auf die Ruthenberg-Werke geben, die ja schliesslich weder von hergelaufenen Beduinen gebaut wor. den sind noch von ihnen gebraucht werdenkoennen. Auch die verstaerkte aegyptische Propaganda rund um die arabische Fluechtlingsfrage sowie die Bravata des irak-esischen Aussenmini-sters in der Plenarsitzung der Vereinigten Nationen gehoeren zum gleichen Kapitel- Ebenso gehoert dazu die diplomatische Gegenoffensive Israels, das Aegypten- und Transjordanien vor dem Sicherheitsrat der Organisation offiziell erneuter Angriffsabslchten bezichtigt hat.. Man fragt sich, ob das Zusammenziehen all der Wolken in diesem Monat September ein Zufall ist oder in ursächlichem Zusammenhang mit dem Zusammentreten der Voll- Versammlung der U.N. steht. Vor zwei Jahren war es die Wahnsinnstat, die das Leben des schwedischen Vermittlers Graf Bernadotte kostete und im vergangenen Jahr die Zuspitzung der Frage Jerusalems, welche die Gemueter zur gleichen Zeit erhitzten. Der weitere Verlauf der Dinge wird auch diese Frage beantworten. KOL HAADAMA Wie alljaehrlich, so fand auch diesmal am 12. Tage im Monat Tischri, dem 9. Todestage des “Eisernen Mannes” der Zionistischen Bewegung, Menachem Mendel Ussischkin, die Konferenz des Keren Kajemeth Leisrael unter dem Motto “Kol Haadama” statt —die “Stimme der Erde” oder, im wortspielerischuebertragenen Sinne, die “Ganze Erde”—. Vieles ist bereits ueber die finanzielle und auch erzieherische Bedeutung dieses volkstümlichsten aller zionistischen Fonds gesagt und geschrieben worden, doch muss heute u.a. Klarheit in einer Frage geschaffen werden, die seit der Gruendung des Staates Israel viele Gemueter be. schaeftigt. Es besteht weitverbreitet die irrige Auffassung, dass der Staat heute Besitzer alles Bodens innerhalb seiner Grenzen sei, darueber nach Gutduenken der Regierung verfuegen koenn-e und die Forderung der “Er. loesung des Bodens”, die Ussischkin aufgestellt hatte, damit bereits erfuellt sei. Dazu ist zu sagen, dass abgesehenvon dem nicht unbedeutenden Bodenbesitz des Staates, dem juediseher Privatbesitzer und dem des K.K.L. auch heute noch ein ganz gewaltiger Prozentsatz des israelischen Bodens... arabisches Privateigentum ist- Sofern dieser Boden Besitz von Familien ist, die waehrend des Krieges ins Ausland fluechteten und wohl auch nicht zurueckkehren werden, daher also brach liegt, erfordert er sowohl vom Standpunkt der Kolonisationsnotwendigkeiten wie dem der landwirtschaftlichen Erzeugung -eine besonders rasche Ueberfuehrung in juedischen Besitz. Eine solche ist aber nur durch Ankauf moeglich, das heisst in vielen Faellen durch Hinterlegung des entsprechenden Gegenwerts zu Haenden -des Verwalters fuer das beschlagnahmte arabische Eigentum. Eine -einfache Expropiierung kommt selbstverstaen-dlich nicht nur aus Erwaegungen internationalen Rechts nicht in Frage, sondern vor allem auch in Hinblick auf eine zukünftige Bereinigung der gesamten Fluechtlingsfrage, deren- Guthaben und Werte in Israel dabei selbstverstaendlich in Betracht gezogen werden muessen. In zweiter Linie muss daran erinnert werden, dass der K.K.L. sich noch nie mit dem Ankauf des Bodens begn-u-egt hat; im Gegenteil sind viele der gr-oessten Bod-enmeliorations-Projekte sowie das gesamte Aufforstungswerk seine Leistung. Von groesster Wichtigkeit ist es auch, daran zu erinnern, dass es fuer das Judentum der ganzen Welt, d.h. auch fuer uns in der Galuth, nicht gleichgueltig sein kann, ob der gesamte Boden Israels Besitz der Regierung, beziehungsweise der im Staate lebenden Bevoelkerung ist oder, wie dies bei K.K.L.-Boden der Fall ist, “unveraeusserliches Eigentum des juedischen Volkes” und somit auch unser Eigentum. ATSCHEKA ___ 76.000 israelische Industrie.Arbei- DIE INDUSTRIE ter verteilen sich auf die folgenden Arbeitszweige: Ernaehrung. 12.000 Textil. 6.000 Bekleidung. 11.000 Stahl. 16.000 Holz. 9.000 Papier.• . 3.500 Druckerei. 3.000 Chemie. 1.500 Stein und Zement. 6.000 Glas.•. 600 Diamanten. 1.400 Verschiedenes.• . 6.000