Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XII (1950)
- Issue
- 10 (Octubre, 1950)
- Date
- 1950-10-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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BOLETIN INFORMATIVO 7 FEFNE LEDERWAREN UND KUNSTGEGENSTAENDE Paris-Santiago-Buenos Aires FUER DIE REISEZEIT elegante leichte Flugkoffer sowie verschiedene Geschenkartikel und komplete Schreibgarnituren. CREACIONES EXCLUSIVAS DE 3 Einzige Adresse unserer Fabrik u. Ausstellung: ALAMEDA 402-4 u. LIRA 1-3 u. 5 INTERVIEW VOR DEM FRUEHSTUECK. <v°n Seit* 5> “Welche Aufgaben sehen Sie als die dringendsten der Zionistischen Weltorganisa. tion im allgemeinen und dem bevorstehenden Zionistischen Weltkongress im. besonderen an?” “Die Zionistische Organisation und ihre hoechste Instanz, der Kongress, muss neu definieren, was ihre Ziele sind. Dann werden sie auch die Taetigkeitsgebiete des Staates und der Z.O. genau abgrenzen koennen. Ohne eine Neupruef ung der geistigen Grundlagen des juedischen Nationalbewusstseins —und ohne die entsprechende Erziehungsarbeit im breitesten Masstabwird die Organisation inhaltlos.” “Was erwarten Sie von dem Jischuw in Chile? Was haben Sie u|ns ueber Ihre Mission zu sagen? Und welches sind ihre Eindruecke?” “Der Jischuw von Chile hat in Erez Israel eine gute Presse. Sein zionistisches Niveau, sein juedisch - nationales Interesse, seine gute Organisation und vor allem seine ueberragende Opferfreudigkeit finden nur Worte der Anerkennung. Auch die Alijah der Chaluzim aus Chile hat fuer diesen guten Ruf natuerlich Propaganda gemacht. Dieser Eindruck wurde mir hier bestae. tigt. Ich bin auch persoenlich auf das Angenehmste beruehrt von der tiefen Sympathie, mit der man einen lebendigen Gruss von Israel aufnimmt und von der Freundschaft, mit( der man den Traèger dieses Grusses empfangen hat.” Ob die kleine Pause wohl darauf hindeutet, dass er nicht nur auf das Angenehmste beruehrt, sondern sogar geruehrt ist? Die Platzmusik spielt ihren Schlussakkord und er kehrt auf das Sofa zu. rueck. “Ich bin sicher, dass die Judenheit Chiles verstehen wird, dass unsere “Zweite Front” auf dem Gebiet der Wirtschaft nicht minder entscheidend ist als der Kampf vor zwei Jahren, den wir um unser Leben fuehrten- Eine der schoensten Ueber. raschungen fuer mich war das lebendige pulsierende Leben der “B’ne Jisroel”, die in Chile das Schoenste unserer deutsch-juedischen Gemeindetradition hat wieder aufleben lassen. Auch in Israel haben die Synagogen-Verbaende der Juden aus Deutschland (ich bin Vorstandsmitglied des “Ichud Schibat Zion”, Tel Aviv; Vorsitz Dr. Goldsbein, aus Berlin) grosse Aufgaben in der Verschoenerung des Gottesdienstes und der Fundierung eines geordneten Gemeindelebens geleistet. Die Einweihung des Gemeindehauses war ein juedisches Erlebnis, wie ich deren selten nur gesehen habe. Der Geist der Opfer unserer Lieben aus Europa und die mutige Hoffnung unserer Chawerim aus Erez Israel gaben dieser Weihestunde Hoehe des Niveaus und Tiefe des Erlebens und mir persoenlich ein teures Andenken von meinem Besuch in Chile, einen Besuch, den ich waeh. rend der Parlaments-Ferien unternommen habe, um den Juden in Chile Nachricht zu bringen von unseren Problemen und von unseren Leistungen und einen jeden von ihnen zu einem aktiven Helfer und Mitarbeiter unseres Aufbauwerkes zu machen.” Schweigen... Seine Worte waren trotz ihrer Einfachheit und Sachlichkeit feierlich. Nein, dank ihrer Einfachheit und Sachlichkeit. Eigentlich wuerde ich noch sehr gerne eine Weile bleiben. Sein Morgenkaffee wird zwar immer kaelter, aber warum soll ich das so tragisch nehmen, wenn er es selbst nicht so tragisch nimmt. Aber andererseits ruft ihn die Pflicht und “diesem Sinne bin ich ganz ergeben”: mein Opfer heisst im Moment “Weggehen”. Waehrend er seinen Gebetsmantel und ich meinen weltlichen Ueberzieher aus dem Schrank nehme, legt er mir nochmals ans Herz, das Interview —ich wuerde es Diktat nennen— wortgetreu wiederzugeben. Der Keim des schlechten Gewissens nagt bereits an mir- “Ich werde mir die groesste Muehe geben. Sie haben uns eine grosse Botschaft gebracht, Dr. Burg, und ich werde versuchen, den kleinen Teil, den Sie mir anvertraut haben, weiterzuvermitteln. Ich werde mir die Verantwortung vor Augen halten.” Wenn es sich auch nur um Worte handelt... Denn wichtig ist allein das Echo. Und das wird in Ziffern gemessen. 18. NOVEMBER "DAS LAMM DES ARMEN" TEATRO MARCONI VORTRAGSREIHE: DIE WELTRELIGIONEN DAS JUDENTUM ALS WELTRELIGION Vortrag Von Herrn Rabbiner Manfred Lubliner, gehalten am 27. Juli 1950 Herr Rabbiner Lubliner gab eine uebersiehtliche, fesselnde und ueberzeugende Darstellung der juedischen Religion. Ausgehend von der dem Judentum innehaftenden Kulturbejahung und Freiheit in religionstheoretischen Fragen kann er auf die juedische, in der Mizwah verkoerperten, Ethik, zu sprechen- Dann stellte er dar, wie im Judentum trotz Aufnahme von zum Teil fremden Gedankengut, der Geist des Monotheismus stets streng gewahrt blieb, worin sich das Judentum von anderen ursprünglich, monotheistischen Religionen unterscheidet. Dann ging Herr Rabbiner Lubliner auf die Lehre und vor allem auf den klassischen Ausdruck unserer Religion, das Prophetentum ein. Das Streben nach Einheit (Einheit Gottes und Einheit der Menschheit) und die damit zusammenhaengende Gleichheit im Judentum wurde betont. Die soziale Idee, die Feindesliebe und der Tierschutz wurden dargelegt. Den Abschluss bildete eine Darstellung der juedischen. Auffassung des Messianismus und der Mission der Juden als Fackeltraeger der Idee einer zukünftigen besseren Menschheit. gelangt kostenlos im die Haende tausender Leser und auch Ihre Anzeige kann dabei j sein.! I Anzeigenannahme fuer die November- Nummer BIS ZUM 20. Oktober DAS CHRISTENTUM Vortrag von Herrn Dr. Erich Bry, gehalten am 24. August 1950 Herr Dr. Bry begann damit, die Zuhoererschaft mit den Schwierigkeiten bekannt zu machen, die in einer objektiven Darstellung der Geschichte des Christentums liegen, —speziell wenn wir Juden sie unternehmen. In aehnlichem Sinne hatte sich auch Herr Rabbiner Loewenstein in seiner Vorrede geaussert- Dann entwickelte Herr Dr. Bry in gründlicher und objektiver Form die Urgeschichte des Christentums. Ausgehend von der Situation, des ueberzivilisierten aber lebensinhaltshungrigen Rom der fruehen Kaiserzeit kam er auf die Entwicklung des Judentums jener Zeit zu sprechen, das sich durch Ausbildung der drei Richtungen der Pharisäer, Sadduzaeer und Essaer kennzeichnete. Aus der kommunistischmoenchischen Religiosit a e t der Essaer hat sich die Lehre Jesus herausgebildet. Jesu war eine starke Persoenlichkeit, der eine einfache Liebesethik predigte, die wie bei den Essaern streng persoenlich aufgefasst war. Der Ton war neu. der Inhalt aus der juedischen Ethik, speziell der Auffassung von. Hillel uebernommen. Seine Selbstüberhebung als Messias brachte ihn in Konflikt mit Judentum und Rom, was seine Hinrichtung hervorrief. Herr Dr. Bry fuehrte weiter aus, dass die Juden als Volk zu Unrecht als schaerfste Verfolger der neuen Lehre angesehen werde. Dieser Gegner der Lehre Jesu war vielmehr ein gewisser Saulus spaeter Paulus, der sich dann zum Fuehrer derselben Lehre aufschwang und ihr durch Dogmatik und Zufuehrung fremden Geistesgutes, wie Verehrung der Staatsgewalt, ihren juedischen Charakter nahm. Herr Bry beendete seine Auszehrungen, indem er hervorhob, dass uns Juden das Christentum soweit nahe steht, als es die Ethik des Judentums uebernommen hat, dass uns aber die Theologie des Paulus stets fremd bleiben wird. G. Leisersohn ADRESSEN DER HERREN RABBINER: Rabbiner E. Loewenstein Alarife Gamboa 040, Dep. C (Altura Vic. Mackenna 530); Fono 84470 (Modas Flatow). Rabbiner M. Lubliner: Calle Nueva 0181, Dpt- 22; Fono 44624. Das Chanukkafest beginnt am 3. Dezember. Wir bitten Anzeigen fuer die Fest-Nummer rechtzeitig zu bestellen, damit wir die Inserate sorgfaeltig setzen und Ihnen einen guten Platz reservieren koennen. Auf Wunsch werden die Inserate abgeholt. Telefon 86603 WALTER LECHNER oder die bekannten Agenten. CHANUKKA - NUMM